Scott Fahrräder im Test: Ein umfassender Überblick

Scott Sports konzentriert sich auf das Sportsegment in der Fahrradbranche. Mountainbikes und Rennräder dominieren die Produktpalette, Trekking- und Cityräder werden für den sportiven Alltagsfahrer geführt. Der Name Scotts rekurriert auf den US-Amerikaner Ed Scott, der das Unternehmen im Jahr 1958 gründete. Obwohl die USA nicht als typische Fahrradnation gelten, sind Scott-Räder hierzulande sehr beliebt.

Innovationen und Meilensteine von Scott

Meilensteine sind die das Genius, ein Fullsuspension Bike mit drei Dämfereinstellmöglichkeiten, das nur 899 Gramm schwere Scale oder das G-Zero aus dem Jahr 1998 als das leichteste Moutainbike seiner Zeit. Eine weitere Innovation ist die Unishock-Federgabel, mit der Scott das Zeitalter der vollgefederten Mountainbikes einläutete.

Scott und die 27,5-Zoll-Bewegung

Genius 700 SLMTB: Scott als Speerspitze für die 27,5-Zoll-BewegungScott folgt dem seit 2011 ausgerufenen Trend, die bislang üblichen 26-Zoll-Reifen als Einheitsgröße bei Mountainbikes immer mehr in Frage zu stellen - hin zu großen 29-Zoll-Laufrädern und zugunsten von mehr Laufruhe, Traktion und Fahrkomfort. Die Angebotspalette dieser „Twenty-Niner“ erstreckt sich über die Serien Spark, Scale, Genius und Aspect. Auch die aktuelle 27,5-Zoll-Bewegung (sprich 650B) wird bedient - eine Reifen-Zwischengröße, die inzwischen selbst der amerikanische MTB-Hersteller Specialized nicht mehr ignoriert, für den sie bislang wegen zu großer Ähnlichkeit zur 26-Zoll-Geometrie tabu war. Mit dem Spark, Genius und Genius LT führt Soctt inzwischen komplette Fully-(Full-Suspension)-Flotte im neuen Zwischenmaß. Lohn der Diät ist die Verschmelzung von höherer Steifigkeit, geringem Gewicht und mehr Agilität der 26-Zoller mit den 29-Zoller-Vorzügen von besserem Abrollverhalten, höherer Traktion und einer besseren Integration des Bikers ins Rad. Mit Scott als Speerspitze drücken vor allem europäische Fahrradmarken immer mehr das neue Laufradmaß in den Markt. Bleibt nur zu hoffen, dass auch die Reifenhersteller mit einer größeren Reifenauswahl nachziehen.

Karbon-Technologien für geringes Gewicht

Karbon-Technologien reduzieren immer mehr GewichtSeit jeher stellt Scott Jahr für Jahr neue Rekorde in Sachen Leichtbau auf - zum Beispiel mit dem Triathlonrad Plasma oder mit dem Hardtail-Mountainbike Scale. Eine Zugnunmer ist das Endorphin als erstes Mountainbike aus Karbon, das Scott bis heute sehr konsequent als Material für besonders leichte, verschleißfeste und dynamische Rahmen einsetzt. Speziell durch die Entwicklung neuer Karbon-Technologien und deren Verwendung bei Mountainbikes und Rennrädern konnte Scott sich eine Sonderstellung am Markt etablieren. Das aktuellste Beispiel für die Scott-Schlankheitskur hört auf den Namen IMP3-Carbon-Technologie, mit der Scott vor allem durch Weglassen von überflüssigem Material noch leichtere Rahmen baut.

Testberichte und Bewertungen

Scott Genius 710

Das leichtfüßige Scott Genius 710 in einer neuen, steiferen, doch auch schwereren Generation, empfiehlt sich als „alpiner Langstrecken-Künstler“ (MountainBike, Heft 1/2014) und als AllMountain-Bike, das „absolut auf Augenhöhe mit der Konkurrenz“ agiert (WorldofMTB 12/2012). Auch im Rennrad-Sektor setzt Scott Marken in puncto Leichtbau-Redkorde. Als Paradebesipiel gilt das Foil Premium mit nur 6,7 Kilogramm Gewicht.

