Für Motorradtouren, besonders im Ausland, stellt sich oft die Frage nach einer geeigneten Navigationslösung. Spezielle Motorrad-Navigationsgeräte sind im Vergleich zu Auto-Navis oft teurer. Daher suchen viele nach günstigeren Alternativen.
Kostengünstige Alternativen
Eine Möglichkeit ist die Nutzung eines Smartphones mit Navigationssoftware. Hierbei gibt es verschiedene Ansätze:
- Smartphone-Navigation: Die Nutzung von Navigationssoftware auf einem Smartphone kann eine kostengünstige Alternative sein. Das komplette weltweite Kartenmaterial ist oftmals kostenlos und kann vor dem Einsatz per PC heruntergeladen werden. Das Routing kostet jedoch meist eine jährliche Gebühr.
- Offline-Navigation: Eine weitere Option ist die Nutzung von Offline-Karten, um Roaming-Gebühren im Ausland zu vermeiden. Hierfür ist ein Smartphone mit ausreichend Speicherplatz erforderlich.
Beispiel Nokia Smartphone als Navi
Durch Zufall bin ich auf die Navigationssoftware auf NOKIA-Händis aufmerksam geworden. Das komplette weltweite Kartenmaterial ist umsonst (!) und man kann es von den NOKIA-Seiten vor dem Einsatz per PC herunterladen. Nur das Routing kostet angeblich im Jahr 60 Euro und man kann es für Auto + Fußgänger (!) oder nur für Fußgänger bekommen. Besonders das Fußgängerrouting ist eine komplizierte Sache, da eigentlich sonst momentan nur OpenStreetMap dafür vernünftige Daten hat.
Der offenbar technisch versierte Händler meinte aber, dass man genau so gut auch auf Basis von eigenen GPX-Dateien routen kann - das kostet nix und einen Zielpunkt kann man auch eingeben, das hab ich gesehen. Mit anderen Worten: wenn Du im Ausland fährst, kostet es Dich nur ein gebrauchtes NOKIA-Smartphone mit großer Speicherkarte ohne Simlock, sowie etwas Geduld beim Vorzeichnen Deiner geplanten Route als GPX-Datei.
Die NOKIA-Lösung ist ein Zwischending von GPS und Navi und läuft auf jedem Smartphone, wobei es ab da dann vielleicht kritisch wird. Das einzige Smarthone, was ich für mich gefunden habe, war das NOKIA E71. Sonst wäre noch das Nokia 5800 XPressMusic in Frage gekommen. Das E71 hat einen SAR-Wert bar jeder Vernunft (also nur Headset-Telefonie, dafür aber auch Radio und alles, was das XPressMusic auch kann, nur ohne Standard-Kopfhörer >> statt dessen NOKIA-Stecker), das 5800 XPRessMusic hat ebenfalls einen hohen SAR-Wert, hat aber ein Touchpad.
Touchpad halte ich auf dem Möp mal für etwas ungeeigneter oder besser gesagt: das 5800 war mir auch zu schlecht verarbeitet. Habe mir vorgestellt, ich stecke es in einen Tankrucksack mit durchsichtem Kartenhalter. Es reagiert auf Druck, nicht auf Schweißfinger - obwohl letzteres auch geht Ich hatte aber Zweifel, ob es, weil es ziemlich dick ist, dem Druck dauerhaft stand halten könnte. Von daher habe ich jetzt mal ein gebrauchtes simlockfreies E71 ersteigert, um es mit ALDI-Prepaid (Internetflat 15 Euro im Monat) zu betreiben. Nachteilig ist natürlich, dass es ein im Gegensatz zum echte Navi nur kleines, dafür aber hochfeines Display hat. Bei schlechtem Wetter habe ich auch so meine Bedenken, GPS-Geräte sind da outdoor-tauglicher. Was mir an der NOKIA-Mapping-Software gut gefällt ist, dass die Karte immer genordet ist. Ich find´s schrecklich, wenn ich nur sehe, wohin ich fahre, aber nicht, in welche Richtung. Es kommt aber wohl darauf an, wie man sich am besten im Raum orientieren kann, wenn man nicht beruflich vorbelastet ist Außerdem ist die Kartendarstellung farblich und von den übrigen Darstellungen her absolut gelungen. Das hat mir am meisten gefallen. Da kommt nur noch die Kartendarstellung von den Magelan-GPS mit.
Motorrad Navigation mit Auto Navi
Es gibt auch die Möglichkeit, ein Auto-Navi mit einer Fahrradhalterung am Motorradlenker zu befestigen. Diese Lösung ist besonders attraktiv, wenn das Navi über eine Motorrad-Einstellung verfügt, die Autobahnen vermeidet und kurze Strecken bevorzugt.
Ich nutze ein 99€ Becker Navi mit kompletter Europakarte auf dem Motorrad und im Auto.Ne Fahrrad Halterung hat 12€ gekostet und passt auch auf dem Mopedlenker.Das Navi hat bei der Streckenführung ne Einstellung "Motorrad", "keine Autobahn", "kurze Strecke" ... und schon wird man auf schönen Nebenstrassen zuverlässig zum Ziel geführt.
