Seit 1976 ist das Tragen eines Schutzhelms für deutsche Motorradfahrer Pflicht. Inzwischen haben alle Biker den Helm längst als wesentlichen Bestandteil der Schutzausrüstung akzeptiert. Wer Harley fährt, schützt sein Haupt natürlich auch am liebsten mit Harley, weswegen der amerikanische Hersteller etliche Helme in verschiedenen Bauarten im Programm hat. Doch einerlei, auf welche Bauart und welches Design die Wahl fällt: Die Beratung und Anprobe beim Vertragshändler sind durch nichts zu ersetzen, denn ein Helm muss passen, soll er schützen. Mindestens zehn behelmte Minuten im Laden klären, ob alles straff sitzt, ohne zu drücken.
Beliebte Harley Davidson Helme
Zu den Bestsellern der letzten Saison gehört der Jethelm Bootlegger’s Pass (98236-19EX, UVP: 253,- Euro) mit Komfortfutter und Doppel-D-Ringverschluss.
Sport Glide 2-in-1 Helmet
Neu ist der Sport Glide 2-in-1 Helmet. Ein entnehm- und waschbares Innenfutter gehört ebenso zu seiner Ausstattung wie Belüftungsöffnungen, eine Sonnenblende und ein Ratschenverschluss für den Kinnriemen. Clou Nummer eins: Durch Entfernen der Komfortgesichtsmaske verwandelt er sich in einen waschechten Jethelm. Er ist kompatibel mit dem Boom! Audio Bluetooth-Helmheadset und verfügt über zwei weitere Besonderheiten.
Boom! Audio Full-Face Helmet
Für Tech-Fans gibt’s eine neue Version des Boom! Audio Full-Face Helmet (98208-20EX, UVP: 621,- Euro) mit Doppel-D-Ring-Verschluss, Belüftungsöffnungen sowie entnehm- und waschbarem Futter. Einzigartig macht ihn sein integriertes 30K-Bluetooth-Kommunikationssystem inklusive soundstarkem Kopfhörer und Mikrofon sowie UKW-Radio. Ohne lästiges Kabel sind freies Sprechen, Navigieren und der Genuss der Lieblingsplaylist möglich. Was alle beschriebenen Helme eint, ist ihre Fiberglasschale, die sie besonders unempfindlich gegen Umwelteinflüsse macht.
Jethelm vs. Integralhelm: Vor- und Nachteile
Beim Jethelm kriegst du viel mehr mit als beim Integralhelm. Sicherheitstechnisch ist der Integralhelm nicht zu schlagen. Die Frage ist, ob man so viel Sicherheit braucht oder sich evtl. vielleicht gleich überlegt, mit dem Auto zu fahren.
Der Klapphelm
Der Klapphelm mutet auf den ersten Blick wie ein klassischer Integralhelm an. Der Clou beim Klapphelm ist, dass das Kinnteil hochgeklappt werden kann. Bei einigen Modelle lässt es sich sogar ganz nach hinten klappen. In diesem Fall wird aus dem Integralhelm also mit wenigen Handgriffen ein Jethelm. Dadurch ist der Klapphelm besonders flexibel und passt sich den jeweils vorherrschenden Gegebenheiten an. Der Klapphelm verbindet hier also die Vorteile von Jet- und Integralhelmen. Darüber hinaus ist die Klappe besonders bei kurzen Trinkstops oder an der Tankstelle sehr nützlich. In der Regel ist ein Klapphelm durch die Mechanik des Klappens geringfügig schwerer.
Hybridhelme
Hybrid- oder Multihelme verfügen über ein abnehmbares Kinnteil, oft auch über ein integriertes Sonnenvisier. Diese Motorradhelme stellen oft einen Kompromiss zwischen Integral- und Jethelm dar. Bei gutem Wetter kann das Kinnteil für eine optimale Belüftung abgenommen werden und bei schlechtem Wetter genutzt werden. So kann sich der Biker gut an die vorherrschenden Bedingungen anpassen. Als Beispiel kann hier der Pilot 2in1 angeführt werden.
Sicherheitsaspekte und Normen
Seit 2006 steht im Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO), dass Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen "geeigneten Schutzhelm" tragen müssen. Damit ist also das Benutzen von Arbeits-, Feuerwehr- oder Militärhelmen ohne ausreichende Schutzwirkung untersagt. Wer mit solchen "Schüsseln" erwischt wird, muss nicht nur mit Bußgeld rechnen: Versicherungen können nach einem Unfall sogar Leistungen verringern, selbst wenn der Motorradfahrer bzw. die Motorradfahrerin den Unfall nicht verursacht hat.
