Auf eine Geschwindigkeitsüberschreitung im deutschen Straßenverkehr folgt grundsätzlich ein Bußgeldbescheid, wenn der betroffene Fahrer dabei geblitzt wurde. Es zeigt sowohl das Kennzeichen des Fahrzeugs sowie den Fahrer, der das Kfz zum Tatzeitpunkt steuerte. Doch wer mit dem Motorrad an einen Blitzer gerät, wird schnell feststellen, dass es trotzdem blitzt und das jeweilige Gerät nicht nur bei Autos auslöst. Sie können durchaus mit dem Motorrad geblitzt werden.
Können Motorradfahrer überhaupt geblitzt werden?
Viele Fahrer nehmen fälschlicherweise an, dass ihr Motorrad nicht vom Blitzer erfasst werden kann. Aber natürlich kann ein Temposünder auch mit dem Motorrad geblitzt werden. Das Messgerät unterscheidet nicht zwischen Auto- und Motorradfahrer. Ein Blitzer löst nicht nur bei einem Pkw aus, sondern immer dann, wenn er mit zu hoher Geschwindigkeit passiert wird.
Die Problematik der Fahreridentifizierung
Wurden Sie als Fahrer allerdings von einem Blitzer erwischt, während Sie mit dem Motorrad unterwegs waren, geht damit eine gewisse Problematik einher, weil sich das Kennzeichen am Heck befindet und der Helm das Gesicht des Fahrers verdeckt. Schließlich gilt seit 1976 eine Helmpflicht für Biker, wodurch das Gesicht verdeckt wird. Hinzu kommt, dass die Blitzer, die in Deutschland zur Messung der Geschwindigkeit eingesetzt werden, grundsätzlich von vorne auslösen.
Allerdings sind zu schnell fahrende Motorradfahrer kein neues Phänomen. Die Polizei hat diverse andere Techniken und Hilfsmittel entwickelt, um Motorradfahrer identifizierbar zu blitzen. Die Polizei hat dennoch diverse Möglichkeiten, Sie zu identifizieren.
Wie werden Motorradfahrer geblitzt?
Beim Blitzen wird auch hier in der Regel eine Fotoaufnahme des Fahrers gemacht. Die Identifizierung ist jedoch mit erheblich mehr Schwierigkeiten verbunden. Denn auch wenn das Motorrad von vorne geblitzt wurde, ist der Fahrer normalerweise nicht erkennbar. Durch die 1976 eingeführte Helmpflicht für Biker ist sein Gesicht verdeckt. Ein weiteres Problem speist sich aus dem Umstand, wie ein Motorrad geblitzt wird - nämlich von vorne. Dort besitzt es im Gegensatz zum Auto aber kein Kennzeichen. Dieses ist bei Motorrädern hinten angebracht. Es wird vom Blitzer nicht erfasst, sodass sich der Halter der Maschine nicht so einfach ermitteln lässt.
Spezielle Blitzer für Motorräder
Für das Motorrad gibt es Blitzer, die von vorne und hinten auslösen. Damit hat die Polizei gleich das Kennzeichen und kann den Halter des Fahrzeugs kontaktieren. Bisher wird dieses Blitzer-Modell kaum in Deutschland eingesetzt. Es existieren Ausnahmefälle, in denen Messgeräte vorne und hinten Aufnahmen anfertigen können, wenn Sie als Fahrer von einem Motorrad von einem Blitzer erwischt werden. Geräte dieser Art kommen allerdings in Deutschland immer noch relativ selten zum Einsatz. Allerdings sind diese Blitzer immer noch selten, weil das Gesicht des Fahrers dann wiederum nicht zu erkennen ist - und das ist in Deutschland ein Problem, weil nur der tatsächliche Fahrer des Motorrads haftet und nicht der Fahrzeughalter.
Ein mobiler Blitzer ist für Biker besonders gefährlich. Obgleich die Ermittlung eines Motorradfahrers unter diesen Umständen beinahe unmöglich erscheint, kann die Polizei doch manchen Täter überführen. Fährt ein Motorradfahrer immer dieselbe Strecke und wird dabei wiederholt geblitzt, können sich die Beamten dort mit der Laserpistole auf die Lauer legen, um ihn auf frischer Tat zu ertappen. Ein mobiler Blitzer kann dem Motorrad also durchaus zum Verhängnis werden.
Methoden zur Identifizierung von Motorradfahrern
Die Polizei hat die Möglichkeit das Motorrad, welches der Blitzer aufgenommen hat, mit den Fahrzeugen abzugleichen, die es im Zulassungsbezirk gibt. Auf diese Weise kann sie den Halter der Maschine ausfindig machen. Allerdings handelt es sich bei diesem nicht zwangsläufig auch um den Verkehrssünder. Die Polizei kann das Blitzerfoto mit anderen Motorrädern abgleichen, die im gleichen Bezirk gemeldet sind und kann zudem den jeweiligen Fahrzeughaltern Besuche abstatten.
Lässt sich der geblitzte Fahrer nicht auf anderem Wege ermitteln, kann manchmal auch die Schutzkleidung aufschlussreich sein, sofern diese sehr individuelle Merkmale aufweist. Auch wenn sich hinter dem Visier etwas Auffälliges, wie ein Piercing erahnen lässt, kann dies der Polizei bei der Identifizierung helfen. Wichtig: Die Polizei schaut sich in zweifelhaften Fällen sehr genau Auffälligkeiten am Aussehen des verdächtigen Motorradfahrers an.
