Karim Klausmann ist bekannt für seine beeindruckenden Motorradreisevideos, die er auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Seine Abenteuer und die Art und Weise, wie er diese filmisch festhält, begeistern viele Zuschauer.
Die Westalpen: Ein Paradies für Enduristen
Die alten Militärstraßen in den Westalpen gehören zu den letzten legal befahrbaren Schotterpisten im Alpenraum. Bei einer Endurowanderung erlebt man die grandiosen Panoramen aus einer ansonsten nicht zu erreichenden Perspektive. Es dämmert bereits, als die Maschinen in Oulx auf den Seitenständer gestellt werden. Dieser kleine Ort im Susatal ist ein bewährtes Basislager für allerlei Enduristen, die sich vom Schotter der ehemaligen Militärstraßen in den Westalpen angezogen fühlen.
Für die kommenden Tage ist Sonne satt vorhergesagt. Das sind beste Bedingungen, um die Schotterpisten in dieser Region endlich einmal zu befahren. Karim, ein Freund und Reisebegleiter, ist ortskundig und hat die Routen in den nächsten vier Tagen von leicht bis anspruchsvoll geplant. Aller Planung zum Trotz kann sich jedoch die Beschaffenheit der Pisten durch Wolkenbrüche und Geröllabgänge über Nacht drastisch verschlechtern, sodass aus einer einfachen Passage eine echte Herausforderung werden kann. Die Überraschung reist also immer ein Stück auf diesen Pisten mit.
Assietta Kammstraße
Der Einstieg in die Schotterwelt der Westalpen beginnt mit einer Gratwanderung auf der Assietta Kammstraße. Dieser Klassiker unter den Militärstraßen ziert auf über 2.000 Metern den Gebirgskamm zwischen dem Valle Susa und dem Valle del Chisone. Vorbei an den Resten der alten Militärfestung Serre Marie bringt uns eine gut ausgebaute Schottertrasse zum Hochplateau Pian dell`Alpe.
Die Einfahrt ist nur Mittwoch und Samstag zwischen 9 und 17 Uhr für motorgetriebene Fahrzeuge gestattet. Ein striktes Überholverbot und eine max. Tempo von 30 km/h ergänzen die Regeln. Diese Reglementierung ist uns mehr als recht, denn die Alternative wäre ein Komplettsperrung für uns motorisierten Wanderer, wie in anderen Alpenregionen längst geschehen. Hinter dem Hochplateau Pian dell Alpe wird die Piste zwar etwas gröber, sie lässt sich aber immer noch entspannt befahren. Eingebettet in eines der schönsten Bergpanoramen der Westalpen ziehen wir hier oben unsere Bahnen und können uns nicht satt sehen. Das tiefe Blau des wolkenfreien Himmels hebt die Konturen der Berge noch zusätzlich hervor. Würde man versuchen dies zu malen, es wäre Kitsch.
Monte Jafferau und Fort Pramand
Nach einer üppig belegten Focaccia und einem kräftigen Espresso im kleinen Ort Savoulx brechen wir zum Monte Jafferau auf. Der Einstieg in die Lieblingspiste vieler Enduristen liegt direkt um die Ecke. Die ersten Höhenmeter sind eine entspannte Fahrt auf einem gut gespurten Kiesweg. Doch dann wird der Track immer anspruchsvoller und für mich zu einer ersten Bewährungsprobe. Wir sind gezwungen unser Gewicht in den ausgewaschenen engen Kehren gut zu verlagern, damit wir herumkommen. Dabei heißt es gut am Gas bleiben, denn der Grund ist mit allerlei Geröll gut bestückt.
Oben angekommen rasten wir wohlverdient am Fort Jafferau. Wir sitzen auf den Grundmauern einer der höchsten Befestigungsanlagen in den Cottischen Alpen und blicken auf das karge Massiv des Monte Pramand. Über uns zieht ein Steinadler seine Kreise. Kurz hinter dem Fort Jafferau teilt sich der Weg. Wir fahren rechts zum Fort Pramand weiter. Es sind nur drei Kehren bis zu diesem Festungsklotz aus Beton zu meistern, jedoch die letzte Kehre hat es wirklich in sich. „Gut am Gas bleiben“, ruft Karim zu.
