Dass Fahrradfahren nicht nur Spaß macht, sondern auch positiv auf die Gesundheit einzahlt, ist längst bekannt.
Gesundheitliche Vorteile des Radfahrens
1. Radfahren ist gut für den Rücken
Häufige Ursache für Rückenleiden kann sowohl Bewegungsmangel als auch eine ständige, falsche Belastung der Rückenmuskulatur sein. Radfahren gehört zu den rückenschonenden Aktivitäten.
Es kräftigt die Rückenmuskulatur und stabilisiert die Wirbelsäule durch Stärkung der kleinen Stützmuskeln um die einzelnen Wirbelkörper herum. So werden Verspannungen gelöst. Wenn der Rücken schmerzt, kann Radfahren helfen. 15 bis 20 Grad Oberkörperneigung reichen, um die Spannkraft im Rücken zu erhalten und den Schwerpunkt über die Pedalposition zu bringen.
Die Tretbewegung kräftigt dann vor allem die untere Rückenmuskulatur und den Bereich der unteren Wirbelsäule.
Je stärker der Rücken geneigt wird, desto mehr Kraft kann auf die Pedale gebracht werden - dafür muss aber die Rückenmuskulatur entsprechend ausgebildet sein.
Die Neigung des Oberkörpers mit aktiver Rückenmuskulatur schützt auch die Bandscheiben vor Überlastung, und die Fahrbahnstöße können durch das Einfedern mit den Beinen abgefangen werden.
2. Radfahren ist gut für Herz und Kreislauf
Regelmäßiges Radfahren kann Herz-Kreislauf-Störungen vorbeugen und verringert das Risiko einer im mittleren Lebensalter häufig auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankung um das 20-fache.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt fünfmal in der Woche 30 Minuten Bewegung, um dem Bewegungsmangel und den daraus resultierenden Zivilisationskrankheiten entgegenzuwirken.
Es geht dabei nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um mäßige, aber regelmäßige Bewegung. Der Effekt: Bei Radfahrerinnen und Radfahrern kann das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen um bis zu 50 Prozent sinken.
Das tut Radfahren für Herz und Kreislauf
Regelmäßiges Radfahren bringt den Blutkreislauf auf Trab. Herz und Kreislauf werden weniger belastet und arbeiten fortan ökonomischer. Auch die Durchblutung des Herzmuskels in den Koronararterien wird positiv beeinflusst.
Vor allem wer länger als 30 Minuten Rad fährt, verbessert seine Herzfunktionen.
Zudem wird Cholesterin abgebaut, das die Blutgefäße verkalken lässt. Die Adern werden wieder flexibler, das Herz-Kreislauf-System insgesamt wird trainiert und erreicht eine höhere Leistungsfähigkeit.
Regelmäßige körperliche Aktivität reduziert die Gefahr eines Herzinfarktes um bis zu 50 Prozent. Die WHO schätzt, dass von 100.000 Bypass-Operationen an Menschen mittleren Alters rund 95.000 nicht nötig wären, wenn sich das Radfahren wieder selbstverständlicher in den Alltag einbringen ließe.
Ihr Wohlbefinden können Sie mit nur 30 Minuten Radfahren am Tag so positiv beeinflussen, dass zum Beispiel das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck sinkt.
Regelmäßige Radtouren tragen außerdem dazu bei, Ihr Herz-Kreislaufsystem zu stärken: Durch die erhöhte Herzfrequenz weiten sich Ihre Gefäße, und das Blut kann schneller fließen.
Wer regelmäßig mit dem Bike unterwegs ist, steigert außerdem die eigene Lebenserwartung - das zeigen die Ergebnisse einer Studie des Forschungsinstituts IRAS an der Universität Utrecht.
3. Radfahren befreit die Atemwege
Auch die Lunge profitiert vom Rhythmus des Radfahrens und wird gleichmäßig mit Sauerstoff gefüllt. Weitere Vorteile: kräftigere Atemmuskulatur, bessere Ventilation der Lunge und Schutz vor Infekten.
Deshalb werden Sportarten mit zyklischen Bewegungsformen wie Schwimmen, Walking und Radfahren besonders empfohlen - auch hier gilt drei- bis fünfmal die Woche für etwa eine halbe Stunde.
Für Betroffene von dauerhaften Atemwegserkrankungen kann moderates Radfahren eine wichtige Therapie-Ergänzung sein.
