Viele Kinder empfinden Fahrradhelme längst nicht mehr als lästige Pflicht, sondern tragen sie mit Begeisterung - und oft auch Stolz. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Fahrradhelme, insbesondere für Mädchen, einschließlich Testberichte, Sicherheitsmerkmale und Designaspekte.
Warum ein Fahrradhelm wichtig ist
Täglich verunglücken Radfahrer im Alltag und bei Stadtfahrten. Um erheblichen Kopfverletzungen und den schweren Folgen vorzubeugen, sollte der Fahrradhelm auch bei Erwachsenen selbstverständlich sein. Eine Helmpflicht gibt es in Deutschland allerdings noch nicht.
Was man trotz kontroverser Studien guten Gewissens behaupten kann: Jeder Helm ist besser als »oben ohne« zu fahren. Selbst ein durchwachsen bewertetes Modell kann die Verletzungsgefahr verringern.
Medizinische Institute in München und Münster untersuchten Unfälle mit 534 verletzten und 117 getöteten Radfahrern. Ergebnis war unter anderem die Erkenntnis, dass das Risiko tödlich zu verunglücken nicht nur mit der Fahrgeschwindigkeit steigt, sondern auch mit zunehmendem Alter des Fahrers - wenn dieser ohne Helm unterwegs ist. Von den 117 verunglückten Radlern verstarb die Hälfte in Folge eines Schädel-Hirn-Traumas. Lediglich sechs der 117 trugen einen Helm - keiner dieser sechs Fahrer starb an den Folgen einer Kopfverletzung!
Die Grundlagenstudie der Länder Baden-Württemberg und Thüringen von 2017 ergab hingegen, dass ein Helm das Verletzungsrisiko zwischen 50 und 70 Prozent senkt und nachweisbar die Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas mindern kann - der häufigsten schweren Radel-Verletzung überhaupt. Eine weitere Studie der Unfallforschung der Versicherer, des Instituts für Rechtsmedizin München sowie des Universitätsklinikums Münster untersuchte 2012 und 2013 außerdem 543 Unfälle mit Radlern. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Fahrradhelme nachweislich die meisten lebensbedrohlichen Kopfverletzungen verhindern oder abmildern können.
Auswahl des richtigen Helms
Dabei fällt die Auswahl des richtigen Modells nicht immer leicht. Der Fahrradhelm sollte perfekt zur Kopfform passen, muss einen hohen Tragekomfort bieten und eine umfassende Schutzfunktion übernehmen. Noch daneben spielt vor allem für die Damenwelt ein schönes Design die maßgebliche Rolle.
Laut Stiftung Warentest ist darauf zu achten, dass die Helmschale weder zu weit noch zu eng ist. Rütteln Sie ruhig etwas am Kopf Ihres Kindes. Dabei darf der Helm auch mit geöffnetem Verschluss nicht verrutschen. Passiert das, kann man den Sitz des Helms mit einer Stellschraube fester stellen. Anschließend schließt man das Kinnband. Auch das sollte gut sitzen, aber nicht drücken, sonst fliegt der Helm im Fall eines Falles vom Kinderkopf. Stirn und Schläfen müssen vom Kinderfahrradhelm geschützt werden, da sie das größte Verletzungsrisiko aufweisen. Dafür muss der Fahrradhelm waagrecht sitzen. Weiche Polster sind idealerweise überall dort angebracht, wo der Kinderkopf die Schale berührt. Fehlt diese Dämmung, kann es schmerzhaft werden. Deshalb macht es Sinn, dass die Kleinen den Helm vor dem Kauf eine Viertelstunde Probe tragen. Denn ein drückendes Ding setzen Kids garantiert nicht mehr auf.
Wo sich die Gurtbänder optimalerweise treffen? Damit aktive Mädchen und Jungs im Sommer nicht vor Hitze vom Rad kippen, sind breite Belüftungsschlitze notwendig, die unbedingt mit einem Insektenschutznetz versehen sind. Nur so treibt eine Wespe kleine Radler nicht in den Totalschaden. Wichtig ist vor allem bei älteren Kids außerdem, dass sie ihren Helm problemlos selbst an- oder ausziehen können - und vor allem auch, dass sie ihn hübsch finden.
Größe und Passform
Die Passform hängt natürlich stark von der Helmgröße ab. Die meisten Hersteller haben hier einheitliche Bezeichnungen, die sich nach dem Kopfumfang richten. Je größer der Umfang, desto größer muss natürlich auch der Helm ausfallen. Um die perfekte Größe zu ermitteln, brauchst du also zunächst deinen Kopfumfang. Du legst dir ein Maßband vom Nacken bis zur Stirnmitte und misst den Kopf an seiner breitesten Stelle. Da die Größen relativ eng beieinander liegen, sollte der passende Helm schnell gefunden sein. Im Zweifel immer die nächste Größe wählen, um Druckstellen zu vermeiden. Nach dem Einstellen kannst du ihn nicht mehr nach vorne ziehen oder nach hinten schieben. Bestenfalls legt sich die Stirn in Falten bei diesem Versuch. Kannst du den Helm auch etwa 15 Minuten ohne Druckstellen tragen, scheint ein guter Tragekomfort gefunden.
