Österreich hat eine neue Gravel-Route, die sich sehen lassen kann: Gravel Austria führt auf rund 3.000 Kilometern und 50.000 Höhenmetern einmal rund um Österreich.
Die einzelnen Abschnitte der Route sind nach Bundesländern gegliedert und so abwechslungsreich wie das Land selbst: Von sanften Hügeln und breiten Wegen im sonnigen Burgenland bis hin zu steilen Pässen und schmalen Trails in Tirol ist so ziemlich alles dabei.
Die komplette Route in der Übersicht und mit GPX-Tracks für die Tourenplanung gibt es in der Gravel-Austria-Komoot-Collection. Wie zu Beginn schon erwähnt sind die einzelnen Abschnitte in die Bundesländer unterteilt und können sehr unterschiedlich ausfallen, was Anspruch und Charakteristika der Tour angeht.
Ich bin einen knapp 300 Kilometer langen Abschnitt der Gesamtroute in Tirol (und ein kleines Stück davon im Salzburger Land) gefahren. Meine Gravel-Tour in Österreich hat mich von Zell am See im Salzburger Land durchs weitläufige Tal der Salzach nach Mittersill geführt, von wo aus ich über den Pass Thurn die Grenze zu Tirol überquert habe.
Weiter ging es durch abwechslungsreiche Berglandschaften (aber relativ flach) über Kitzbühel bis zum Inn, den ich für die restlichen Etappen nach Landeck größtenteils gefolgt bin. Was ich am liebsten an dieser Tour mochte, war wohl, dass sie mir eine neue Perspektive auf die Bergwelt Österreichs ermöglicht hat.
Dieses Mal hab ich sie aber vor allem von den Tälern aus betrachtet! Das bedeutet auch: Sehr entspanntes Fahren eine hervorragende Infrastruktur - und die Berge trotzdem stets im Blick (mitunter sogar ziemlich beeindruckende).
Reiseplanung und Anforderungen
Nachdem die einzelnen Abschnitte relativ unterschiedlich ausfallen können, was Steigungen, Gelände usw. angeht, lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Die komplette Runde ist grundsätzlich für Gravelbikes konzipiert.
Breitere Reifen und eine Übersetzung, die für steilere Anstiege gemacht ist, ist für manche Abschnitte wie die nördliche Tirol-Route sehr hilfreich. Andere Abschnitte (wie auch meiner) machen mit einem etwas schnelleren Setup bestimmt am meisten Spaß.
Grundsätzlich ist es natürlich so, dass sich asphaltierte Abschnitte auch mit einem sehr geländegängigen Rad fahren lassen, während das andersherum nicht unbedingt gilt. Wer einen längeren Abschnitt der Route befahren will, sollte daher lieber so eines wählen.
Unterkünfte und Verpflegung
Österreich ist so gut wie überall im Land auf Touristen eingestellt, in manchen Gegenden ist die Dichte an Unterkünften aber deutlich höher als in anderen. Allzu penibles Vorausplanen oder auch Vorbuchen dürfte auf den wenigsten Abschnitten notwendig sein.
Genauso muss man sich im Allgemeinen wenig Gedanken darum machen, ob die Unterkunft eine Unterstellmöglichkeit für Fahrräder hat. Camping ist natürlich ebenfalls eine Option, entsprechende Plätze gibt es zahlreich.
Es gibt wohl nur wenige Gegenden in Österreich, in denen man nicht in sehr regelmäßigen Abständen auf einen Gasthof, ein Café oder zumindest einen Selbstbedienungs-Hofladen trifft. Die Trinkwasserversorgung ist in Österreich im Allgemeinen sehr einfach.
Etappen der Tour
Etappe 1: Zell am See nach Piesendorf
- Länge: 35 km
- Höhenmeter: 180 hm bergauf
- Unterkunft: Golf & Ski Chalet
- GPX: zur 1.
Einen besseren Startpunkt als Zell am See kann es für meine Graveltour eigentlich gar nicht geben. Meine erste Etappe ist eine gute Aufwärmübung, die sich auch nach einer längeren Anreise noch problemlos fahren lässt.
Größtenteils auf dem Tauernradweg geht es für mich mit wenig Steigung immer der Salzach nach. Beste Radwege, weite Wiesen und die Berge stets im Blick.
Etappe 2: Piesendorf nach Kitzbühel
- Länge: 45 km
- Höhenmeter: 760 hm bergauf
- Unterkunft: Hotel Bichlingerhof
- GPX: zur 2.
