Die Geschichte von Husqvarna Motorrad in Italien

Husqvarna Motorcycles ist ein schwedischer Hersteller von Motorrädern mit einer langen und reichen Geschichte, die bis ins Jahr 1689 zurückreicht, als das Unternehmen als Waffenfabrik gegründet wurde.

Die frühen Jahre in Schweden

Lange bevor ihre Geländemotorräder auf den Markt kamen, hatte Husqvarna die schwedische Armee mit Gewehren versorgt. Erst im Jahre 1953 produzierte Husqvarna sein erstes Motocross Rad, welches vollständig in der schwedischen Fabrik hergestellt wurde. Schon in den späten 1920er Jahren begann sich Husqvarna auf internationale Wettbewerbe zu konzentrieren und zog damit die Aufmerksamkeit anderer europäischen Länder auf sich. Dies führte zu einem Anstieg der Popularität und der Verkäufe von Husqvarna-Motorrädern.

Die ersten Motorräder, die Husqvarna produzierte, waren einfache und robuste Maschinen, die für den Transport von Personen und Gütern konzipiert waren. In den 1960er Jahren begann Husqvarna mit der Produktion von speziellen Offroad- und Enduro-Motorrädern. Diese Maschinen waren für ihre Leistung und Haltbarkeit bekannt und wurden schnell zu Favoriten unter den Offroad-Rennfahrern.

Wilhelm Tham, der die Firma von 1877 bis 1911 leitete, suchte neben der Produktion von Sägen, Küchenmaschinen und Waffen nach neuen Geschäftsfeldern. Thams Sohn Gustaf, Direktor von 1911 bis 1946, holte Ende der zwanziger Jahre den jungen Ingenieur Folke Mannerstedt. Mit dem begnadeten Techniker brach für die Schweden eine glorreiche Zeit im Straßenrennsport an.

Für den Erfolg der Serienmaschinen war die abseitige Lage Schwedens wohl wenig förderlich, in gewisser Weise aber auch nützlich. Die robusten Husqvarna, für die hundsmiserablen schwedischen Pisten entwickelt, genossen stets einen ausgezeichneten Ruf. Ihre Zuverlässigkeit war mit ein Grund für die sportlichen Erfolge. Die klare Trennung zwischen on- und offroad gab es damals ohnehin nicht. Auf gleichem Material bestritt man Zuverlässigkeitsfahrten, Trials oder Straßenrennen.

Erfolge im Rennsport

Den Höhepunkt bildete 1933 in Saxtorp die Europameisterschaft mit der von Gunnar Kalén pilotierten Werks-500er. Ende der Dreißiger zog sich Husqvarna aus dem Rennsport zurück, um stattdessen kleine Zweitakter herzustellen.

Im Motocross-Sport wurde 1959 der erste Europameistertitel und 1960 der erste Weltmeistertitel auf Husqvarna gewonnen. Den EM-Titel holte sich Rolf Tibblin in der Viertelliter-Klasse, Bill Nilsson legte im Jahr darauf in der 500-Kubikzentimeter-Kategorie den Grundstein für eine beeindruckende Sammlung von WM-Gesamtsiegen.

Die sportlichen Erfolge der handlichen und robusten Husqvarna Motorräder machten die Marke auch in den USA populär, was zu steigenden Absatzzahlen führte. Mit dem Modell Husqvarna TE 510 präsentierte das Unternehmen im Jahr 1983 erneut einen Meilenstein. Der außergewöhnlich leichte und handliche Offroader mit Gesamtschmierung und Luftkühlung wurde zum Vorreiter einer Generation von Viertakt-Motorrädern für den Gelände-Einsatz.

Verkauf nach Italien an Cagiva

1977 übernahm der schwedische Hausgerätehersteller Elektrolux das Ruder bei Husqvarna. Die Zweiradsparte führte fortan das Dasein eines Stiefkinds, und 1986 wurde sie an die Brüder Castiglioni verkauft, die die Produktion nach Norditalien verlegten. Als wertvollstes Stück erbten sie den TE 510-Motor: Der robuste Antrieb gilt als Keimzelle der modernen Viertakt-Motocross-Motoren und half Husqvarna, den massiven Angriff der japanischen Konkurrenz zu überstehen. 1987 hatte der Mutterkonzern Electrolux die Husqvarna-Motorradabteilung nach Italien verkauft, wo sie in den Cagiva-Konzern eingegliedert wurde.

Die Verlegung der Produktion nach Italien bedeutete einen Einschnitt in der Geschichte von Husqvarna. Der Firmensitz wurde nach Varese in Norditalien verlegt.

