Piaggio, Hercules, Honda oder Yamaha sind bekannte Namen in der Motorradwelt. Aber es gibt noch viele weitere Hersteller von Zweirädern. Italienische Motorräder sind weltweit für ihre Leistung und ihr Prestige bekannt.
Viele italienische Motorradmarken entstanden aus Familienbetrieben, die im Zweiten Weltkrieg mechanische Teile für die Militärindustrie produzierten. Piaggio baute Züge und Waggons, Benelli produzierte Gewehre und Laverda Traktoren und Landmaschinen. Nach dem Krieg stieg der Bedarf an billigen Transportmitteln, was viele Unternehmen dazu veranlasste, auf die Produktion von Zweirädern umzusteigen.
Bekannte italienische Motorradmarken
- Aprilia: Ein italienischer Motorrad- und Motorrollerhersteller mit Sitz in Noale. 1968 begann das Unternehmen mit der Produktion des ersten 50ccm-Motorrads.
- Benelli: Das Unternehmen begann als Reparaturwerkstatt und stellte 1920 seinen ersten Zweitaktmotor vor.
- Bimota: Begann als Nischenunternehmen, das hochwertige Karosserieteile herstellte und sie mit Standardmotoren anderer Hersteller zusammenbaute.
- Ducati: Das Unternehmen begann 1926 als Hersteller von Radio- und Elektronikkomponenten. 1949 baute Ducati sein erstes voll ausgestattetes Motorrad, die Ducati 60.
- Gilera: Einer der ältesten italienischen Motorradhersteller und eine Tochterfirma des Piaggio-Konzerns.
- Moto Guzzi: Ein italienischer Hersteller von Motorrädern mit Sitz am Comer See. Das Unternehmen ist bekannt für seine V-Twin-Motoren.
- MV Agusta: Auch bekannt als Meccanica Verghera Agusta. Das erste von der Firma produzierte Motorrad sorgte sofort für Schlagzeilen.
- Piaggio: Ein italienischer Fahrzeughersteller mit Sitz in Pontedera und Hersteller des legendären Vespa-Motorrads.
Weitere italienische Marken
- Cimatti: Gegründet vom Radrennfahrer Marco Cimatti in Bologna.
- Malaguti: Ein italienischer Hersteller von Motorrädern, Motorrollern und Mofas mit Sitz bei Bologna.
- Moto Morini: Eine weitere Marke, die eine Renaissance erlebt.
Deutsche Marken mit italienischer Verbindung
- Hercules: Stellte im Zeitraum von 1905 bis 1907 schon Motorräder her. Die Hercules Werke GmbH in Nürnberg planten auch Kleinkrafträder nach England zu exportieren.
- Kreidler: 1951 brachte Kreidler das erste 50-cm³-Hubraum-Moped auf den Markt: das Modell K 50. Das Unternehmen wurde 1982 nach Konkurs geschlossen.
- Triumph Werke Nürnberg AG: War ein deutscher Motorrad- und Büromaschinenhersteller.
Französische Marken mit italienischer Verbindung
- M.B.K. Industrie: Ein französischer Hersteller von Motorrollern, Elektro-Mofas und -Fahrrädern und ein Tochterunternehmen des Motorradherstellers Yamaha.
- Mobylette: War der Markennamen für Mofas und Mopeds des französischen Zweiradhersteller Motobécane.
- Peugeot: Ab 1886 stellte das Unternehmen Fahrräder her und war ab 1901 an der frühen Entwicklung von Motorrädern in Deutschland beteiligt. 1959 wurde der Motorradbau bei Peugeot aufgegeben.
- Solex: Erhielt 1917 ein Patent auf ein Fahrrad mit Hilfsmotor an der Hinterachse.
Weitere europäische Marken
- Jawa: Ein tschechischer Motorrad- und ehemaliger Automobilhersteller.
- Rieju: Ist in diesem Segment Marktführer in Spanien.
Asiatische Marken
- Keeway: Ist der Markenname unter welchem Qianjiang-Fahrzeuge seit 1999 ins Ausland vertrieben werden.
- Yamaha Hatsudōki K.K.: Die gekreuzten Stimmgabeln stehen für die Verbindung zur Musik.
- Honda: 1963 begann Honda mit der Motorradproduktion in Belgien, 1967 in Thailand, 1980 in Nigeria.
- Suzuki: Suzuki führt das Marken-S am 1. Oktober 1958 ein.
