Kalkhoff E-Bike mit Tiefeinstieg im Test: Ein umfassender Überblick

Die E-Bike-Branche erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Insgesamt hat der Fachhandel in Deutschland im vergangenen Jahr 3,85 Millionen Fahrräder und Elektrofahrräder verkauft - das waren nach Angaben des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) 2,53 Prozent weniger als 2023. Der Markt für E-Bikes ist entsprechend groß und unübersichtlich, das Produktportfolio ist riesig. Unterschiedliche Modelle konkurrieren mit unterschiedlichen Antriebskonzepten. Bislang wurden insgesamt 36 E-Bikes getestet.

Was macht ein E-Bike mit Tiefeinstieg aus?

Unter den verschiedenen Typen von E-Bikes stechen Tiefeinsteiger E-Bikes als besonders komfortable Begleiter im Alltag heraus. Sie bieten eine Vielzahl von Vorteilen und sind gerade für unsichere oder auch ältere Fahrer:innen eine willkommene Alternative im Straßenverkehr. Tiefeinsteiger E-Bikes zeichnen sich, wie der Name bereits vermuten lässt, durch ihre niedrige Rahmengestaltung mit einem tiefen Einstieg aus, die das Auf- und Absteigen erleichtert. Da das Bein beim Aufstieg und Abstieg nicht so weit angehoben werden muss, ermöglicht der Tiefeinsteiger im Gegensatz zu herkömmlichen Bikes ein besonders komfortables Fahrerlebnis. Insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Gleichgewichtssinn ist dies daher als großer Vorteil zu betrachten.

Vorteile von Tiefeinsteiger E-Bikes:

  • Barrierefreiheit: Die niedrige Einstiegshöhe macht das E-Biken für Menschen jeden Alters und mit eingeschränkter körperlicher Verfassung zugänglich.
  • Komfort: Das Ein- und Aussteigen bei Tiefeinsteiger E-Bikes ist viel einfacher und erfordert weniger Anstrengung als bei herkömmlichen Fahrrädern.

Im Vergleich zu anderen Rahmenformen, wie Diamant-Rahmen, sind die Auswahlmöglichkeiten bei Tiefeinsteiger E-Bikes jedoch möglicherweise begrenzter: Beispielsweise können sich herstellerseitig spezielle Funktionen oder auch Designoptionen nicht so leicht umsetzen lassen, da das entsprechende Oberrohr fehlt.

Kalkhoff Endeavour 5+ Move im Detail

Das Kalkhoff Endeavour 5+ Move schnürt ein tolles Gesamtpaket: Es fährt sich ungemein entspannt und sicher, ist hochwertig verarbeitet, hat einen kraftvollen Motor und einen ausdauernden Akku, lässt sich unkompliziert bedienen und ist auf unterschiedlichen Terrains zu Hause. Das Kalkhoff ist der perfekte Allrounder für alle, die gerne in der Stadt und auf dem Land unterwegs sind. Viel mehr E-Bike als das Kalkhoff Endeavour 5+ Move kann man in dieser Preisklasse kaum bekommen. Das Zweirad eignet sich perfekt für Kurztrips und längere Ausflüge in der Stadt, auf Landstraßen und Feldwegen.

Kalkhoff selbst verlangt für sein Velo knapp 4.000 Euro, bei anderen Anbietern ist es jedoch weit mehr als 1.000 Euro günstiger, wodurch es für uns das beste Preis-Leistungsverhältnis darstellt und sich knapp vor das etwas teurere Gazelle Ultimate T10 HMB schiebt. Kalkhoff bietet das Endeavour 5+ Move in den drei Rahmen-Konfigurationen »Diamond«, »Trapez« und »Wave« an. »Wave« ist ein komfortabler Tiefeinsteiger, während es sich bei der von uns getesteten Variante »Diamond« um ein klassisches Herrenrad mit Querstrebe handelt. »Trapez« ist eine Mischung aus beiden Versionen. Für nahezu jeden Radler gibt es das E-Bike in der passenden Größe. Das 5+ Move ist auf 29 Zoll großen Rädern und universellen Schwalbe-Reifen unterwegs. Diese eignen sich gleichermaßen für glatten Asphalt wie auch für holprige Wald- und Feldwege.