E-Aspect 29 E-Bikes

E-Aspect 29E-Bikes: Vielseitig und für das flotte Radeln gemacht Mit seiner E-Bike-Linie ist Scott wie fast alle Radhersteller inzwischen auf ein wachsendes Markt- und Kundenbedürfnis nach Fahrrädern mit elektrischem Rückenwind.eingeschwenkt. Scott-typisch wirkt die E-Bike-Angebotspalette sehr sportlich. Zum Mountainbike E-Aspect 29 etwa honorierten die Fachmagazine die „vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und das gut abgestimmte Fahrverhalten“ (ElektroRad 1/2013). Trendbewusst hat Scott auch City- und Tourenräder ins E-Portfolio intergriert. Aktuelle Bespiele sind Räder der Serien E-Venture und E-Sub, die sich mit ihrem "schlanken und pfiffigen Design" (elektro-bike online) auszeichnen und sich an urbane Genussfahrer oder umweltbewusste Pendler richten. In der E-Sportster-Serie finden sich tourentaugliche Cityräder mit guter Ausstattung, die vor allem für das flotte Radeln gemacht“ sind (E-Bike 1/2013). Das Trekkingrad der Serie E-Spark empfiehlt Scott für E-Pedaleure, die sich vom „frischen Wind in den Bergen“ umwehen lassen möchten.

Scott Addict 30

Das Addict hört auf denselben Modellnamen wie der neue Leichtbau-Renner von Scott. Auch optisch besteht Verwechslungsgefahr mit dem Arbeitsgerät von Q36.5-Profi Tom Pidcock. Deutlicher werden die Unterschiede dafür auf der Straße und im TOUR-Labor. So präsentiert sich das Addict 30 als typischer Vertreter für die Langstrecke. Durch den langen Radstand und viel Gabelnachlauf zieht das Scott unaufgeregt seine Bahn und verzeiht ruckartige Lenkimpulse. Die Rahmengeometrie fällt für ein Endurance-Rennrad zwar vergleichsweise sportlich aus, dennoch lassen sich lange Touren unbeschwert genießen. Dazu trägt auch der gute Federkomfort der runden Alu-Sattelstütze mit langem Auszug bei.

Die Front präsentiert sich auf Holperpisten nicht ganz so geschmeidig. Die Serienversion dürfte allerdings etwas besser mit Unebenheiten umgehen, da Scott das Rad regulär mit einem geklemmten Carbonlenker listet. Am Testrad, das dank einer Reifenfreiheit von 35 Millimetern im Revier von feldwegtauglichen Allroadbikes wildert, war eine dünne Lenkzentrale aus Alu geklemmt. Da die Bremsleitungen teilintegriert unter dem Vorbau ins Steuerrohr geführt werden, erleichtert das Scott die Wartung.

Scott Addict 30: Alles in allem souveränInsgesamt wirkt das Rad souverän. Bei den kombinierten Steifigkeitswerten aus Rahmen und Gabel zählt das Addict zum besten Material, auch die Tretlagersteifigkeit lässt keinerlei Ansatz zur Kritik. Speziell schwerere Fahrer werden das zu schätzen wissen. Erfreulich für den Käufer ist der Aufbau mit Carbonlaufrädern, in der Klasse um 4000 Euro keine Selbstverständlichkeit. Vergleichbar ausgestattet werden bei der Konkurrenz mindestens 200 Euro mehr fällig. Da die Carbonfelgen der Eigenmarke Syncros jedoch relativ schwer sind, kann das Addict an der Waage nicht sonderlich davon profitieren.

Moderne Optik trifft auf Wartungsfreundlichkeit: Das Scott orientiert sich beim Design am gleichnamigen Wettkampfrad, erleichtert aber Service und Positionsanpassung.Dennoch: Mit knapp über acht Kilogram hängt der Renner passabel am Gas, in steilem Gelände hilft die bergtaugliche Übersetzung. Das Addict 30, das mit festen Schutzblechen nachgerüstet werden kann, nimmt den Platz des Mittelklassemodells ein. Die teureren Ausstattungsvarianten kommen unter anderem mit vollintegriertem Cockpit, der Preissprung fällt mit mindestens 1200 Euro deutlich aus.

