Immer wieder bricht unter Sportfans eine hitzige Diskussion aus: Was gilt eigentlich als Sport? Lange Zeit stand dabei die körperliche Belastung im Vordergrund. Sport bedeutete, die Muskeln anzustrengen, zu schwitzen und durch eine physische Überlegenheit zu gewinnen.
Mit modernen Formen wie motorisiertem Sport, Denksport und eSports wurde jedoch bald die Frage aufgeworfen, ob es nur Sport ist, wenn es körperlich anstrengend ist.
Viele alltägliche Gefahren sind den Fahrern gar nicht bewusst, allerdings sprechen die Zahlen für sich: Motorradfahrer sind um ein Vielfaches häufiger in schwere Unfälle verwickelt als andere Verkehrsteilnehmer.
Die Risiken können nie ganz ausgeschaltet werden.
Motorradfahren wird als Freizeitbeschäftigung, als Sport oder zur Fortbewegung im Alltag betrieben. Dabei sind sehr unterschiedliche Fahrstile zu beobachten.
Motorradfahren ist eine hochkomplexe Fortbewegungsart mit körperlichen und mentalen Anforderungen, die denen anspruchsvoller Sportarten wie Wettkampf-Tennis oder Skispringen entsprechen.
Dies wies das Institut für Leistungsmedizin der Uni Freiburg schon vor Jahren nach.
Körperliche und mentale Anforderungen
Die meisten Sportarten bringen Athleten ins Schwitzen. Wenn zwei professionelle Mannschaften im Fußball aufeinandertreffen, laufen die Spieler zwischen zehn und elf Kilometer pro Spiel. Ein Basketballer muss dribbeln, springen, schnelle Ausweichmanöver durchführen und ist dabei die gesamte Spielzeit in Bewegung.
Zusätzlich zur körperlichen Belastung müssen sie eine gute Technik besitzen und strategisch vorgehen, um ihre Mitstreiter zu besiegen.
Vom Menschen im Sattel wird viel Können, Kompetenz und Kondition gefordert.
Beim Motorradfahren sind physische Anstrengungen sehr wohl Teil eines Wettkampfs. Dies beginnt bereits beim Reifenwechsel während des Boxenstopps, bei dem die Mechaniker mit einem enormen Tempo arbeiten müssen.
Aber auch die Fahrer selbst müssen Fitness und Ausdauer beweisen.
Allerdings halte ich es im "normalen" Straßenverkehr für keinen Sport.
Allerdings spielt auch die falsche Bewertung der eigenen körperlichen Verfassung eine große Rolle, schließlich sind Kondition und Konzentration eng verknüpft«, weiß Eberspächer, selbst aktiver Motorrad-Fan und als Sport-Psychologe mentaler Betreuer vieler Hochleistungssportler aus ganz verschiedenen Sportarten.
Die Rolle von Strategie und Technik
Obwohl die körperliche Kraft und Fitness natürlich nicht außer Acht zu lassen sind, wäre es falsch zu behaupten, dass es im sportlichen Wettkampf nur auf die Körperlichkeit ankommt. Während die Konstitution als wichtige Basis dient, sind auch Strategie und Technik wichtige Aspekte beim Sport.
Eine gute Taktik wird oftmals im Team entwickelt, wodurch das Zusammenspiel mehrere Menschen gekonnt einstudiert werden muss. Gleichzeitig können Athleten im Einzelwettkampf eigene Strategien entwickeln.
Wie reagieren sie auf Manöver ihrer Konkurrenten? Wie nutzen sie psychologische Komponenten, um sich einen Vorteil zu verschaffen?
Sicherheit und Risiken beim Motorradfahren
Motorradfahren steht für Freiheit, Sport und Leidenschaft - doch das Risiko fährt dabei immer mit.
Schließlich haben weder Fahrer noch Maschine Knautschzonen, nur wenige bisher das segensreiche ABS oder gar einen Airbag.
Erstaunlich dürfte für viele dieser Fakt sein: Knapp 70 Prozent aller Zweirad-Unfälle passieren innerorts, nur rund 30 Prozent außerorts.
Trotzdem kommen 68 Prozent der getöteten Motorradfahrer außerhalb geschlossener Ortschaften auf Landstraßen ums Leben. 2005 waren dies allein 700 von 1040 Opfern!
Denn die meisten Crashs mit Verletzungen oder Todesfolge, in denen der Biker als Hauptverursacher eingestuft wurde, waren Alleinunfälle ohne Fremdbeteiligung (53 Prozent).
Zugespitzt ausgedrückt: Der klassische Unfallfahrer ist ein Mann mittleren Alters, der sich bei gutem Wetter auf der Landstraße mit zu hohem Tempo selber von der Bahn schießt.
Für Professor Dr. Hans Eberspächer, Diplom-Psychologe am Sportinstitut der Uni Heidelberg, der sich seit über 20 Jahren praktisch und wissenschaftlich mit Motorradfahrern und -trainings beschäftigt, lässt dies nur einen Schluss zu: »Die realistische Selbsteinschätzung der verunfallten Fahrer stimmt in den meisten Fällen nicht.
Gleiches gelte für das vermeintliche und deshalb trügerische Gefühl der Sicherheit durch längere Fahrpraxis oder einen Saisonverlauf ohne gefährliche Situationen.
Die größten Gefahren und wie man sich schützt
- Mangelnde Sichtbarkeit: Tragen Sie Warnwesten oder farbige Bekleidung. Meiden Sie schwarze Kleidung, vor allem nachts und in der Dämmerung.
- Unzureichende Schutzkleidung: Gute Kleidung und passendes Equipment sind ein Muss für sicheres Fahren.
- Das falsche Motorrad: Wählen Sie deshalb ein Modell, das zu Ihrer Statur und Ihrer Erfahrung passt.