Wir erreichen den Vorplatz der zerfallenen Verteidigungsanlage und fahren unsere Twins über eine steile Rampe direkt auf das Betondach des hundert Jahre alten Forts. In der Mitte befinden sich vier große ungesicherte Löcher im Boden. Hier waren die mächtigen Geschütze verankert, die dieser Festung ihre Wucht gaben. Heute ist hier oben nur noch die Natur mächtig. Wo früher Soldaten Spalier standen, stehen heute bis zu drei Meter hohe Tannen. Der Beton ist von der Witterung brüchig geworden und allerlei Flechten haben sich dort eingenistet.
Galleria del Seguret
Gute zwei Kilometer unterhalb des Fort Pramand verschwindet der Weg plötzlich in einen dunklen und feuchten Tunnel. Es ist die Galleria del Seguret, die 2018 nach langer Sperrung wiedereröffnet wurde. Das Schmelzwasser sickert unaufhörlich durch den Felsen, sodass der lehmige Untergrund komplett unter Wasser ist. Langsam tasten wir uns in die Tunnelröhre vor und begeben uns auf eine 850m lange Rutschpartie. Welch ein Erlebnis!
Maira Stura Kammstraße
Als uns am nächsten Morgen die Maira Stura Kammstraße in ihre Höhen führt, stecken wir mitten in einem Wolkennebel. Oben auf dem Colle Valcavera ist es wärmer als unten im Tal und genau an diesen beiden Luftschichten hat sich eine zähe Wolkendecke gebildet. Bei 2000 m durchstoßen wir die Wolke und die Sonne hat uns wieder. Wir sind auf dem Dach der Welt angekommen. Unter uns liegt ein Wolkenteppich und vor uns ein Alpenpanorama mit einer grandiosen Sicht auf den Colle Valcavera und den Colle del Preit. Das ist wie Tibet in den Alpen.
Ligurische Grenzkammstraße (LGKS)
Nach guten 80 km nähern wir uns einer wahre Schotterlegende unter den alten Militärstraßen in dieser westliche Alpenregion. Die ligurischen Grenzkammstraße (LGKS) oder die Alta Via del Sale (hohe Salzstraße), wie die Italiener sie nennen, ist die längste und abwechslungsreichste geschotterte Militärstraße im Alpenraum. Wenn man die Kilometer der Nord- und Südtrasse zusammenzählt, dann kommt man auf gute 60 km. Sie führt von Limone Piemonte bis an die italienische Riviera nach Ventimiglia.
Ihren Legendenstatus hat sie durch ihre anspruchsvollen Schotterpassagen erlangt, die es trotz der Sanierungsarbeiten der letzten Jahre immer noch genügend gibt. Wir wählen den Einstieg am Fort Central in der Nähe des Tenda Passes. Diese imposante Militärruinen schaut eher wie eine Burgruine aus dem Mittelalter aus, doch dafür ist sie mit ihren 120 Jahren eindeutig zu jung.
Nach ein paar Kilometern wechseln wir staubbedingt die Positionen. Wer die Nase vorne hat, der atmet saubere Luft und hat eine gute Fernsicht. Auf der gesamten Strecke passieren wir unbemerkt mehrfach die Grenze zwischen Italien und Frankreich. Am Ende sind es insgesamt 23 Grenzübertritte. Ein wahrer Grenzslalom, der durch die korrigierten Grenzverläufe nach dem zweiten Weltkrieg entstanden ist.
Nach gut 20 km verändert sich die bis dahin baumlosen Hochgebirgslandschaft und wir fahren durch lichte Lärchenwälder. Diese Straße wurde ursprünglich für schweres militärisches Gerät konzipiert. Entsprechend breit und solide ist ihr Unterbau heute noch. Nach gut ausgebauten Serpentinen kommen nun allmählich steilere Passagen und was wir jetzt teilweise unter den Rädern haben, das folgt nicht dem, was man landläufig unter Schotter versteht. Es liegen faustgroße Gesteinsbrocken auf den vom Regen und Schmelzwasser ausgewaschenen Wegen. Die Räder überrumpeln dieses Geröll und die Federungen unserer Twins bekommen keine Ruhe mehr.
