Motorrad-Headsets sind zu einer unverzichtbaren Ausrüstung für ein angenehmes und sicheres Fahrerlebnis geworden. Ob erfahrener Motorradfahrer oder Anfänger - es ist wichtig, das richtige Modell für Ihre Bedürfnisse zu wählen. Motorrad-Headsets machen das Fahrerlebnis nicht nur komfortabler, sondern auch kommunikativer.
Je nach Modell ermöglichen sie Gespräche mit dem Sozius oder mit mehreren Bikern in der Gruppe - praktisch für den Austausch zu Route und Pausen oder zum Warnen vor Gefahren - das alles, ohne anzuhalten. Doch die kleinen Geräte können noch mehr: Musik hören, Anrufe entgegennehmen oder Navigationsansagen folgen - alles direkt im Helm und während der Fahrt. Die Bedienung erfolgt meist per Knopfdruck oder Sprachbefehl, die Verbindung läuft über Bluetooth.
Was ist ein Motorrad-Headset?
Ein Motorrad-Headset ist, einfach ausgedrückt, ein drahtloses Kommunikationsgerät, das Motorradfahrern die Kommunikation untereinander sowie mit Mobiltelefon, GPS oder Bordaudiosystem ermöglicht. Die Headsets verbinden sich in der Regel über Bluetooth und bieten so eine stabile und zuverlässige Verbindung. Mit einem Sena-Gerät kann man auf dem Motorrad telefonieren, Musik und Navigationsanweisungen lauschen oder mit Mitfahrenden sowie mit mehreren anderen Motorradfahrer:innen zugleich kommunizieren.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Die Wahl des besten Motorrad-Headsets hängt hauptsächlich von Ihren spezifischen Anforderungen an Reichweite, Akkulaufzeit und Funktionen ab. Es ist wichtig, die Akkulaufzeit zu überprüfen, um sicherzustellen, dass diese für die geplanten Fahrten ausreicht. Auch die Signalqualität muss berücksichtigt werden, da sie direkten Einfluss auf die Kommunikationsklarheit hat.
Es ist unerlässlich, die Kompatibilität Ihres Motorrad-Headsets mit Ihrem Helm sowie mit anderen Geräten (Smartphone, GPS usw.) zu überprüfen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ein wichtiger Faktor. Es ist nicht unbedingt notwendig, in das teuerste Motorrad-Headset zu investieren, um ein Qualitätsprodukt zu erhalten.
Weitere wichtige Punkte beim Kauf:
- Audioqualität
- Kompatibilität
- Preis-Leistungs-Verhältnis
Installation und Positionierung
Positionierung: Platzieren Sie das Headset an einer zugänglichen und bequemen Stelle am Helm. Lautsprecher: Die Lautsprecher sollten in der Nähe Ihrer Ohren installiert werden, ohne dabei den Komfort zu beeinträchtigen. Verkabelung: Verstauen Sie die Kabel sorgfältig, damit sie nicht beim Fahren stören und sich nicht mit der Zeit beschädigen.
Beliebte Modelle im Test
Wir haben zahlreiche Headset-Modelle getestet, die Sie auf dieser Seite entdecken können. Wir haben drei Intercom-Geräte von Sena getestet. Wer auf dem Motorrad kommunizieren oder einfach nur Musik hören möchte, hat im Sortiment von Sena die Qual der Wahl.
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Hier sind unsere Erlebnisse und Ergebnisse!
Sena SMH10
Das Sena SMH10 ist eines der beliebtesten Headsets aufgrund seiner zahlreichen Funktionen und des interessanten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Mit einer Reichweite von bis zu 900 Metern und einer Akkulaufzeit von bis zu 12 Stunden ist dieses Gerät ideal für Motorradfahrer, die sich während längerer Fahrten mit ihren Mitfahrern oder anderen Motorradfahrern unterhalten möchten.
Cardo Scala Rider PACKTALK
Das Cardo Scala Rider PACKTALK ist ein weiteres beliebtes Modell, insbesondere dank seines innovativen Dynamic Mesh Communication (DMC) Systems. Diese Technologie ermöglicht ein dynamisches Netzwerk zwischen Motorradfahrern und erleichtert so den Sprachaustausch. Die Reichweite des PACKTALK ist mit bis zu 5 Kilometern ebenfalls sehr beeindruckend!
Lexin LX-B4FM
Für kleinere Budgets bietet das Lexin LX-B4FM interessante Leistungen zu einem erschwinglichen Preis. Mit einer Reichweite von 1,6 Kilometern und einer Akkulaufzeit von 8 Stunden ist dieses Bluetooth-kompatible Headset nicht nur für die Kommunikation zwischen Motorradfahrern geeignet, sondern auch für Telefonanrufe und Musikwiedergabe.
