Die Mittelgebirgslandschaft von Hunsrück und Nahe bietet nicht nur beste Voraussetzungen zum Wandern, sondern auch für abwechslungsreiche Radtouren. Wer eine stille Naturlandschaft genießen möchte, ist im Hunsrück gut aufgehoben. Hier können Sie die Weinberge der Nahe, Flusstäler, die weiten Wiesen des Hunsrücks und den dichten Soonwald an sich vorbeiziehen lassen.
Es gibt entspannte Radtouren auf ehemaligen Bahntrassen wie dem Schinderhannes-Radweg. Sie können Adrenalin im Trailpark Erbeskopf oder am Flowtrail Stromberg auf dem Mountainbike freisetzen, naturnahe Gravel Touren mitten in Deutschland entdecken oder auf weitläufigen Rennrad Strecken Höhenmeter sammeln.
Radfahren auf Bahntrassen im Hunsrück
Gleich zwei Bahntrassenradwege machen den Radurlaub in der Region zum Naturerlebnis. Der Schinderhannes-Radweg führt dort entlang, wo einst die Dampflok schnaufte. Zwischen Emmelshausen, Kastellaun und Simmern wurde die alte Trasse der Hunsrückbahn zum Radweg umgebaut. Hier können Radler ohne größere Anstrengungen eine Länge von 38 Kilometern bewältigen. Das macht die Strecke auch für Familien mit Kindern interessant.
Der Schinderhannes-Radweg
Der Schinderhannes-Radweg im Hunsrück zählt zu den langen Radwegen Deutschlands, die durchgängig auf einer Bahntrasse verlaufen. Von Emmelshausen, das bereits in 450 m Höhe über dem Meeresspiegel liegt, führt die ehemalige Bahnstrecke der Hunsrückbahn ohne große Mühe auf über 480 m Höhe und vorbei an dem schönen alten Städtchen Kastellaun mit seiner Burg. Nach einem kurzen Anstieg geht es hinab nach Simmern, das nur noch in 335 m Höhe liegt.
Die Geschichte dieser Region, in der der Räuber "Schinderhannes" zur Zeit Napoleons sein Unwesen trieb, hat dem Radweg seinen Namen gegeben. Der Schinderhannes-Radweg bietet eine verkehrsfreie Fahrt durch die Wälder und Höhen des Hunsrück mit Ausblicken über die weite Berglandschaft. Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in den Ortschaften, die nicht allzu weit voneinander entfernt sind.
Erlebnisreich wird es, den Radweg mit einer Weiterfahrt auf den zahlreichen Verbindungsstrecken an die Mosel und ins Rheintal zu verbinden, wie zum Beispiel auf dem Schinderhannes-Untermosel-Radweg nach Burgen oder dem Hunsrück-Mosel-Radweg von Büchenbeuren über Kastellaun nach Treis-Karden.
Der Ruwer-Hochwald-Radweg
Der Ruwer-Hochwald-Radweg zeigt ebenfalls, was aus alten Bahntrassen werden kann, wenn kein Zug mehr fährt. Dort, wo von 1889 an für achtzig Jahre Waggons von Trier aus nach Hermeskeil gerollt sind, ist eine reizvolle Freizeitattraktivität für Radler entstanden. Auf der 48 Kilometer langen Radstrecke von Hermeskeil über Kell am See durchs Ruwertal nach Trier-Ruwer führt die Route über die ehemalige Bahnstrecke und zeigt eindrucksvolle Landschaftsaspekte aus einer Perspektive, die man früher nur vom Zugfenster aus genießen konnte.
Weitestgehend flach mit wenigen leichten Steigungen ist die Strecke auch für Familien mit Kindern geeignet. Entlang der Ruwer durch Weinberge, Wiesen und Wälder sowie idyllische Ruwertal- und Hunsrückdörfer, einfach mitten durch die Natur, ist der Ruwer-Hochwald-Radweg das Richtige für einen idealen Ausflug mit Spaß und Erholung.
Streckeninformationen zum Schinderhannes-Radweg
- Startpunkt: Emmelshausen
- Zielpunkt: Simmern
- Länge: 38 Kilometer
- Streckenverlauf: Emmelshausen - Lamscheid - Norath - Leiningen - Pfalzfeld - Lingerhahn - Ebschied - Hollnich/Gammelshausen - Kastellaun - Bell - Hasselbach - Alterkülz - Neuerkirch - Külz - Keidelheim - Simmern
Die Bahnstrecke Simmern - Emmelshausen - Boppard (Hunsrückbahn) wurde 1901 -1908 abschnittsweise fertiggestellt und 1983 für den Personenverkehr außer Betrieb genommen. Der Radweg auf der Trasse wurde 1990 freigegeben (Abschnitt Emmelshausen - Pfalzfeld) bzw. 2000 (Pfalzfeld - Simmern).
Sehenswürdigkeiten entlang des Schinderhannes-Radwegs
- Pfalzfeld: Denkmal zur Pfalzfelder Flammensäule aus der Eisenzeit um 400 v. Chr.
- Kastellaun: Ruine der "Sponheimer Burg"
- Alterkülz: Bahnhofsgebäude
- Simmern: Schmiedel-Tunnel
Fernab von verkehrsreichen Straßen können Sie durch wunderbare Landschaften mit herrlichen Ausblicken auf die Hunsrückhöhen radeln. Der Radweg führt über eine ausgebaute Bahntrasse, die nur Radfahrern und Fußgängern zur Verfügung steht. Bei den zu überquerenden Straßen handelt es sich überwiegend um ruhige Kreisstraßen und einige Landesstraßen. Es handelt sich um eine ausgesprochen familienfreundliche Radtour.
Die 1. Etappe von Emmelshausen nach Kastellaun führt mal durch sanfte Einschnitte, mal über aufragende Dämme, nie aber werden unangenehm merkbare Steigungen zum Hindernis. Hinter Kastellaun führt ein leichter Anstieg von 1,5 km hinauf zum Beller Bahnhof.
Von Boppard am Rhein bietet sich eine einzigartige Alternative zum Rücktransport: Über eine der steilsten Bahnstrecken Deutschlands fährt die Hunsrückbahn über zwei Viadukte und durch fünf Tunnel bis nach Emmelshausen zurück.
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