Der Altmühlal-Radweg zählt zu den beliebtesten Radwegen Deutschlands. Auf 166 Kilometern folgen Sie der gemächlich dahinfließenden Altmühl von Gunzenhausen bis Kelheim durch den Naturpark Altmühltal und entdecken an einem Stück die faszinierende Schönheit der Altmühlregion. Die Bezeichnungen Altmühl-Weg, Altmühl-Radweg, Altmühltal-Radweg kennzeichnen alle dieselbe Route. Im Jahr 2007 wurde der Altmühltal-Radweg neu beschildert mit dem grün-gelben Logo und der Beschriftung Altmühltal-Radweg.
Während der Fahrt erleben Sie mächtige Felspartien der Juraalb, beeindruckende Wacholderheiden und saftige Ufer- und Wiesenlandschaften. Wer Lust hat, den Altmühltal-Radweg zu verlängern, kann bereits in Wertheim oder Rothenburg o. d. Für die Nimmermüden ist auch eine Verlängerung bis Regensburg oder gar noch weiter möglich.
Eine Fahrradreise auf dem Altmühl-Radweg bietet eine ganz besondere Perpektive auf diese reizvolle Landschaft. Mit dem Wind in den Haaren und von der Sonne geküsst, kann man sich nicht nur an der Natur erfreuen, auch kulturell hat die Region einiges zu bieten. Das Altmühltal war einst von den Römern besiedelt. Im Grenzgebiet zwischen dem römischen Weltreich und Germanien, durch das auch der Limes (Grenzwall) verlief, versammelten sich in ferner Vergangenheit die Legionäre und hinterließen ihre Spuren. Thermen, Kastelle und Wachtürme säumen die Strecke von Rothenburg o.d.
Neben der Antike können die Urlauber auch noch eine weitere Epoche auf Ihrer Zeitreise an der Altmühl entdecken. Mittelalterliche und barocke Bauwerke sind genauso Zeugen der Zeit und lassen die Besucher in die Ära der Adeligen und Ritter eintauchen. Repräsentative Burgen stehen, genauso wie einige Ruinen, in voller Pracht am Wegesrand. Die Bauwerke ziehen die Besucher in ihren Bann. Zurecht, denn wer sich darauf einlässt, stellt das Rad beiseite und taucht ganz tief ein - in das prachtvolle Leben des Adels.
Etappen und Highlights entlang des Altmühlal-Radwegs
In etwa acht Tagen ist die Tour entlang der Altmühl, von Rothenburg ob der Tauber nach Regensburg, gut zu schaffen. Bei dieser Route bleibt genügend Zeit, um viel Interessantes und Sehenswertes über die Region und deren Geschichte zu entdecken. Auch kulinarisch liegen einige Reize am Wegesrand.
Etappe 1: Rothenburg ob der Tauber nach Colmberg
Start der ersten Etappe auf dem Altmühl-Radweg ist Rothenburg ob der Tauber. Gleich zu Beginn der Tour wartet das erste Highlight: der mittelalterliche Stadtkern, der auch Magnet für viele internationale Besucher ist. Rothenburg verfügt über eine noch intakte Stadtmauer und ist exemplarisch für eine typische mittelalterliche Stadt, die während ihrer Blütezeit im 13. Jahrhundert ihre Grenzen erweitern musste.
Weiter geht es Richtung Colmberg. Hier passieren die Radfahrer auch das Quellgebiet der Altmühl, den Naturpark Frankenhöhe, mit seinen saftigen grünen Auen. Am Hornauer Weiher befindet sich das Quellgebiet der Altmühl. Von hier schlängelt sich die Altmühl 227 km bis zur Mündung in die Donau bei Kelheim. In Colmberg entdeckt man schon aus der Ferne die mittelalterliche Burg Colmberg, die auf einem 511 Meter hohen Berg über dem Ort thront.