Sena 60S im Test: Der Beinahe-Zuvielkönner
Das Sena 60S ist das Flaggschiff der Intercom-Profis aus den USA. Schon beim Auspacken erfreut (und verwirrt) es mit der Vielfalt an Möglichkeiten, die serienmäßig inkludiert sind. Das Gerät wird mit zwei verschiedenen Basen ausgeliefert: Die große mit dem integrierten Schwanenhalsmikrofon passt am besten an offene Jet- oder Klapphelme, während die kleinere sich diskret an Integralhelme schmiegt, die das per Klettverschluss haftende Mikrofon im Kinnteil verstecken. Um sich optimal dem jeweiligen Helmdesign anzupassen, stecken zudem auswechselbare Cover in vier verschiedenen Farben im Paket.
Der Akku der Geräte wird in weniger als zwei Stunden per USB-C an jedem handelsüblichen Handycharger aufgeladen. Für den Einbau des 60S sollte man sich Zeit nehmen. Es kann 20 min oder länger dauern, die beiden Harman Kardon-Lautsprecher samt Kabel hinter den Wangenpolstern zu verstauen. Der richtige Einbau aber zahlt sich aus.
Allerdings mangelt es an schriftlicher Dokumentation. Wer nicht nur ausprobieren, sondern gezielt vorgehen möchte, muss sich durch verschiedene Videotutorials klicken oder mittels ellenlanger, auf Englisch verfasster PDFs herausbekommen, was es mit Mesh 3.0 und Wave auf sich hat. Dank Mesh funktioniert jedes der drei hier getesteten Sena-Geräte wie eine bewegliche WLAN-Funkzelle, die bei entsprechender Konfiguration für alle kompatiblen Geräte in Funkreichweite nutzbar ist und die durch Überschneidung mit anderen Meshzellen ihre Reichweite beträchtlich erweitern kann.
Laut Sena kann man per Mesh 3.0 bis zu acht Kilometer Entfernung überbrücken. Bei unseren Tests in der Eifel und im Taunus mangelte es aber regelmäßig an der entsprechenden Dichte an Meshzellen und die Sprachqualität nahm schon nach rund 500 m Distanz so stark ab, dass die Kommunikation zwischen zwei Biker:innen schwierig wurde.
Wenn Mesh nicht genügt, kommt Wave ins Spiel: Dieser Standard sorgt dafür, dass Geräte, die ihre Meshverbindung verloren haben, via Smartphone und mobilem Internet wieder zueinander finden. Damit ist es möglich, während der Ausfahrt im Ahrtal mit Biker:innen in Borneo zu klönen. Die Liste der Zusatzfunktionen ist damit noch nicht erschöpft: So dient die Sena-App auch zum Radioempfang, und eine integrierte LED bringt Licht ins Dunkel, wenn in der finsteren Tiefgarage einmal ein Handschuh auf den Boden fällt.
Sena 50S im Test: Der Beinahe-Alleskönner
Das 50S wurde vom 60S vom Thron geschubst, gehört damit aber keineswegs zum alten Eisen. Statt Mesh 3.0 ist hier die Version 2.0 installiert. Da 3.0 rückwärtskompatibel ist, bleibt ein Sena 50S jedoch ein zukunftssicherer Kauf. Man kann damit nicht nur mit anderen Sena-Geräten kommunizieren, sondern auch mit Motorrad-Intercomzentralen anderer Hersteller, die ebenfalls den offenen Standard Mesh unterstützen. Updates erfolgen auch hier kabellos via Handyapp.
Es wird ebenfalls mit zwei verschiedenen Mikrofonen ausgeliefert. Wir haben das Schwanenhalsmikro an einen Klapphelm geschraubt, das sich dort sowohl bei geöffnetem sowie geschlossenem Helm nutzen lässt. Ebenfalls mit Harman Kardon-Lautsprechern geliefert, ist auch die Klangqualität absolut vergleichbar. Das Gerät wurde uns von Triumph zur Verfügung gestellt und ist sogar mit dem Sieben-Zoll-Bildschirm im Cockpit der Modelle der britischen Marke kompatibel, die mit dem hauseigenen Konnektivitätssystem ausgestattet sind.