Längere Strecken legt man mit dem Kalkhoff-Bike bequem zurück. Der ist super weich, bietet guten Halt und sorgt dafür, dass man sein Gesäß auch nach mehrstündigen Touren nicht spürt. Leider fehlt ein Schnellverschluss. Vorne hat Kalkhoff eine Teleskopgabel mit einem Federweg von 80 Millimetern verbaut. Ganz wichtig, gerade für größere Radler: Das Endeavour 5+ Move ist mit einem verstellbaren Lenkervorbau ausgestattet. So lässt sich der Lenker perfekt in der Höhe und in der Neigung anpassen - je nachdem, ob man lieber aufrecht oder in gekrümmter Haltung fährt. Die Kunststoffgriffe sind zudem angenehm ergonomisch geformt und erlauben eine optimale Verteilung des Drucks auf die Hände.

Das vordere LED-Licht leuchtet ausreichend hell, es lässt sich genauso wie das Rücklicht über den Bordcomputer einschalten. Der Alurahmen zeichnet sich durch sehr hohe Stabilität und Verwindungssteifigkeit aus, hier klappert und vibriert nichts. Mit 27 bis 29 Kilo je nach Rahmengröße ist das Kalkhoff kein Leichtgewicht, wer sein Velo jeden Tag in die Wohnung im dritten Stock tragen will, sollte sich nach einer leichteren Alternative umschauen. Die meisten Kabel sind sauber in den Rahmen integriert. Ausgeliefert wird das Endeavour 5+ Move inklusive Ständer und robustem Gepäckträger. Dieser hat eine Traglast von bis zu 27 Kilo und eignet sich damit problemlos für die alltäglichen Einkäufe.

Beim Motor bedient sich Kalkhoff im Bosch-Sortiment: Zum Einsatz kommt der Motor der Bosch Performance Line mit 75 Newtonmetern. Der Mittelmotor ist mit Tretkraftsensor, Rotationssensor und Geschwindigkeitssensor ausgestattet. Der Bosch-Motor stellt vier Unterstützungsstufen und eine Schiebehilfe zur Verfügung. Im »Turbo«-Setting bekommt das Kalkhoff Flügel und schiebt den Fahrer wie von Geisterhand nach vorne. Auch stärkere Steigungen sind so überhaupt kein Problem. Im höchsten Gang kann man auch in der Ebene bei 25 km/h noch voll in die Pedale treten, ohne dass die Trittfrequenz unangenehm hoch wird. Die Abstimmung passt sehr gut. Der Lithium-Ionen-Akku (Typ Bosch PowerTube 625) leistet 625 Wattstunden (Wh). Mit einer Ladung sollen im Zusammenspiel mit der geringsten Tretunterstützung Reichweiten von bis zu 115 Kilometer drin sein. Der Akku ist bündig in den Rahmen integriert.

Vorne und hinten hat das Kalkhoff jeweils 180 Millimeter große Bremsscheiben verbaut. Mit der Bremsleistung sind wir im Test sehr zufrieden. Die Bremsen lassen sich gut dosieren, sie sind ab Werk nicht zu weich und nicht zu hart eingestellt. Das Display Kiox 300 stammt ebenfalls aus dem Hause Bosch. Der Bildschirm ist auch im Hellen gut ablesbar. Zu den dargestellten Informationen gehören unter anderem Höhendaten, Anstieg, Leistungs-, Trittfrequenz- und Kalorien-Anzeige. Ebenso erfährt man, wie lange man bereits unterwegs ist, wie viele Kilometer man insgesamt und am jeweiligen Tag zurückgelegt hat.

Bedient wird das Kalkhoff über eine kleine Steuereinheit. Über diese ist es unter anderem sehr komfortabel möglich, durch die Menüs auf dem Display zu blättern, das Licht einzuschalten und die Fahrmodi zu wechseln. Besitzer eines Apple- oder Android-Smartphones können die eBike Flow-App installieren. So steuert man per Smartphone sämtliche E-Bike-Funktionen, außerdem nutzt man Navigation und Routenplanung, schützt das Velo vor Langfingern und ruft diverse Tour- und Fitnessdaten ab. Wichtig: Die App kann man als nette Spielerei nutzen, man braucht sie aber nicht.

