Nichts ist ärgerlicher, als wenn man sein Fahrzeug starten möchte und es funktioniert nicht. Zum Saisonstart ist oft die Batterie des Motorrads leer und es muss fremdgestartet werden. Kurzstreckenfahrten belasten viele Starterbatterien, auch die kalte Jahreszeit spielt Ihrer Starterbatterie böse mit. Aber zum Glück gibt es Lösungen!
Mit der erforderlichen Starthilfe können Sie trotz leerer Autobatterie wieder fahren. Hier erfahren Sie, wie Sie ein Motorrad mit einem Auto als Starthilfe überbrücken können, um teure Fehler zu vermeiden.
Vorbereitung und benötigte Materialien
Bevor Sie die Autobatterie mit neuem Leben erfüllen können, benötigen Sie einige grundlegende Komponenten:
- Starthilfekabel: Dieses besteht aus einem roten und einem schwarzen Überbrückungskabel. Achten Sie darauf, dass das Kabel der DIN-Norm 72.553 oder der ISO-Norm 6722 entspricht und biegsam ist. Bei Kälte verhärtet sich das Isoliermaterial zusätzlich. Die Pol-Zangen müssen komplett in Kunststoff eingehüllt sein. Nur die Kontaktteile in der Zangenspitze dürfen aus Metall bestehen.
- Spenderfahrzeug oder Autobatterie: Um den weiteren Verlauf so einfach wie möglich zu gestalten, müssen beide Fahrzeuge über eine einheitliche Batteriespannung verfügen. In der Regel liegt diese bei 12 Volt.
- Zur Übertragung des Stroms sollten Sie anschließend den geeigneten Kabelquerschnitt wählen. Dieser ist von der Motorleistung und vom Hubraum abhängig und sollte bei entsprechend hoher Leistung dicker sein.
Wichtig: Sowohl im Motorrad als auch im Auto muss eine Batterie mit gleicher Spannung (zwölf Volt) verbaut sein. Viele neuere Autos haben eine höhere Bordspannung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Überbrücken
Hier ist eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihr Motorrad sicher und korrekt mit einem Auto überbrücken können:
- Sicherheit geht vor: Stellen Sie sicher, dass beide Fahrzeuge keinen Strom verbrauchen. Schalten Sie also alle Stromverbraucher (Licht, Radio, Navi, Klimaanlage) ab. Stellen Sie beim Spenderfahrzeug (also am Auto) außerdem den Motor ab.
- Pole identifizieren: Die Symbole für Plus- und Minus-Pole sind in der Regel auf der Verkleidung der Batterie zu finden. Beachten Sie die Symbole unbedingt beim Anschließen. Sonst kann es zu teuren Schäden kommen.
- Plus-Pole verbinden: Verbinden Sie die Plus-Pole beider Batterien mit dem roten Kabel (erst am Motorrad anbringen, dann am Auto).
- Minus-Pole verbinden: Bringen Sie das schwarze Kabel am Minuspol des Spenderautos an. Achtung: Das andere Ende des Kabels bringen Sie nicht am Minuspol des Motorrads an. Sonst kann es zu gefährlicher Funkenbildung kommen. Stattdessen wählen Sie einen sogenannten Massepunkt. Dafür eignet sich eine metallische Stelle am Motorblock.
- Motor des Spenderautos starten: Nun starten Sie den Motor des Autos und lassen ihn einige Minuten lang laufen.
- Motorrad starten: Falls er nicht anspringt, warten Sie einige Minuten und versuchen es erneut. Falls drei Versuche erfolglos bleiben, holen Sie einen Experten zur Hilfe. Sonst könnte die Batterie kaputt gehen.
- Motoren laufen lassen: Wenn aber alles geklappt hat, lassen Sie beide Motoren einige Minuten lang laufen.
- Kabel entfernen: Nun lösen Sie die Klemmen des Überbrückungskabels: zunächst das schwarze (erst beim Motorrad, dann beim Auto), dann das rote (erst beim Motorrad, dann beim Auto).
- Motorrad weiterlaufen lassen: Nun lassen Sie den Motor des Motorrads noch eine Weile lang laufen. Noch besser: Fahren Sie eine mittlere Strecke.
Wichtige Hinweise und Tipps
- Reihenfolge beachten: Die Reihenfolge, dass erst das rote Kabel (plus) und dann das schwarze Kabel (minus) verlegt wird, ist sicherheitsrelevant!
- Massepunkt nutzen: Schwarz beim Nehmerfahrzeug auf Masse ist empfehlenswert.
- Spannungsspitzen vermeiden: Bei älteren Fahrzeugen konnte man die Batterie des helfenden Fahrzeuges sofort nach erfolgreichem Start abklemmen. Bei neueren Fahrzeugen sollte man die Batterie jedoch noch einige Zeit (10-15 min) angeklemmt lassen. Dies ist vor allem bei tiefentladenen Akkus wichtig.
- Defekte vermeiden: Wenn das Nehmerfahrzeug nicht in angemessener Zeit anspringt, brechen Sie ab, dann liegt ein Defekt vor, den Ihre Batterie nicht beheben kann.
Alternativen zur Starthilfe mit Auto
Da die Klemmen am Starthilfekabel für Autos meist recht groß sind, gibt es spezielle Starthilfekabel für Motorräder. Praktisch und eine Alternative zum Spenderfahrzeug ist auch ein sogenannter Starthilfe-Booster. Das kleine Gerät ähnelt äußerlich einer Powerbank fürs Mobiltelefon. Auch seine Funktionsweise ist ähnlich: Im Grunde ist es ein ziemlich starker Lithium-Ionen-Akku, der bei Bedarf ein Auto oder Motorrad starten kann.
Problemlösung und Pannenhilfe
Sollte das Problem erneut auftreten, kann es sein, dass Ihre Batterie kaputt oder einfach zu alt ist. Die Gelben Engel der ADAC Straßenwacht helfen schnell und unkompliziert. Die geschulten Spezialisten leisten Fehlersuche, geben Starthilfe oder tauschen auf Wunsch des Mitglieds die Batterie an Ort und Stelle gegebenenfalls durch eine neue aus, falls die alte nicht mehr zu retten ist.
Starthilfe für Elektroautos
Auch E-Fahrzeuge sind mit einer klassischen 12-Volt-Starterbatterie ausgestattet, um das Hochvoltsystem zu aktivieren. Leere oder defekte Starterbatterien sind deshalb auch bei dieser Fahrzeugkategorie möglich. Die Starthilfe funktioniert im Grunde genommen gleich wie bei jedem Benziner oder Diesel. Starthilfe zu empfangen ist bei Elektroautos meist erlaubt, Starthilfe geben hingegen meistens vom Hersteller aus nicht. Vorsicht ist deshalb geboten, und die Betriebsanleitung ist immer ausschlaggebend.
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