Montageständer sind für viele Motorradfahrer ein unverzichtbares Werkzeug. Nach jahrelangem Einsatz eines günstigen Sets aus Fernost, das seinen Zweck erfüllte, stieß ich bei der Suche nach stabileren Hebern auf die Firma Kern-Stabi Motorradtechnik aus Malterdingen. Vermutlich denken jetzt einige Leser das Gleiche wie ich: „Was, die gibt es immer noch?!“ Ja, Kern-Stabi gibt es immer noch!
Das Sortiment von Kern-Stabi
Im Sortiment von Kern-Stabi fand ich den „Spindelständer X4 2049 Universal Front-Set“ und den „Heck-Montageständer Hinterradheber Universal 2039“. Aber auch Gabelstabilisatoren hat Kern-Stabi noch im Sortiment, z.B. für BigBikes wie XJR und ZRX. Sehr interessant ist beim Heckständer die universelle Erweiterbarkeit mit diversen Zubehörteilen.
Kern-Stabi schickte uns zum Ausprobieren die Klick-Racingadapter, einen Verlängerungshebel sowie eine Radausbauhilfe. Im Sortiment finden sich außerdem Adapter für Steckachsen, Adapter für die Verwendung des 2039 als Frontheber (anzusetzen unter den Standrohren oder dem Lenkrohr), Adapter für Kastenschwingen und für Quads sowie weitere Extras - ein großer Vorteil des Basis-Hebers gegenüber vielen anderen Produkten. Man spart sich die Anschaffung jeweils spezialisierter Ständer und ist immer flexibel.
Montage und Aufbau
Die Montage des Fronthebers ist denkbar einfach: Zwei Teile zusammenstecken, Schraube durch, fertig. Zumindest fast, denn wenn man nicht aufpasst, vergisst man den selbstklebenden Moosgummistreifen, der sich in der Montageanleitung versteckt. Die Erstmontage des Heckständers ist aufwendiger, da er aus mehr Teilen besteht. Letztendlich ist es aber kein großes Ding.
Praxistest: Stabilität und Benutzerfreundlichkeit
In der Praxis spürt man den Grund für den höheren Preis der Kern-Stabi Produkte im Vergleich zu meinen alten Hebern deutlich. Die Ständer sind extrem stabil, das sichere Aufbocken meiner 280 kg Maschine ist auch für mich 70 kg Männchen kein Problem. Der Frontheber wird am Lenkrohr angesetzt und das Motorrad über einen 13er Schlüssel bzw. eine Knarre mit einem Spindelmechanismus ohne großen Kraftaufwand angehoben.
Ein längerer Konus zum Einsatz bei Motorrädern mit tiefliegender Verkleidung liegt bei, für Ducati und MV Modelle ohne Steuerkopfbohrung sind Adapter lieferbar. Großes Plus des X4: Im Gegensatz zu einem Wipp-Heber ist der benötigte Platz sehr gering - gerade beim Winterlager in engen Garagen und auf der Hebebühne ein Vorteil. Außerdem lassen sich nicht nur das Rad sondern auch die Standrohre ausbauen.
Den Heckständer verwende ich mit dem genialen Kern-Stabi Klick-System, das sicher in die Bobbins an der Schwinge einhakt. Wer ohne eine helfende Hand Motorräder alleine aufbockt, wird das Verfahren zu schätzen wissen. Ein Abrutschen beim Heben und Senken wird so verhindert. Der Verlängerungshebel 2039VL ist für mich dabei quasi ein Muss. Je höher man die Maschine anhebt - einstellbar von 26 bis 43 cm - desto höher der Kraftaufwand. Ohne den langen Hebelarm sehe ich bei einer schweren Maschine alt aus.
Die Radablage mit Werkzeugfach 2039MT-3 erweitert den Grundständer 2039 und vereinfacht den Radausbau. Bei der Fummelei mit Distanzbuchsen, Kette und dem schweren Rad wünscht man sich oft eine dritte Hand. Über die Radablage wird das Rad stabilisiert, die Kästen rechts und links nehmen die Radachse, Mutter und Distanzhülsen auf.
Vor- und Nachteile der Kern-Stabi Montageständer
Wir ihr seht bzw. lest, bin ich von den Kern-Stabi Montageständern sehr begeistert. Das Ganze hat aber - wie jedes gute Werkzeug - seinen Preis:
- Der Frontständer kostet 198 €.
- Der Basis-Heckständer inkl. dem Klicksystem 113,90 €.
- Bobbins für die Schwinge gibt es in M6, M8 und M10 Ausführung.
- Die Hebel-Verlängerung kostet 19,50 € und die optionale Radausbauhilfe 119 €.
Das komplette Kern-Stabi Sortiment inkl. einer Vertriebspartner-Übersicht findet man Online unter www.kern-stabi.de.
Vergleich mit anderen Heckständern
Um für Wartungsarbeiten das Motorrad aufzubocken, braucht es einen Heckständer. Wir haben fünf Heckständer beziehungsweise Montageständer getestet sowie ergänzend einen Zentralständer. Den Anfang machen die klassischen Heckständer. Diese besitzen alle V-Aufnahmen, um sogenannte Prismabuchsen aufzunehmen, die in die Schwinge verschraubt werden. Die Heckständer für diesen Vergleich stammen von Büse (Universal Heckheber plus Extra-V-Aufnahme), Louis (Alu-Motorradheber Racing plus Extra-V-Aufnahme), Polo (HI-Q Tools Montageständer III), Racefoxx (High End) sowie Telefix (Hinterradheber Sport mit Klauenaufnahme).