Bedeutung von Logos
- Benelli: Der Löwe findet sich im Markenzeichen von Benelli seit der Gründung des Unternehmens.
- BMW: In Wirklichkeit handelt es sich um die Weiterentwicklung des Zeichens der Rapp Motorenwerke.
- Buell: Erik Buell benutzt einen Pegasus als Zeichen für seine Firma.
- Cagiva: Firmengründer Giovanni Castiglioni wählte 1950 den Elefanten als Signet für Cagiva.
- Ducati: Seine äußere Form gleicht dem Logo des Rennstalls Ducati Corse und ähnelt ein wenig einem mittelalterlichen Ritterschild, es soll allerdings ein Herz symbolisieren.
- Harley-Davidson: »Bar and Shield«, zu Deutsch »Balken und Schild«, so heißt das Markenzeichen von Harley-Davidson.
- Honda: Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse, warum Honda einen Flügel als Firmenzeichen trägt, sondern nur Vermutungen.
- Husqvarna: Das Logo symbolisiert den Blick an einem Gewehr über Kimme und Korn, das Runde stellt den Lauf dar.
- Kawasaki: »The flying K«, das fliegende K, so nennt Kawasaki sein Firmenzeichen.
- Moto Guzzi: Ihm zu Ehren wählen die Signori Guzzi und Parodi einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen als Symbol der gemeinsamen Luftwaffenzeit als Markenzeichen von Moto Guzzi.
- Suzuki: Sein S ist einfach, symbolisiert jedoch Energie und Fortschrittlichkeit und damit die Zukunft der Marke.
- Yamaha: Die gekreuzten Stimmgabeln stehen für die Verbindung zur Musik.
Moderne Klassiker aus Italien im Vergleich
Italien ist ein Land mit einer reichen und vielfältigen Motorradkultur. Obwohl es heute nicht mehr so viele Hersteller auf der italienischen Halbinsel gibt wie in den 50er, 60er oder 70er Jahren, sind es immer noch viel mehr als in Deutschland. Und alle haben in den vergangenen 30 Jahren mindestens ein Motorrad hervorgebracht, das den hohen Rang eines modernen Klassikers verdient.
Ducati 916
Die Ducati 916 ist nicht in allen Details original. Ducati wurde 1926 gegründet und stellte 20 Jahre lang Elektronikbauteile, Radioempfänger oder Rasierapparate her. Erst 1946 schlug die Firma mit dem Lizenzbau eines Fahrrad-Hilfsmotors den Weg zum Motorradhersteller ein. 1954 trat der junge Ingenieur Fabio Taglioni ein, der die Motorradtechnik noch bis nach seinem Ausscheiden bestimmte.
Wer jemals die Verkleidung einer Ducati 851 oder 888 abgenommen hat und dieselbe Arbeit bei einer 916 verrichtet, der weiß, was diese Stilikone noch kann, außer schön zu sein: praktisch, schrauberfreundlich, jedenfalls im Rahmen ihrer auch durch den komplexen Motor vorgegebenen Möglichkeiten. Die 916 hat einen ziemlich robusten Kern. Und wer das Glück sturzfreier Runden auf der 916 genossen hat, der weiß, dass sie nicht nur schön, praktisch und robust ist, sondern auch wunderbar ausgewogen zu fahren. Und deshalb sehr, sehr schnell.
Diese Tugenden verdankt sie ihrem legendären Konstrukteur Massimo Tamburini. Selbstverständlich hat er nicht alle Details des gelungenen Gesamtpakets geschaffen, aber mit seinem von Kostenrücksichten nur wenig beeinträchtigten Perfektionismus alle seine Mitarbeiter zu Höchstleistungen getrieben. Bezahlt hat diese immens aufwendige Entwicklungsarbeit der nicht minder legendäre Claudio Castiglioni.
Wer heute die 916 fährt, wird ihr Fahrwerk noch immer voll auf der Höhe der Zeit finden. Der alte „Desmoquattro“, den sie mit leicht vergrößertem Hubraum von der 851/888 übernommen hat, ist auch noch immer ein sehr schöner Motor für die Landstraße. Dort glänzt er mit einem kräftig ausgeprägten mittleren Drehzahlbereich, in dem er auch sehr geschmeidig läuft. Im Anstieg auf das höchste Drehmoment und weiter Richtung Höchstleistung vibriert er allerdings hart. Hohe Dauerdrehzahlen auf der Rennstrecke strengen ihn und den Fahrer ziemlich an; das konnten die späteren Testastretta-Motoren besser.
