Der Giro d'Italia ist eines der wichtigsten Etappenrennen im Radsport und zählt zusammen mit der spanischen Vuelta a Espana und der Tour de France zu den drei „Grand Tours“. Der „Giro d´Italia“ wird seit dem Jahr 1909 für Männer und seit dem Jahr 1988 auch im Frauensport - Giro d´Italia Femminile - ausgetragen.
Das Radrennen findet traditionell immer innerhalb dreier Maiwochen statt und führt quer durch Italien sowie durch das nahegelegene Ausland. Charakteristisch für das Radrennen ist, dass sich die Kurse stark nach den landschaftlichen Gegebenheiten Italiens richten. So wechseln sich Flachetappen mit mittelschweren Strecken, sowie mit Hochgebirgsetappen ab und bieten so den verschiedenen Radfahrertypen unterschiedlichste taktische Möglichkeiten das Etappenrennen für sich zu entscheiden.
Giro d'Italia 2025: Das Wichtigste in Kürze
Der Giro d'Italia läutet die Rennsaison der großen Rundfahrten ein und führt die Fahrer ins Land der Ebenen, Hügel und Berge. Das Etappenrennen begeistert sowohl Sportler als auch Zuschauer mit einer abwechslungsreichen Strecke, die durch ihr extremes Höhenprofil als besonders hart gilt.
Wann ist der Giro d'Italia 2025? Der Giro d'Italia beginnt am 9. Mai im albanischem Durrës und endet am 1. Juni 2025 in Rom. Die erste Grand Tour in diesem Jahr steht an, ohne den großen Dominator Tadej Pogačar. Drei Wochen geht es für die Radprofis beim Giro durch Albanien, Slowenien und Italien, mit dem großen Ende in Rom. Nach den ersten drei Tagen in Albanien setzt der Tross am frühen ersten Ruhetag nach Italien über, wo die Rundfahrt schließlich knapp drei Wochen später in der Hauptstadt Rom enden wird - übrigens zum siebten Mal in der Historie.
Der Giro d’Italia 2025 bietet eine Mischung aus anspruchsvollen Bergprüfungen, 42 Kilometern im Kampf gegen die Uhr und auch mehreren Chancen für die Sprinter. Wie schon bei der letztjährigen Ausgabe, so führt auch diesmal eine Etappe über die von der Strade Bianche bekannten Schotterstraßen und auch am höchsten Punkt der Rundfahrt, der Cima Coppi, wartet wieder eine Gravel-Passage auf die Fahrer.
Nicht angesteuert werden dagegen diesmal die Dolomiten. Dafür werden die Bergetappen in den Alpen einen spannenden Showdown in der Schlusswoche bieten. Die 19. Etappe nach Champoluc und vor allem die 20. Etappe nach Sestrière liefern die Kletterhighlights des diesjähirgen Giro d'Italia.
Die erste große Rundfahrt des Jahres beginnt am 09. Mai und endet nach gut drei Wochen am 01. Juni. Start der ersten Etappe ist die albanische Hafenstadt Durrës, enden wir die Rundfahrt in der italienischen Hauptstadt Rom. Dann steht auch der Sieger und Gewinner des Preisgeldes in Höhe von ca. Die insgesamt zu bewältigenden 3.413,3 Kilometer sind aufgeteilt auf 21 Etappen. Die ersten drei Etappen gehen quer durch Albanien, ehe die vierte Etappe im italienischen Lecce endet. Die längste Etappe führt über 226 km von Potenza ins südliche Neapel. Die 21 Etappen verteilen sich auf zwei Einzelzeitfahren, sechs flache Etappen, acht hügelige beziehungsweise Mittelgebirgsetappen, sowie fünf Hochgebirgsetappen, wovon drei mit einer Bergankunft enden.
Die Strecke des Giro d’Italia
Die 108. Ausgabe der Italien-Rundfahrt bietet wieder reichlich Berge. Insgesamt warten mehr als 50.000 Höhenmeter auf die Fahrer. Allerdings warten die Highlights im Hochgebirge erst im letzten Drittel der Rundfahrt. Die erste von insgesamt drei echten Bergankünften gibt es zwar schon auf der 7. Etappe in Tagliacozzo, sie dürfte aber kaum für große Abstände im Klassement sorgen. Schon eher die beiden Einzelzeitfahren auf Etappe 2 und 10 sowie die Fahrt über rund 30 Schotterkilometer auf dem Weg in Richtung Siena auf dem 9. Teilstück.
