Die Motorrad-Saison ist eröffnet, und viele Biker fragen sich, welche Kamera die perfekte Wahl ist, um ihre Fahrten aufzunehmen und zu teilen. Eine leistungsstarke Motorradkamera ermöglicht es, das Freiheitsgefühl auf Reisen immer wieder neu zu erleben oder bei Unfällen als Augenzeuge zu dienen. Was vor wenigen Jahren noch als Novum galt, gehört heute fast selbstverständlich zum Straßenbild.
Auf der Straße kann leider viel passieren. Mit einem glasklaren Videobeweis hat man quasi einen Augenzeugen dabei. Smartphones können zwar auch Videos aufnehmen, sind aber nicht so robust und verfügen nicht über die fortschrittlichen Funktionen, die speziell für Motorräder entwickelt wurden. Mit hervorragender Videostabilisierung, wetterfester Versiegelung, individuellen Halterungen und Akkus ermöglichen aktuelle Action Cams wie die X4 wichtige Momente zuverlässig zu filmen.
Rechtliche Aspekte und Nutzung von Dashcams in Deutschland
Die Rechtslage in Deutschland erlaubt die Nutzung von (Dash-) Cams, auch am Motorrad. Es muss jedoch beachtet werden, dass keine personenbezogenen Daten unrechtmäßig erhoben und verarbeitet werden und die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigt wird. Bei der Anerkennung von Kameraaufnahmen vor Gericht läuft die Antwort auf ein klares „Jein“ heraus. Die Präsenz einer Kamera am Motorrad kann Autofahrer davon abhalten, gefährliche Überholmanöver durchzuführen. Wer jedoch permanent ohne konkreten Anlass den Verkehr filmt, riskiert ggf. ein Bußgeld.
Motorrad-Dashcams sind nicht explizit verboten. Aber sie dürfen auch nicht alles aufnehmen. Dashcams sollten nur ereignisbezogen aufnehmen. Wer mit der Kamera permanent ohne konkreten Anlass den Verkehr filmt, verstößt gegen Datenschutzrecht und riskiert ein Bußgeld. Gesetzeskonform ist nur ein kurzer Videoloop (Loop-Funktion) von wenigen Sekunden, der immer wieder überschrieben wird. Sollte es zu einem Unfall kommen, den der integrierte G-Sensor registriert, wird eine schreibgeschützte Aufnahme auf dem Speicher gesichert.
Verschiedene Montageorte und ihre Perspektiven
Die richtige Montage der Motorradkamera ist entscheidend für klare Aufnahmen und den Schutz der Ausrüstung im Falle eines Sturzes.
- Helmkamera: Wenn du die Kamera direkt unter deinem Helm anbringst, erhältst du aufregende POV-Aufnahmen von deiner Fahrt. Bei einem Motorrad mit Helmkamera wird die Kamera so positioniert, dass sie die Sicht auf wichtige Bedienelemente und Anzeigen nicht behindert. Die Helmkamera wird, wie der Name schon sagt, auf dem Helm montiert. Dies hat den Vorteil, dass die Kamera immer dahin schaut und die Bereiche aufzeichnet, die der Fahrradfahrer gerade sieht.
- Brustmontage: Wenn du dir die Kamera vor der Brust trägst, kannst du Aufnahmen aus einer breiteren Perspektive machen oder sogar deinen Tacho damit filmen. Dein Publikum kann dadurch die Geschwindigkeit, Drehzahl oder die Gangwechsel sehen - das lässt dein Video noch immersiver werden.
- Tankmontage: Wenn du die Kamera am Tank deines Motorrads anbringst, erhältst du einen einzigartigen Blickwinkel vom Motorrad selbst. Dieser Winkel fängt die Körperbewegungen des Fahrers und die Interaktion mit den Bedienelementen ein und zeigt gleichzeitig die Straße vor ihm. Tankhalterungen verwenden in der Regel einen Klebesockel oder ein Gurtsystem, um die Kamera fest zu fixieren.
- Lenkermontage: Wenn du die Kamera am Lenker deines Motorrads anbringst, hast du einen stabilen und ungehinderten Blick auf die Straße, ähnlich wie bei einer Dashcam. Diese Montageposition ist besonders nützlich für Aufnahmen beim Carving oder auf der Rennstrecke, wenn du dich auf die Fahrlinien und die Schräglagen des Motorrads konzentrieren willst. Lenkerhalterungen werden normalerweise an den Lenker geklemmt oder verwenden ein sicheres Gurtsystem, damit die Kamera während der Fahrt nicht verrutscht.
- 360°-Kamera: Mit einer 360°-Kamera auf deinem Motorrad kannst du alles um dich herum aufnehmen.
Die Insta360 X4: Ein neues Level für 360°-Aufnahmen
Die Insta360 X4 bringt 360°-Kameras im Jahr 2024 auf das nächste Level. Mit Funktionen wie Gestensteuerung, Sprachsteuerung 2.0, Windrauschreduzierung und FlowState-Stabilisierung setzt sie neue Maßstäbe.
