Rennradhelm Test: Sicherheit, Komfort und Aerodynamik im Fokus

Rennradfahren erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Umso wichtiger ist die richtige Ausrüstung, allen voran ein sicherer und komfortabler Rennradhelm. Dass die Sicherheit dabei nicht zu kurz kommen sollte, versteht sich von selbst.

Anforderungen an einen Rennradhelm

Rennradhelme müssen natürlich in erster Linie Sicherheit bieten, auch bei hohen Geschwindigkeiten. Die Geschwindigkeiten, die beim Rennradfahren erreicht werden, stehen in keinem Verhältnis zum alltäglichen Fahrradfahren. Bei bis zu 80 km/h gilt: Safety First! Rennradler haben allerdings noch weitere, ganz spezielle Anforderungen an ihren Helm.

Für optimale Performance soll der Rennradhelm möglichst leicht und aerodynamisch sein. Dabei soll aber auch die Belüftung nicht zu kurz kommen, denn gerade auf dem Rennrad kommt man ordentlich ins Schwitzen. Zu viele Luftkanäle können allerdings die Aerodynamik negativ beeinflussen, weshalb es hier auf eine gute Balance ankommt.

Sicherheitsstandards und Technologien

Alle Fahrradhelme, die auf dem europäischen Markt vertrieben werden, müssen ein CE-Prüfzeichen vorweisen und einer DIN-Sicherheitsnorm entsprechen. Das heißt aber noch nicht, dass jeder Helm wirklich sicher ist. Für die Erfüllung der Sicherheitsnorm werden Helme nämlich nicht zwangsläufig bei hohen Geschwindigkeiten getestet, die man auf dem Rennrad ja durchaus erreicht.

Immer mehr Helme tragen außerdem den Zusatz »Mips« im Namen. Mips ist ein eigenes Unternehmen und steht für »Multi-Directional Impact Protection System« - ein spezielles Schutzsystem also, mit dem mittlerweile Helme vieler Hersteller ausgestattet werden. Die Idee ist, den Fahrer gerade bei einem schrägen Aufprall besser zu schützen. Dafür wird eine zusätzliche Schale in den Helm eingesetzt. Manche Hersteller haben aber auch ihre eigenen Sicherheitssysteme entwickelt. Beispiele dafür sind »KinetiCore« des belgischen Herstellers Lazer oder »WaveCel«, das man bei Helmen der Marken Trek und Bontrager findet.

Passform und Komfort

Leider gibt es keine absolut einheitlichen Rennradhelm-Größen. Wem bei einem Hersteller M passt, benötigt bei einem anderen vielleicht L. Daher sollte man beim Kauf nicht nur auf die Angaben von XS bis XL achten, sondern immer auch die zugehörigen Zentimeterangaben anschauen. Um den eigenen Kopfumfang herauszufinden, setzt man das Maßband etwas überhalb der Ohren an.

Natürlich passt nicht jeder Rennradhelm zu jeder Kopfform - selbst wenn man die korrekte Größe gefunden hat. Hat man schließlich einen Rennradhelm gefunden, der zum Kopfumfang passt und nirgends drückt, sollte man dennoch die Einstellungsmöglichkeiten nutzen, die viele Helme bieten, damit er wirklich perfekt sitzt.

In aller Regel kann man Helme mittels Schnallen oder Drehrad am Hinterkopf etwas weiter oder enger machen, bis sie den Kopf sicher umschließen, ohne dabei unangenehm zu drücken. Ist das der Fall, schließt man die Gurtbänder so ums Kinn, dass sie straff anliegen, aber nicht einschneiden. Im Idealfall befindet sich die Kante des Rennradhelms einen guten Finger breit über den Augenbrauen, damit auch die Stirn ausreichend geschützt ist.

Dann sollte der Rennradhelm - und auch jeder andere Fahrradhelm - so sitzen, dass man problemlos eine mehrstündige Ausfahrt meistern kann, ohne dass sich Druckstellen bilden. Denn mit Fahrradhelmen ist es genauso wie mit Kleidungsstücken: Wenn sie nicht bequem und komfortabel sitzen, zieht man sie nicht an.