Scott Aspect 930

Mit der Aspect Serie ermöglicht Scott preissensiblen Anfängern den Einstieg in den Bikesport. Ein geringes Gesamtgewicht bedeutet mehr Fahrspaß im Gelände. Wenn die Herstellerangabe von 13,95 kg stimmt, zählt das ASPECT 930 zu den leichteren Einsteiger-Bikes, die man für unter unter 1000 Euro bekommt. Ein gewisser Spaßfaktor ist damit garantiert. Du hast keine Ahnung, ob du ein laufruhiges oder verspieltes Handling bevorzugst? Dann machst du mit dem Scott Hardtail nichts falsch. Sein Fahrverhalten ist nämlich angenehm ausgeglichen. Wer keine besonderen Vorlieben bei der Sitzposition hat, macht mit dem Einsteiger-Bike ASPECT 930 nichts falsch. Denn im Sattel nimmt man eine ausgewogene Haltung ein. Die Shimano-Bremse verzögert exzellent. Bei der Konkurrenz muss man für die gleiche Bremskraft tiefer in die Tasche greifen.

Scott Scale 980

Die Scale Serie mit Alu-Rahmen, wozu das Scale 980 gehört, spricht im Gegensatz zur RC-Serie Mountainbiker wie dich und mich an. Aber alle elf Modelle der 900er Scale Serie weisen eine Rahmen-Geometrie auf, die das Renn-Gen der RC-Serie in sich trägt und optimale Fahreigenschaften für viele Fahrer und viele Streckenprofile bietet. Vor mir steht in der Dortmunder Filiale das Scott Scale 980. Auf den ersten Blick verwundert mich, dass vor mir ein Mountainbike für unter 1.000 € steht, denn rein optisch sieht das Scott Scale 980 mit seinem hochwertigen Rahmen und dem 1-fach-Antrieb nach einer reinrassigen Cross-Country-Rennmaschine für einen deutlich höheren Preis aus. Ich bin selbst begeisterter Gravel- und Mountainbiker und liebe es, mit Geschwindigkeit über Trails zu fahren. Optisch ist das Scott Scale 980 eher ein unauffälliges 29er-Cross-Country-Mountainbike. Wie es aber um seine inneren Werte steht, will ich in diesem Test herausfinden.

Die Scott Scale Serie besteht aus elf Modellen. Und jedes Modell der Scale Serie hat das Renn-Gen in sich. Der Grund dafür ist einfach: Die 900er Scale Serie ist von der sehr hochwertigen Scott Scale RC Serie inspiriert. Über die RC-Modelle schreibt Scott: „Wer Weltcup-Ambitionen hat, braucht das passende Mountainbike. Die verbauten Shimano MT200-Bremsen sind weniger spektakulär, aber dafür bewährt. Auch die Schnellspanner statt der, mittlerweile weit verbreiteten Steckachsen, machen mich zunächst stutzig. Aus meiner Sicht hervorzuheben sind die breiten Laufräder, die mit den Reifen Maxxis Rekon Race in 2,4 Zoll daherkommen. Auf dem Trail bieten sie mehr Dämpfung, Kontrolle und somit mehr Fahrspaß. Etwas weniger hochwertig ist die am Scale 980 verbaute Federgabel. Nun ist die Suntour X1 32 RL mit ihrem 100 Millimeter Federweg keineswegs schlecht. Es handelt sich aber um eine Stahlfedergabel und nicht um eine Luftfedergabel. Über einen am Lenker montierten Remote-Lockout kann ich die Federgabel ganz einfach starr stellen. Für mich ein wichtiges Kriterium, das ich bei längeren Bergauf-Fahrten gern in Anspruch nehme - ganz einfach um Energie zu sparen. Zudem bietet die Gabel einen verstellbaren Rebound - ein Feature, das für „echtes“ Trailfahren unerlässlich ist.