Technische Daten Ducati 916
Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, je zwei obenliegende Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, desmodromisch betätigt, Einspritzung, Ø 50 mm, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette, Bohrung x Hub 94,0 x 66,0 mm, 916 cm³, 83,0 kW (113 PS) bei 8500/min, 96 Nm bei 6800/min, Gitterrohrrahmen aus Stahl, Upside-down-Gabel, Ø 43 mm, Einarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Vierkolben-Festsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 220 mm, Zweikolben-Festsattel, Felgen 3.50 x 17; 5.50 x 17, Reifen 120/70 ZR 17; 190/50 ZR 17, Gewicht vollgetankt 212 kg
Bimota YB6 Exup
Bimota, 1965 gegründet von den Herren Bianchi, Morri und Tamburini, baute zunächst Heizungs- und Lüftungsanlagen. 1973, nachdem Massimo Tamburini eine MV Agusta 600 und eine Honda CB 750 optimiert hatte, begann man mit der Fertigung von Fahrwerken für Rennmaschinen, die meisten für Yamaha-TZ-Motoren. 1975/76 wurden zehn HB1 (Honda-Bimota 1) gebaut. Es folgten Fahrwerke für Suzuki-, Kawasaki- und wieder Honda-Motoren, allesamt mit höchst komplexen Stahlrohrrahmen. Die YB4 und YB6 etablierten eine Serie von Leichtmetallrahmen. Heute baut Bimota in kleinen Serien Modelle mit Gitterrohrrahmen und Ducati-Motoren.
YB4, YB6 - hinter diesen nüchternen Bezeichnungen verbirgt sich der Beginn der erfolgreichsten Baureihe von Bimota: Für die 750er- und 1000er-Fünfventil-Vierzylinder von Yamaha baute die Manufaktur aus Rimini einen ebenso schönen wie verwindungssteifen Brückenrahmen aus Leichtmetallprofilen. Erprobt hatte ihn Virginio Ferrari, der 1987 die TT-F1-Weltmeisterschaft auf der YB4 gewann. 1988 schaffte Davide Tardozzi den dritten Platz in der neu geschaffenen Superbike-WM, der Vizetitel in der Konstrukteurswertung ging ebenfalls an Bimota.
Für betuchte Sammler und Sportfahrer baute Bimota zwischen 1988 und 1990 die YB6 mit dem 1000er-Motor von Yamaha, 1989/90 die Tuatara mit Einspritzung. Zugleich entstanden 114 Exemplare der YB6 mit Exup-Motor; aus dieser Serie stammt das Motorrad dieser Geschichte. Seit 1994 von ihrem Eigner liebevoll gepflegt, vermittelt die YB6 noch immer die typische trockene Steifigkeit des Fahrwerks und des GFK-Monocoques mit der dünnen Moosgummiauflage. Der Abstand zwischen Sitzpolster und Lenkerhälften ist lang, der Kniewinkel brutal spitz. Trotzdem ist zu spüren, dass das Fahrwerkskonzept mit wenigen Modifikationen auch heute noch funktionieren würde.
Technische Daten Bimota YB6
Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei obenliegende Nockenwellen, fünf Ventile pro Zylinder, Gleichdruckvergaser, Ø 37 mm, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette, Bohrung x Hub 75 x 56 mm, 989 cm³, 103,0 kW (140 PS) bei 9500/min, 113 Nm bei 7500/min, Brückenrahmen aus Aluminium, Upside-down-Gabel, Ø 42 mm, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Doppelkolben-Schwimmsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 230 mm, Zweikolben-Festsattel, Felgen 3.50 x 17; 5.50 x 17, Reifen 120/60 ZR 17; 180/60 ZR 17, Gewicht vollgetankt 211 kg
Aprilia RS 250
Gegründet wurde Aprilia im Jahr 1945 als Fahrradhersteller; der Markenname ist inspiriert vom Lancia Aprilia, den Firmengründer Alberto Beggio besonders schätzte. Sein Sohn Ivano initiierte die Herstellung von Motorrädern. 1968 entstanden erste Geländesportmaschinen. Schon früh verfolgte Aprilia bei der Produktion eine moderne Strategie - man konzentrierte sich auf Entwicklung und Montage; die einzelnen Komponenten kamen von Zulieferern. Der Gewinn aus dem Verkauf flott gestylter Motorroller finanzierte die Entwicklung der Motorräder, doch als der Rollerboom nachließ, verweigerten die Banken neue Kredite. Ivano Beggio musste die Firma im Jahr 2008 an Piaggio verkaufen.
