Lust auf eine flotte Runde in der Pfalz? Dann seid ihr in Johanniskreuz genau richtig.
Johanniskreuz: Ein Motorradparadies
Mit seinen unzähligen Kurvenkilometern ist der Pfälzer Wald das Paradebeispiel einer Motorradregion. Eine der bekanntesten Motorradstrecken in der Pfalz ist das Elmsteiner Tal, meist besuchter Motorrad Treff das Johanniskreuz Pfalz an der B 48.
In Johanniskreuz gibt es an der Ortsgrenze einen Parkplatz, dort starten wir die Tour. Wer möchte, kann sich dort mit anderen Motorradfahrern treffen und die Tour gemeinsam angehen. Für diese Region reisen einige Biker sogar von weit her an. Jetzt aber ab auf’s Bike und los!
Eine Kurvenreiche Tour
Zunächst drehen wir eine Runde durch die Orte Queidersbach, Walsfischbach-Burgalben, Ruppertsweiler, Vorderweinthal und Hoftstätten. Ihr merkt schon, hier geht es wirklich kurvig zu. Genau so führt sich die Tour auch über die nächsten 300 Kilometer fort. Größere Ortschaften werden bewusst umfahren.
Lediglich in Kaiserslautern müsst ihr kurz vor Ende der sportlichen Runde durch die Stadt. Sobald ihr Lambrecht erhaltet, habt ihr den südlichen Abschnitt der Tour abgeschlossen. Auf in den Norden der Region! Das Highlight der Tour ist vermutlich das extrem kurvige, letzte Stück zwischen Waldleningen und Johanniskreuz. Hier gibt es eine traumhafte Kurvenkombination.
Sicherheitshinweise für Motorradfahrer
Die Motorradsaison ist zu Ostern gestartet und in Rheinland-Pfalz gibt es einige riskante Strecken. Beispielsweise im Pfälzerwald und in der Eifel. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz möchte die alarmierenden Zahlen senken und gibt dafür wichtige Hinweise. Insbesondere zu Saisonbeginn empfiehlt das LKA, Bremsen, Beleuchtung und Reifen zu kontrollieren. Auch die geeignete Kleidung sei wichtig für die Sicherheit beim Motorradfahren.
Ebenso können Reflektoren oder auch Warnwesten getragen werden: Das sieht zwar nicht besonders chic aus, erhöhe aber die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Um sicher durch die Motorradsaison zu kommen, empfiehlt das LKA außerdem unter anderem: Rechtzeitig Überholmanöver anzeigen, Kurven nicht schneiden, ausreichend Abstand halten und bei Gruppenfahrten versetzt fahren.
Gerade zu Beginn der Saison sei es nach längerer Pause wichtig, sich langsam wieder ans Fahren zu gewöhnen und sich erst "warmzufahren". Laut Polizei Rheinland-Pfalz verursachen mangelnde Erfahrung und auch Selbstüberschätzung häufig Verkehrsunfälle.
Risikostrecken in der Pfalz
Die tückischsten Motorradstrecken in der Pfalz sind das Elmsteiner Tal und die Totenkopfstraße von St. Martin (Kreis Südliche Weinstraße) nach Breitenstein (Kreis Bad Dürkheim) sowie das Wellbachtal von Annweiler (Kreis Südliche Weinstraße) über Johanniskreuz. Auf diesen Straßen meldet die Polizei regelmäßig Unfälle mit Motorradfahrern und -fahrerinnen.
Das Elmsteiner Tal ist seit Jahren genau deswegen für Motorräder gesperrt - aber nur an den Wochenenden. Am Montagnachmittag hat es auf der Kreistraße bei Guldental (Kreis Bad Kreuznach) einen schweren Verkehrsunfall gegeben.
Die Zahl der Motorradfahrer und -fahrerinnen, die im vergangenen Jahr im Bereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz verunglückt sind, ist im Vergleich zum Jahr davor um knapp 14 Prozent gestiegen. Es gab 613 Unfälle, fünf davon tödlich. Insgesamt wurden 380 der verunglückten Motorradfahrer verletzt, 111 davon schwer. Seit Anfang dieses Jahres gab es in der Vorder- und Südpfalz bereits rund 130 Motorradunfälle mit insgesamt 145 Verletzten, so ein Polizeisprecher auf SWR-Anfrage.