Auf meiner Testfahrt bewege ich mich hauptsächlich im hügeligen Waldgelände. Nicht verwunderlich, dass die Shimano Deore Schaltung auch unter Last an steilen Passagen superflüssig funktioniert und die riesige 10-51er Kassette stets den passenden Gang bereithält. Auch das Shimano Bremspaket funktioniert einwandfrei und ich fühle mich auf dem Bike sehr wohl. Das mit 14 Kilogramm vergleichsweise hohe Gesamtgewicht merke ich auf dem Trail etwas. Ich mag die sportliche Sitzposition auf dem Scale 980. Sportlich bedeutet in Bezug auf die Rahmengeometrie, dass man verhältnismäßig gestreckt sitzt. Ich mag das, weil ich in dieser Sitzposition das Gefühl habe, das Bike besser beschleunigen zu können und mich effizienter fühle. Bei meiner Fahrt spüre ich, dass das Scale 980 vorwärts will. Es ist darauf ausgelegt, sich flott zu bewegen. Das wird mir auf den festen Untergründen zum Wald und auf meinem Weg zurück zur Filiale bewusst. Sicher spielt hierbei auch die Bereifung eine Rolle. Mit dem Scott Scale 980 hast du ein MTB, das sowohl entspannte Ausfahrten liebt, aber auch schnelles Trailfahren nicht scheut. Das Scott Scale 980 ist bei Scott in der unteren Mittelklasse angesiedelt und aus meiner Sicht ein klassisches Cross-Country-Bike mit breitem Einsatzgebiet.

Rein optisch ist die Aluminium Version des Scales kaum von den deutlich teureren Carbon Modellen zu unterscheiden. Und auch die Features, wie die durch den Steuersatz verlegten Züge, bleiben im SCALE 980 erhalten. Hier haben die schweizer Ingenieure wirklich eine solide Arbeit abgeliefert. Auf dem Trail fällt das Fahrverhalten weder laufruhig, noch verspielt aus. Das Scott Hardtail schafft mit seinem ausgewogenen Handling eine Gratwanderung zwischen den beiden Extremen. Der Blick auf die Geometriedaten verrät eindeutig: Das Scott SCALE 980 hat eine sportliche Sitzposition. Das Scott hat einen Hebel am Lenker der das komplette Fahrwerk ansteuert. Damit kann man die 100 mm Federweg nicht nur komplett blockieren, sondern auch eine Zwischenstufe für leichte Trails einlegen. Es lebe die Effizienz! In der Einsteiger-Bike-Kategorie wirst du unter 999 Euro kaum ein besseres Fahrrad finden. Scott gibt 5 Jahre Garantie auf das Bike.

Scott Spark 920 TR

Das Scott Spark verkauft sich wie ein Flachbildfernseher im Black Friday Super-Sale. Im Test des aktuellen Topseller-Bikes nehmen wir die Erfolgsstrategie dieses auffallend stark nachgefragten Modelles auseinander. Doch Systemintegration und Wettkampferfolge können nur teilweise der Grund für den Run auf das Carbon-Fully von Scott sein. Vielmehr hat sich das Spark über die letzten Jahren als regelrechte Marke unter den Cross-Country-Fullys etabliert. Inzwischen bietet Scott unzählige Versionen zum Kauf an und auch die Optionen mit mehr Federweg, wie unser Testbike Scott Spark 920 TR, stehen selten lange im Ladenfenster.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: Das Scott Spark 920 TR verbirgt seinen Dämpfer im Rahmeninneren.Die Erfolgsgeschichte des Scott Spark ist untrennbar mit Cross-Country-Superstar Nino Schurter verbunden. Was der Schweizer am Steuer des Bikes mit dem integrierten Dämpfer auf der großen Bühne zeigte, versetzte Fans weltweit in Kauflaune. Natürlich strahlt die Werbe-Kraft des Publikumslieblings auf die Trailbike-Version ab. Zehn Millimeter mehr Knautschzone an der Front machen das Spark auch abseits der Rennstrecke zu einem begehrten Untersatz. Von der XC-Basis bleiben zwei Flaschenhalter und das altbekannte Twinloc-System zur Druckstufen-Steuerung vom Lenker aus. Über ein Steuersatz-Insert lässt sich der Lenkwinkel um 0,6 Grad manipulieren. Das letzte größere Neuheiten-Paket war dem Spark vor gut zwei Jahren vergönnt. Damals wählten die BIKE-Leser das aufgebohrte Race-Fully gar zum beliebtesten Trailbike des Jahres. Lässt sich die Beliebtheit auch Ende 2024 noch nachvollziehen?

