Ist Radfahren gut bei Arthrose?

Bei Arthrose verschlechtert sich die Qualität des Knorpels in den Gelenken. Das Voranschreiten dieser Erkrankung kann jedoch durch regelmäßige Bewegung vermindert werden. Ärzte und Physiotherapeuten raten Menschen mit Osteoarthritis häufig zum Radfahren. Dadurch werden die Muskeln, Sehnen und Bänder gestärkt und Ihr Zustand verbessert. Sie gewinnen auch mehr Vertrauen in sich selbst und Ihren Körper.

Die Vorteile des Radfahrens bei Arthrose

Radfahren bei Arthrose ist eine Bewegungsform, die einen positiven Effekt haben kann. Regelmäßiges Fahrradfahren kann sogar helfen, die Arthrose zu verlangsamen.

  • Gelenkschonender Sport: Im Vergleich zu anderen Sportarten wie Joggen oder Ballsportarten ist das Radfahren besonders schonend für die Gelenke.
  • Versorgung des Knorpels: Denn nur durch Bewegung wird der Knorpel mit Gelenkflüssigkeit "geschmiert" und ein Fortschreiten der Kniearthrose verhindert. Durch den Wechsel von Druck und Entlastung beim Radfahren gelangen wichtige Nährstoffe in den Gelenkknorpel, was den Gelenkverschleiß verlangsamen kann.
  • Aufbau der Muskulatur: Ein gezieltes Muskelaufbau-Training stärkt die Muskulatur und entlastet dadurch die Gelenke.

Was Sie beachten sollten

Wie so viele Menschen mit Arthrose neigte sie dazu, die schmerzenden Gelenke zu schonen, statt zu belasten. "Selbst bei Knie-Arthrose ist das Radfahren generell kein Problem. Sie müssen aufgrund des bei Ihnen festgestellten Gelenkverschleißes keinerlei Bedenken haben, sich sportlich zu betätigen. Zudem ist Bewegung an der frischen Luft gut für die Seele", versicherte ich ihr. Insbesondere sanfte Bewegungsformen wie Fahrradfahren sind empfehlenswert, um den Knorpel zu erhalten. Nicht empfehlenswert hingegen sind Sportarten mit schnellen Richtungswechseln wie etwa Tennis, Fußball oder Badminton.

Die richtige Körperhaltung

Meiner Arthrose-Patientin empfahl ich zudem, beim Radfahren auf ihre Körperhaltung zu achten. Mein Tipp: Am besten in einem Fachgeschäft Sitzhöhe, Kniewinkel und Fußposition prüfen lassen - bei einer optimalen Einstellung sollte so schmerzfreies Radeln möglich sein.

Weitere Tipps für schmerzfreies Radfahren

  • Vermeiden sollte man darüber hinaus, zu stark in die Pedale zu treten: besser möglichst leichte Gänge wählen und somit die Belastung fürs Kniegelenk niedrig halten.
  • Für Patienten mit fortgeschrittener Knie-Arthrose bietet ein E-Bike eine gute Alternative.
  • Absolut tabu ist Radfahren jedoch bei akuten Kniebeschwerden.
  • Diese entstehen nicht selten durch ungeeignete Zweiräder (oft zu klein oder zu groß) oder eine falsche Körperhaltung beim Radeln.

Spezialfahrräder für Arthrose-Patienten

Radfahren verursacht bei Menschen mit Kniearthrose in der Regel am wenigsten Gelenkschmerzen. Wenn Sie Rad fahren, müssen Ihre Beine Ihr Gewicht nicht tragen. Ein Spezialfahrrad ist eine gute Option, wenn Sie nicht mit einem normalen Zweirad fahren können.

Van Raam verfügt über mehrere speziell angepasste Fahrräder, die für Menschen mit einer Behinderung geeignet sind. Die Spezialgebiete von Van Raam sind Dreiräder, Elektromobil Dreiräder, Tandems, parallel Tandems, Rollstuhlfahrräder, Transportfahrräder und Fahrräder mit niedrigem Einstieg bzw. Komfortfahrräder. Bei den meisten Van Raam-Fahrrädern ist eine Tretunterstützung möglich.