Vor- und Nachteile verschiedener Systeme
Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Letztendlich muss jeder Motorradfahrer für sich die jeweiligen Argumente gewichten.
| System | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Papierkarten | günstig, gute Gesamtübersicht, flexible Umplanung | aufwändige Halterung/Sichtbarkeit, Ortskenntnisse notwendig, Vorabplanung zwingend, keine aktuelle Verkehrslage |
| Motorrad-eigene Navigation | bezieht Daten der Motorsteuerung ein, gute Integration, Bedienung mit Handschuhen, Motorradspezifische Routen, aktuelle Verkehrslage, wasser-/regengeschützt | teuer, muss vom Hersteller eingebaut sein oder nachgerüstet werden, meistens nur OEM eines Naviherstellers |
| Smartphone-Navigation | Offenheit des Systems, leichte Routenplanung am PC, automatische Übertragung an die App | Diskussionen um Schädigungen des Bildstabilisators bei neueren Smartphones aufgrund der Vibrationen |
Die von mir gewählte Lösung ist Variante 4, die Navigation per Smartphone. Warum? ein Motorradspezifisches Navi scheidet aus, da dafür keine Integration am Motorrad vorliegt. gegen das Motorradspezifische Navi wie auch gegen ein separates Navigationsgerät spricht für mich die feste Bindung an ein System.
Smartphone-Halterungen
Eine passende Smartphone-Halterung ist essentiell für die Navigation am Motorrad. Es gibt viele verschiedene Modelle auf dem Markt, von einfachen, wasserdichten Taschen bis hin zu robusten Halterungen mit Vibrationsdämpfung.
- Wasserdichte Taschen: Diese schützen das Smartphone vor Regen und Spritzwasser, sind aber möglicherweise nicht ideal für die Bedienung während der Fahrt.
- Robuste Halterungen: Diese bieten einen sicheren Halt und Vibrationsdämpfung, sind aber oft teurer.
Routenplanung und Software
Die Routenplanung kann am PC oder direkt auf dem Smartphone erfolgen. Es gibt verschiedene Softwarelösungen, die speziell für Motorradfahrer entwickelt wurden.
Routenplanungstools
- kurviger.de: Bietet verschiedene Overlays der Karten, die eine Routenplanung erleichtern sowie gute Exportmöglichkeiten, will man die Route mit Freunden austauschen.
- Gpswerk: Bietet die Möglichkeit, mehrere Routen gleichzeitig anzuzeigen, zu trennen und zu verbinden.
- MOTORRAD Tourenplaner: Touren planen bzw. importieren, wenn auch nicht offiziell, ist beim Becker Crocodile Z100 möglich.
Ich plane die Touren per MOTORRAD Tourenplaner, exportiere sie als TomTom File (*.itn), konvertiere die Wegpunkte mit dem kostenlosen RouteConverter in das Google Earth 3 Format (*.kml) und kopier es in den richtigen Ordner auf dem PNA.
Nun kann ich die Tour auf dem Z100 öffnen.Wieso das nicht offiziell angeboten wird..... keine Ahnung.
Carplay als Alternative
Im Sommer letzten Jahres hatte ich einen Versuch mit einem CarPlay-Anzeigegerät gewagt, siehe Beitrag „Handy oder Carplay„. Ich hatte nach dem Versuch entschieden, weiterhin das Handy einzusetzen. Knapp 1 Jahr später zwingt mich hauptsächlich Punkt 5 zu einem erneuten Versuch. Mein Zweithandy wird altersbedingt getauscht und damit erhalte ich ein Handy, bei dem die Gefahr der Kamerabeschädigung besteht. Ich brauche also eine Alternative für meine Navigationslösung.
Ich könnte ein gebrauchtes anderes Handy einsetzen mit 2. Eine Lösung a) kommt für mich nicht in Frage. Ich möchte mich nicht von einem Anbieter/einer Navigationslösung abhängig machen. Ist mir im Vergleich zu anderen Lösungen außerdem zu teuer. Mehrere hundert Euro für eine veraltete Hardware und einen Vendor-Lock-in auszugeben, sehe ich nicht ein.
Die Alternative b) ist in Summe ebenfalls sicher nicht günstig. Ich brauche dazu ein gebrauchtes Handy, eine neue SP-Connect-Hülle und eine zweite SIM-Karte, verbunden mit monatlichen Kosten. Damit lande ich definitiv bei über 250 Euro (geschätzt). Daher ist klar, dass ich nun Lösung c), einen weiteren Versuch mit einem Carplay-Display, realisiere. Aber wie adressiere ich die oben genannten Punkte 1 bis 4, die beim letzten Versuch zur gegenteiligen Entscheidung geführt haben?
Bei der Geräteauswahl und zur Adressierung der Punkte habe ich habe mich für ein Carpuride W603 entschieden. Kosten ca. 150 Euro (Link zu Amazon). Zwischenzeitlich gibt es Weiterentwicklungen der Geräte. Ich habe mich für ein Gerät mit 6,3-Zoll-Display mit besserer Auflösung entschieden. Wie an den Fotos zu sehen ein deutliche Verbesserung gegenüber dem 5-Zoll-Gerät aus dem letzten Jahr. Das damals verwendete Carpuride W502 ( Link zu Amazon) hatte eine Auflösung von nur 800×480 Pixel. Das nun georderte W603 hat eine Auflösung von 1560×720 Pixel. Durch das 16:9-Seitenverhältnis des neuen Gerätes wirkt das das Carpuride 603 nicht so wuchtig wie das nominal kleinere Carpuride 502 mit seinem 4:3-Seitenverhältnis. Auch der deutlich kleinere Rand trägt hierzu bei. Das Carpuride 603 ist vergleichbar mit einem größeren Handy, damit durchaus optisch „vertretbar“. Kein Unterschied zu einer Lösung mit Zweithandy.
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