Viele Motorradfahrer kennen das Phänomen: Nach einer ausgiebigen Tour kann man sich kulinarische Genüsse erlauben, ohne gleich ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Aber wie hoch ist der tatsächliche Kalorienverbrauch beim Motorradfahren wirklich?
Der Mythos vom "ewigen Mysterium des Motorradurlaubs"
Oft wird von einem "ewigen Mysterium des Motorradurlaubs" gesprochen, wenn es um das Thema Essen und Gewicht geht. Jeder, der schon einmal eine längere Motorradtour unternommen hat, weiß, dass das anstrengend ist.
Körperliche Aktivität auf dem Motorrad
Während des Fahrens bewegt man sich permanent: Man manövriert das Motorrad mit der Hüfte nach links oder rechts, drückt den Oberkörper und behelmten Kopf gegen den Windwiderstand nach vorne, gleicht die Vibrationen des Lenkers aus, und so weiter. Man ist also deutlich aktiver als auf dem Bürostuhl oder der Wohnzimmercouch.
Wie hoch ist der Kalorienverbrauch?
Für das Motorradfahren wird ein Verbrauch zwischen 136 bis 250 kcal/h angegeben. Bei durchschnittlich 4 Stunden Fahrzeit/Tag sind das 400 kcal extra. Es wird irgendwo zwischen Autofahren (150 Kilokalorien pro Stunde), langsamem Radfahren (168), Gehen (186) und Hausarbeit (220) liegen würde ich tippen.
Bei einer Stunde Fahrt werden rund 250 Kalorien verbrannt. Das macht 125 Kalorien in einer halben Stunde - und das bei einem Hobby, das Spaß macht! Natürlich kommt es bei dem Kalorienverbrauch zusätzlich auf die eigene Verfassung an. Denn wer mehr Muskeln hat, verbrennt natürlich auch mehr Kalorien.
Faktoren, die den Kalorienverbrauch beeinflussen
- Fahrweise: Wer aktiv fährt, verbraucht mehr Kalorien.
- Streckenprofil: Alpenpässe fordern mehr Energie als die norddeutsche Tiefebene.
- Motorradtyp: Je nach Motorrad werden unterschiedliche Muskelgruppen beansprucht.
- Eigene Verfassung: Muskelmasse und Fitnesslevel spielen eine Rolle.
Mentale Anstrengung nicht unterschätzen
Neben der körperlichen Anstrengung ist auch die mentale Beanspruchung beim Motorradfahren erheblich. Hohe Geschwindigkeiten werden erreicht und genauso hoch sollte auch die Konzentration beim Fahren sein. Da alle Muskeln stark angespannt sind, um eine schnelle Reaktion zu gewährleisten, werden viele Kalorien verbrannt.
Etwa ein Drittel der vom Körper insgesamt verbrauchten Energie gehen für die Aufrechterhaltung unseres Denkens drauf. Wenn ich neben meinen ablaufenden Routinen zusätzliche Denkabläufe starten und auführen muss, steigt der Energiebedarf.
Ernährung während der Tour
Gegen Mittag fängt der Magen normalerweise an, auf sich aufmerksam zu machen, und wir suchen uns eine Möglichkeit, den schlimmsten Hunger zu vertreiben. Da wir uns den Bauch nicht allzu voll schlagen wollen - das macht müde und unkonzentriert beim Fahren - geschieht das meist in Form eines Sandwiches oder eines anderen kleinen Snacks, je nachdem, was wir eben bekommen. Erst am Abend, wenn wir am Ziel angekommen sind und unser Lager aufgeschlagen haben, ist Zeit für eine richtige Mahlzeit.
Beispielhafter Tagesablauf und Kalorienbilanz
Rechnet man das nun alles zusammen - den doch deutlich erhöhten Kalorienverbrauch durch das Motorradfahren und die übrigen körperlichen Aktivitäten, sowie die niedrigere Kalorienaufnahme während des Tages - so wird offensichtlich, warum wir uns am Abend folgenlos fettiges Essen und üppige Nachtische erlauben können. Und warum wir dabei manchmal sogar noch abnehmen.
Motorradfahren als Sport?
Motorradfahren ist ein anstrengender Sport. Es werden nicht nur viele Muskelgruppen auf einmal angestrengt, sondern auch die Konzentration. Motorradfahren trainiert nicht nur die Beine, Füße und die Arme, sondern auch den Bauch und Rücken.
Auf der Rennstrecke ist Motorradfahren mit Sicherheit eine Sportart. Allerdings halte ich es im "normalen" Straßenverkehr für keinen Sport. motorradfahren ist sport. dazu bedarf es körperlicher und geistiger fitness. ausserdem macht sport nur spass wenn man sich weiter entwickelt. dazu benötigt man training. dies geschieht durch fahren.
Kalorienverbrauch in verschiedenen Situationen
Wie die Motocrosser unter uns wissen, stellen Geländefahrten ganz besonderer Anforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeit. Denn auf der Enduro wird vor allem die untere Körperhälfte ständig beansprucht: Die Beine müssen nicht nur das Motorrad dorthin zwingen, wo es hin soll; sie müssen auch das Körpergewicht anheben, um Geländewellen auszugleichen oder die Last zwischen vorn und hinten zu verlagern. Das kostet schon mal an die 400 Kalorien pro Stunde. Wenn es wirklich hart auf hart geht, z. B. bei einem Motocross-Rennen, kann der stündliche Kalorienverbrauch locker auf bis zu 600 Kalorien pro Stunde steigen.
Abnehmen durch Motorradfahren?
Abnehmen beim Motorradfahren ist eine schöne Vorstellung. Mit entsprechender Disziplin geht das. Bei konzentriertem, aktivem Motorradfahren verliere ich spürbar Gewicht. Eine kurvenreiche Tagesstrecke mit allem Drum und Dran kostet mich in der Regel ein Kilo.
Vom Sattel aus bewegst du - je nach Motorradgattung - das satte Gewicht von drei bis vier Waschmaschinen. Hinzu kommt das Gewicht der Schutzbekleidung, des Gepäcks und ggf. auch der Sozia. Wer beim Motorradfahren über eine längere Strecke aufmerksam in sich hineinfühlt, wird spüren, wie viele Muskelgruppen diese Dynamik zu bewältigen haben: in Armen und Beinen, in der Hüfte, im Rücken; im gesamten Oberkörper, um die Maschine zu balancieren und sie auf der gewünschten Linie zu halten.
Tabelle: Geschätzter Kalorienverbrauch verschiedener Aktivitäten
| Aktivität | Kalorienverbrauch pro Stunde (ungefähr) |
|---|---|
| Autofahren | 150 kcal |
| Langsames Radfahren | 168 kcal |
| Gehen | 186 kcal |
| Hausarbeit | 220 kcal |
| Motorradfahren (durchschnittlich) | 136 - 250 kcal |
| Motocross/Enduro | 400 - 600 kcal |
Diese Werte sind Schätzungen und können je nach individuellen Faktoren variieren.
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