Bevor ich an diesem Tag die Grenze nach Tirol überqueren kann, geht es erstmal bergauf - und zwar gar nicht mal so umsteil. Auf der anderen Seite ist es durchaus ziemlich schön, durch die mit weißen Wolkenfetzen überzogene Alm- und Berglandschaft zu radeln, wenn der Regen denn mal aussetzt.
Und wie das oft so ist beim Gravelbiken (und Radfahren überhaupt): Hat man erstmal seinen Rhythmus gefunden, können anstrengende Anstiege durchaus richtig Spaß machen. Nach einigen Kilometern stoße ich wieder auf die Originalroute, über die ich leicht hügelig bis nach Kitzbühel rolle.
Etappe 3: Kitzbühel nach Hopfgarten
- Länge: 46 km
- Höhenmeter: 710 hm bergauf
- Unterkunft: Gasthof Schroll
- GPX: zur 3.
Einer meiner liebsten Abschnitte auf meinem Teil der Gravel Austria-Route folgt an Tag drei direkt zu Beginn der Etappe. Die führt mich nämlich ins Tal der Windauer Ache mit seinen dunklen Wäldern, blühenden Almwiesen, nur wenige Höfen und Häusern - und irgendwo unten der rauschende Fluss.
Etappe 4: Hopfgarten nach Innsbruck
- Länge: 76 km
- Höhenmeter: 360 hm bergauf
- Unterkunft: Hotel Das Innsbruck
- GPX: zur 4.
Einfach immer nur dem Inn-Radweg zu folgen wäre wohl ein bisschen zu einfach. Deswegen hat die Gravel Austria-Route zumindest ein paar kleinere Schlenker abseits des beliebten Radwanderwegs eingebaut. Am Ende dieser Etappe liegt Innsbruck - eine Stadt, die ich wirklich besonders gern mag.
Etappe 5: Innsbruck nach Haiming
- Länge: 50 km
- Höhenmeter: 100 hm bergauf
- Unterkunft: Haiminger Hof
- GPX: zur 5.
Meine Route folgt an diesem Tag komplett dem Inntal-Radweg. Der führt übrigens auf gut 500 Kilometern einmal von der Quelle zur Mündung, oder genauer gesagt: von den Schweizer Alpen durchs Tiroler Oberland, anschließend durchs breite Tiroler Inntal hinein ins Alpenvorland Bayerns und Oberösterreichs, bevor er Passau und damit die Mündung in die Donau erreicht.
Etappe 6: Haiming nach Landeck
- Länge: 35 km
- Höhenmeter: 320 hm bergauf
- Unterkunft: Hotel Bruggner Stub’n
- GPX: zur 6.
An meinem letzten (und relativ) kurzen Gravel-Austria-Tag wird der Innradweg nochmal richtig schön! Von hier ist mein Zielort Landeck nicht mehr weit. Knapp 300 Kilometer auf der Gravel-Austria-Route liegen dort hinter mir!
Der Innradweg als Teil des Gesamterlebnisses
Die Alpen vom Fahrrad aus zu erleben. Das wäre was! Aber die Überquerung von Alpenpässen steht diesem Wunsch etwas im Wege. Wie wäre es dann mit dem Innradweg?
Er macht es einfach das Erlebnis Alpen vom Fahrrad aus zu genießen. Er folgt dem Fluss von der Quelle zur Mündung - 520 km mit Gefälle. Vom rauen mystischen Alpenpanorama der Schweiz und des Tiroler Oberlandes, durch das breite Tiroler Inntal immer mit den grandiosen Bergen links und rechts im Blick, hinein in das flache, manchmal auch hügelige Alpenvorland Bayerns und Oberösterreichs, um durch eine grandiose Aulandschaft dem Ziel, dem faszinierende Passau, entgegen zu radeln.
Dort wo die drei Flüsse Inn, Ilz und Donau zusammenfließen, liegt der krönende Abschluss einer abwechslungsreichen Radreise mit vielen Eindrücken.
Zusätzliche Informationen und Tipps
Hier geht es zur interaktiven Karte, wo Sie Servicestationen und Radverleih Möglichkeiten finden. Die Routenplanung mit Komoot und GarminConnect nervt ein wenig. Ich würde mir wünschen, dass die Radwege bevorzugt werden.
Wenn Du eine Strecke abfährst (egal welchen Ursprungs) stelle doch einmal die Routenneuberechnung auf Auto Pause. Dann wirst Du von nervigen "Verbesserungen" verschont.
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