Mit 130 Millimetern Federweg an der Front soll das Scott Spark zum Trailbike mutieren.Jeder weiß, dass Rallye-Streifen schneller machen. Das Scott Spark trägt die Race-Grafiken jedenfalls mit Würde.

Scott Spark 920 TR: Details & Preis

  • Einsatzbereich: Trail / Tour
  • Federweg: 130 / 120 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: 13,3 kg
  • Preis: 5499 Euro
  • Vertriebsweg: Fachhandel
  • Garantie: 5 Jahre
  • Maximales Systemgewicht: 128 Kilo
  • Besonderheiten: integrierter Dämpfer, Lenkwinkelverstellung, zwei Flaschenhalter

Huch, Schweißraupen am Hinterbau? Das Scott Spark 920 TR besteht vorne aus Carbon, hinten jedoch aus Aluminium. Die Steifigkeitswerte des Hecks sind auffällig hoch.Dank SAG-Indikator und Guckloch lässt sich die Federwegsnutzung am Trailbike von Scott trotz verborgenem Federbein problemlos kontrollieren.

Ausstattung

  • Gabel: Fox Float 34 Performance
  • Dämpfer: Fox Nude 5T
  • Schaltung / Bandbreite: Sram GX Eagle AXS Transmission / 520 %
  • Bremsen: Sram DB8 / 180/180 mm
  • Laufräder: Syncros Silverton 2.5
  • Reifen: Schwalbe Wicked Will Evo Addix Soft/Speedgrip Superrace TLE
  • Sattelstütze / Hub: Syncros Duncan / 150 mm

Ein praktischer Drehverschluss öffnet die Abdeckung im Unterrohr des Scott Spark.Durch die Serviceklappe bleiben alle Einstellmöglichkeiten am Dämpfer gut erreichbar und die Servicefreundlichkeit passt trotz Systemintegration.

Das Trailbike von Scott im Praxis-Test

Dass Schurter bergab der Konkurrenz davonfliegt, wundert angesichts der guten Hinterbaufunktion des Scott Spark wenig. Dafür, dass der 120-Millimeter-Hinterbau ursprünglich für Racer entwickelt wurde, flubbert das Bike wunderbar sensibel und mit hohen Fahrwerksreserven über den Wurzelteppich. Allerdings wird das sehr steife hintere Rahmendreieck aus Alu in schrofferem Terrain schnell zum Ping-Pong-Spielball. Im Vergleich zu seinen Artgenossen besitzt das Spark ein mächtig langes Sitzrohr. Zusammen mit der üppigen Vorbaulänge wirkt das Konzept in steilen Downhills sperrig.

Mit der ungewöhnlichen Lenker-Form kommen nicht alle Fahrer zurecht. Der Vorbau baut lang, der Lenker ist flach.In der Hinterradachse des Scott Spark verbirgt sich ein Werkzeug.Durch die frontlastige Fahrposition werden am Scott Spark 920 TR die meisten Vorzüge des flachen Lenkwinkels verspielt. Zusätzlich beschneidet die suboptimale Vorstellung des Schwalbe Wicked Will das Sicherheitsempfinden. Selbst in der weichen Gummimischung vorne kommt der Reifen früh ins Rutschen und setzt Vollgas-Abfahrten klare Limits. Hier schlummert Tuning-Potential! Am gewöhnungsbedürftig gekröpften Lenker machen die Sram-DB8-Bremshebel einen martialischen Eindruck. Umso größer unsere Überraschung über ihre halbherzige Verzögerungsleistung.

