Insektenschutz-Tipps für ungestörte Radtouren

Die Sonne scheint, Vögel zwitschern, Blütenduft liegt in der Luft: Schöner könnte eine Radtour im Sommer kaum sein. Doch was war das? Ein leises Klacken am Helm verrät einen Zusammenstoß.

Die Gefahr von Insektenstichen beim Radfahren

Bienen oder Wespen im Helm stehen auf der Liste mit den unangenehmsten Zwischenfällen für Radfahrer relativ weit oben. Denn fühlen sich die Tiere bedroht, stechen sie in Panik zu.

„Jeder Zweite wird mindestens einmal im Leben von einer Biene, Wespe oder Hornisse gestochen“, sagt Prof. Dr. Bettina Wedi, die als Allergologin die entsprechende Abteilung an der Medizinischen Hochschule Hannover leitet. „Die Stiche an sich sind nicht gefährlich, sogar die Giftmenge mehrerer Stiche ist unproblematisch.“ Nur wenn eine Allergie bestehe, könne sogar ein einziger Stich zum Tod führen.

Allergische Reaktionen auf Insektenstiche

Bis zu 7,5 Prozent der Europäer sind allergisch gegen Eiweiße im Gift bestimmter Insekten. Insektenstiche zählen laut der Stiftung ECARF zu den häufigsten Auslösern eines „anaphylaktischen Schocks“.

Warum eine Allergie überhaupt entsteht, ist unklar: „Jeder kann jederzeit eine entwickeln“, sagt die Allergologin. Weil es öfter zu Wespen- als zu Bienenstichen kommt, sind allergische Reaktionen auf Wespengift aber häufiger. Verursacht das Gift nur Hautreaktionen wie Ausschlag, besteht eine Allergie ersten Grades. Ab Grad zwei kommen leichte Luftnot und Kreislaufbeschwerden hinzu. Grad drei geht mit heftigen Atemproblemen einher und nicht selten mit einem Asthmaanfall bis hin zur Bewusstlosigkeit. Von einer Allergie vierten Grades sprechen Ärzte, wenn das Insektengift einen tödlichen Atem- und Herzstillstand verursacht hat.

„Wer zum ersten Mal auf einer Radausfahrt allergische Symptome auf einen Stich hin entwickelt, sollte nicht weiterfahren, sondern lieber Hilfe holen“, rät Wedi. Körperliche Anstrengung kann die Symptome nämlich noch verstärken. „Bilden sich Quaddeln auf der Haut und kommt es zu Atemproblemen, ist der Notarzt zu rufen“, sagt die Ärztin.

Notfallset für Allergiker

Radfahrer, die wissen, dass sie auf Insektenstiche allergisch reagieren, sollten stets ein Notfall-Set dabeihaben, das ein Arzt verschrieben hat. Es passt in die Trikottasche und enthält neben einem Antihistaminikum und Kortison - am besten trinkbar, weil das schneller wirkt - einen Autoinjektor mit Adrenalin.

Die Allergologin Wedi rät: „Wer mehr als nur Hautsymptome entwickelt, sollte sich nicht scheuen, das Adrenalin in den Oberschenkelmuskel zu injizieren - damit kann man nichts falsch machen.“

Erste Hilfe bei Insektenstichen

Besteht keine Allergie, kann es trotzdem gefährlich werden: wenn das Insekt in den Mund gerät, in Zunge oder Rachen sticht und diese dann anschwellen und die Atemwege verlegen. Wichtig zu wissen: Nach einem Bienenstich kann es sein, dass der Stachel samt Giftblase in der Haut stecken bleibt. Diesen vorsichtig mit den Fingern wegschnipsen - und nicht mit zwei Fingern anfassen: Denn durch den Fingerdruck kann sich die Giftblase entleeren, was die Symptome verschlimmert. Gegen die Schmerzen hilft Kühlen - am besten sofort, spätestens zu Hause.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist fällig, wenn die Schwellung um den Einstich mehr als zehn Zentimeter Durchmesser erreicht oder Fieber und andere Allgemeinsymptome hinzukommen. „Zum Arzt gehen sollte auch jeder, der allergische Symptome entwickelt hat“, erklärt Dr. Bettina Wedi. Die beste Therapie sei dann eine Hyposensibilisierung, „die zwar aufwendig ist, mit der aber nahezu bei allen Betroffenen ein wirksamer Schutz vor einer Anaphylaxie erreicht werden kann“.