Anfang 1988 wurde die Produktion nach Varese in Norditalien verlagert. Husqvarna AB Schweden, Tochter des Electrolux-Konzerns, hat das Potenzial des Viertakters nicht erkannt und verkauft die wenig rentable Motorrad-abteilung für eine geringe Summe nach Italien an Cagiva.

Unter BMW-Ägide

Im Oktober 2007 übernahm BMW die Entwicklung, den Vertrieb und die Fertigung von Husqvarna. In Cassinetta di Biandronno wurde im September 2009 ein neues Werk eröffnet. Die Münchner investierten zwischen 2008 und 2012 mehr als 240 Millionen Euro in Husqvarna.

2007 übernahm dann BMW, und bei KTM holte man schon mal die Wintersachen aus dem Schrank, um sich angesichts des zu erwartenden Technologie-Feuerwerks warm anzuziehen. Doch der Erfolg blieb aus. BMW fuhr mit Husqvarna zwar Siege in der Enduro- und der Supermoto-WM ein, blieb im Motocross aber blass und schaffte es nicht, die Marke technisch auf einen hohen Standard zu bringen. Nach großen Verlusten verabschiedeten sich die Münchner Anfang 2013 und gaben die Marke ausgerechnet an Stefan Pierer vom Rivalen KTM ab.

Mit der Einführung der Modelle Husqvarna Nuda 900 und Husqvarna Nuda 900 R wurde zudem der Wiedereinstieg in das Segment der Straßenmotorräder vollzogen. Auch diese, in Kooperation mit BMW Motorrad entwickelten Modelle zeichnen sich durch das für Husqvarna typische puristische, sportlich orientierte Design aus. Parallel dazu stärkt die Allianz zwischen Husqvarna Motorcycles und BMW Motorrad die technologische Innovationskraft des Unternehmens.

Die Übernahme durch KTM

Am 31. Januar 2013 gab BMW bekannt, dass die Pierer Industrie AG die vollständige Beteiligung an Husqvarna übernommen hat. Das Unternehmen wird von Stefan Pierer, dem derzeitigen CEO der KTM-Sportmotorcycle AG, geleitet.

KTM-Chef Pierer verkündete im Mai, dass die Husqvarna-Produktion noch in diesem Jahr nach Österreich verlegt werden soll. Seit KTM-Chef Pierer im Mai verkündet hatte, dass die Husqvarna-Produktion noch in diesem Jahr nach Österreich verlegt und das Werk in Biandronno bei Varese geschlossen werde, zogen die Gewerkschaften alle Register: vom Fackellauf über Demonstrationen bis hin zum Streik.

Sicher ist, dass Husqvarna in den KTM-Konzern eingegliedert und mit Husaberg zusammengelegt wird. Diese Offroad-Marke hatten ehemalige Husqvarna-Ingenieure nach dem Verkauf an die Italiener gegründet; KTM verleibte sie sich 1995 ein. Der Name Husaberg wird wohl endgültig verschwinden.

Die Modelle von Husqvarna

Heute produziert das Unternehmen eine breite Palette von Motorrädern, darunter Straßen-, Offroad- und Enduro-Modelle. Die Enduro-Modelle von Husqvarna haben sich im Laufe der Jahre ständig weiterentwickelt. Sie sind bekannt für ihre fortschrittliche Technologie, ihr innovatives Design und ihre hervorragende Leistung.

Hier ist eine Liste der UVP-Preise für einige Husqvarna Modelle:

  • UVP 8.095 Euro inkl.
  • UVP 9.595 Euro inkl.
  • UVP 9.845 Euro inkl.
  • UVP 10.095 Euro inkl.
  • UVP 10.295 Euro inkl.
  • UVP 10.495 Euro inkl.
  • UVP 10.645 Euro inkl.

Husqvarna: Eine Chronik

Jahr Ereignis
1689 Husqvarna beginnt mit der Produktion von Musketen.
1903 Das erste Motorrad entsteht aus Fahrradteilen und einem FN-Motor.
1916 Sieg beim legendären November-Kåsan.
1918 Erste eigene Motoren im Modell 150.
1930 Am Start des Grand Prix in Saxtorp vier Husqvarna.
1932-1935 Husqvarna gewinnt in Folge den GP Schweden in Saxtorp.
1938 Husqvarna stellt die Produktion der großen Viertakter ein.
1955 Die Silverpil verschafft sich einen guten Ruf wegen ihrer Robustheit.
1959 Rolf Tibblin wird Europameister der 250er-Kategorie.
1973 15000 Geländemaschinen werden produziert und zum größten Teil in die USA verfrachtet.
1977 Der Electrolux-Konzern übernimmt Husqvarna.
1983 Husqvarna setzt einen Meilenstein mit dem Offroad-Viertakter TE 510.
1987 Husqvarna AB Schweden verkauft die Motorrad-abteilung an Cagiva.

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