Schaut wilder aus, als sie zubeißt: Die günstigen Sram DB8 Bremsen besitzen einen knackigen Druckpunkt aber enttäuschend wenig Kraft.Scott liefert das Spark mit einem Fender an der Gabel aus. So wird der Fahrer geschützt und die Buchsen sind von Dreck abgeschirmt.Auch, wenn Twinlock inzwischen ein wenig angestaubt wirkt: Die Druckstufen-Fernsteuerung von Gabel und Dämpfer gleichzeitig funktioniert gut. Ein Daumendruck und das generell wenig wippanfällige Spark wird zur Effizienz-Maschine. Mit etwas Übung lässt sich der dreiteilige Hebel auf der linken Lenkerseite super bedienen. Durch den verhältnismäßig flachen Sitzwinkel und das ausladende Cockpit wird die Sitzposition in die Länge gezogen. Sportliche Touren mit hohem Tretanteil sind das bevorzugte Einsatzgebiet des Scott. Hierzu passen auch die flott rollenden Reifen. In tiefem Schotter und auf feuchten Trail-Uphills bleibt die Traktion aber auf der Strecke.

Zwei Hebel fürs Fahrwerk, eines für die Vario-Stütze: Nach etwas Eingewöhnung bietet das Twinlock-System einen echten Mehrwert fürs sportliche Trailbike.Keine Selbstverständlichkeit in der Trailbike-Kategorie: Am Sitzrohr des Scott Spark findet sich eine zweite Flaschenhalteraufnahme.An der gestreckten Sitzposition sind die XC-Gene des Scott Spark TR zu spüren.Das BIKE-Spinnendiagramm bescheinigt dem Scott Spark TR ein ausgewogenes Verhältnis von Stärken und Schwächen. Touren mag das Trailbike lieber als krasse Downhill-Action.

BIKE-Spinnendiagramm Scott Spark TR

Das neue BIKE-Spinnendiagramm gibt einen Überblick über die Stärken und Schwächen des Scott Spark 920 TR. Uphill, Spieltrieb, Downhill bezieht sich auf das Fahrverhalten: Je größer der Ausschlag, desto besser die Eignung. Ausstattung: setzt sich aus unterschiedlichen Punkten wie Qualität/Verarbeitung, Usability, Flaschenhaltervolumen, Sattelversenkbarkeit zusammen. Vortrieb: Einfluss vom Gesamtgewicht und Laufradträgheit.

Für ein Trailbike ist der Schwalbe Wicked Will eine zahme Wahl. Grip, Traktion und Pannenschutz konnten im Test nicht überzeugen. Dafür rollt der Reifen zügig voran.Am Mittelklasse-Modell Scott Spark 920 TR kommen viele Anbauteile von der Eigenmarke Syncros. So auch der Alu-Laufradsatz.

Aus dem Testlabor

BIKE betreibt einen beispiellosen Aufwand zur Vermessung von Mountainbikes. Im Testlabor nehmen wir nicht nur unsere eigene Geometrie-Vermessung vor, sondern ermitteln auch die Seitensteifigkeit des Rahmens getrennt für das vordere Rahmendreieck inklusive der verbauten Gabel (vorne) und dem Hinterbau (hinten). Das Gesamtgewicht versteht sich ohne Pedale, das Laufradgewicht pro Satz mit Reifen, Kassette und Bremsscheiben. Für den Messwert der Laufradträgheit gilt: je niedriger, desto leichter zu beschleunigen.

  • Gesamtgewicht: 13,32 kg ohne Pedale
  • Gewicht Laufräder: 4808 g
  • Laufradträgheit: 3629 kg x cm²

Eine kleine Flappe schützt das Gelenk vor Schmutz. Der Übergang von Carbon zu Aluminium gefällt an einem sonst so stylischen Bike, wie dem Scott Spar, optisch nicht Jedem.Die Ausstattungsvariante 920 markiert für 5499 Euro den günstigsten Einstieg ins Trailbike-Portfolio von Scott.Trotz Systemintegration gelingt dem Trailbike von Scott eine passable Servicefreundlichkeit.

In der Trail-Abfahrt würde das Scott Spark TR von einem kürzeren Sitzrohr und mehr Vario-Hub profitieren.Trotz vieler Züge gelingt dem Scott Spark eine aufgeräumte Optik. Die Leitungen laufen am Vorau vorbei durch den Steursatz in den Rahmen.Während sich das Scott Spark TR vorne eher weich zeigt, sprengen die Steifigkeitswerte des Alu-Hinterbaus unsere Skala.Ein dezenter Kettenstrebenschutz macht am Scott Trailbike einen vernünftigen Job ohne zu dick aufzutragen.In der harten Speedgrip Gummimischung besitzt der Schwalbe Wicked Will am Hinterrad nur wenig Rollwiderstand.