Juckreiz lindern

Die meisten quält allerdings nur Juckreiz. „Ein Insektenstich bewirkt, dass in der Haut Histamin freigesetzt wird, was das Jucken verursacht“, sagt Dr. Daniela Greiner-Krüger. Kratzen macht es nur noch schlimmer, mahnt die Ärztin: „Dann wandern Mastzellen ins Gewebe ein, was den Juckreiz verstärkt.“

Greiner-Krüger rät, am Abend nach einem juckenden Stich auf die Ernährung zu achten: „Isst man Lebensmittel, die Histamin enthalten, verschlimmert das den Juckreiz.“ Auf Tomaten, Erdbeeren, Thunfisch, Lachs, Shrimps, Salami, Käse oder Wein sollten Gestochene daher erst mal verzichten.

Hilfreich sei, das Gehirn durch einen anderen Reiz vom Jucken abzulenken: etwa durch die Kälte eines Coolpacks oder Salben mit Menthol, die den Kühleffekt nachahmen. „Interessant sind Cremes mit Capsaicin aus Chili“, sagt Greiner-Krüger. „Nach dem Auftragen brennt und beißt es, aber das ist ein anderer, angenehmerer Reiz als der Juckreiz.“

Tipps zur Vorbeugung von Insektenstichen beim Radfahren

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Radfahrer versuchen, Stichen vorzubeugen: indem sie einen Helm mit Netz oder darunter eine leichte Kopfbedeckung tragen und Radflaschen mit süßen Getränken nicht offen herumstehen lassen.

„Pausen sollten sie nicht neben Abfalleimern, Fallobst und Nestern machen“, rät Allergologin Bettina Wedi. Genauso wenig wie auf einer Kleewiese, denn „da sind fast immer Bienen“.

Wespen lieben nicht nur Haarspray und manch parfümiertes Deo, sondern ebenso Schweißgeruch. Dass bunte Kleidung die Tiere anlockt, ist wissenschaftlich aber nicht eindeutig belegt.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) empfiehlt, Wespen niemals mit hektischen Bewegungen wegzuschlagen oder anzupusten - sonst fühlen sie sich bedroht und wehren sich durch einen Stich. Verfängt sich eine im Helm, ist deshalb das Wichtigste, Ruhe zu bewahren.

Wer langsam anhält, vorsichtig mit ruhigen Bewegungen den Kopfschutz abnimmt und sich dabei nicht mit der Hand ins Haar greift, hat wahrscheinlich Glück: Die Wespe ist befreit, fliegt davon und wird die frühsommerliche Radtour nicht weiter stören.

  • Ein engmaschiges Gitternetz in den vorderen Belüftungsöffnungen am Helm kann das Eindringen von Insekten und Stiche am Kopf verhindern.
  • Helme mit dünn vergitterten Belüftungsöffnungen reduzieren die Gefahr, dass sich Insekten im Haar verfangen.
  • Trikots mit hohem und geschlossenem Kragen blockieren die Einflugschneise zu Hals und Oberkörper.
  • Brillen mit großformatigen und flächigen Gläsern schützen Augen und Stirn.
  • Wenn’s doch passiert ist: Juckreizlindernde Substanzen gibt es in der Apotheke z. B. als Balsam in Stiftform für die Trikottasche.
  • Allergiker sollten stets ein vom Arzt verschriebenes Notfall-Set mit Adrenalin-Injektion mitführen.

Zusätzliche Tipps für ungestörte Radtouren

Ein Fahrradausflug in die Natur ist ein verlockender Gedanke. Auch das Training auf dem Rennrad oder Mountainbike macht richtig Spaß. Die Besitzer von E-Bikes sind meist gar nicht mehr vom Sattel zu bekommen. Leider sind bei gutem Wetter aber auch allerlei Plagegeister wie Stechmücken, Bremsen und Fliegen unterwegs und plagen uns, teilweise sogar während der Fahrt.

Damit der Trip in die Natur nicht von juckenden und brennenden Pusteln begleitet wird, sollte man sich schützen. Ob Stechmücken, Bremsen oder Fliegen - sie gehören zur warmen Jahreszeit wie die Blumen und der Sonnenschein. Doch gerade auf dem Rad werden die kleinen Plagegeister oft zur lästigen Begleiterscheinung und können einen das noch so schöne Wetter ordentlich verderben. Auch Bewegung und Geschwindigkeit bieten keinen Schutz.

Insektenschutzmittel

Deshalb sollte man rechtzeitig vor dem Aufbruch vor allem unbedeckte Körperpartien mit Ballistol Stichfrei einsprühen. Das Mittel hält Mücken, Zecken und Bremsen bis zu acht Stunden zuverlässig fern. Aufgrund der Kombination von natürlichen Repellentien (Abwehrstoffen) in Form von ätherischen Ölen mit einem synthetischen Abwehrstoff ist Stichfrei besonders wirksam. Es duftet angenehm frisch nach Limone und schützt die Haut zudem vor Austrocknung.