Auf den ersten großen Schlagabtausch in den Bergen werden die Fans wohl bis zur 16. Etappe warten müssen, die in San Valentino (Brentonico) endet. Die beiden entscheidenden Bergetappen sind der 19. und 20. Abschnitt. Etappe 19 ist eine wilde Achterbahnfahrt durchs Aostatal und zugleich mit 4950 Höhenmetern die Königsetappe, ehe am Folgetag mit dem Colle delle Finestre die Cima Coppi (der höchste Punkt des Giros) wartet. Es ist zugleich der einzige Gipfel, der sich in über 2000 Metern Höhe befindet. Womöglich wollten die Veranstalter auf Nummer sicher gehen und etwaige Etappenkürzungen wegen Wetterkapriolen und ein ähnliches Chaos wie in diesem Jahr in Richtung Umbrailpass unbedingt vermeiden.
Die erste Woche
Der Giro d’Italia startet in Albanien und damit zum 16. Mal in seiner Geschichte im Ausland. Allerdings gab es noch nie so heftige Nebengeräusche vor einem Grande Partenza wie in diesem Jahr. Die Bekanntgabe der Strecke und damit des Starts hatte sich verzögert. Die im November geplante Veranstaltung war offiziell wegen technischer Probleme verschoben worden. Medienberichten zufolge soll es Unstimmigkeiten zwischen dem Giro-Veranstalter RCS und der Regierung Albaniens gegeben haben. Die Organisatoren hatten dies später dementiert.
Der Start erfolgt in der westalbanischen Küstenstadt Durres. Auf die Fahrer warten 160 Kilometer mit knackigen 1800 Höhenmetern in die Hauptstadt Tirana, wo noch ein zweimal zu befahrener Rundkurs ansteht. Der erste Träger des Rosa Trikots dürfte kein reiner Sprinter sein, eher ein Fahrertyp vom Schlage eines Wout van Aert. Am zweiten Tag geht es mit einem Einzelzeitfahren weiter, das einen kurzen Anstieg beinhaltet, ehe am Sonntag am letzten Tag in Albanien eine anspruchsvolle Etappe über den Qafa e Llogarasë wartet, der schon für ein erstes Aussortieren unter den Klassementfahrern sorgen könnte. Es folgt ein Ruhetag, der Giro d’Italia setzt über nach Süditalien. Dort warten drei Etappen, die den Sprintern liegen sollten. Auf Etappe sieben steht die erste Bergankunft in Tagliacozzo an. Der Anstieg ist bis auf die letzten rund drei Kilometer ein Rollerberg, wohl zu wenig, um für große Abstände zu sorgen. Die 8. Etappe ist ein hügeliger Abschnitt, prädestiniert für Ausreißer. Vor dem zweiten Ruhetag muss das Peloton über fünf Schottersektoren auf den Weißen Straßen der Toskana - rund 30 Kilometer Gravel in Richtung Siena.
Die zweite Woche
Nach dem zweiten Ruhetag wartet ein fast brettflaches Einzelzeitfahren über 28,6 Kilometer, das den starken Rouleuren liegen wird. Der folgende 11. Abschnitt nach Castelnovo Ne’ Monti ist zwar lediglich als mittelschwere Etappe ausgezeichnet, hat aber 3850 Höhenmeter zu bieten. Auf Etappe 12 sollten wieder die Sprinter zum Zuge kommen, der Folgetag in Richtung Vicenza könnte etwas für Ausreißer oder Puncheure sein, bevor eine weitere Sprintankunft beim Abstecher nach Nova Gorica in Slowenien zu erwarten ist. Tags darauf geht es über den Monte Grappa nach Asiago. Der Bergriese wird allerdings früh in der Etappe genommen, wodurch sich hier wohl eine Ausreißergruppe durchsetzen wird.