Kleinere Mädchen mit 2 oder 3 Jahren benötigen die Größe XS mit 45 bis 49 cm. Mit einem Alter von 5 bis 8 Jahren liegt der Kopfumfang bei etwa 48 - 55 cm. Die höheren Altersgruppen bis 10 Jahre orientieren sich an der Größe S oder M mit 52 bis 60 cm. Miss vorher also den Kopfumfang deines Kindes und vergleiche dann mit den Angaben des Herstellers.
Sicherheitsmerkmale
- Hartschaum (EPS): Es liegt am Kopf an und verteilt die Aufprallenergie.
- Glatte und stabile Schale aus Kunststoff: Um das doch recht empfindliche Material vor Brüchen zu schützen, gibt es bei jedem Modell eine glatte und stabile Schale aus Kunststoff.
- Kinnriemen: Ein zweites Verschlusssystem ist der Kinnriemen. Er führt zwei Bänder an den Seiten des Kopfs entlang und lässt sich unter dem Kinn verschließen.
Design und Komfort
Neben Größe und Passform setzen viele Frauen auf ein formschönes Design. Der Helm muss also nicht nur vom Aufbau her zu den persönlichen Ansprüchen passen, sondern auch von der Farbgebung. Helle und leuchtende Farben sind ebenso beliebt wie Helme in Weiß (White) oder Schwarz (Black). Es ist also ein Mythos, dass Frauen lieber Pink bevorzugen. Darf es auch etwas gewagter sein? Dann entscheide dich für den floralen Look oder ein sportliches Muster auf dem Helm.
Mädchen dürfen sich zwischen einem Cityhelm, einem coolen Skaterhelm oder sogar einem Modell mit Kinnbügel entscheiden. Die Art hängt ganz vom Alter und vom Einsatzbereich ab. Die Stadthelme lassen sich von der Größe besser anpassen und überzeugen mit einem geringen Eigengewicht. Skaterhelme wirken als Halbschale oft cooler und sind nicht für Kleinkinder geeignet. Sehr sportliche Mädchen benötigen vielleicht einen Kinnbügel, wenn sie mit dem BMX oder MTB unterwegs sind.
Testberichte und Empfehlungen
Die Stiftung Warentest hat im April 2022 insgesamt 18 Fahrradhelme für Kinder getestet und bewertete den Pico Flash dabei mit der Gesamtnote 2,4 (»gut«). Mit 1,0 besonders gut bewertet wurden die niedrigen Schadstoffwerte des Fahrradhelms.
Selten war eine Entscheidung so knapp: Nur wenige Helme konnten im Test nicht überzeugen. Die große Mehrheit schnitt gut ab - so gut, dass wir zahlreiche Modelle uneingeschränkt empfehlen können. Einige Helme aber haben sich in einzelnen Punkten besonders hervorgetan.
Beispiele für empfohlene Helme:
- Alpina Pico Flash: eine ausgezeichnete Beleuchtung, viele Lüftungsschlitze, eine hochwertige Verarbeitung sowie ein einwandfreies Verstellsystem im Helm, mit dem man die Passform optimal an die Kopfgröße anpassen kann.
- Micro Rocket: Wenn es nicht nur ein Helm zum Fahrradfahren sein soll, sondern auch Inlineskaten, Rollerfahren oder Skateboarden auf dem Programm steht, ist der Micro Rocket die beste Wahl.
- Casco Mini 2: ist nicht nur im Sommer als Fahrradhelm einsetzbar, sondern auch im Winter beim Skifahren oder Snowboarden.
- Uvex Finale Junior: sieht nicht nur aus wie ein Mountainbike-Helm, er erfüllt auch die gleichen hohen Standards, was Sicherheit, Tragekomfort und Verarbeitung betrifft.
ADAC-Test
Zwölf Modelle von zehn verschiedenen Herstellern wurden von den ADAC-Testern anonym im Handel gekauft und im Testlabor, unter neutraler Aufsicht des Sachverständigen Prof. Dr. Acht Modelle erhielten die Testnote „gut“, vier nur ein „befriedigend“ - dies sind die Hartschalenmodelle.
Der ADAC kommt zu dem Ergebnis, dass das Wichtigste im Falle eines Unfalls die Dämpfung beim Aufprall ist, eine stabile Helmschale hingegen bringt keinen zusätzlichen Schutz. Deshalb schneiden beim Unfallschutz die Hartschalenhelme schlechter ab als die Helme mit weicher Schale. Alle Hartschalenhelme bieten zwar einen befriedigenden Unfallschutz, belegen in der Gesamtwertung aber die hinteren Plätze.