Verschiedene Modelle von Van Raam

  • Dreiräder: Personen, die nicht mehr auf einem gängigen Fahrrad fahren können, suchen nach einer guten und sicheren Alternative.
  • Rollstuhlfahrräder: Rollfietsen oder Rollstuhlfahrräder von vanRaam werden eingesetzt, um einen Rollstuhlverwender auch mit dem Fahrrad transportieren zu können.
  • Tandems: Die Tandems von vanRaam werden dazu genutzt, um das Radfahren gemeinsam zu genießen.
  • Parallel Tandems: Beide Personen haben eine gute Sicht und können sich durch die nebeneinandergelegenen Sitzpositionen gut miteinander unterhalten.
  • Tiefeinsteiger Rad: Beim Balance Fahrrad reichen Sie immer mit beiden Beinen den Grund, ohne vom Sattel absteigen zu müssen und können somit mit optimal gestrecktem Bein Rad fahren.
  • Elektromobil-Dreirad: Das kompakte elektrische Scooterfahrrad wurde für Menschen mit unbeständiger Kondition oder wechselnder Energie entwickelt.
  • Transportfahrräder: Unsere Transporträder sind für Kinder oder Erwachsene, die nicht alleine am Verkehr teilnehmen können oder wollen.

Utopia Velo hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Arthrose das passende Fahrrad zu bauen. Sie entlasten Kniegelenke und Rücken. Sie fahren sicherer. Sie müssen das Rad auch nicht tragen, da Sie eine gute Schiebehilfe haben, die Treppen hochfährt und in den Zug hilft. Ein wichtiger Unterschied: Das richtige Rad hat die früher so beliebten flacheren Sitzrohrwinkel (bei Kranich, London, Möwe und Roadster). Damit bekommen Sie Arthrose- und Rückenprobleme in den Griff. Sie erleben das Radfahren neu.

Die richtige Wahl treffen

Bei Arthrose müssen Sie sich auf Modelle, Schaltungen und Sitzposition konzentrieren, die zu Ihnen und Ihren Bedürfnissen passen. Das bedeutet, eher die belastbaren und komfortablen Modelle zu nehmen. Hier bringt eine Probefahrt schnell die Entscheidung. Vergessen Sie die allgemein übliche, negative Meinung zu dieser Art von Touren- und Reiserädern. Ein gutes Rad mit der passenden Rahmengeometrie muss kein schwerfälliges und langsames Rad sein. Wie gut Sie fahren, hängt auch von Bereifung, Luftdruck, Elektroantrieb und Schaltung ab.

Erfahrungsberichte

Monique und ihr Dreirad Midi

Monique, 58 Jahre alt, hat Kniearthrose in beiden Knien und fährt ein Van Raam Midi-Dreirad mit Pedalunterstützung. Sie genießt die Freiheit und Dankbarkeit, dieses schöne Fahrrad der Gemeinde zu benutzen. Es tut ihren Knien nicht weh, und sie spürt große Freiheit.

Eva und ihr Balance-Tiefeinsteiger Rad

Eva Richards aus Südwales hat ein Van Raam Balance-Tiefeinsteiger Rad. Eva hat eine schwere Arthrose in beiden Knien, und Radfahren auf einem normalen Zweirad ist nicht möglich. Sie schätzt, wie gut sie Fahrrad fahren kann, wenn man ein wenig rückwärts sitzt.

Zusätzliche Informationen

Es wird empfohlen, jeden Tag eine halbe Stunde zu trainieren. Ärzte und Physiotherapeuten raten Menschen mit Arthrose häufig zum Radfahren. Bewegung hält den Knorpel geschmeidig. Schwimmen, Gehen, Radfahren und Bewegung in einem Fitnesscenter sind gute Möglichkeiten, das Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen. Die Art und Weise, sich zu bewegen, ist bei jedem Menschen mit Arthrose anders, berücksichtigt Ihre Erkrankung und respektiert Ihre eigenen Grenzen. Es ist ratsam, sich bezüglich Radfahren und Arthrose immer mit Ihrem Facharzt oder Arzt zu beraten.