Die dritte Woche
Das dicke Ende wartet auch bei diesem Giro in der dritten Woche, die mit einer schweren Bergankunft in San Valentino (Brentonico) beginnt. Am Tag danach geht es über den Tonale-Pass und den Mortirolo nach Bormio - beide Berge sind aber noch relativ weit weg vom Ziel. Etappe 18 könnte dann nochmal etwas für die Sprinter sein. Der Kampf um das Rosa Trikot wird sich auf den Etappen 19 und 20 entscheiden. Die 19. Etappe endet zwar nicht mit einer Bergankunft, beinhaltet aber mit 4950 die meisten Höhenmeter aller Etappen und gleich drei Berge der 1. Kategorie bei der Fahrt durchs Aostatal. Die 20. Etappe führt dann über den legendären Colle delle Finestre mit seiner Schotterstraße nach Sestriere.
Anspruchsvolle Etappen der Italien-Rundfahrt
Dass sich jedoch meistens in den Bergen entscheidet, wer mit dem Rosa Trikot ins finale Einzelzeitfahren geht, hat gute Gründe: Da die Corsa Rosa im Mai stattfindet, werden die Fahrer manchmal vor besondere Schwierigkeiten gestellt. Während die Rundfahrt im Süden häufig durch hochsommerliche Etappenfahrten geprägt ist, sind auf den Gipfeln der Alpen und den Dolomitenpässen durchaus Schneefall und Minusgrade möglich. Dieses wechselhafte Wetter und die teils sehr schmalen Straßen, auf denen die Teamfahrzeuge kaum fahren können, fordern die Sportler und das gesamte Team in besonderem Maß.
Zudem unterscheiden sich die Berge in Italien von den französischen Alpen und den Pyrenäen: Zwar sind die Dolomiten ein weitaus kompakterer Gebirgszug, jedoch sind die Anstiege meistens steiler und übertreffen nicht selten die 15- und manchmal auch die 20-Prozent-Marke.
Die Wertungen und Trikots des Giro d‘Italia
Wie auch bei den anderen Grand Tours, kämpfen die Fahrer beim Giro nicht nur um den Gesamtsieg, sondern auch um Trikots. Die Wertungen richten sich hierbei nach den Vorschriften des Internationalen Radsport-Verbands (UCI) und dem Sonderreglement des Veranstalters RCS Sport. Mit den Jahren wurden immer wieder verschiedene Änderungen am Regelwerk vorgenommen. So haben sich zum Beispiel die Farben mancher Trikots geändert. Allerdings bleiben die Grundzüge der Wertungen stets erhalten.
Gesamtwertung
Die Gesamtwertung gibt Auskunft darüber, wer gewinnt, wer auf den nächsten Plätzen folgt und mit welchem Abstand die Verfolger über die Ziellinie fahren. Die Fahrzeiten der einzelnen Etappen werden dabei addiert, sodass immer derjenige das Rosa Trikot der Gesamtwertung trägt, der im Gesamtklassement vorne liegt. Zudem erhalten die Sieger der einzelnen Etappen und die ersten drei der Zwischensprints Zeitbonifikationen.
Der Führende der Gesamtwertung trägt beim Giro das Rosa Trikot - das Maglia Rosa. Es ist das Gegenstück zum Gelben Trikot bei der Tour de France.
Punktewertung
Die Punktewertung ist eine separate Wertung im Radsport, die auf den Etappenplatzierungen basiert. Sie richtet sich nicht nach der Zeit der Zieleinfahrt, sondern der Platzierung im Rennen. Zudem können die Fahrer weitere Punkte bei den Zwischensprints sammeln. Die genaue Punktezahl richtet sich dabei nach der Art der Etappe. So erhalten die schnellsten Fahrer bei einer Flachetappe deutlich mehr Punkte als bei einer Bergetappe - für die es eine gesonderte Wertung gibt.
Der Führende der Punktewertung trägt seit 2017 das Maglia Ciclamino - ein lilarotes Trikot. In den Jahren zuvor war das Trikot der Punktewertung in einem klassischen Rot gehalten. Haben zwei oder mehrere Radsportler die gleiche Punktzahl, entscheidet die Anzahl der Etappensiege und gewonnenen Zwischensprints, wer das Trikot tragen darf.