Neun Fahrer-Weltmeisterschaften wurden auf Aprilia in der 250er-Grand-Prix-Klasse gewonnen. Eigentlich sind es sogar zehn, denn die Weltmeistermaschine von Marco Simoncelli aus dem Jahr 2008 firmiert zwar unter dem Markennamen Gilera, stammte aber ebenfalls aus der Rennabteilung von Aprilia.
Nichts lag näher, als diese Erfolge mit einem käuflichen Straßenmotorrad zu vermarkten. So kam 1995 die erste RS 250 auf den Markt. Statt dem schwierig abzustimmenden Drehschiebermotor der Rennmaschinen setzte Aprilia den membrangesteuerten Zweitakt-V2 der Suzuki RGV 250 ein, den einzigen Zweitakter der jüngeren Vergangenheit, der in Deutschland mit seiner vollen Leistung von 56 PS homologiert wurde. Was das Fahrwerk betrifft, überflügelt die RS 250 ihre Motorspenderin sowohl in den Fahreigenschaften als auch in der Verarbeitungsqualität: Das rasante kleine Sportmotorrad ist kaum weniger aufwendig gebaut und ausgestattet als die 1000er-RSV-Mille, die Aprilia im Jahr 2008 präsentierte. Unterschiede sind nur bei der Qualität und Ausstattung der Federelemente festzustellen.
Technische Daten Aprilia RS 250
Wassergekühlter Zweizylinder-V-Motor, Flachschiebervergaser, Ø 34 mm, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette, Bohrung x Hub 56,0 x 50,6 mm, 249 cm³, 40,0 kW (55 PS) bei 10 500/min, 35 Nm bei 10 750/min, Brückenrahmen aus Aluminium, Upside-down-Gabel, Ø 41 mm, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 298 mm, Vierkolben-Festsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 220 mm, Zweikolben-Festsattel, Felgen 3.50 x 17; 4.50 x 17, Reifen 120/70 ZR 17; 150/60 ZR 17, Gewicht vollgetankt 165 kg
Moto Guzzi Griso 1100
Jahrzehntelang hat Moto Guzzi hauptsächlich liegende Einzylinder produziert oder im Rennsport alle möglichen Motorkonzepte bis hin zum 500er-V8 eingesetzt. Doch keine andere Motorbauart hat die neuere Geschichte der Traditionsmarke so stark geprägt wie der 1966 eingeführte 90-Grad-V2 mit längs eingebauter Kurbelwelle. Ein luftgekühlter Zweiventiler mit 744 und 853 cm³ treibt heute die Klassik-Modelle der V7 und V9-Baureihe, während die aktuelle Griso und die Stelvio einen 1151 cm³ großen Vierventiler, die California-Modelle gar einen 1380er-Vierventiler erhielten. Egal ob kleine oder große Baureihe, die Guzzi-Motoren setzen eher auf gleichmäßig kräftigen Durchzug aus der Mitte als auf hektische Hochdrehzahlen.
Griso ist eine Figur aus Alessandro Manzonis Roman „Die Verlobten“, dessen Handlung teilweise am Comer See spielt. Dieser lokale Bezug zu Moto Guzzi spielte bei der Wahl des Modellnamens ebenso eine Rolle, wie der Charakter Grisos in Manzonis Roman: Er ist der Handlanger eines Bösewichts, scheitert aber stets bei seinen Versuchen, wirklich ruchlose Taten zu begehen. Genauso äußerlich böse, aber mit gutem Kern sollte auch die große Guzzi aufs Publikum wirken. Was ihr in ihrer elfjährigen Karriere bis heute gut gelingt.
Das hier gezeigte Motorrad ist mit dem ursprünglichen 1064er-Zweiventilmotor ausgerüstet, der unzweifelhaft das gute Herz des vermeintlichen Schurken repräsentiert. Dumpf im Ton, mit kernigen, aber nicht unangenehmen Lebensäußerungen zieht er schon bei niedrigen Drehzahlen sehr kräftig durch. Mit Guzzi-typischem, mächtigem Schwungmoment dreht er selbst bei Vollgas nicht gerade spritzig hoch, dafür drückt er über Lastspitzen, etwa in Form kurzer Anstiege, völlig unbeeindruckt hinweg.