So empfehlen Mediziner:innen bei chronischer Bronchitis ein mäßiges Ausdauertraining zu Fuß oder per Rad, ohne Steigungen bei geringer bis mäßiger Belastung. Auch für Asthma-Patient:innen wird Radfahren als Ausdauersportart mit gleichmäßiger Belastung empfohlen, um die Gefahr von Asthma-Anfällen, die bei körperlicher Anstrengung auftreten, zu reduzieren.
4. Radfahren ist gut für die Gelenke
Wer viel sitzt, kann beim Radfahren einen Bewegungsausgleich für die großen Hauptgelenke an Knien, Hüften und Schultern schaffen. Schon relativ kurze Belastungszeiten ab zehn Minuten helfen den Gelenken.
Durch seine zyklischen Bewegungsabläufe ist Radfahren besonders gelenkschonend.
Weil das Gewicht des Körpers zu 70 bis 80 Prozent im Sattel lagert, werden die Kniegelenke beim Radfahren wesentlich weniger belastet als etwa beim Joggen.
Durch die kreisförmige, regelmäßige Beinbewegung können die Gelenkknorpel optimal mit Sauerstoff versorgt werden - und werden vor Arthrose geschützt. Durch seine zyklischen Bewegungsabläufe ist Radfahren besonders gelenkschonend.
Drei Tipps um Gelenke beim Radfahren zu entlasten
- Die Handgelenke am Lenker nicht abknicken. Das vermindert eine Dehnung von Muskeln und Nerven an der Außenseite der Hand und damit das unangenehme, nach einiger Zeit auftretende Kribbeln.
- Zur Entlastung der Handgelenke öfter die Griffposition wechseln.
- Nicht mit durchgedrückten Ellenbogengelenken fahren.
5. Radfahren ist gut für die Muskeln
Schon eine Woche Inaktivität kann die Kraft der Muskulatur um die Hälfte herabsetzen. Ab 30 Jahren schrumpfen Muskeln. Radfahren kann das aufhalten. Schon zehn Minuten Radfahren haben einen positiven Effekt auf die Muskulatur.
Wer richtig radelt, kann fast die gesamte Muskulatur des Körpers trainieren: Die fürs Treten zuständige Beinmuskulatur, die den Körper stabilisierende Rumpfmuskulatur an Bauch und Rücken sowie die Schulter-Arm-Muskulatur, die den Körper am Lenker abstützt.
Durch regelmäßiges, moderates Ausdauertraining steigt die Fettverbrennungskapazität der Muskulatur. Neue Blutgefäße wachsen in die Muskulatur ein, die dadurch besser durchblutet und leistungsfähiger wird.
6. Radfahren kurbelt den Fettstoffwechsel an
Wenn Sie ein paar Kilos verlieren möchten, lohnt es sich ebenfalls, unter die Radfahrenden zu gehen. Pro Stunde verbrennen Sie zwischen 400 und 1.000 Kalorien - abhängig von Intensität und Körpergewicht. Schon gewusst? Um ein Kilo abzunehmen, müssen Sie im Schnitt zehn bis elf Stunden Fahrrad fahren.
Wer viel im Sitzen arbeitet, hat oft mehr Fettreserven als notwendig. Mit Radfahren ist es möglich, diese Reserven als Energiequelle anzuzapfen.
Wer sportlich aktiv ist, erhöht das „gute“ HDL-Cholesterin, das als Schutzfaktor vor Herz-Kreislaufkrankheiten gilt. Das gefährliche LDL-Cholesterin - verantwortlich für die Verkalkung der Blutgefäße - wird hingegen abgebaut. Leichtes Radfahren verbraucht rund vier bis fünf Kalorien pro Minute. Wer 45 bis 60 Minuten moderat Rad fährt, kann den Fettstoffwechsel ankurbeln.
7. Radfahren macht glücklich
Das seelische Wohlbefinden wird auch von physischen Funktionen und der Leistungsfähigkeit beeinflusst. Wer oft Ausdauersport treibt, ist psychisch stabiler und weniger anfällig bei Stress. Bewegungsmangel, Übergewicht oder Fettleibigkeit können hingegen mit psychologischen Probleme einhergehen.
Fahrradfahren bietet auch Vorteile, um Stress zu bewältigen und die eigene Psyche zu stärken. Denn regelmäßige Radtouren machen glücklich!
