Die Frage, ob man im höheren Alter noch Motorrad fahren sollte, ist eine sehr persönliche. Die Antwort hängt vom eigenen Befinden und der individuellen Lebensplanung ab. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die Motorradkarriere zu verlängern, wenn man bereit ist, an sich selbst zu arbeiten.
Motorradfahren im Alter - Ja oder Nein?
Viele Faktoren spielen eine Rolle bei der Entscheidung, ob man im Alter noch Motorrad fahren möchte. Winston S. teilt seine Erfahrungen und gibt Denkanstöße, wie man sich in der "dritten Lebensphase" neu orientieren kann, um weiterhin Spaß am Fahren zu haben.
Jutta, 58 Jahre alt, erfüllte sich ihren Traum vom Motorradfahren erst mit 51 Jahren. Sie betont, dass es ein Stück Unabhängigkeit und eine Leidenschaft für sie ist. Mittlerweile betreiben immer mehr Frauen dieses Hobby.
Der persönliche Fragenkatalog
Gehe im stillen Kämmerlein selbstkritisch mit dir diesen Fragenkatalog durch. Mehrfach und in zeitlichen Abständen, damit du deine Entscheidung nicht von einer etwaigen „Tagesform“ abhängig machst. Wenn du glaubst, alle Fragen positiv beantworten zu können, dann arbeite den folgenden Katalog mit allen Konsequenzen ab.
- Jede Betätigung, jedes Hobby, findet irgendwann einmal ein natürliches Ende, auch das Motorradfahren. Das ist normal. Hoffentlich nicht durch einen Unfall; aber irgendwann hat man das Gefühl, damit „durch“ zu sein.
- Klar, mit den Jahren lassen die körperlichen Kräfte nach. Auch das ist normal. Wenn dir das Motorradfahren über die Maßen beschwerlich wird, dann macht das nicht nur keinen nachhaltigen Spaß mehr; es geht auch auf Kosten der Sicherheit. Deiner eigenen und der von Anderen. Das ist fatal. Bist du aber körperlich noch gut beieinander oder in der Lage, die erforderliche Fitness zu erreichen, dann mache Sport/Gymnastik. Zielgerichtet und vor allem regelmäßig, jeden Tag. Du brauchst dafür keine Maximalkraft mehr, aber Ausdauer und Beweglichkeit. Wieviel, das merkst du spätestens, wenn die Lunge pfeift und die morschen Knochen krachen. Das ist kein Spaß, aber stetige Übung ist unverzichtbar.
- Motorradfahren ist zu 50% Kopfsache: Erfahrung, Gefühl, Intuition, Konzentration, Reaktion, Reflexe. Vertraue bitte nicht darauf, daß du das Motorradfahren noch gut beherrschst, weil du Jahrzehnte auf zwei Rädern unterwegs warst. Sei dir bewußt, daß dein neuronales System strukturiert ist wie ein Computer: Auf der Festplatte hast du zwar unheimlich viel Erfahrung gespeichert, mit der du dich anderen (vielleicht sogar zu Recht) überlegen fühlst. Deshalb prüfe dich kritisch, ob Reaktionen, Reflexe und Konzentration noch in ausreichendem Maße vorhanden sind. Übungen dafür gibt es zuhauf, vom Flipper bis zu einem langen, anspruchsvollen Vortrag, den du dir auf YouTube konzentriert reinziehst. Ein Freund meines Vaters, ehemaliger Jagdflieger, erzählte immer, sie hätten zwischen den Einsätzen (dienstlich angeordnet!) Mikado gespielt, zur Förderung von Ruhe und Konzentration.
- Das schönste Hobby kann einem sauer werden, wenn es zu Hause unüberwindliche Einwände dagegen gibt. Die Sorge um dein Wohlbefinden und deine Sicherheit ist gewiß aller Ehren wert, besonders, wenn du im Inneren zugeben mußt, daß deine bessere Hälfte im Grunde schon Recht hat.