Testberichte und Empfehlungen

Im Folgenden werden einige Rennradhelme vorgestellt, die in Tests besonders gut abgeschnitten haben:

Julbo Fast Lane

Dass ein schön ausgestatteter Rennradhelm nicht allzu viel kosten muss, beweist Julbo mit dem Fast Lane. So ist die Verwendung eines Fidlock-Magnetverschlusses in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Hat man den Bogen einmal raus, möchte man Fidlock am Helm nicht mehr missen, es vereinfacht das Handling ungemein. Das werden alle bestätigen, die mal versucht haben, eine Standard-Schnalle mit nur einer Hand zu schließen. Der Fast Lane hat andere Vorteile: Der Unisex-Helm lässt sich auch von Pferdeschwanz-Trägerinnen (und -Trägern!) nutzen. Gut gefallen haben uns auch die unkompliziert in der Höhe per Klapp-Schnalle justierbaren Seitenriemen und die gute Belüftung. Außerdem ist der Helm in sechs verschiedenen Farben erhältlich, passend zu jedem Radoutfit.

Scott Cadence Plus

Der Scott überzeugt besonders durch seinen geringen Luftwiderstand. Meint man es ernst mit den neuen Bestzeiten und ist auch die Aerodynamik von gesteigerter Bedeutung, ist der Scott Cadence Plus einen genaueren Blick wert. Der Helm sitzt wie angegossen. Es ist also davon auszugehen, dass der in S, M und L erhältliche Helm bei etwas »homogener« geformten Köpfen umso besser sitzt. Der Helm ist zwar nicht ganz so »luftig« wie andere - das ist aber typisch für einen auf Aerodynamik getrimmten Helm. Dafür ist die herausnehmbare, waschbare Polsterung umso besser, der Helm sitzt auch auf langen Ausfahrten bequem. Was die Bedienelemente angeht, ist der Helm auf schnelle, hektische Zugriffe ausgelegt, wie sie im Renneinsatz typisch sind. Ein Ass hat der Scott Cadence Plus noch im Ärmel - oder besser gesagt im Lüftungsschlitz: ein abnehmbares Rücklicht. Es ist ordentlich hell und lässt sich in verschiedenen Modi betreiben.

Rudy Project Skudo

Mit dem Skudo hat Rudy Project ein gelungenes Allround-Talent im Sortiment. Im Test nehmen wir den Helm dann auch auf eine herausfordernde Graveltour über rund 350 Kilometer mit und testen ihn auf Herz und Nieren. Die Belüftung des in Größe L getesteten Helms ist ausgezeichnet, ebenso die Polsterung. Der italienische Hersteller kombiniert diese mit einem integrierten Insektennetz, das das Eindringen lästiger Begleiter verhindert. Das Einstellsystem ist höhenverstellbar und recht filigran, drückt damit aber das Gewicht und ist gut bedienbar. Nicht zuletzt hat uns das dezente, italienische Design gefallen.

Uvex Surge Aero Mips

Der Uvex Surge Aero Mips richtet sich an ambitionierte Fortgeschrittene und (Halb-)Profis - das macht schon die UVP von knapp 250 Euro klar. Apropos windschnittig: Uvex hat den Aero Mips mit einem Helmcover versehen, das sich mit wenigen Handgriffen abnehmen lässt. Der Helm wird so im Nu zu einem 306 Gramm schweren, gut belüfteten Rennrad-Allrounder für heißere Tage. Nach unserem Rennen können wir sagen: Wir haben uns sicher und wohl gefühlt! Der Helm macht einen überaus soliden und dabei noch angenehm unprätentiösen Eindruck. Positiv hervorzuheben ist zudem die kratzunempfindliche, matte Helmoberfläche. Zudem sitzt der Rennradhelm bequem auf dem Kopf und lässt sich einfach einstellen.