Man sollte diese Charakteristik nicht behäbig nennen, denn sie fördert ein zügiges Grundtempo. Dazu passt das Fahrwerk mit dem sichtlich langen Radstand von 1554 Millimetern und 108 Millimeter Nachlauf. Nicht gerade die passende Geometrie für zackiges Schikanenreißen auf der Rennstrecke, aber genau richtig für flott gefahrene, lang gezogene Kurven auf der Landstraße. Sollten diese mit Bodenwellen gespickt sein, bringt das die Guzzi auch nicht aus der Ruhe.
Die „böse“ oder vielleicht besser betont maskuline Komponente der Griso-Persönlichkeit schaffen Details wie die langen, kräftigen Rahmen- und Auspuffrohre oder die wuchtige Erscheinung des Motors und des Antriebsstrangs. Ganz schön viel Metall, das Moto Guzzi dafür vergießen lässt.
Technische Daten Moto Guzzi Griso 1100
Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, je eine untenliegende Nockenwelle, zwei Ventile pro Zylinder, Stoßstangen, Kipphebel, Einspritzung, Ø 45 mm, geregelter Katalysator, Zweischeiben-Trockenkupplung, Sechsganggetriebe, Kardan, Bohrung x Hub 92,0 x 80,0 mm, 1064 cm³, 64,8 kW (88 PS) bei 7600/min, 89 Nm bei 6400/min, Rohrrahmen aus Stahl, Motor mittragend, Upside-down-Gabel, Ø 43 mm, Zweigelenk-Einarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Vierkolben-Festsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 282 mm, Doppelkolben-Schwimmsattel, Felgen 3.50 x 17; 5.50 x 17, Reifen 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17, Gewicht vollgetankt 243 kg
Gilera Saturno 500
Bereits 1909 produzierte Giuseppe Gilera einen selbst konstruierten Einzylinder-Viertakter. Während der 30er-Jahre entstanden Vierzylinder-Kompressor-Rennmaschinen und nach dem Zweiten Weltkrieg die legendären Grand Prix-Vierzylinder, mit denen Geoff Duke drei WM-Titel gewann. In Serie baute Gilera damals die mächtigen Einzylinder-500er-Saturno, Namensgeberin des hier vorgestellten Motorrads von 1988. Zu dieser Zeit gehörte die Firma bereits zum Piaggio-Konzern, der Mitte der 90er-Jahre die Motorrad- zugunsten der Rollerproduktion stoppte.
Die neuzeitliche Saturno ist ohne Zweifel ein modernes Motorrad. Dennoch vermittelt sie mehr als einen Hauch der Ära klassischer Einzylinder-Rennmaschinen wie der Manx Norton oder der Matchless G 50. In den 50er- und 60er-Jahren waren viele Rennstrecken noch gänzlich unschikaniert; es wurde zwischen wenigen Kurven hemmungslos geradeaus gebolzt oder in lang gezogenen Schwüngen der Frage nachgegangen, ob man hier wohl noch mit Vollgas durchkommt.
Ein solches "Nichts riskieren, stehen lassen"-Fahrprogramm passt bestens zur Saturno. Der Fahrer kann sich entspannt auf den langen Tank legen und si...
Italienische Motorräder in Deutschland
Bei den Motorrädern haben ganz klar die Japaner die Nase vorn, gefolgt von italienischen und deutschen Fabrikaten. Die einen sind besonders sportlich und zugkräftig, die anderen eher solide und für Langstrecken gedacht.
Ob Reinigung, Pflege oder Fragen zu technischen Gegebenheiten. Ob Motoroller, Reiseenduro, Supersportler oder Tourer - das Angebot an Motorradtypen ist genauso breitgefächert wie die Geschmäcker ihrer Besitzer.
Zusammenfassende Tabelle
| Marke | Gründungsjahr | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Aprilia | 1945 | Erfolgreich im Rennsport, moderne Strategie |
| Benelli | 1911 | Bekannt für Sechszylindermotoren in den 1970er Jahren |
| Bimota | 1973 | Hochwertige Karosserieteile, Spezialrahmen |
| Ducati | 1926 | Prestigeträchtige und innovative Motorräder |
| Gilera | 1909 | Einer der ältesten italienischen Motorradhersteller |
| Moto Guzzi | 1921 | Bekannt für V-Twin-Motoren |
| MV Agusta | 1945 | Erfolgreich im Rennsport, luxuriöse Motorräder |
| Piaggio | 1884 | Hersteller der legendären Vespa |
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