Weitere getestete E-Bikes

Neben dem Kalkhoff Endeavour 5+ Move wurden auch andere E-Bikes getestet, die sich für unterschiedliche Einsatzzwecke eignen:

  • Gazelle Ultimate T10 HMB: Ein hervorragendes Trekkingrad für unterschiedlichste Einsatzzwecke mit Fahrspaß, Komfort, Sicherheit und schicker Optik.
  • Canyon Pathlite Onfly 8: Bietet pfiffige Features für sportliche Fahrer, wie einen vom Lenker aus verstellbaren Sattel und ein zusätzliches Fernlicht.
  • Touroll MA2 Mid-Drive E-Bike: Ein günstiges Einsteiger-Zweirad mit guten Fahrleistungen, ordentlichen Bremsen, verstellbarem Lenker und akzeptabler Reichweite.
  • Legend Siena: Ein günstiges Faltrad, das auf 24 Zoll großen Rädern erstaunlich souverän und komfortabel unterwegs ist.

Kalkhoff Entice 5.B Advanced+

Das Kalkhoff Entice 5.B Advanced+ besitzt mit 144 kg die größte maximale Zuladung aller Test-Bikes in unserem Trekking-E-Bike-Vergleichstest. Mit dem Entice 5.B Advanced+ bietet Kalkhoff einen Trekking-Tiefeinsteiger in einem coolen Offroad-Look an, der sogar eine Zuladung von bis zu 144 kg verkraften soll. Dem Kalkhoff Entice mangelt es an Fahrstabilität. Bereits bei moderaten Geschwindigkeiten schaukelt sich das E-Bike auf, was in starkem Lenkerflattern und unsicherem Fahrverhalten resultiert. So lässt sich dann das Bike über den Lenkeinschlag bei niedrigen Geschwindigkeiten leicht durch den engen Stadtverkehr manövrieren und von seiner Wendigkeit profitieren.

Details zum Kalkhoff Entice 5 Advanced+

Ausstattung:

  • Motor: Bosch Performance Line CX 85 Nm
  • Akku: Bosch PowerTube 625 Wh
  • Display: Bosch Intuvia
  • Federgabel: SR Suntour MOBIE25 AIR 75 mm
  • Bremsen: Shimano MT420 180/180 mm
  • Schaltung: Shimano DEORE/SLX 1x12

Technische Daten:

Größe Gewicht Zul. Gesamtgewicht Max. Zuladung
S, M, L, XL 25,9 kg 170 kg 144 kg

Die hohe maximale Zuladung des Kalkhoff Entice 5.B Advanced+ ist irreführend, denn dem Tiefeinsteiger mangelt es an Fahrstabilität und Laufruhe, um Fahrer inklusive Gepäck sicher zu befördern - selbst wenn man weit unterhalb der erlaubten Zuladungsgrenze bleibt. Für den Trekking-Einsatz auf Wald- und Wiesenwegen oder Fahrten mit Gepäck ist es daher nicht geeignet.

Kalkhoff Entice 5+ Advance Belt Wave

Mit dem Kalkhoff Entice 5+ Advance Belt will der deutsche Hersteller ein robustes und geländetaugliches Allroad E-Bike auf die Räder gestellt haben. Der Antrieb in Form des Bosch Performance Line CX ist derselbe wie bei der teureren Kalkhoff Entice-7-Serie, die es allerdings nicht mit einem wartungsarmen Riemenantrieb gibt wie unser Testbike. Kalkhoff bietet das Bike auch noch mit klassischem Diamantrahmen und als Trapez-Version mit abfallendem Oberrohr an. In der getesteten Größe M (48 cm) wiegt das Allroad E-Bike 32,72 kg und ist damit sicher kein Leichtgewicht. Als Preis ruft der niedersächsische Traditionshersteller 5.699 € auf. Im Stadtbild mittlerweile keine Seltenheit mehr sind die sogenannten Tiefeinsteiger, die das Auf- und Absteigen besonders komfortabel machen.

Die Schaltarbeit übernimmt im Falle des Kalkhoff Entice 5+ Advance Belt eine Nabenschaltung. Die Enviolo Trekking arbeitet stufenlos und deckt eine eher schmale Übersetzungsbandbreite von 380 % ab, was vielleicht der einzige echte Nachteil der Schaltung ist. Allen Rahmenvarianten gemeinsam ist die SR Suntour Mobie34-Federgabel, die mit ihren 120 mm Federweg und in der Kombination mit der gefederten Sattelstütze gut zum Einsatzbereich als komfortables City-Bike passt. Eine echte Ansage ist das zulässige Gesamtgewicht (zGG) von satten 170 kg. Dazu passt die hohe Traglast des MIK HD-Gepäckträgers, der auch die Montage eines Kindersitzes erlaubt.