- Gestensteuerung: Nimm ein Foto auf oder starte die Aufnahme mit einer schnellen Geste.
- Sprachsteuerung 2.0: Immer die Hände frei!
- Windrauschreduzierung: Du wirst den Unterschied hören.
- FlowState-Stabilisierung: Die Insta360 X4 bringt das Filmen auf Motorrädern mit ihrer fortschrittlichen Stabilisierungsfunktion auf die nächste Stufe.
- Mehr Akku: Die X4 hat ihre Akkukapazität auf gewaltige 2290 mAh erhöht! Damit bekommst du 135 Minuten Aufnahmezeit bei 5,7K 30 fps, also satte 67 % mehr als bei der X3!
Die X4 wird mit Linsenschützern geliefert, die bei Bedarf abgenommen werden können.
Worauf man beim Kauf einer Helmkamera achten sollte
Bei der Auswahl der richtigen Kamera sollte man auf das Gewicht achten, da eine schwere, seitlich befestigte Helmkamera sich beim Tragen bemerkbar machen kann. Dabei darf man jedoch nicht auf eine ausreichende Akkulaufzeit verzichten. Optimalerweise lassen sich alle wichtigen Funktionen wie Einschalten/Ausschalten, Videoaufnahme starten und stoppen über einen eigenen Knopf an der Kamera bedienen.
Die Kameras werden mit spezifischen Halterungen befestigt. Bei den Halterungen gibt es verschiedene Modelle, welche zum Kleben oder zum Klippen. Fahrradhelme mit Belüftungsschlitzen können als Grundlage für die Befestigung dienen. Die Halterungen können dabei festgeklemmt oder mit einem Riemen festgeschnallt werden. Die Kamerahalterung sollte sehr fest am Helm angebracht werden, Erschütterungen, Wind und auch dickere Fliegen und Brummer sollten der Befestigung nichts ausmachen. Die Halterung sollte nun so angebracht werden, dass die Kamera geradeaus zeigt und im richtigen Winkel filmt. Was die Halterung auch sein sollte, sturzfest!
Da man nie weiß, wann etwas Spektakuläres während der Fahrt passiert, filmen viele Helmkamerabesitzer die ganze Zeit. Man sollte also darauf achten, dass die Kamera nicht nur 32 GB Karten erkennt. Bei Full HD und 4k Auflösung sollte es möglich sein, 64 GB bis 128 GB Speicherkarten einzusetzen. Ist die Karte voll, kann man direkt die nächste Speicherkarte einsetzen, ohne die Kamera an einen PC anschließen zu müssen. Die Karte sollte dabei eine hohe Schreibgeschwindigkeit haben.
Oft ist dies aber nur bei ausreichender Belichtung der Fall und in der Nacht kommen viele Kameras an ihre Grenzen. Unsere Erfahrung zeigt, schnelle Nachtaufnahmen sind bei vielen Action Cams noch ein Problem.
Actioncams für Motorräder im Check
Neben Dashcams, die hauptsächlich für Unfallaufnahmen konzipiert sind, gibt es auch jede Menge sogenannter Actioncams für Motorradfahrer:innen auf dem Markt. Bei diesen Kameras steht oft eine beeindruckende Bildqualität an erster Stelle, da hier besonders schöne und faszinierende Aufnahmen der Fahrten gemacht werden sollen.
Hier eine kleine Auswahl an Actioncams, die sich für Motorräder eignen:
- Wolfang GA100 Action Cam 4K
- DJI Osmo Action 4
Es ist wichtig, mit unterschiedlichen Perspektiven für Abwechslung zu sorgen. Motorradfahren ist sicherlich die Anbringung am Motorradhelm. Genau filmen wo du hinschaust, doch nicht nur das. Lenker-, Sitzrohr- Stangenhalterung. Nicht viele. Ist. Motorrad entscheiden. Helmbefestigung. Nach vorne filmen und hast deine Arme und den Lenker perfekt mit auf dem Bild. Blick nach hinten. Am besten mit Klebepads oder dem Saugnapf. GoPro seitlich am Motorrad zu montieren, z.B. zur Geltung. Einzustreuen. Also Aufnahmen aus der Third-Person-Perspektive. Dazu kannst du die Kamera entweder auf ein Stativ stellen, oder du hältst sie sehr ruhig in der Hand und filmst dein Motorrad, andere Motorradfahrer oder auch einfach mal die Landschaft während einer Pause aus der Perspektive eines Außenstehenden. Hierzu schadet es nie, wenn du auch ein Handstativ dabei hast.
Motorrad-Dashcams als Augenzeugen bei Unfällen
Motorrad-Dashcams sollen insbesondere bei Unfällen für eine klare Schilderung des Hergangs sorgen - Actioncams dagegen großartige Fahraufnahmen liefern. Sie liefern datenschutzkonforme Aufnahmen, die bei einem Unfall für Klarheit sorgen können. Bei vielen stellt sich jedoch die Frage: Ist das erlaubt? Denn häufig wird diskutiert, ob das Mitfilmen gestattet ist und - noch wichtiger - ob das Bildmaterial bei einem Unfall vor Gericht als Beweismittel zulässig ist.