ECE-Norm
In Deutschland gibt es keine direkte Pflicht zum Tragen eines ECE 22/05 geprüften Motorradhelms. In anderen europäischen Ländern sieht das aber anders aus: so gibt es zum Beispiel in Österreich und den Niederlanden eine Pflicht die genannte Norm zu erfüllen. Die ECE 22/05 Norm wird in den nächsten Jahren Schritt für Schritt durch die überarbeitet ECE 22/06 Norm ersetzt. Die neue Norm soll Helme noch sicherer machen und nimmt auch die Helmvisiere vermehrt in die Prüfung mit auf. Nach der neuen Norm kann bereits ab Anfang 2021 geprüft werden. Bereits ab Juni 2023 dürfen keine Helme mehr mit der „alten“ ECE 22/05 produziert werden.
Eine wesentliche Verbesserung für die Durchführung von Helmtests ist der deutlich größere Helmschalenbereich, in dem nun geprüft werden darf. Salopp ausgedrückt müssen Motorradhelme nun "überall" sicher sein und eine der Norm entsprechende Schlagfestigkeit aufweisen.
Verschlussarten von Helmen
Die bekanntesten Verschlussarten sind der Klickverschluss, PinLock, Ratschenverschluss und der Doppel-D-Ringverschluss.
- Klickverschluss: Der Klickverschluss stellt den „einfachsten“ der drei Verschlüsse dar. Er besteht in der Regel aus einer einfachen Metalllasche die in das andere Ende gesteckt wird und dort einrastet. Der Vorteil hier ist sicher die Einfachheit des Systems.
- Ratschenverschluss: Der Ratschenverschluss erfreut sich großer Beliebtheit bei den Motorradhelmen. Der Verschluss besteht aus einem Zahnriehmen und dem zugehörigen Gehäuse. Der Verschluss ist daher einfach und lässt sich auch mit Motorradhandschuhen leicht bedienen. Durch den Zahnriehmen lässt sich der Helmverschluss recht genau in der Größe einstellen.
- Doppel-D-Ring Verschluss: Der Doppel-D-Ring Helmverschluss ist der aktuell am meisten verbreitete Helmverschluss, welcher ebenfalls in den gängigen Rennsportklassen fest vorgeschrieben ist. Der Doppel-D-Ring Verschluss besteht aus zwei D-förmigen Metallringen und einem Riemen der durch die Ringe gefädelt wird. So lässt sich der Verschluss sicher und stufenlos verstellen. Der Helmverschluss kann also perfekt auf Dich zugeschnitten werden.
Weitere wichtige Aspekte
Als Brillenträger sollten Motorradfahrer auch Diese bei der Anprobe unbedingt tragen. Dein Motorradhelm, besonders das Helmvisier, sollten regelmäßig gereinigt werden. Ebenso solltest Du auf die richtige Lagerung Deines Helms achten.
Auch ein Motorradhelm altert und sollte für sicheres Cruisen nach gewisser Zeit erneuert werden. Im Durchschnitt wird hier als Nutzungsdauer fünf bis sieben Jahre genannt, abhängig vom Material und der Pflege. Helme die aus Thermoplasten bestehen, sind günstiger in der Anschaffung, jedoch altern sie schneller.
Test Motorradhelme: Ergebnis im Überblick
| Modell | Preis in Euro | Urteil Motorrad |
|---|---|---|
| Schuberth C5 | ab 699,00 | Sehr gut |
| Shoei Neotec 3 | ab 669,00 | Sehr gut |
| Nolan N100-6 | ab 399,99 | Sehr gut |
| LS2 FF901 Advant X Carbon | ab 469,00 | Sehr gut |
| HJC RPHA 91 Carbon | 699,90 | Sehr gut |
| BMW System 7 Carbon Evo | ab 710,00 | Gut |
| AGV Tourmodular | ab 549,95 | Gut |
| Germot GM 970 | 159,90 | Gut |
| Airoh Specktre | ab 259,99 | Gut |
| MTR K-4 Evo | ab 99,99 | Gut |
| Rocc 810 | ab 189,95 | Befriedigend |
| Harley-D. Evo X17 Sunshield Modular | 383,00 | Befriedigend |
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