Kalkhoff stattet das Entice 5+ immerhin ab Werk mit einem integrierten Rahmenschloss aus, das einen recht stabilen Eindruck macht. Diebstahlschutz ist essenziell bei einem so universell einsetzbaren Rad. Für einfache Bedienung und gute Ablesbarkeit sorgt das mittig auf dem Cockpit thronende Bosch Kiox 300-Display, das in Verbindung mit der Smartphone-App von Bosch auch eine reichweitenbasierte Navigation ermöglicht.

Kalkhoff Image L Advance

Das umfangreiche Line-up von Kalkhoff an neuen Bikes mit Boschs leichtem SX-Motor umfasst auch das Image L Advance - ein attraktives City-Bike, welches mit wartungsfreiem Riemenantrieb ausgestattet ist und zudem mit praktischen Features punkten kann. Neben der typischen Diamantrahmenform mit hohem Oberrohr ist das Image L Advance von Kalkhoff auch als Tiefeinsteiger-Modell „Wave” zu haben. Auffallend bei diesem Modell ist das geradlinige Design mit seinen Parallelen zwischen Unterrohr und Hinterbau sowie zwischen Sattelrohr und der geraden Starrgabel. Dank der schmalen Rahmenrohre wirkt das Bike erfreulich schlank, wobei das das Unterrohr naturgemäß etwas voluminöser ausfällt - schließlich befindet sich dort Boschs CompactTube-Akku.

Auch beim Image L Advance setzt Kalkhoff auf den neuen Performance Line SX-Antrieb von Bosch. Trotz seiner recht kompakten Abmessungen und einem leichten Gewicht bietet er eine beachtliche Leistung von bis zu 600 Watt und einem Drehmoment von 55 Nm. Eine ordentliche Leistung kann man auch dem CompactTube-Akku mit seinen 400 Wh Kapazität attestieren. Bei der Schaltung setzt Kalkhoff auf die Shimano Nexus-Nabenschaltung mit 7 Gängen und den inzwischen bewährten Riemenantrieb von Gates. Dank seiner umfangreichen und alltagstauglichen Ausstattung ist das Image L Advance bestens für den urbanen Einsatz gerüstet. Dazu zählen Schutzbleche, Ständer und Lichtanlage ebenso wie der Heckgepäckträger, welcher mit dem MIK-System kompatibel ist und mit bis zu 25 kg belastet werden kann. Weitere 10 kg an Ladung nimmt zudem der Frontgepäckträger auf.

Links am Lenker befindet sich mit dem Purion 200 ein leicht erreichbarer Taster mit gutem Druckpunkt, welcher zudem ein kompaktes Farbdisplay bietet. Essentielle Infos wie Fahrmodus, Akkustand und Geschwindigkeit werden hier ebenso dargestellt wie tiefgreifendere Infos wie Trittfrequenz oder Eigenleistung in Watt. Die Preisempfehlung für das Image L Advance liegt bei 3.899 Euro.

Weitere Empfehlungen für Tiefeinsteiger E-Bikes

Neben den genannten Modellen gibt es auch andere empfehlenswerte Tiefeinsteiger E-Bikes:

  • Riese & Müller Nevo4: Besticht mit einem durchdachten und stilvollen Design und bietet eine komfortable Fahrposition.
  • Specialized Turbo Como 4.0 IGH: Bietet eine hochwertige Ausstattung und sanften Rückenwind durch den Turbo Full Power 2.0 Motor.
  • Gazelle Arroyo C7+ HMB Elite: Kommt mit gefederten Komponenten und hydraulischen Felgenbremsen von Magura.
  • Gazelle Easyflow: Hier stehen Ergonomie und Bequemlichkeit definitiv im Fokus.
  • Kalkhoff Image Light: Bietet die perfekte Balance aus Alltagsnutzen und minimalem Gewicht.

Tiefeinsteiger E-Bikes sind eine ausgezeichnete Wahl für Fahrer:innen, die nach nach einer Mischung aus Komfort, Sicherheit und Barrierefreiheit suchen. Ihre niedrige Einstiegshöhe und komfortable Sitzposition machen sie besonders attraktiv für eine Vielzahl an Menschen: Seniorinnen und Senioren, Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Pendler:innen in städtischen Gebieten profitieren von diesem E-Bike Typen.

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