Durch die gleichmäßige, zyklische Bewegung schüttet ihr Körper bereits nach 30 Minuten auf dem Rad ausreichend Endorphine (Glückshormone) aus.
Fachleute schreiben dem Radfahren aufgrund seiner gleichmäßigen, zyklischen Bewegungsform eine hohe entspannende Wirkung zu: Es werden sogenannte Stressoren abgebaut - eine emotionale Harmonie und ein positives Körpergefühl breiten sich aus, manchmal sogar schon nach kurzer Fahrt.
Egal, ob der tägliche Radweg - etwa auf ruhigen Nebenstraßen oder im Grünen - beruhigend gestaltet wird, oder ob er zur körperlichen Herausforderung dient, mit der Stress abgebaut wird und der sportliche Erfolg das Selbstbewusstsein stärkt - regelmäßiges Radfahren ist in beiden Fällen Balsam für die Seele.
Denn: Bei Ausdaueraktivitäten wie Radfahren werden nach 30 bis 40 Minuten die Glückshormone Endorphin und Adrenalin ausgeschüttet.
Umweltvorteile des Radfahrens
- Weniger Emissionen: Wer jeden Tag fünf Kilometer mit dem E-Bike statt mit dem Auto zur Arbeit fährt, spart jährlich rund 2,2 Tonnen CO2-Emissionen ein.
- Das Auto wird unbeliebter: Immer mehr Deutsche lassen ihr Auto stehen. 2015 nutzten laut Fahrrad Monitor noch 70 Prozent ihr Fahrzeug regelmäßig, 2019 waren es nur 61 Prozent.
- Konkret in Zahlen gesprochen: Pro Kilometer sparen Sie 140 Gramm CO2-Emissionen ein, wenn Sie vom Auto aufs Bike umsatteln. Das lohnt sich besonders auf Kurzstrecken. 40 Prozent aller Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer.
Wer sein Fahrrad als Fortbewegungsmittel nutzt, profitiert gleichzeitig von einem effektiven Ausdauertraining.
Weitere Vorteile
- Außerdem sparen Sie mit dem Fahrrad Zeit. Denn vor allem in dicht befahrenen Städten können Sie mit dem Fahrrad Staus trotzen und sind schneller unterwegs als mit dem Auto. Praktischer Nebeneffekt: Die lästige Suche nach einem freien Parkplatz entfällt.
- Sparfüchse aufgepasst: Ein E-Bike ist zwar in der Anschaffung teuer, doch Sie sparen damit jährlich bis zu 20 Prozent Mobilitätskosten. Denn wer ein E-Bike besitzt, lässt im Umkehrschluss öfter das Auto stehen - und spart Benzin, Parkkosten und Co.
- Radfahren schont nicht nur die Gelenke, sondern kommt auch Ihrer Muskulatur zugute.
Sie sind nun vollends von den Vorteilen von Fahrradfahren überzeugt? Unser Tipp für Einsteigende: Achten Sie darauf, Sattel und Lenker richtig einzustellen, um Rückenschmerzen zu vermeiden. Für die richtige Haltung sollten Arm, Oberarm und Rumpf einen 90-Grad-Winkel ergeben. Stecken Sie sich zudem realistische Ziele und lassen Sie es entspannt angehen. Schalten Sie lieber einen Gang runter und legen kleine Pausen ein, wenn nötig. Auch sollten Sie das Fahrrad lieber schieben, wenn die Strecke zu anstrengend wird und Muskeln sowie Gelenke schmerzen.
Achtung: In Deutschland ist es verboten, freihändig Fahrrad zu fahren. Wer erwischt wird, muss fünf Euro Strafe zahlen. Andernorts kann es sogar richtig teuer werden. In New York werden zum Beispiel 50 Dollar fällig.
Vorsicht: Gerade mal 9 Prozent der 300.000 Fahrräder, die jährlich als gestohlen gemeldet werden, finden wieder zu ihrem ursprünglichen Besitzer zurück.
Tabelle: Schadstoffemittierung durch Fahrzeuge (Gramm pro Personenkilometer)
| Schadstoff | PKW (Diesel) | PKW (Benzin) |
|---|---|---|
| Kohlenmonoxid (CO) | 0,15 | 0,61 |
| Stickoxide (NOx) | 0,27 | 0,04 |
| Feinstaub (PM) | 0,01 | 0,00 |
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