Kann sich der Halter nicht mehr daran erinnern, wem er sein Motorrad zum Blitzer-Zeitpunkt geliehen hat, können die Beamten anordnen, dass er künftig ein Fahrtenbuch zu führen hat. Sollten die Polizisten das Motorrad wieder blitzen, lässt sich anhand dieses Buches zweifelsfrei belegen, wer gefahren ist. Wenn ein Motorrad von vorne geblitzt wurde und der tatsächliche Fahrer nicht feststeht, kann der Fahrzeughalter eine sogenannte Fahrtenbuchauflage erhalten. Er muss dann jede Fahrt mit dem geblitzten Motorraddokumentieren und auch den Namen des Fahrers angeben. Das hilft zwar nicht beim aktuellen Verstoß, kann den oder die Fahrer aber zukünftig kontrollieren.
Behauptet der Halter allerdings, dass jemand anderes gefahren sei, steht die zuständige Behörde vor einem erneuten Problem, was in der in Deutschland geltenden Fahrerhaftung begründet ist.
Ohnehin ist die mobile Verkehrskontrolle eine wirksames Mittel gegen Raser auf dem Motorrad. Der Blitzer dient dabei wie üblich als Beweis für den Geschwindigkeitsverstoß.
Sanktionen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen
Welche Sanktionen drohen, wenn ich mit dem Motorrad von einem Blitzer erwischt werde? Hat ein Blitzer Ihr Motorrad bei einem Tempoverstoß erfasst, können eine Geldbuße, Punkte in Flensburg oder auch ein Fahrverbot von bis zu drei Monaten gegen Sie ausgesprochen werden. Die Sanktionen für Geschwindigkeitsüberschreitungen mit dem Motorrad sind die gleichen wie für Pkw.
Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung wird es generell teurer. Zudem hängt die Höhe der Strafe von diversen Faktoren ab. Außerhalb geschlossener Ortschaften gibt es bei 21 bis 25 km/h über dem Tempolimit nicht nur einen Punkt in Flensburg, sondern auch ein Bußgeld in Höhe von 70 Euro. Kommt es zu einer Überschreitung von 26 bis 30 km/h, werden 80 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig. Wird die Höchstgeschwindigkeit innerorts 21 bis 25 km/h überschritten, beträgt die Strafe ebenfalls 80 Euro und einen Punkt. Wer noch schneller fährt, als die Polizei erlaubt, muss je nach Schwere des Verstoßes mehrere Punkte und ein bis drei Monate Fahrverbot in Kauf nehmen. Wird ein Motorradfahrer zweimal innerhalb von einem Jahr wegen zu hoher Geschwindigkeit geblitzt, gilt er als Wiederholungstäter und wird entsprechend härter sanktioniert.
Bei Geschwindigkeitsverstößen wird generell zwischen den Kategorien „außerorts“ und „innerorts“ unterschieden. Je nachdem, wie viel zu schnell Sie gefahren sind, liegt das Bußgeld dann zwischen 10 und 680 Euro.
Gut zu wissen: Bei jeder Geschwindigkeitsmessung durch einen Blitzer erfolgt ein Toleranzabzug, um etwaige Messungenauigkeiten auszugleichen. Lag das Tempo unter 100 km/h, werden 3 km/h vom Messwert abgezogen.
Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid
Erhalten Sie einen Bußgeldbescheid, weil Sie mit dem Motorrad geblitzt wurden, können Sie gegen diesen binnen zwei Wochen nach dem Erhalt einen schriftlichen Einspruch einlegen. Haben Sie einen Bußgeldbescheid erhalten, weil Sie mit dem Motorrad von einem Blitzer erwischt worden sind, können Sie binnen 14 Tagen einen Einspruch gegen selbigen einlegen. Diesen müssen Sie schriftlich an die zuständige Bußgeldstelle richten. Allerdings kann es sich durchaus lohnen, einen Rechtsbeistand mit dem Einspruch zu betrauen. Dieser kann die Erfolgschancen verlässlich einschätzen und ggf. Akteneinsicht beantragen.
Auch in einem Bußgeldverfahren können sich so einige Fehler einschleichen. Und das ist gar nicht mal so selten. Schnell weichen Messungen nämlich von standardisierten Methoden ab und werden auf diese Weise ungültig. Doch auch formelle Fehler, die auf fehlenden Daten oder überschrittenen Fristen ruhen, können Grundlage für eine erfolgreiche Anfechtung sein. Spätestens drei Monaten nach dem Verkehrsverstoß sollte Post von der entsprechenden Bußgeldstelle in deinem Briefkasten liegen. Wird kein Bußgeldbescheid erlassen, kann dies zur Verjährung des Falls führen. Das Bußgeldverfahren wird dann automatisch eingestellt und Bußgelder, Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot sind vom Tisch.
Ein Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid bedeutet allerdings nicht, dass die Vorwürfe der Bußgeldstelle über jeden Zweifel erhaben sind. Fehlerhafte Messungen oder formelle Fehler im Verfahren können durchaus zu einer erfolgreichen Anfechtung führen.
Bußgeldtabelle für Geschwindigkeitsüberschreitungen mit dem Motorrad
Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft die Sanktionen für Geschwindigkeitsüberschreitungen mit dem Motorrad innerorts und außerorts:
| Geschwindigkeitsüberschreitung | Bußgeld innerorts | Bußgeld außerorts | Punkte in Flensburg | Fahrverbot |
|---|---|---|---|---|
| 21-25 km/h | 80 Euro | 70 Euro | 1 | Nein |
| 26-30 km/h | - | 80 Euro | 1 | Nein |
Hinweis: Die genauen Bußgelder und Sanktionen können je nach Einzelfall variieren.
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