Auto- und Motorradführerschein gleichzeitig machen: Kosten und Sparmöglichkeiten

Viele Menschen träumen davon, sowohl Auto als auch Motorrad fahren zu dürfen. Wer sich diesen Traum erfüllen möchte, steht vor der Frage, ob es sinnvoll ist, beide Führerscheine gleichzeitig zu machen und welche Kosten dabei entstehen. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die Kosten, Voraussetzungen und Sparmöglichkeiten beim gleichzeitigen Erwerb von Auto- und Motorradführerschein.

Die verschiedenen Führerscheinklassen

Der Motorradführerschein wird in vier verschiedene Klassen unterteilt:

  • Klasse AM: Kleinkrafträder mit zwei bis drei Rädern und Leichtkraftfahrzeuge mit vier Rädern (auch bekannt als Roller-Führerschein).
  • Klasse A1: Krafträder, die bauartbedingt nicht mehr als 11 kW Leistung erbringen mit bis zu 125 ccm Hubraum.
  • Klasse A2: Krafträder, die maximal 35 kW Leistung schaffen und solche, die bis zu 70 kW bringen, wenn diese auf 35 kW gedrosselt sind.
  • Klasse A: Krafträder und dreirädrige Kraftfahrzeuge jeder Größe und Geschwindigkeit.

Die Führerscheinklasse A schließt demnach alle Fahrerlaubnisklassen der Kategorie A ein. Fast alle A-Führerscheine sind nach einem Stufensystem gestaffelt und bauen demnach aufeinander auf. Davon ausgenommen ist allerdings die Fahrerlaubnisklasse AM. Diese können Sie zum Beispiel erlangen, indem Sie einen PKW-, also den B-Führerschein machen. Für den A-Führerschein oder einen seiner kleineren Kollegen gilt das nicht. Hier ist immer mindestens eine extra Prüfung nötig. Dafür gilt der AM-Schein aber ein Leben lang - sofern Sie ihn nicht verlieren.

Wer ein Motorrad fahren und sich dabei keine Gedanken um Kubikzentimeter, Pferdestärken und Höchstgeschwindigkeit machen will, muss mindestens 24 Jahre alt sein und braucht den "großen" Führerschein der Klasse A. Mit dieser Königsklasse der Motorradführerscheine dürfen alle Krafträder und dreirädrigen Kraftfahrzeuge ohne Leistungsbegrenzung gefahren werden.

Kosten für den Motorradführerschein

Die Kosten für den Motorradführerschein variieren von Fahrschüler zu Fahrschüler. Vor allem die Anzahl der praktischen Fahrstunden wirkt sich auf die Höhe der Führerscheinkosten aus.

Die Preise können stark variieren und sind abhängig von der Region, vor allem aber von der Lerngeschwindigkeit der Fahrschülerin oder des Fahrschülers. Viele der Fahrschulen stellen ihre Preise nur vor Ort oder auf Anfrage zur Verfügung, eine Online-Recherche ist nicht immer möglich. Die BVF geht von durchschnittlich 13, der VIFD von 10 bis 20 Übungsstunden aus. Außerdem gilt grundsätzlich: Fahrschulen im ländlichen Raum sind günstiger als in Städten und in Süddeutschland teurer als im Norden.

Der Verband Innovativer Fahrschulen Deutschland (VIFD) und die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF) beziffern die Kosten für die Klassen A und A2 auf durchschnittlich ca. 2500 Euro. Demnach kostet der Direkteinstieg im Schnitt rund 3000 Euro. In den meisten Fällen aber bewegen sich die Preise zwischen dem Wert der Verbände und dem des ADAC - sprich zwischen 2500 und 3000 Euro. Einige wenige Fahrschulen verlangen teilweise mehr als 4000 Euro und heben den Mittelwert dementsprechend an.

Zu diesen Kosten kommen noch ca. 250 Euro, für Prüfungsgebühren, Sehtest und Führerscheinstelle. Laut VIFD kostet der Aufstieg von A2 auf A etwa 500 Euro. In der Regel sind die Motorradfahrenden routiniert und brauchen nur wenige Übungsstunden, um die Aufstiegs-Prüfung anzutreten.

Ein Beispiel für die Kostenaufstellung:

Kosten Betrag
Grundbetrag 540 Euro
Vorstellung zur theoretischen Prüfung 129 Euro
Vorstellung zur praktischen Prüfung 159 Euro
Ausbildungsfahrstunden (15 á 75 Euro) 1125 Euro
Sonderfahrten (12 á 85 Euro) 1020 Euro
Übungsmaterialien 59 Euro
Gebühren theoretische Prüfung 25 Euro
Gebühren praktische Prüfung 163 Euro
Gebühren für die Ausstellung des Führerscheins 45 Euro
Biometrisches Passfoto 10 Euro
Gesamtkosten 3275 Euro

Die Kosten für den Motorradführerschein hängen nicht nur von Region und Fahrschule ab. Auch die angestrebte Führerscheinklasse hat Einfluss auf die Höhe der Endrechnung. Der Hauptgrund: Je nach Führerschein variiert die Anzahl der vorgeschriebenen Theorie- und Praxis­stunden.