Sperrung des Elmsteiner Tals: Vom 1. April bis 31. Oktober 2025 ist das Elmsteiner Tal für Motorräder an Samstagen, Sonn- und Feiertagen gesperrt. Ausgenommen sind Kleinkrafträder und Mofas.
Die erste Sperrung des Elmsteiner Tals erfolgte 1994. Der Grund: In den Jahren 1983 bis 1993 ereigneten sich insgesamt 178 Unfälle mit Motorradbeteiligung, von denen an Wochenenden und Feiertagen insgesamt 125 zu verzeichnen waren. Zu beklagen waren insgesamt 81 Leicht-, 84 Schwerverletzte und neun Todesfälle. Zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wurde die Sperrung beschlossen. Die Statistik gibt dem Vorgehen recht: Die Unfallzahlen blieben in den vergangenen Jahren konstant niedrig.
| Zeitraum | Gesamtzahl der Unfälle | Unfälle an Wochenenden/Feiertagen | Leichtverletzte | Schwerverletzte | Todesfälle |
|---|---|---|---|---|---|
| 1983-1993 | 178 | 125 | 81 | 84 | 9 |
Weitere Tourenvorschläge und Sehenswürdigkeiten
Start und Ziel ist das bezaubernde Bad Dürkheim an den Ausläufern des Pfälzer Waldes. Brilliante Sehenswürdigkeiten der Kurstadt sind die Klosterruine Limburg und das Dürkheimer Riesenfass. Eine einladende Fußgängerzone mit gutem Gastronomieangebot rundet den positiven Eindruck ab.
Nach kurvenreicher Fahrt durch die hügelige Landschaft der Deutschen Weinstraße bietet sich mitten im Wald am Bikertreff Johanniskreuz, dem Cafe Nicklis bei Trippstadt, schon der erste gemütliche Pausenstopp an. Bestens versorgt unternehmen wir einen kleinen Abstecher zur Burg Trifels bei Annweiler, fast 500 m hoch auf dem Sonnenberg gelegen. Hernach erreichen wir Neustadt an der Weinstraße, wo wir eine Besichtigung der historischen Altstadt vornehmen können.
Auch wenn die Kurven und Kehren die Schräglagen noch so herausfordern, sollte man ab und zu auf seinem Motorrad durch die Pfalz die Nase vom Lenker nehmen. Zum Beispiel im Dahner Felsenland. Hier ragen aus grünen Hügeln bizarre rote und gelbe Felsen heraus. Sie ist zirka 85 Kilometer lang und gilt als eine der ältesten deutschen Touristikstraßen.
Im Prinzip führt die Deutsche Weinstraße auf oder parallel zu den Bundesstraßen 38 und 271 durch das Weinanbaugebiet der Pfalz. Man sollte deshalb unbedingt in die eine oder andere Motorradtour der Pfalz die Weinstraße einbauen. Die Route startet am Deutschen Weintor an der französischen Grenze und endet am Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim. Wer dem gelben Schild mit der stilisierten Weintraube folgt, gelangt zu einigen der schönsten und gemütlichsten Weinorte der Pfalz wie Bad Dürkheim, Neustadt, Landau, Maikammer, Edenkoben oder Deidesheim.
Interessanterweise schufen die Nationalsozialisten die Deutsche Weinstraße. Als 1934 durch Überernten und Handelshemmnisse des Versailler Vertrages die Winzer in Schwierigkeiten gerieten, suchte man einen Ausweg. Kurzerhand erfand man die Deutsche Weinstraße und weihte sie 1935 ein.
Nicht das größte, aber wohl das stimmungsvollste Museum, das uns bei einer Tour durch die Pfalz mit dem Motorrad unter die Räder kommt, ist das von Heinz Luthringhauser. Der ehemalige Motorradrennfahrer gründete sein Museum 1980 in der einstigen Kirche seines Heimatortes Otterbach. Mit viel Arbeit und Geschmack verstand er es, die rund 80 ausgestellten Maschinen in einem stimmungsvollen, naturgetreuen Ambiente zu präsentieren. Mit rund 3.000 Ausstellungsstücken übertrifft das Technikmuseum Speyer die Luthringhauser Sammlung deutlich. Darunter befinden sich natürlich auch diverse Motorräder, darunter so seltene wie zum Beispiel eine Mars A 20 mit Peka-Seitenwagen.