Bergwertung
Von 1974 bis 2011 trug der Führende der Bergwertung das Grüne Trikot (Maglia Verde). Seit 2012 ist dieses nun azurblau - das Maglia Azzurra. Auch die Bergwertung wird in Punkten gemessen, die die Fahrer durch das Erklimmen der Hügel und Berge erhalten. Die Punktzahl richtet sich dabei nach der Platzierung und der Länge beziehungsweise Schwierigkeit des Anstiegs. So erhält der Radsportler, der den höchsten Punkt der Italien-Rundfahrt als Erster erreicht, die meisten Punkte. Diese Wertung wird Cima Coppi genannt, in Anlehnung an den fünfmaligen Sieger des Giro d’Italia: Fausto Coppi. Bei Bergwertungen der 1. Kategorie, die zugleich Etappenziel sind, gibt es wie bei der Cima Coppi ebenfalls 50 Punkte für den Ersten.
Nachwuchswertung
Der beste Fahrer unter 25 Jahren wird seit 1976 mit dem Weißen Trikot (Maglia Bianca) ausgezeichnet. Dieser wird mithilfe der Gesamtwertung ermittelt, wobei alle Radsportler über 25 ausgeschlossen sind.
Darüber hinaus gibt es noch die Mannschafts-, die Zwischensprint-, die Intergiro-, die Ausreißerwertung und den Preis für den kämpferischsten Fahrer. Hierfür gibt es allerdings keine speziellen Trikots.
Bisherige Sieger der Italien-Rundfahrt
In der Geschichte der Corsa Rosa haben es drei Fahrer geschafft, den Giro d’Italia fünf Mal zu gewinnen: Die Italiener Alfredo Binda (zwischen 1925 und 1933) und Fausto Coppi (zwischen 1940 und 1953) sowie der belgische Radrennfahrer Eddy Merckx (zwischen 1968 und 1974). Die meisten Etappensiege kann Mario Cipollini verbuchen. Dieser feierte im Jahr 2003 seinen 42. Erfolg und löste damit Alfredo Binda mit 41 Etappensiegen ab. Den ersten Sieg im Jahr 1909 konnte der Italiener Luigi Ganna für sich verzeichnen.
Überblick über die letzten elf Gesamtsieger beim Giro d’Italia:
- 2023 Primoz Roglic (Slowenien)
- 2022 Jai Hindley (Australien)
- 2021 Egan Bernal (Kolumbien)
- 2020 Tao Geoghegan Hart (Großbritannien)
- 2019 Richard Charapaz (Ecuador)
- 2018 Christopher Froome (Großbritannien)
- 2017 Tom Dumoulin (Niederlande)
- 2016 Vincenzo Nibali (Italien)
- 2015 Alberto Contador (Spanien)
- 2014 Nairo Quintana (Kolumbien)
- 2013 Vincenzo Nibali (Italien)
- 2012 Ryder Hesjedal (Kanada)
- 2011 Michele Scarponi (Italien) (nachdem Alberto Contador des Dopings überführt wurde)
- 2010 Ivan Basso (Italien)
Entstehung des Giro d’Italia
Mit Frankreich und der Tour de France als großem Vorbild wünschten sich auch die Italiener eine landesweite Rundfahrt für Radrennfahrer. Die erste Italien-Rundfahrt startete am 13. In Anlehnung an das rosa Papier der Zeitung trägt der Führende der Giro-Gesamtwertung ein Rosa Trikot, das Maglia Rosa - und kein gelbes, wie es bei der Tour de France der Fall ist.
Der Giro findet seit 1909 jährlich statt - mit Ausnahme der Zeit während des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Erst seit den 30er-Jahren enthält der Giro auch Bergetappen durch die Alpen und Dolomiten, die seit 1933 auch in einer speziellen Bergwertung gezählt werden. Seit 1966 existiert zudem die Punktewertung.
Im Jahr 2020 wurde die Rundfahrt aufgrund der COVID-19-Pandemie auf Oktober verschoben und startete nicht mehr wie geplant im ungarischen Budapest. Stattdessen wurde sie auf Sizilien ausgetragen. 2021 fand der Giro wie gewohnt im Frühling in Italien statt. Der Giro 2022 startete doch in Ungarn und markierte damit den 14. Auslandsstart der Italien-Rundfahrt. 2023 und 2024 begann das Rennen wieder in seinem Heimatland.
Seit 1988 gibt es den Giro d’Italia Donne (vorher Giro Rosa und Giro d’Italia Femminile) - die Italien-Rundfahrt für Frauen, die 2024 erstmals unter dem Namen Giro d’Italia Women von RCS ausgerichtet wird. 2005 wurde der Giro der Männer Teil der UCI Pro Tour, einer Serie von wichtigen Radrennen im Straßenradsport.
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