Testergebnisse im Überblick
Schon beim Auspacken fällt auf, dass die Hersteller verschiedene Ansätze verfolgen. So sind die meisten Heckheber einteilig ausgeführt, nur die V-Aufnahmen müssen noch montiert werden, während die Ständer von Polo und Telefix aus mehreren Teilen bestehen. Die Montage ist etwas aufwendiger, dafür können diese Ständer bei Nichtgebrauch wieder auseinandergebaut werden. So nehmen sie weniger Raum ein. Dass es bei einer teilbaren Ausführung auf eine präzise Fertigung besonders der Verbindungsteile ankommt, beweisen die beiden Ständer ebenfalls. Während der Polo-Heber etwas verzogen auf seinen Rollen steht, fluchtet beim schwersten Heckheber, dem Telefix, alles satt ineinander, liegt er solide auf dem Boden. Das kommt auch der Stabilität zugute.
Wobei diese nicht nur vom generellen Aufbau abhängt, sondern auch durch die V-Aufnahmen beeinflusst wird. So gefällt der leichte Racefoxx-Ständer mit einer grundsoliden Konstruktion, die V-Aufnahmen fallen in Sachen Materialstärke aber ziemlich schmal aus. Daher kommt der Racefoxx-Heber bei der Stabilität, die solo und mit Frontheber bewertet wurde, schlechter weg als erwartet. Zudem fehlt dem Racefoxx-Ständer eine sinnvolle Breitenverstellung der V-Aufnahmen. Racefoxx liefert zwei unterschiedliche V-Aufnahmen mit. Diese sind auf eine Breite von 32 und 34 Zentimeter ausgelegt. Sehr schmal bei den heutigen Superbike-Schwingen. Die Test-Fireblade ließ sich gerade so aufbocken. Besser machen das alle anderen Ständer, die ein Motorrad zudem höher heben. Beim Racefoxx kann’s schon mal eng werden, wenn ein Reifenwärmer aufgezogen werden soll. Wie es top funktioniert, demonstriert wieder der Telefix-Ständer, der einen Breitenverstellbereich bis zu 45 Zentimetern bietet. Dazu lassen sich die V-Aufnahmen bei ihm in verschiedenen Höhen arretieren.
Detaillierte Testergebnisse der einzelnen Ständer
Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse der getesteten Heckständer:
| Marke | Modell | Preis | Gewicht | Breite | Fazit |
|---|---|---|---|---|---|
| Polo | Hi-Q Tools Montageständer III | 79,99 Euro | 5,1 kg | 29-37,5 cm | Zerlegbar und universell einsetzbar, aber mit Abstrichen bei Kraftaufwand und Stabilität. |
| Louis | Rothewald Alu-Motorradheber | 129,98 Euro | 3,2 kg | 31-40 cm | Leicht und stabil, aber benötigt ordentlich Kraft zum Anheben. |
| Büse | Universal Heckheber | 63,90 Euro | 4,1 kg | 22,5-39 cm | Schlicht und gut, ein gelungenes Gesamtpaket für Sparfüchse. |
| Racefoxx | Montageständer High End | 129,00 Euro | 2,9 kg | 32-34 cm | Top Material und Gewicht, aber Schwächen bei den Aufnahmen. |
| Telefix | Heber Sport mit Klauenaufnahmen | 99,95 Euro | 7,0 kg | 7,5-45 cm | Präzise Fertigung und großer Verstellbereich, Testsieger unter den Heckständern. |
Zentralständer für Vielschrauber
Und der Bursig-Zentralständer? Der kann natürlich noch mehr. Ist der Modell-spezifische Adapter angepasst und sitzt die Aufnahme fest am Motorrad, gleitet die Fireblade fluffig in die Höhe. Dank zusätzlicher Rollen lässt sich das angehobene Motorrad sogar noch frei bewegen. Ein weiterer Vorteil: Das Federbein ist zugänglich, eine Demontage möglich, da die Schwinge nicht belastet wird. Das alles hat natürlich seinen Preis. Zudem wiegt der Zentralständer eine Menge, braucht viel Platz. Für Vielschrauber ist er dennoch eine überlegenswerte Alternative zu den reinen Heckhebern.
Alternativen zu Montageständern
Spezialständer -Universal-Montageheber wie der Mo-Li Mini (349 Mark mit Scherenheber) von Becker-Technik, Telefon 055073127, oder der abba-Spezialständer (319,90 Mark mit Stütze) von Hein Gericke, Telefon 0180/5229522, sind eine interessante Alternative zu den getesteten Montageständern. Bei beiden Systemen wird der Heber unter dem Bike positioniert und über zwei gegenüberliegende Gewindespindeln, die an Sechskantnüssen einer durchgehenden Schraubverbindung (Schwingen- oder Motorlager) ansetzen, handfest mit dem Motorrad verschraubt. Anschließend lässt sich die Maschine mit dem Verlängerungshebel problemlos anheben und steht dank Verschraubung und breiter Auflage extrem stabil. Für Arbeiten an der Front kann das Motorrad mit einer Stütze oder einem Scherenheber komplett vom Boden abgehoben werden.
Während der nicht verstellbare abba-Ständer in erster Linie für Supersportler gedacht ist, eignet sich der höhenverstellbare und per Schnellverschlüssen zerlegbare Mo-Li Mini von Becker auch für beinahe alle Enduro- und Chopper-Modelle bis zu einem Gewicht von maximal 320 Kilogramm.
Fazit
Die Kern-Stabi Montageständer überzeugen durch ihre Stabilität, Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit. Obwohl sie preislich etwas höher liegen, bieten sie eine lohnende Investition für Motorradfahrer, die Wert auf Qualität und Sicherheit legen.
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