Col du Parpaillon
Unsere Westalpentour lassen wir mit einem französischen Klassiker ausklingen. Ein gut gespurter Feldweg führt uns in die kargen Höhen des Col du Parpaillon mit seinem berühmten Scheiteltunnel, der auf 2636 m liegt. Mit steigenden Höhenmetern wandelt sich die Strecke rasch in eine grobe lose Steinpiste ohne Randsicherung. Die zerfurchten Serpentinen mit ihren faustgroßen Geröllsteinen machen den Untergrund lebendig und die Fahrt zu einem Schlingerkurs.
Wir stehen nach verdienter Plackerei vor dem berühmten Scheiteltunnel, den die französische Armee Ende des 19. Jahrhunderts in zwanzigjähriger Kleinstarbeit in diesem schweren Gelände hat anlegen lassen. Wir haben es mit den beiden Dickschiffen ohne nennenswerte Episoden hier hinaufgeschafft. Mich beschleicht leichter Stolz. Der Tunnel selbst steckt in einer Geröllwand, die mächtig vor uns aufragt. Würde jetzt noch ein großes, verziertes Tor den Zugang zum Tunnel versperren, so müsste man wohl ein Zauberwort sprechen. Dieser Ort hier oben ist wirklich aus der Welt gefallen.
Karim Klausmanns Ausrüstung für Motorradvideos
Karim Klausmann nutzt für seine Motorradvideos eine DJI Air 2S Drohne. Diese Drohne ermöglicht es ihm, atemberaubende Luftaufnahmen von seinen Reisen zu machen. Die DJI Air 2S bietet eine hohe Bildqualität und verfügt über Funktionen wie ActiveTrack, die es ermöglichen, die Drohne während der Fahrt automatisch mitfliegen zu lassen.
Für den Transport seiner Drohne auf dem Motorrad verwendet Karim separate Boxen für die einzelnen Komponenten. Dies schützt die Ausrüstung vor Beschädigungen und sorgt dafür, dass alles sicher verstaut ist.
Alternativen zur DJI Air 2S
Obwohl Karim Klausmann mit seiner DJI Air 2S zufrieden ist, gibt es auch andere Drohnen, die für Motorradreisen geeignet sind. Einige Alternativen sind:
- DJI Mini 2: Kompakt und leicht, ideal für Reisen mit begrenztem Stauraum.
- Autel Evo Nano Plus: Bietet eine gute Bildqualität, aber der Service ist möglicherweise nicht so gut wie bei DJI.
- Parrot Drohnen: Konnten sich bisher nicht so richtig auf dem Markt etablieren.
Es ist wichtig, die eigenen Bedürfnisse und Anforderungen zu berücksichtigen, bevor man sich für eine Drohne entscheidet. Für Motorradreisen sind vor allem die Größe, das Gewicht und die Bildqualität der Drohne entscheidend.
Tipps für angehende Motorrad-Vlogger
Wer selbst mit dem Motorrad-Vlogging beginnen möchte, kann sich von Karim Klausmann und anderen bekannten Motorrad-Reisebloggern inspirieren lassen. Hier sind einige Tipps für angehende Motorrad-Vlogger:
- Weniger ist mehr: Nehmen Sie nicht zu viel Ausrüstung mit auf Ihre Touren. Überlegen Sie, was Sie wirklich brauchen.
- Vorbereitung ist alles: Planen Sie Ihre Tour so, dass Sie auch Zeit haben, ungeplante Dinge zu erleben.
- Sprechen Sie Einheimische an: Fragen Sie nach interessanten Sehenswürdigkeiten und lassen Sie sich Tipps geben.
Bekannte Motorrad-Reiseblogs und YouTube-Kanäle
Neben Karim Klausmann gibt es noch viele andere Motorrad-Reiseblogs und YouTube-Kanäle, die sehenswert sind. Einige Beispiele sind:
- Valle on Tour
- Adventurist
- OnherBike
- Die Krad-Vagabunden
- Wolfs Bike on Tour
- Jens Kuck
- Got2Go
Zusammenfassung
Karim Klausmann ist ein talentierter Motorrad-Vlogger, der seine Zuschauer mit seinen beeindruckenden Reisevideos begeistert. Seine Abenteuer in den Westalpen und anderen Regionen zeigen die Schönheit und Vielfalt der Welt. Mit der richtigen Ausrüstung und einer guten Planung kann jeder seine eigenen Motorradabenteuer erleben und diese filmisch festhalten.
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