Giro Isode Mips

Zudem sitzt der Rennradhelm bequem auf dem Kopf und lässt sich einfach einstellen. Der Isode kommt in Universal-Fit-Größe und trug sich im Test so angenehm, dass wir gleich einen Langzeittest daraus gemacht und den Helm über viele tausend Kilometer getragen haben. Für ein einfaches Anpassen an die Kopfform ist er mit Giros praktischem Roc-Loc-Sport-System ausgestattet. Im Vergleich zu den höherpreisigen Modellen der Marke Lazer, Specialized oder POC wirkt der Giro Isode Mips durchschnittlich in seiner Verarbeitung, auch sind die Riemen unterhalb des Ohrs nicht verstellbar. Für Freizeit-Rennradfahrende, die neben dem Rennrad auch andere Radtypen nutzen, ist der Giro Isode Mips jedoch eine gute Alternative und kann hauptsächlich mit einem attraktiven Preis aufwarten.

Van Rysel RCR-R 900 Mips

Die Hausmarke von Decathlon, Van Rysel, präsentiert mit dem RCR-R 900 Mips einen attraktiven Rennradhelm, der in der Preisklasse unter 100 Euro einen beeindruckenden Benchmark setzt. Er punktet nicht nur mit einem aerodynamischen Design, sondern auch mit einem ausgezeichneten Sitz und einem angenehmen Tragegefühl. Der Helm richtet sich an Rennrad-Einsteiger als auch Fortgeschrittene, die einen Helm suchen, der sozusagen mit ihren Fähigkeiten mitwächst. Egal, ob man ihn nur auf Feierabendrunden mit den Rennrad-Kumpels einsetzt oder schon erste Rennen plant - der RCR-R 900 Mips macht alles mit. Mit seinen 320 Gramm Eigengewicht ist er dabei auch noch nicht allzu schwer.

Weitere getestete Modelle

Neben den oben genannten Helmen wurden auch folgende Modelle getestet:

  • Sweet Protection Falconer Aero 2 Vi Mips
  • Oakley Aro5 Race I.C.E. Mips

Kaufberatung und wichtige Aspekte

Die Wahl eines guten Fahrradhelms garantiert nicht nur deine Sicherheit, sondern optimiert auch deine aerodynamische Leistung auf der Straße. Hier sind einige wichtige Aspekte, die du beim Kauf eines Rennradhelms beachten solltest:

  • Sicherheit: Achte auf Prüfzeichen und Zertifizierungen.
  • Passform: Probiere verschiedene Größen und Modelle an.
  • Komfort: Achte auf eine gute Polsterung und Belüftung.
  • Aerodynamik: Wähle ein Modell, das deinen Bedürfnissen entspricht.
  • Preis: Vergleiche Preise und finde ein Modell, das in dein Budget passt.

Vergleichstabelle der besten Straßenradhelme

Um dir die Wahl zu erleichtern, findest du hier eine Vergleichstabelle mit den wichtigsten Merkmalen der 10 besten Fahrradhelme für den Straßenradsport.

Produkt Modell Gewicht (g) Belüftung Anpassung Sicherheit Angebot ansehen
Lazer Genesis MIPS Weiß 195 22 Belüftungsöffnungen Advanced Rollsys MIPS Kaufen
Lazer Strada Kineticore Titanium Silber 290 23 Belüftungsöffnungen ScrollSys Kineticore Kaufen
Lazer Strada Kineticore Titanium Silber 300 13 Belüftungsöffnungen Zoom Ace In-Mold, Reflektoren Kaufen
KASK Mojito 3 Mattschwarz 230 Gute Luftzirkulation Octo Fit Hohe Sicherheit und Komfort Kaufen
Bollé EXO MIPS Weiß 310 Optimierte Luftkanäle Click-to-Fit MIPS, AViD EPS Kaufen
Lazer Strada Kineticore Gelb / Schwarz 290 23 Belüftungsöffnungen ScrollSys Kineticore Kaufen
KASK Protone Schwarz Glänzend 215 20 Belüftungsöffnungen OCTO Fit In-Moulding & MIT Kaufen
KASK Valegro Weiß 180 37 Belüftungsöffnungen Octo Fit In Moulding Kaufen
Abus WingBack Goldfish Orange 230 (S), 240 (M), 270 (L) 10 Einlässe / 7 Auslässe Zoom Ace Urban ActiCage Kaufen
Giro Helios Spherical Mattschwarz - 15 Belüftungsöffnungen Roc Loc 5 Air MIPS und Spherical Kaufen

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