Weitere Sportarten bei Arthrose

Wer sich in seiner Freizeit nicht so gerne abstrampelt, der kann beim Wandern auf ebenso gesunde Weise die Natur entdecken: Rund 70 Prozent aller Muskeln im Körper werden dabei in Bewegung gesetzt. Und auch das Gehirn wird positiv aktiviert. Patienten mit Arthrose sollten aber zunächst ihren Arzt fragen und unbedingt steile Wege und Gewaltmärsche vermeiden.

Die richtige Radeinstellung

Die Natur genießen und mit Bewegung etwas für die Gesundheit tun? Dafür ist Fahrrad fahren die ideale Sportart. Wer in der richtigen Sitzposition radelt, kräftigt so fast die gesamte Skelettmuskulatur, die Bewegung verbessert zudem die Nährstoffversorgung der Knorpel und stärkt die Stütz- und Haltemuskulatur um unsere Gelenke. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club empfiehlt dazu vor allem für längere Radtouren, den Abstand zwischen Lenker und Sattel so einzustellen, dass die natürliche S-Form der Wirbelsäule beibehalten wird und kein „Buckel“ entsteht. Im Stand sollte der Boden maximal mit den Zehenspitzen berührt werden können.

Weitere Tipps für das Radfahren mit Arthrose

  • Die richtige Trittfrequenz: Die ideale Trittfrequenz liegt bei 80 bis 100 Pedalumdrehungen pro Minute. Deshalb sollte man auch eher in niedrigen Gängen fahren.
  • Schaltung: Wer unter Hand- oder Fingerarthrose leidet, sollte eine Schaltung wählen, die in den Griff integriert ist, eine so genannte Griffgangschaltung.
  • Akute Schmerzen: Bei akuten Schmerzen sollte man keinen Sport betreiben. Arthrose kann sowohl durch zu wenig als auch durch zu viel Bewegung entstehen.
  • Regelmäßig trainieren: Den besten Effekt für die Gelenke erreicht man, wenn man regelmäßig trainiert, also mindestens dreimal in der Woche oder 30 Minuten jeden Tag.
  • Nicht übertreiben: Anfänger sollten mit kürzeren Touren beginnen und dann langsam steigern.

Nach einem Gelenkersatz

Nach dem Ersatz eines Gelenks, zum Beispiel am Knie oder der Hüfte, muss man keineswegs auf Sport verzichten. Wichtig ist, den individuellen Heilungsprozess zu beachten, der von Mensch zu Mensch recht unterschiedlich sein kann. Nach den durchschnittlich sechs Monaten Sportpause und wenn der Arzt "grünes Licht" gegeben hat, kann man langsam wieder mit dem Radfahren beginnen. Dabei sollte man lieber häufiger kurze Touren wählen als auf einmal mehrere Stunden lang fahren.

Um Stürze zu vermeiden sollte man kein zu unwegsames Gelände wählen. Der Sattel sollte etwas tiefer als sonst eingestellt werden, so dass man mit den Füßen den Boden erreichen kann. Ein Rad mit tiefem Einstieg erleichtert das Auf- und Absteigen. Bei Ruhe- oder Bewegungsschmerz oder wenn sich das künstliche Gelenk instabil anfühlt, sollte man keinen Sport betreiben.

Weitere empfehlenswerte Sportarten

Neben Radfahren, sind auch Schwimmen, Nordic Walking, Skilanglauf und Aqua-Fitness Sportarten, die für Menschen mit Arthrose oder mit künstlichen Gelenken gut geeignet sind. Weniger empfehlenswert sind zum Beispiel Ballsportarten wie Tennis oder Badminton, bei denen schnelles Anlaufen und Abstoppen, sowie schnelle Richtungsänderungen gefordert werden.

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