Alternative Routen ab Ansbach
Eine dritte Variante startet in Ansbach, das besser an das Netz der Bundesbahn angeschlossen ist und führt über die Hügel auch nach Colmberg. Von Ansbach können Sie auch auf dem Hohenzollern-Erlebnisradweg nach Nürnberg radeln.
Startpunkt dieser Alternative ist Ansbach. Mit der Bahn ist die alte sehenswerte Stadt perfekt zu erreichen. Entlang eines kleinen Baches führt der gut beschilderte Radweg hinaus nach Lehrberg. Dort zweigt er nach Westen ab und erklimmt eine Hügelkette. Auf der anderen Seite liegt Colmberg mit seiner sehenswerten Burg. Dort ist der Anschluss auf den Altmühlradweg sehr gut beschildert.
Etappe 2: Colmberg nach Gunzenhausen
Etwa 16km sind es noch bis Ansbach. Dort endet die heutige Etappe. Nach den kleinen Anstiegen auf der Strecke inmitten der lieblichen Wiesen, bietet der Altmühlsee eine willkommene Erfrischung. Die beliebte Urlaubsregion beherbergt ein großes Vogelschutzgebiet, inmitten des Ferienparadieses. Was man auf den ersten Blick nicht erkennt: der Altmühlsee ist von Menschenhand geschaffen. Die „Vogelinsel“ ist eine beliebte Raststätte für Zugvögel, über die man sich auf dem Aussichtsturm und auf einem Lehrpfad informieren kann.
Alternative Routen ab Gunzenhausen
Startpunkt dieser Etappe ist Gunzenhausen am Altmühlsee. Von hier aus radeln Sie in die bergigere Frankenalb. Nach Dollnstein wird das Tal wieder deutlich breiter.
Startpunkt dieser Etappe ist ebenfalls Gunzenhausen am Altmühlsee. Diese Alternative führt entlang dem Altmühlüberleiter zu den Brombachstauseen. Auf dem Dammweg erreichen Sie den Radweg im Wald nach Pleinfeld. Sehenswert auf dieser Etappe ist das historische Ellingen mit Barockschloss und das römisch geprägte Weißenburg. Entlang der "Fossa Carolina" erreichen Sie den Ort Graben.
Etappe 3: Gunzenhausen nach Eichstätt
In Ornbau können Sie eine historische Brücke und ein schönes Stadtbild bewundern, bevor Sie die Seenplatte um den Altmühlsee erreichen. Auf dem weiteren Weg entlang der Altmühl passieren Sie Treuchtlingen, das sogar ein Thermalbad besitzt. Der nächste Ort ist Pappenheim, das wohl jedem aus Schillers Zitat bekannt ist. In Solnhofen können Sie die Reste einer im Jahre 650 gebauten Säulenbasilika bewundern. Danach geht es auf dem Altmühlradweg weiter in Richtung Dollnstein. Die „Zwölf Apostel“ heißt eine Felsformation zwischen Solnhofen und Esslingen. Das Altmühltal wird bis Beilngries nun zur echten Idylle.
Die ehemalige Bischofsstadt Eichstätt erwartet die Besucher mit einer netten Mischung aus barocker Geschichte und moderner Universitätsstadt.
Etappe 4: Eichstätt nach Beilngries
Startpunkt ist das historisch und kulturell beeindruckende Eichstätt. Ab und zu sehen Sie Wacholderheiden an den Hängen. Heute liegen besonders viele charmante Ortschaften am Wegesrand. Von Eichstätt geht es nach Walting und weiter nach Pfraundorf mit dem gleichnamigen See, der sich wunderbar für eine Kaffepause eignet.
Etappe 5: Beilngries nach Kelheim und Regensburg
Bei Beilngries vereint sich der Main-Donaukanal mit der Altmühl und gemeinsam fließen sie in Richtung Kelheim zur Donau. Entlang des Kanals führt die letzte Etappe Richtung Regensburg. Zum Gedenken an die siegreichen Schlachten im Befreiungskrieg gegen Napoleon zwischen 1813 und 1815, hat König Ludwig I. die sogenannte Befreiungshalle in Kelheim errichten lassen.