Pflege und Lebensdauer
Sie wollen auf Nummer sicher gehen? Dann muss sich Ihr Kind nach einem Sturz sofort von seinem Helm verabschieden - auch dann, wenn die Kopfbedeckung äußerlich noch top aussieht. Im Inneren kann sie nämlich durchaus beschädigt sein. Deshalb sollte man besser auch keine gebrauchten Produkte kaufen. Werfen Sie beim Kauf auch einen Blick auf das Produktionsdatum in der Helmschale: je neuer, umso besser, denn Material verschleißt. Wie lange Helme generell einsatzbereit sind, hängt vom Gebrauch ab. Spätestens nach fünf Jahren würden ihn viele Experten aber aus Sicherheitsgründen austauschen. Achten Sie bitte auch auf das CE-Kennzeichen, das die Einhaltung der deutschen Sicherheitsnormen garantiert.
Die Lebenserwartung bei Damenhelmen liegt bei etwa 4 bis 5 Jahren. Danach ermüden die Materialien langsam und der Helm sollte ausgetauscht werden.
Bekannte Marken und Modelle
Jeder Anbieter bringt seine eigenen Besonderheiten und Eigenschaften mit sich. Daneben gibt es noch andere Marken, die im Bereich der Fahrradhelme sehr beliebt sind.
- UVEX: Der Fahrradhelm Onyx der Marke UVEX ist sehr gut für Damen mit einem kleinen oder schmalen Kopf geeignet.
- ABUS: bietet mit diesem Fahrradhelm einen Allrounder für den Alltag und den Radsport.
- Nutcase: Der Skaterhelm von Nutcase zeigt eine robuste und langlebige Verarbeitung.
- Alpina: gibt es bereits ab 45 cm Kopfumfang. Zudem setzt der Hersteller auf ein geringes Gewicht und eine ausreichende Belüftung durch viele Öffnungen.
Modelle speziell für Mädchen:
- Alpina XIMO L.E.: Fahrradhelme für Mädchen sind nicht nur Rosa, Türkis oder Pink.
- Uvex Air Wing: Der Uvex Air Wing Fahrradhelm basiert auf einer leichten Konstruktion und bietet eine hohe Schlagfestigkeit.
- Abus Smiley 3.0: basiert auf dem In-Mold-Verfahren und schafft eine robuste Verbindung zwischen Helm und Außenschale.
- Alpina FB JR.: Dieser Alpina Fahrradhelm ist im Design eher dezent gehalten mit einer weißen Grundfarbe und bunten Schmetterlingen als Highlight.
- Exclusky Fahrradhelm: Ein besonders modernes Design bietet der Exclusky Fahrradhelm.
Tipps für den Kauf
Hier sind einige Tipps, die beim Kauf eines Fahrradhelms für Mädchen beachtet werden sollten:
- Größe: Die Größe des Helms richtet sich immer nach dem Kopfumfang und passt zum Alter des Kindes.
- Helmart: Mädchen dürfen sich zwischen einem Cityhelm, einem coolen Skaterhelm oder sogar einem Modell mit Kinnbügel entscheiden.
- Verstellsystem: Die Größe kann meist über ein kleines Rad am Hinterkopf eingestellt werden.
- Belüftung: Bei jedem Kinderhelm kommt es auf ausreichend Belüftungsöffnungen an.
- Beliebte Farben: Türkis, Pink und Rosa werden als klassischen Mädchenfarben betrachtet.
- Designs: Neben den Farben gibt es bunte Muster oder Designs.
- Prüfsiegel: Der gewählte Helm sollte das Prüfsiegel der DIN EN 1078 Norm besitzen.
- LED Licht: Gerade Kinder sollten mit ihren Helmen gut sichtbar sein.
- Verstellbare Riemen: Neben der Passform am Kopf, müssen auch die Riemen verstellbar sein.
- Polsterung: Für mehr Tragekomfort sorgen genügend Polster im Inneren.
- Gewicht: Die meisten Fahrradhelme für Mädchen zeugen von einem geringen Eigengewicht.
- Material: In den Helmen dürfen keine Schadstoffe stecken.
Tabelle: Empfohlene Fahrradhelme für Mädchen
| Helm | Besondere Merkmale |
|---|---|
| Alpina Pico Flash | Ausgezeichnete Beleuchtung, viele Lüftungsschlitze |
| Micro Rocket | Geeignet für verschiedene Sportarten wie Inlineskaten und Skateboarden |
| Casco Mini 2 | Für Sommer und Winter geeignet, auch für Skifahren und Snowboarden |
| Uvex Finale Junior | Hohe Sicherheitsstandards, Tragekomfort und Verarbeitung |
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