BIKE-Messung der Geometrie am Scott Spark 920 TR in Rahmengröße L.

Auf dem Unterrohr des Scott Spark bleibt viel Platz für einen Flaschenhalter. Drei Montagepunkte stehen zur Auswahl.

Scott Strike eRIDE 920 EVO

Freunde des Uphill Flows dürfte das Strike eRIDE 920 EVO in Wallung bringen. Denn der vorzügliche Motor und die beachtliche Reichweite machen es zum Klettermax. Touren mit anspruchsvollen Trails dürfen hier auch gerne mit technischen Anstiegen bespickt sein. Kein Yin ohne Yang. Mit dem einfachen Fahrwerk und den mäßigen Schaltungskomponenten hat das Strike eRIDE 920 EVO auch Schwächen. Strike eRIDE Alu-Rahmen, Alloy Frame & Link, Virtual 4 link kinematic VLK, 29x2.6 / Boost 148x12mm UDH, 150mm travel / Bosch Gen4 / Integr. removable Battery, 1.8" Headtube, Central Kickstand Mount, Integr. RockShox 35 TK Air, 15x110mm QR axle / 1.8" Tapered Steerer, Reb. Adj. X-Fusion NUDE eRIDE Trunnion, SCOTT custom w. travel / geo adj., 3 modes: Lockout-Traction Control-Descend, Reb. Acros, 1.8", ZS66 OD74, 12mm Adapter, integr.

Scott Scale 26 Rigid Bike

Die Schweizer haben mit Nino Schurter nicht nur den besten Biker aller Zeiten unter Vertrag. Sie halten auch für den Nachwuchs entsprechendes Material bereit. Die Scale-Modelle ohne den Modellzusatz RC sind preislich immer attraktiver als die super hochwertigen RC-Versionen. Scott verzichtet beim SCOTT SCALE 26 RIGID BIKE auf jegliches überflüssiges Ausstattungsdetail. Das ermöglicht den sportlichen Einsatz. Auch leichte Singletrails lassen sich damit problemlos fahren. Die Qualität der Anbauteile geht als "normal" durch.

Oft wollen Kinder eine Federgabel haben. In der Praxis sind sie aber meist zu leicht, damit diese vernünftig funktioniert. Dass das SCOTT SCALE 26 RIGID BIKE keine Federgabel hat, ist also sinnvoll. Den allermeisten Eltern ist nicht bewusst, wie wichtig die Reifen für das Fahrverhalten eines Mountainbike für Jugendliches sind. Mit einer Breite von 2,4 Zoll fallen die Kenda Pneus sehr voluminös aus. So können sie kleine Schläge unabhängig von der Gabel abfangen und haben viel Grip. Das erhöht auch die Fahrsicherheit im Trail und auf der Straße. Damit Kinder im Straßenverkehr und im Gelände sicher unterwegs sind, müssen sich die Bremsen mit wenig Handkraft betätigen lassen. Die verbauten Scheibenbremsen von Tektro arbeiten hydraulisch und erfordern deshalb sehr wenig Handkraft für eine vernünftige Bremsleistung. Mit zwei Kettenblättern an der Kurbel und acht Ritzel an der Kassette wird der Schaltvorgang für die meisten Kinder zu komplex. Bikes mit einer hohen Bandbreite haben sowohl einen sehr kleinen, wie auch einen sehr großen Gang parat. Am SCOTT SCALE 26 RIGID BIKE fällt die Bandbreite mit 506 % sehr üppig aus. Da steht dem sportlichen Einsatz nichts im Weg.

Der Hersteller empfiehlt keine exakte Größe. Nach einem Blick auf die Geometrie sagen wir pauschal: zwischen 140 und 165 cm Körpergröße sollte das SCOTT SCALE 26 RIGID BIKE passen.

... hat mehr als 100.000 Kilometer im Sattel von über 1000 unterschiedlichen Mountainbikes verbracht. Die Quintessenz aus vielen Stunden auf dem Trail: Mountainbikes sind geil, wenn sie zu den persönlichen Vorlieben passen!

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