Weiter führt uns der Weg entlang der Donau zum Kloster Weltenburg, das sich an der südlichen Uferseite am sehenswerten Donaudurchbruch befindet. Direkt an der Flussschleife liegt das Kloster romantisch an einem Kiesstrand und hat auch einiges für das leibliche Wohl zu bieten.
Regensburg ist schon für sich eine Reise wert. Wer über die Steinerne Brücke die Stadt betritt, kann die vielen Türme der charmanten Donaustadt schon erahnen. 2006 wurde die Hauptstadt des Bezirks Oberpfalz zum Teil des UNESCO-Weltkulturerbes erklärt. Mit vielen neuen Erkenntnissen über diese mittelalterliche Stadt geht die Reise auf dem Altmühl-Radweg zu Ende.
Weitere Sehenswürdigkeiten entlang des Altmühlal-Radwegs
- Plönlein in Rothenburg ob der Tauber: Das wohl bekannteste Fotomotiv der Stadt.
- Flugmaschine „Nr. 21“ in Leutershausen: Ein Nachbau der legendären Flugmaschine des Flugzeugpioniers Gustav Weißkopf.
- Archaeopteryx in Solnhofen: Bekannt durch den Fund des Urvogels Archaeopteryx.
- Willibaldsburg bei Eichstätt: Thront hoch über dem Altmühltal.
- Obergermanisch-Raetischer Limes: Eine ehemalige Außengrenze des Römischen Reiches.
- Zehentscheune im Altmühltal: Die letzte erhaltende Zehentscheune im Altmühltal aus dem 15. Jahrhundert.
- Burgruine Arnsberg: Thront auf einem Felsmassiv.
- Burg Kipfenberg: Eine mittelalterliche Burg auf einem Dolomitfelsen.
- Geographischer Mittelpunkt Bayerns: Oberhalb der Burg Kipfenberg gelegen.
- Kloster Plankstetten bei Berching: Ein berühmtes Kloster.
- Chinesisches Sommerfest in Dietfurt: Ein ungewöhnliches Fest in der Siebentäler Stadt.
- Burg Prunn: Auf einem 70 Meter hohen Jurafelsen gelegen.
- Holzbrücke bei Essing: Eine wellenförmig geschwungene Holzbrücke.
- Archäologiepark Altmühltal: Bietet Einblicke in die Geschichte der Region.
Wichtige Hinweise
Einschränkungen im Bahnverkehr: Aufgrund von Bauarbeiten gibt es am Bahnhof Saal (Donau) Schienenersatzverkehr in folgenden Zeiträumen: 4. bis 31.07. und 29.08. bis 2.09.2025. Die eingesetzten Busse befördern keine Fahrräder. Alternativ können Sie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen den Freizeitbus nutzen. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind in Regensburg (von Kelheim weiter entlang auf dem Donau-Radweg) und in Münchsmünster (auf dem Donau-Radweg in Richtung Ingolstadt).
Altmühltal-Radweg Umleitung: Vom 21. Juli bis 14. August 2025 ist der Abschnitt des Altmühltal-Radwegs in Kipfenberg zwischen Regelmannsbrunn und Böhming aufgrund Sanierungsarbeiten gesperrt.
Verwandte Beiträge:
- Der Altmühlradweg: Die ultimative Karte, der komplette Verlauf & die atemberaubendsten Sehenswürdigkeiten entdecken!
- Radweg Freisen-Nonnweiler: Karte & Tourenplanung für Radfahrer
- Radfahren Münsterland: Karten, Touren & Highlights
- Radfahren & Muskeln: Welche Muskeln werden beim Radfahren trainiert?
- Radfahren bei Bandscheibenvorfall: Die wichtigsten Tipps für schmerzfreies Training
Kommentar schreiben