Johanniskreuz: Mehr als nur ein Treffpunkt für Biker
Wir sehen, auf einer Motorradtour durch die Pfalz geht es nicht nur um das Kurvenkratzen. Auch nicht nur um gutes Essen und Trinken. Die Pfalz lädt dazu ein, in ihre Geschichte einzutauchen.
Die Geschichte von Johanniskreuz als wichtige Verkehrsachse geht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Die heutige Annexe der Gemeinde Trippstadt, in der offiziell nur sieben Menschen als Einwohner gemeldet sind, hat eine lange Historie vorzuweisen. Bereits zur Römerzeit und vor allem seit dem Mittelalter führten „Höhenstraßen“ durch den nördlichen Pfälzerwald über das heutige Johanniskreuz und es ist Kreuzungspunkt alter Verkehrs- und Handelsstraßen.
Ebenso kreuzten sich hier alle wichtigen Wanderwege. Der Ortsname stammt wahrscheinlich von einem steinernen Wegkreuz aus dem 13. Jahrhundert, in der Schreibweise „Herr Johanns Creutz“. Erst ab 1885 bürgert sich die heutige Schreibweise Johanniskreuz ein. Jedoch gab es zu dieser Zeit noch keine Ansiedlung beim Kreuz.
Erst im Jahr 1794 trat Johanniskreuz in den Blickpunkt der neueren Geschichte, als in dem nicht besiedelten Waldstück gekämpft wurde. Das Regiment „Prinz Ferdinand“ unter General von Kleist hatte sich bei Johanniskreuz verschanzt, um die Hochstraße gegen französische Truppen zu verteidigen. Nach Wiederholtem Angriff der Franzosen wurde das Gebiet jedoch aufgegeben und das Regiment zog sich Richtung Hochspeyer zurück.
Damals erfolgte dann auch die Auflichtung im Umkreis von Johhaniskreuz und ab dem Jahr 1811 entstand die erste Besiedlung. Der erste Bewohner von Johanniskreuz war ein Tagelöhner namens Mathias Kaiser zusammen mit seiner Ehefrau. Kaiser bekam das kleine Stück Land „nahe bei den Kreuzen“ von dem Kaufmann Reutlinger geschenkt.
In den Jahren 1825/26 wurde das alte Forsthaus mit einem Gasthausbetrieb errichtet. In diesem wurde im Jahr 1843 auf einer Forsttagung die gültige Gebietsbezeichnung „Pfälzerwald“ für die nördlichen Ausläufer der Vogesen festgelegt. Dementsprechend gilt Johanniskreuz bis heute als Geburtsort des Pfälzerwaldes.
Auf Grund der zentralen Lage und der forstwirtschaftlichen Bedeutung entwickelte sich Johanniskreuz zu einem Treffpunkt von Forstleuten aus aller Welt. Dies setzt sich bis heute und der Einrichtung des „Hauses der Nachhaltigkeit“ im Jahr 2004 fort.
Des Weiteren war Johanniskreuz lange Zeit wegen der kommunalen Zugehörigkeit zwischen Elmstein-Wilgartswiesen und Trippstadt bis 1972 zweigeteilt. Zusätzlich liegt Johanniskreuz auf der Pfälzischen Wasserscheide. Die östlich gelegenen Quellen fließen dem Rhein zu. Die westlich gelegenen Quellen, wie beispielsweise die Moosalbe deren Quelle in der Nähe von Johanniskreuz liegt, fließen in die Saar.
Außerdem besuchten Johanniskreuz im Laufe der Jahrzehnte berühmte Persönlichkeiten wie, König Maximilian II. An der Grenze zur Elmsteiner Gemarkung zwischen der B48 und L499 befindet sich das „Staatliche Forstamt Johanniskreuz“. Dieses umfasst seit der Neuorganisation im Jahr 2004 die Flächen der ehemaligen Forstämter Johanniskreuz, Waldfischbach-Burgalben und Elmstein. Die Länge deckt circa 40 Kilometer von Höheinöd im Westen bis nach Lambrecht im Osten ab. Nur wenige landwirtschaftliche Nutzflächen und Siedlungsflächen unterbrechen den sonst geschlossenen Wald.