- Gefährliche Verkehrssituationen: Kreuzungen und Einmündungen gehören zu den gefährlichsten Verkehrssituationen, denn dort treffen Sie mit Ihrem Zweirad auf andere Fahrzeuge wie Pkw und Lkw.
- Das Wetter: Plötzliche Wetterumschwünge können ebenfalls zu problematischen Verkehrssituationen führen.
- Die größte Gefahr: Überschätzung: Motorradfahren ist Sport - und das sollte Ihnen jederzeit bewusst sein.
Fahrsicherheitstraining und Fahrtechnik
Mit der richtigen Einstellung und stetigem Training können Risiken beim Motorradfahren wesentlich minimiert werden.
Blickführung, Lenk- und Kurventechniken sowie Schräglagen müssen gelernt und beherrscht werden, um sicher zu fahren - Training ist deswegen wichtig.
Verbessern Sie Ihre Fähigkeiten auf dem Motorrad vor allem durch ständige bewusste Wahrnehmung und die Anwendung des Gelernten. Dies gilt besonders, wenn Sie nur gelegentlich Motorrad fahren.
Als Basisausbildung hilft ein fundiertes Sicherheitstraining. So erfahren Sie, wo Ihre Schwächen und Grenzen liegen.
Trainieren Sie die spezielle Blickführung für Kurvenfahrt:
- Einlenkpunkt
- Scheitelpunkt
- Kurvenausgang
- weiterer Straßenverlauf
Die ADAC Fahrsicherheitszentren in Hessen und Thüringen bieten Ihnen unterschiedliche Motorrad-Trainings an.
Lernen Sie, wie Sie das Motorrad bei hohen Geschwindigkeiten unter Kontrolle halten, wie Sie Grundfahrtechniken verbessern oder wie Sie sich bei gefährlichen Situationen verhalten sollen.
Motorradfahren im Wandel der Zeit
Der Motorradbranche geht es so gut wie seit Jahren nicht mehr. Lange kannten die Absatzzahlen nur den Weg nach unten, doch nach der Finanz- und Wirtschaftskrise legte der Markt wieder zu.
Die Zahl der Neuzulassungen steigt. 107.000 neue Maschinen kamen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres dazu, 2008 waren es im gleichen Zeitraum nur 91.000.
Während das Motorrad früher für viele die günstige Alternative zum Auto war, ist es für die meisten Fahrer heute ein zusätzliches - und nicht ganz günstiges - Hobby.
Wer sich ein Motorrad kauft, hat meist längst schon das eigene Auto in der Garage.
„Der typische Motorradfahrer zählt in der Tat eher zu den überdurchschnittlich verdienenden Bundesbürgern und ist bereit, in sein Fahrzeug entsprechend zu investieren“, erklärt der Geschäftsführer des Industrie-Verbands Motorrad Reiner Brendicke.
Entsprechend sind auch die Zahlen: Im vergangenen Halbjahr wurden deutlich mehr teure Krafträder neu zugelassen als günstige Roller, die besonders bei Einsteigern beliebt sind.
Dass der Absatz der Maschinen stark von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängt, zeigt auch der Blick in die Krisenländer Europas: In Spanien, Griechenland und Italien brach der Markt zeitgleich mit der Wirtschaft ein.
Checkliste für Motorradfahrer
Viele Biker setzen sich nach der monatelangen Winterpause zum ersten Mal wieder auf ihre Maschine. Zuvor sollten sie diese unbedingt auf Herz und Nieren prüfen. Das sind die wichtigsten Punkte:
- Reinigung: Das Motorrad gründlich reinigen.
- Batterie: Ladung überprüfen und altersschwache Exemplare tauschen.
- Flüssigkeiten: Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel überprüfen und bei Bedarf nachfüllen oder austauschen.
- Licht und Elektronik: Lichtanlage und elektronische Anlagen, wie Kupplungs- und Seitenständerschalter, prüfen.
- Bremsen: Bremsscheiben von Schmutz befreien, Bremsleitung überprüfen und Bremswirkung testen.
- Reifen: Vor Saisonstart die Profiltiefe der Reifen kontrollieren, um optimalen Grip auf der Fahrbahn zu gewährleisten. Ist die Profiltiefe unter 2 Millimetern, sollten die Reifen gewechselt werden.
- Antriebskette: Vor der ersten Fahrt auf Verschleiß kontrollieren und, wenn nötig, mit Kettenpflegemittel behandeln.
Die richtige Motorradkleidung
Biker sollten immer einen ECE-Helm inklusive Haupt- und Anti-Beschlag-Visier, Motorradhandschuhe, -stiefel, -jacke, -hose, sowie Rückenprotektor und Nierengurt tragen.
Um für andere Verkehrsteilnehmer besser sichtbar zu sein, sollten Motorradfahrer dabei auf eine kontrastreiche Kleidung zurückgreifen.
Empfehlenswert ist auch eine e-Vest mit Airbag.
Tabelle: Wichtige Dokumente für die Zulassung eines Motorrades
| Dokument | Hinweise |
|---|---|
| Versicherungsbestätigung (Doppelkarte) | Nicht bei Abmeldung |
| Zulassungsbescheinigung Teil 2 (Fahrzeugbrief) | |
| Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) | Mit gültigem TÜV-Eintrag (bei abgemeldetem Kfz die Abmeldebescheinigung) |
| Bescheinigung über Abgasuntersuchung (AU) sowie der letzten Hauptuntersuchung (HU) | Nicht bei Abmeldung |
| Personalausweis des Fahrzeughalters oder Pass mit Meldebestätigung | |
| Bei eingetragenen Vereinen | Vereinsregister |
| Bei Firmen | Gewerbeanmeldung/Handelsregisterauszug |
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