Noch ein kleiner Tipp: Wenn es doch einmal „pieks“ gemacht hat, hilft Neo Ballistol. Fährt der Nachwuchs auf dem Kindersitz oder im kindgerechten Fahrradanhänger mit, so darf Stichfrei Kids nicht vergessen werden. Dieses Mittel wurde speziell für die Jüngsten unter uns entwickelt und ist für Babys ab zwei Monaten empfohlen.

Schutz vor Zecken

Ballistol Stichfrei bietet nicht nur wirksamen Schutz gegen Mücken und Co., sondern wehrt auch Zecken effektiv ab. Gerade querfeldein ist nicht nur Vorsicht vor Schnaken und Bremsen geboten - auch vor Zecken sollte man sich in Acht nehmen. Die kleinen Blutsauger lauern ihren Opfern in Gräsern und Büschen auf und lassen sich im passenden Moment einfach abstreifen.

Um das zu verhindern, sollten Sie generell lange, gut schützende Kleidung aus hartem, undurchlässigem Stoff tragen. Entscheiden Sie sich zusätzlich für helle anstatt für dunkle Kleidung, so können Sie die Zecke zudem frühzeitig sehen, während sich diese den Weg bahnt. Auch gegen Stechmücken sind lange Hosen und lange Oberteile ganz klar von Vorteil. Diese erschweren das Zustechen und sorgen dafür, dass sich die Insekten mehr Zeit nehmen müssen, um zuzustechen.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen

Wenn Sie nicht nur auf dem Rad unterwegs sind, sondern zwischendurch auch eine Rast unter freiem Himmel einlegen oder sogar draußen übernachten, sollten Sie sich hier besonders gut schützen. Zudem kann es ratsam sein, dass Sie nicht auf künstliche Lichtquellen, sondern auf Feuer zurückgreifen, wenn Sie abends das Lager erhellen wollen. Viele Arten der Stechmücke sind nachts und in der Dämmerung besonders aktiv.

Schutz vor der Sonne

Gerade im Sommer auf dem Rad werden Arme und Gesicht besonders bestrahlt. Beachtet bitte immer, dass eure Produkte einen hohen Lichtschutzfaktor haben und einen hohen UVA Anteil aufweisen. Sollte eure Radtour an den See oder ans Meer gehen wählt unbedingt ein Produkt, das als wasserfest gekennzeichnet ist. Cremt euch in Ruhe Zuhause ein und vergesst nicht Gesicht, Hände, Ohren und das Dekolleté.

Vergesst nicht, eure Augen zu schützen! Starke Sonnenstrahlen können eure Netzhaut und Hornhaut schädigen und bis zu Sehverlusten führen. Kauft euch eine Brille, die eine braune oder graue Tönung aufweist und einen Seitenschutz besitzt. Bei der Sonnenbrille gilt: je größer desto besser.

Radtouren mit Kindern: Zusätzliche Schutzmaßnahmen

Auch bei Radtouren mit Kindern sollte man einige Dinge beachten, um sie vor Insekten und Hitze zu schützen.

Hitzeschutz

Denn vor allem Babys und Kleinkinder können ihre Körpertemperatur nicht regulieren und sind anfälliger für Überhitzung und Hitzestau.

  • Tipp 9: Schütze Dich und Dein Kind vor Insekten. Für Kinder gibt es spezielle Insektenschutzmittel auf natürlicher Basis für besonders sensible Haut. Bitte immer die Altersfreigabe des Produktes berücksichtigen. Zusätzlich schützt der Insektenschutz im Fahrradanhänger Dein Kind vor Insekten, Schmutz und Steinen.

Weitere Gefahren: Zecken und Tigermücken

Zecken, die Radfahrer bei Pausen stechen könnten, übertragen in Risikogebieten Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Outdoor-Sportler aus Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, dem südöstlichen Thüringen und Sachsen sollten sich deshalb gegen FSME impfen lassen. Gegen Borreliose gibt es keinen Impfschutz. Wer beim Boxenstopp hohes Gras oder Gebüsch durchquert, sollte sich nach der Ausfahrt nach Zecken absuchen.

Immer häufiger findet man in Deutschland die Asiatische Tigermücke, die schwere Krankheiten übertragen kann. Im Spätsommer 2019 hat der Blutsauger in Deutschland erstmals das West-Nil-Fieber übertragen. Verbreitet sich die Art weiter, könnte sie laut Umweltbundesamt in Zukunft zudem Chikungunya-, Dengue- und Gelbfieber verursachen.

Checkliste für die Fahrradtour

Was gehört in jeden Fahrradtour - Rucksack?

  • Sonnencreme für Körper und der Schutz der Lippen
  • ilon Protect-Salbe
  • Ausreichend Wasser
  • Mineralstoffe und Vitamine
  • Papier zur Sicherheit
  • Windfeste Regenjacke und Wechselkleidung

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