- Wie ihr seht, hat meine eingangs erzählte Geschichte vom Motorradwechsel durchaus einen ernsten Hintergrund. Denn mit der Zeit stellt sich unweigerlich das eine oder andere „Problemchen“ ein: wenn das Bein Beschwerden macht beim Schwung über den Sattel oder der Rücken beim Fahren, wenn das Gewicht zum Problem wird - das der Maschine oder dein eigenes. Solltest du das feststellen, dann gestehe dir ruhig ein, daß die Zeit für einen Wechsel gekommen ist und schaue dich nach etwas Neuem um. Auf einem potenten Motorradmarkt wie Deutschland/Österreich/Schweiz gibt es so gut wie alles und für jeden etwas, das passen sollte. Ob neu, gebraucht, als Vorführer oder Leasingfahrzeug, ganz egal. Und wenn es irgendwann doch einmal nicht mehr geht: Gehe zurück zu Punkt 1.
Körperliche und geistige Aspekte
Mit zunehmendem Alter ist es wichtig, die körperlichen und geistigen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Regelmäßige sportliche Betätigung und Übungen zur Förderung von Konzentration und Reaktion sind essenziell. Denke daran, dass Motorradfahren zu 50% Kopfsache ist.
Ältere Menschen sind anfälliger für Verletzungen und Unfälle und benötigen länger, um sich zu erholen. Daher ist es wichtig, stets eine hochwertige Sicherheitsausrüstung zu tragen und nur dort zu fahren, wo man sich sicher fühlt.
Die richtige Motorradwahl
Es gibt für jeden Fahrertyp das passende Motorrad. Erwachsene und besonders die über 60-Jährigen müssen oder wollen häufig nicht schnell fahren. Leichtere, einfach zu balancierende und zu kontrollierende Modelle sind oft besser geeignet.
Beispiele für Motorradtypen
- Sporttourer
- Cruiser
- Roller mit niedrigem Einstieg
Motorradführerschein mit über 50
Auch als Späteinsteiger kann man den Motorradführerschein erfolgreich erwerben. Redakteur Thomas Fischer schildert seinen Weg zum A2-Führerschein mit über 50 Jahren. Seit Januar 2013 gibt es die neue Motorradführerscheinklasse A2, die für Autofahrer interessant ist, die ihren Führerschein vor dem 1. April 1980 erhalten haben. Sie können ohne Theorieprüfung und ohne Pflichtfahrten durch Absolvierung einer praktischen Prüfung den A2-Führerschein erwerben.
Es ist nie zu spät, damit anzufangen. Wer weiß, ob nicht alles ganz anders gekommen wäre, wenn ich einen anderen Weg zur Arbeit hätte. Wenn ich nicht jeden Tag an dem Harley-Davidson-Shop vorbeifahren würde. Irgendwann bin ich mal stehen geblieben und habe mich umgesehen. Beachtet hat mich niemand, als ich zwischen all den schweren Maschinen herumgelaufen bin.
Kosten für den A2-Motorradführerschein (Beispiel)
| Posten | Kosten (Euro) |
|---|---|
| Sehtest | 6,43 |
| 2 biometrische Passbilder | 16,00 |
| Anmeldegebühr Fahrschule | 52,00 |
| Grundgebühr | 50,00 |
| Übungsfahrten (6 Doppelstunden à 90 Minuten) | 540,00 |
| Praktische Prüfung (Fahrschulgebühr) | 104,79 |
| TÜV/Dekra-Gebühren für praktische Prüfung | 75,21 |
| Gesamtsumme | 844,43 |
Sicherheit und Ausrüstung
Motorradfahrer haben keine Knautschzone - Schutzkleidung ist deshalb unerlässlich. Die wichtigsten Bestandteile sind Integralhelm, Jacke und Hose mit Protektoren, Nierengurt, Handschuhe und Stiefel. Auch eine Sturmhaube, spezielle Socken und Funktionswäsche können nicht schaden.
Die Gemeinschaft der Motorradfahrer
Motorradfahren ist ein Hobby, das man mit anderen teilen kann, egal ob Mann oder Frau. Es ist eine Gemeinschaft. Viele Frauen entdecken erst später ihre Leidenschaft für das Motorradfahren.
Fazit
Es gibt kein Höchstalter für das Motorradfahren, solange man auf seine körperliche und geistige Fitness achtet, die richtige Maschine wählt und die Sicherheitsvorkehrungen beachtet. Höre auf Deinen Körper und Deinen Instinkt, um die richtige Entscheidung zu treffen.
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