Zum Saisonstart ist oft die Batterie des Motorrads leer. Es muss fremdgestartet werden und lässt sich auch mit einem Auto überbrücken. Was dabei wichtig ist.
Vorbereitung und Sicherheitsvorkehrungen
Bei Startschwierigkeit spielt in vielen Fällen die Autobatterie eine entscheidende Rolle. Ist bei dieser die Ladung zu niedrig, springt der Wagen nicht an. In diesem Fällen ist es oftmals notwendig, das Auto zu überbrücken. Um ein Auto richtig zu überbrücken, sollten Sie immer eine bestimmte Reihenfolge beachten. Das ist wichtig, um Schäden und Verletzungen zu vermeiden. Stellen Sie, bevor Sie ein Fahrzeug per Überbrücken starten wollen, sicher, dass dies in einem sicheren Umfeld erfolgen kann. Stehen Sie auf offener Strecke, sollte der Standort durch ein Warndreieck und das Tragen der Warnweste abgesichert werden. Erfolgt die Starthilfe mit einem anderen Fahrzeug, sollte dieses so nah wie möglich am Empfängerfahrzeug stehen. Bei beiden sollte immer die Handbremse aktiv und keine Gänge eingelegt sein.
Wichtig ist zunächst, dass sowohl im Motorrad als auch im Auto eine Batterie mit gleicher Spannung (zwölf Volt) verbaut ist. Viele neuere Autos haben eine höhere Bordspannung. Stellen Sie nun sicher, dass beide Fahrzeuge keinen Strom verbrauchen. Schalten Sie also alle Stromverbraucher (Licht, Radio, Navi, Klimaanlage) ab. Stellen Sie beim sogenannten Spenderfahrzeug (also am Auto) außerdem den Motor ab.
Die richtige Ausrüstung
Sie sollten immer darauf achten, dass Sie die richtigen Kabel verwenden. Ungeeignete Kabel können zu Schäden führen oder die Laden nicht richtig übertragen. Da die Klemmen am Starthilfekabel für Autos meist recht groß sind, gibt es spezielle Starthilfekabel für Motorräder. Praktisch und eine Alternative zum Spenderfahrzeug ist auch ein sogenannter Starthilfe-Booster. Das kleine Gerät ähnelt äußerlich einer Powerbank fürs Mobiltelefon. Auch seine Funktionsweise ist ähnlich: Im Grunde ist es ein ziemlich starker Lithium-Ionen-Akku, der bei Bedarf ein Auto oder Motorrad starten kann.
Ein Starthilfekabel sollte der DIN-Norm 72.553 oder der ISO-Norm 6722 entsprechen und biegsam sein. Bei Kälte verhärtet sich das Isoliermaterial zusätzlich. Die Pol-Zangen müssen komplett in Kunststoff eingehüllt sein. Nur die Kontaktteile in der Zangenspitze dürfen aus Metall bestehen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Überbrücken
Wenn Sie dann das Auto überbrücken, sollte die Anleitung für das An- und Abklemmen der Batterie oder Powerbank immer beachtet werden. Zudem sollten Sie die angeschlossenen Kabelenden bzw. Klemmen nicht berühren. Falsch angeschlossene Kabel können die Fahrzeugtechnik schwer beschädigen. Das gilt auch, wenn Sie die Starthilfe zu häufig versuchen.
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Kabel anschließen
Nun schließen Sie das Starthilfekabel an: Zunächst verbinden Sie die Plus-Pole beider Batterien mit dem roten Kabel (erst am Motorrad anbringen, dann am Auto).
Danach bringen Sie das schwarze Kabel am Minuspol des Spenderautos an. Achtung: Das andere Ende des Kabels bringen Sie nicht am Minuspol des Motorrads an. Sonst kann es zu gefährlicher Funkenbildung kommen. Stattdessen wählen Sie einen sogenannten Massepunkt. Dafür eignet sich eine metallische Stelle am Motorblock.
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Motor starten
Nun starten Sie den Motor des Autos und lassen ihn einige Minuten lang laufen. Bei einer tiefentladenen Batterie des Empfängerfahrzeugs (wenn bei zuvor eingeschalteter Zündung selbst die Armaturenlampen nicht mehr leuchten), sollte dieser mindestens zehn Minuten vor dem ersten Startversuch laufen. Falls er nicht anspringt, warten Sie einige Minuten und versuchen es erneut. Falls drei Versuche erfolglos bleiben, holen Sie einen Experten zur Hilfe. Sonst könnte die Batterie kaputt gehen.
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Kabel entfernen
Nun lösen Sie die Klemmen des Überbrückungskabels: zunächst das schwarze (erst beim Motorrad, dann beim Auto), dann das rote (erst beim Motorrad, dann beim Auto).
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Nach dem Start
Nun lassen Sie den Motor des Motorrads noch eine Weile lang laufen. Noch besser: Fahren Sie eine mittlere Strecke.
In dieser Reihenfolge werden die Batterien von Spender- und Empfängerfahrzeug verbunden bzw. Die Zündungen beider Fahrzeuge sind zunächst ausgeschaltet. Zuerst wird die Polzange des roten Pluskabels mit dem Pluspol der Maschine mit Startschwierigkeiten, also dem »Empfängerfahrzeug« verbunden, danach mit dem Pluspol des Spenderfahrzeugs.
Sitzt das Pluskabel an beiden Pluspolen, folgt der Anschluss der Zange des schwarzen Kabels (Massekabel) an den Minuspol des Spenderfahrzeugs. Das andere Ende des Minuskabels wird anschließend an ein unlackiertes Metallteil am Motorblock oder Rahmen des Fahrzeugs mit der schwachen Batterie geklemmt.
Das Abklemmen der Kabel geschieht in umgekehrter Reihenfolge: Zunächst ist das schwarze Minuskabel am Massepunkt des Empfängerfahrzeugs zu lösen, danach am Minuskontakt des Spenders. Dann kann man das rote Pluskabel erst vom Kontakt des Empfänger- und dann vom Pol des Spenderfahrzeugs abklemmen.
Zusätzliche Hinweise und Tipps
- Achten Sie auf die Betriebsanleitung. Werfen Sie zuerst einen Blick in die Betriebsanleitungen beider Autos. Sie geben Hinweise zu den speziellen Anforderungen für das jeweilige Fahrzeug.
- Um sicher zu gehen, dass die Lichtmaschine des Empfängers die leere Batterie wieder ausreichend lädt, muss der Motor weiterlaufen.
- Sollte das Problem erneut auftreten, kann es sein, dass Ihre Batterie kaputt oder einfach zu alt ist.
- Einen Pkw nicht überbrücken sollten Sie, wenn Sie die Pole an den Batterien nicht erkennen können.
- Nach erfolgreicher Starthilfe ist es ratsam, Stromverbraucher wie Licht und Lüftung oder Heizung einzuschalten, um Stromspitzen zu vermeiden.
Was tun, wenn es nicht klappt?
Können Sie das Auto nicht erfolgreich überbrücken, sollten Sie einen Pannendienst verständigen und das Fahrzeug abschleppen lassen. Mehr als drei Versuche sollten Sie nicht angehen.
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