Weitere Kostenfaktoren

  • Grundgebühr der Fahrschule: Eine Art Anmeldegebühr, die zwischen 250 und 690 Euro liegen kann.
  • Theoretische und praktische Prüfung: Die Vorstellung zur theoretischen Prüfung kostet rund 80 bis 167 Euro, die zur praktischen etwa 195 bis 443 Euro.
  • Übungsmaterialien: Lernsysteme oder Apps sind bei manchen Fahrschulen im Grundbetrag enthalten, andere berechnen ungefähr 50 bis 100 Euro.
  • Schutzkleidung: Motorradschüler müssen bei der Ausbildung und Prüfung nicht nur einen Helm, sondern auch Schutzkleidung tragen.

Voraussetzungen für den Motorradführerschein

Mit der Fahrschule allein ist es beim Motorradführerschein nicht getan. Sie benötigen einige Unterlagen, um die Fahrerlaubnis erlangen zu können. Dazu zählen:

  • Die Bescheinigung über den Erste-Hilfe-Kurs
  • Bestandener Sehtest (mind. 70 Prozent je Auge)

Wer direkt den Führerschein der Klasse A haben möchte, ohne eine vorherige passende Fahrerlaubnis zu besitzen, muss daneben das Mindestalter von 24 Jahren erfüllen.

Gleichzeitiger Erwerb von Auto- und Motorradführerschein

Wissen Sie bereits, bevor Sie einen Autoführerschein besitzen, dass Sie auch einen Motorradführerschein haben wollen, kann es sich lohnen, die beiden Fahrerlaubnisklassen parallel zu erlangen. Auch hier gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten, die sich je nach Alter anbieten:

  • Sie sind zwischen 18 und 21 Jahre alt und erlangen zunächst die Klasse A2.
  • Sie sind zwischen 21 und 24 Jahre alt und absolvieren den Motorradführerschein A mit der Schlüsselzahl 80.
  • Sie sind bereits (oder fast) 24 Jahre alt und dürfen nach einem Direkteinstieg in den Führerschein der Klasse A Motorräder aller Art fahren.

Wer den Führerschein für Motorrad und Auto gleichzeitig macht, kann viel Geld sparen.

Sparmöglichkeiten beim Kombi-Führerschein

Machen Sie den Motorradführerschein und den fürs Auto gleichzeitig, sparen Sie sich den gesamten Grundstoff, da die Inhalte dieselben sind, und müssen diesen nur einmal absolvieren. Es kommen lediglich die vier spezifischen Unterrichtseinheiten für das Motorrad hinzu. Zudem müssen Sie für beide Klassen zusammen nur eine theoretische Prüfung ablegen.

Muss bis zum 24. Lebensjahr noch ein Weilchen vergehen, kann es sinnvoll sein, den Führerschein der Klasse A beschränkt mit der Schlüsselzahl 80 zu erlangen. Dies ist bereits ab 21 Jahren möglich. In diesem Fall bekommen Sie zum 24. Geburtstag automatisch die unbeschränkte A-Fahrerlaubnis und dürfen bis dahin Fahrzeuge der Klasse A2 fahren. Beim A SZ 80 ist keine weitere Prüfung notwendig wie beispielsweise bei der Erweiterung vom A2 auf A, wodurch Sie Übungsstunden und Prüfungsgebühren einsparen. Außerdem müssen keine zwei Jahre zwischen der Erteilung der kleineren und der größeren Fahrerlaubnis liegen. Bekommen Sie zum Beispiel mit 23 Jahren den ASZ 80, dürfen Sie mit 24 automatisch alle Krafträder fahren.

Weitere Tipps zum Sparen

  • Fahrschulen vergleichen: Die Preise für die einzelnen Leistungen können stark variieren.
  • Paketangebote nutzen: Einige Fahrschulen bieten Komplettpakete an, die günstiger sein können als die Summe der Einzelpreise.
  • Stufenführerschein: Wer noch nicht 24 Jahre alt ist, kann zunächst den A2-Führerschein machen und später auf A erweitern.
  • Fahrpraxis sammeln: Je mehr Fahrpraxis Sie bereits haben, desto weniger Fahrstunden benötigen Sie in der Fahrschule.
  • Theorie aufbessern: Eine gute Vorbereitung auf die theoretische Prüfung kann Wiederholungsprüfungen vermeiden.

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