Sena Spider ST1 im Test: Der Alltagsheld
Noch einmal deutlich billiger zu haben ist das Sena Spider ST1. Am Format der kleinen Infozentrale für den Helm ändert dies zunächst wenig. Die Basis des Hauptmoduls wird entweder an den Helm geklemmt oder geklebt. Zwei Mikrofone unterschiedlicher Größe passen sich an den jeweiligen Kopfschutz an. Ganz in schwarz gehalten, fühlt sich das Sena Spider ST1 nicht so hochwertig an wie die höherpreisigen Modelle aus dem Sena-Katalog.
Selbst Wave meistert das Einstiegsgerät. Der Sound, den die einfacheren HD-Lautsprecher im Helm verbreiten, steht den teureren Speakern von 50S und 60S kaum nach. Das Mikrofon und die Geräuschreduzierung per KI allerdings erscheinen weniger ausgeklügelt. Bei unseren Testfahrten wurden vom Spider ST1 zuweilen Windgeräusche aufgefangen und ungefiltert an die Lautsprecher im Helm des Co-Testers übertragen.
Weitere getestete Modelle im Überblick (2024)
AUTO BILD hat fünf aktuelle Modelle aus verschiedenen Preisklassen getestet. Im Alltagstest funktionierten alle Modelle zuverlässig, Navigation, Musik und Anrufe liefen reibungslos. Die vom Hersteller angegebenen Distanzen von 1,2 bis 2 Kilometern für Intercom-Verbindungen erwiesen sich als überambitioniert. In der Praxis lag die stabile Reichweite meist nur bei 200 bis 600 Metern - abhängig vom Gelände, Helmtyp und anderen Störfaktoren. Besonders bei Carbonhelmen sinkt die Reichweite.
Die Akkulaufzeiten sind gut. Je nach Modell halten die Headsets zwischen 10 und 20 Stunden durch - genug für einen ausgedehnten Tag auf zwei Rädern.
- Testsieger: Sena 50R
- Preis-Leistungs-Sieger: Albrecht BPA 600
Sena 50R
Bereits beim Design macht das 50R deutlich, dass es zu den Topmodellen zählt. Ein Knopfdruck auf den mittleren Taster "Hey Sena" - und schon ist das Gerät per Sprachsteuerung bedienbar. Beeindruckend: Die Harmann-Kardon-Lautsprecher begeistern auch bei hoher Lautstärke mit einem ausgewogenen Verhältnis von Höhen und Tiefen. Besonders wirkungsvoll reduziert die Advanced Noise Control sämtliche Hintergrundgeräusche während der Intercom-Kommunikation.
Albrecht BPA 600
Das BPA 600 des deutschen Herstellers Albrecht sieht schick aus, bietet alle wesentlichen Funktionen - und es ist günstig. Das Gerät verfügt über ein integriertes, zentral zu steuerndes FM-Radio, es unterstützt Smartphones mit Sprachsteuerung (Siri/Ok Google) und baut bis zu zwei parallele Verbindungen gleichzeitig auf, etwa Navi und Telefon. Die Geräuschunterdrückung am Mikrofon ist sehr effizient, und bei Ausführung und Umfang der Bedienungsanleitung kann das Albrecht punkten.
Alternativen zu Sena-Geräten
Neben Sena tummeln sich viele Firmen auf dem Markt für Kommunikationssysteme für Motorradfahrer:innen. Der bekannteste Konkurrent von Sena heißt Cardo.
Motorrad-Headset Vergleich
Hier ein Vergleich verschiedener Modelle:
| Modell | Gesprächsteilnehmer | Reichweite | Akkulaufzeit | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Cardo FRC2X003 | max. 2 Teilnehmer | 800 Meter | 13 Stunden | JBL Soundsystem, einfache Sprachsteuerung |
| Sena 30K | max. 16 Teilnehmer | 1.600 Meter | 10 Stunden | Konferenz mit bis zu 16 Teilnehmern |
| Cardo Spirit HD | max. 2 Teilnehmer | 600 Meter | 13 Stunden | besonders gute Verarbeitung, mit Radiofunktion |
| Lexin B4FM Headset | max. 4 Teilnehmer | 1.600 Meter | 15 Stunden | besonders einfache Bedienung |
| Sena 20S EVO | max. 8 Teilnehmer | 2.000 Meter | 12 Stunden | Konferenz mit bis zu 8 Teilnehmern |
| Cardo Spirit Single | max. 2 Teilnehmer | 400 Meter | 10 Stunden | sehr einfache Bedienung |
| Sena 10S | max. 4 Teilnehmer | 1.600 Meter | 12 Stunden | HD-Audiowiedergabe, einfache Bedienung |
| Lexin G2 2X | max. 6 Teilnehmer | 1.000 Meter | 18 Stunden | lange Akkulaufzeit |
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