Funktionsweise einer Motorrad-Dashcam
Eine Dashcam zeichnet ein Ereignis während der Fahrt per Video auf. Die Kamerasysteme haben dafür oft einen G-Sensor oder Schocksensor und erkennen eine Erschütterung wie bei einem Aufprall oder Sturz. Die entsprechende Sequenz wird dann auf einer Micro-SD-Karte abgespeichert. Wichtig: Die Kamera muss eine Loop-Funktion haben, um gesetzeskonform zu sein. Das bedeutet, die Kamera fertigt ständig neue, kurze Aufnahmen (oft wenige Sekunden bis drei Minuten) an, die in einer Schleife stetig überschrieben werden, bis ein Ereignis die Speicherung der Sequenz auslöst. Hierfür ist der G-Sensor verantwortlich.
Empfohlene Motorrad-Dashcams
- Vsysto Dashcam Motorrad
- Vantrue F1 Dashcam Motorrad 4k
- Midland Bike Guardian Pro Dashcam
- Mio MiVue M820WD Motorradkamera
Befestigung einer Motorrad-Dashcam
Eine Motorrad-Dashcam lässt sich an verschiedenen Stellen am Motorrad befestigen. Das kann hinter der Cockpitscheibe sein, am Lenker, auf der Sitzbank oder als Brust-Kamera an der Motorradkombi. Die Montage am Helm ist hingegen verboten. Wichtig ist jedoch, dass die Kamera fest und sicher am Motorrad befestigt wird. Sie darf nicht bei einem Unfall umherfliegen, sollte aber trotzdem das Verkehrsgeschehen vorne und im Idealfall auch hinten aufzeichnen.
Bedienung einer Motorrad-Dashcam
Im Idealfall lässt sich eine Motorrad-Dashcam einfach mit Motorrad-Handschuhen bedienen, also an- oder wieder ausstellen. Einige Modelle werden direkt am Gehäuse bedient, andere wiederum bieten eine Fernbedienung, die sich am Lenker befestigen lässt. In der Regel genügt es, das Gerät vor der Fahrt anzuschalten und nach der Fahrt wieder abzuschalten. Durch die gesetzlich vorgeschriebene Loop-Funktion wird dabei kein Speicherplatz verbraucht.
Unterschiede zu einer Auto-Dashcam
Im Gegensatz zu einer Auto-Dashcam muss eine Motorrad-Dashcam wind- und wetterfest sein. Heißt: Bei Wind und Regen muss die Kamera funktionieren und darf keinen Schaden erleiden. Auto-Dashcams werden hingegen im Auto montiert und sind dadurch vor Witterungseinflüssen geschützt.
Testergebnisse verschiedener Action-Kameras (2014)
Im Jahr 2014 wurden zehn Action-Kameras getestet, um ihre Leistung beim Einsatz am Motorrad zu bewerten. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:
Testkriterien
- Mitgelieferte Halterungen
- Bild- und Tonqualität
- Bedienung im Stand und während der Fahrt
- Ausstattung und Verarbeitung
Testergebnisse im Überblick
| Kamera | Max. Auflösung | Max. Aufnahmewinkel | Max. Bildwiederholfrequenz | Preis (ca.) | MOTORRAD-Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| a-rival aQtion Cam RC | 1080 x 720p | 120 Grad | 30 fps | 99 Euro | ausreichend |
| Contour +2 | 1920 x 1080p | 175 Grad | 60 fps | 299 Euro | gut |
| Garmin Virb Elite | 1920 x 1080p | k.A. | 60 fps | 399 Euro | gut |
| GoPro Hero 3+ | 4096 x 2160p | 170 Grad | 240 fps | 449 Euro | sehr gut, Testsieger |
| HD PRO 2 | 1920 x 1080p | 175 Grad | 60 fps | 199,90 Euro | gut |
| Midland XTC-280 | 1920 x 1080p | 130 Grad | 60 fps | 169 Euro | gut |
Hinweis: Die Testergebnisse beziehen sich auf das Jahr 2014 und können aufgrund technischer Fortschritte nicht mehr aktuell sein.
Weitere Tipps zur Befestigung und Nutzung von Action-Kameras am Motorrad
- Rechtlicher Aspekt: Immer über die aktuelle Rechtslage informieren, da diese in verschiedenen Ländern variieren kann.
- Sicherheit: Kamera immer zusätzlich sichern, z.B. mit Klebeband oder einer Sicherheitsschlaufe.
- Perspektiven: Für Abwechslung sorgen, indem man aus verschiedenen Perspektiven filmt.
- Bildstabilisierung: Auf eine gute Bildstabilisierung achten, um verwackelte Aufnahmen zu vermeiden.
- Halterungen: Robuste und vibrationsarme Halterungen verwenden.
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