Das Antiblockiersystem (ABS) beim Motorrad

Das Kürzel ABS steht für Antiblockiersystem, eine technische Feinheit, die es seit 2004 in jedem neu zugelassenen Fahrzeug geben muss. Eigentlich gibt es das ABS sogar schon seit den 80er Jahren und erspart Autofahrern seither die sog. Stotterbremse - ein Vorgang, bei dem der Fahrer abwechselnd stark bremst (bis die Reifen blockieren) und den Fuß vom Bremspedal nimmt.

ABS-Pflicht für Motorräder

Beim Motorrad ist das ABS noch nicht so lange Pflicht. Erst seit 2017 müssen Motorräder mit einer Typzulassung ab 2016 mit einem Antiblockiersystem ausgestattet sein. Für Motorräder gilt diese Pflicht erst seit 2017 und auch längst nicht für alle, sondern nur für solche mit mehr als 125ccm Hubraum (Typzulassung ab 2016).

Wie funktioniert das ABS?

Erfüllt das Antiblockiersystem seine Funktion korrekt, blockieren Räder und Lenkung nicht. Am Rad befindet sich ein Sensor, der die Anzahl der Umdrehungen misst und registriert, ob und wie stark Sie bremsen. Das Steuergerät verwertet die Signale, die der Sensor schickt. Es ermittelt sozusagen, ob Bremsdruck aufgebaut, gehalten oder gelöst werden muss. Die Hydraulikeinheit besteht wiederum aus drei Teilen: Pumpe, Niedrigdruckspeicher und elektronisches Steuergerät. Durch das Öffnen und Schließen der Ventile wird der Bremsdruck reguliert.

Wie zu Beginn erwähnt, musste der Fahrer früher noch selbst die Stotterbremsung durchführen, die auch einiges an Übung verlangte. Heute genügt es, die Bremse zu betätigen. Inzwischen gibt es verschiedene Arten des ABS.

Vorteile des ABS

Das ABS verhindert, dass die Reifen bei einer Vollbremsung blockieren. Außerdem bleibt das Fahrzeug während des Bremsvorgangs lenkbar. Das ABS sorgt dafür, dass das Auto auch bei starker Bremskraft noch lenkbar bleibt. Selbst auf geraden Straßen ist es von Vorteil, dass Sie gleichzeitig bremsen und ausweichen können, falls nötig. Vor allem in Kurven erhöht das ABS die Sicherheit, z. B. wenn Sie auf einer kurvigen, nassen Fahrbahn plötzlich bremsen müssen.

Bedenken Sie jedoch, dass abrupte Ausweichmanöver in der Regel nicht ratsam sind. Gerade bei Wildwechsel ist die Gefahr groß, in den Gegenverkehr oder den Straßengraben zu steuern.

Nachteile des ABS

Einen Nachteil hat das ABS aber auch: Wie gut und schnell ein Auto zum Stillstand kommt, hängt nicht zuletzt auch vom Untergrund, also dem Material der Fahrbahn, ab.

Was tun bei einem Defekt?

Von den Vorteilen haben Sie als Fahrer jedoch nur etwas, wenn das Antiblockiersystem nicht defekt ist. Jedes Auto sollte inkl. Software regelmäßig durchgecheckt werden. Blinkt eines der Symbole neben dem Tacho, fahren Sie am besten zeitnah in die Werkstatt und warten nicht erst bis zum TÜV-Termin. Dass Ihr ABS defekt ist, erkennen Sie in der Regel an der aufblinkenden Kontrollleuchte.

ABS nachrüsten?

Sie besitzen ein Kleinkraftrad? Theoretisch ist es möglich, Ihr Auto oder Motorrad nachträglich mit einem ABS auszustatten. Allerdings ist dies mit einem hohen Kosten- und Zeitaufwand verbunden. Haben Sie einen alten VW-Käfer, den Sie an den Nachwuchs weitergeben wollen? Es gibt aber Firmen, die sich auf das Nachrüsten von Old- und Youngtimern spezialisiert haben, sodass Sie auch bei älteren Fahrzeugen manche Zusatzfunktion genießen können, die Ihre Verkehrssicherheit erhöht.

Beim Motorrad gestaltet sich der nachträgliche Einbau eines ABS schon schwieriger. Nicht alle Nachrüstsätze halten auch, was sie versprechen.

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