Das Haus der Nachhaltigkeit
Im Haus der Nachhaltigkeit sollen die Vergangenheit und Gegenwart vereint werden, um den Menschen das komplexe Leben des Pfälzerwaldes näher zu bringen. Dementsprechend versteht sich das Haus als Verbraucherzentrale des deutschen Teils des Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen. Unter anderem soll hier vermittelt werden, wie Jedermann ein nachhaltiges Leben im Alltag verankern kann. Hierbei sind unter anderem Seminare, Ausstellungen, ein 3D-Landschaftsmodell, Filme und viele weitere Veranstaltungen Teil des Konzepts.
Zudem ist ein Beispiel hierfür die Pflanzenbörse, bei welcher im April die Bevölkerung eingeladen wird Pflanzen mitzubringen, die sonst auf dem Kompost landen würden. Durch die eingehenden Spenden werden Klimalinden gekauft, welche an Gemeinden im Pfälzerwald verschenkt werden. Zusätzlich gibt es einen „Pfälzer Waldladen“, der regionale Produkte sowie Literatur für Groß und Klein anbietet.
Die Waldkapelle in Johanniskreuz
Die kleine Waldkapelle in Johanniskreuz gehört der katholischen Pfarrei in Trippstadt an und liegt im Westen der Annexe direkt an der L499, kurz nach der Kreuzung zur L500. Durch das Bistum Speyer fand in Johanniskreuz fast 100 Jahre lang ein Katholikentag statt, der im Laufe der Zeit feste Tradition wurde. Lediglich zur Zeit des Nationalsozialismus, welcher von 1933 bis 1945 ging, fand der Katholikentag nicht statt.
Die Tradition, welche durch Anton Fooß im Jahr 1908 als ersten Speyerer Diözesan-Katholikentag eingeführt wurde, endete im Jahr 2007 aufgrund umsturzgefährdeter Bäume in der Umgebung des Geländes. Inzwischen wird die Kapelle kaum mehr genutzt. Im Rahmen der romantischen Waldweihnacht im Jahr 2019 wurde die Kapelle nach sechs Jahren wieder das erste Mal für geöffnet.
Johanniskreuz als Ausflugsziel
Schon zu früheren Zeiten war Johanniskreuz aufgrund seiner Lage im „Herzen des Pfälzerwaldes“ ein beliebtes Ausflugsziel. Schon um das Jahr 1900 wurde hier die Fremdenverkehrssituation beschrieben. So bestanden auch zur damaligen Zeit bereits ein Waldkurhaus sowie ein Wirtshaus in Johanniskreuz. Ebenso wurde damals sogar mit einer Rodelbahn sowie Wintersport in der Nähe des Waldkurhauses geworben.
Heutzutage besuchen vor allem Motorrad- und Moutainbikefahrer sowie Wanderer Johanniskreuz in den wärmeren Jahreszeiten. Dies liegt an den Strecken rund um Johanniskreuz, welche bei den Fahrern sehr beliebt sind. Zudem verläuft mit der B48, wie zu früheren Zeiten, eine wichtige Hauptverkehrsachse durch die Annexe.
Kulturdenkmäler in Johanniskreuz
Das Kreuzzeichen wurde schon immer als Grenzzeichen verwendet, nicht selten stehen sogar zwei oder sogar mehr Kreuze in einer Gruppe zusammen. In Johanniskreuz befinden sich unter anderem drei Kulturdenkmäler, die in die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen sind.
Dazugehörend sind unter anderem das „alte Forsthaus“ sowie das mittelalterliche Steinkreuz an der B48. Zudem ist ein im klassizistischen Stil errichteter Brunnen am südwestlichen Teil des Ortes liegenden Burgalbweiher denkmalgeschützt.
Der zu Anfang des 19. Jahrhunderts errichtete Brunnen besteht aus einem alten Sandsteinsteinbecken, dem Wasser über einen ausgehöhlten Baumstamm auf einem Sandsteinsockel zuläuft. Des Weiteren sind mit der „Hindenburgkiefer“ und dem fast 160 Jahre alten sowie 25 Meter hohen Kastanienbaum beim „alten Forsthaus“ zwei Naturdenkmäler in Johanniskreuz ausgewiesen.
Lage von Johanniskreuz
Johanniskreuz befindet sich circa 6 km südöstlich des Ortskernes der Gemeinde Trippstadt. Von Kaiserslautern sind es circa 15 km. Zudem verlaufen hier die B48 und L499, die sich in der Annexe kreuzen. Hierbei führt die B48 durch das Rinnthal, wohingegen die L499 durch das Elmsteiner Tal verläuft. Somit liegt Johanniskreuz inmitten des Pfälzer Waldes.
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