Shimano 105 Kettenblatt Test: Schalten auf höchstem Niveau

Die Shimano 105 Schaltgruppe zählt seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Wahlmöglichkeiten für Rennradfahrer und hat sich als eine der vielseitigsten und zuverlässigsten Gruppen am Markt etabliert. Ihre Stärke liegt in der optimalen Balance zwischen Leistung und Kosten, was sie sowohl für Freizeitfahrer als auch für ambitionierte Sportler attraktiv macht. Egal, ob mechanisch oder elektronisch: Die Shimano 105 steht für präzises Schalten, lange Haltbarkeit und einfache Wartung. Dank ihrer Vielseitigkeit eignet sie sich gleichermaßen für anspruchsvolle Touren, regelmäßiges Training und sogar erste Rennsport-Einsätze. Shimano 105 bringt Eigenschaften mit, die früher nur in den Oberklasse-Gruppen Ultegra und Dura-Ace zu finden waren.

Die neue mechanische Shimano 105 12fach-Schaltgruppe

Die neue mechanische Shimano 105 12fach-Schaltgruppe lässt die mechanische Ultegra gar nicht vermissen. Ein kurzes Fingertippen mit wenig Kraft, ein Klick - und schon liegt die Kette auf dem nächsten Ritzel. Und das so leise, dass man bei kleinen Gangsprüngen schon mal einen Blick nach hinten riskiert, um zu sehen, ob die neue Shimano 105 wirklich geschaltet hat. Was Shimano mit der neuen Gruppe vorgestellt hat, ist Feinmechanik auf höchstem Niveau.

Natürlich gibt es nach wie vor viele, die sich auch eine mechanische Ultegra mit zwölf Ritzeln wünschen, aber nach einer Runde mit der beeindruckend souverän funktionierenden 105 stellt sich die Frage fast zwangsläufig, wie sich eine Ultegra - außer in Sachen Prestige und eventuell beim Gewicht - noch groß abheben könnte. Die Entscheidung der Japaner, dass es eben keine mechanischen Ultegra- und Dura-Ace-Gruppen mit zwölftem Ritzel geben soll, wird so nachvollziehbarer. Und was die Schaltperformance angeht, gibt’s bei der neuen 105 nix zu meckern.

Das neue, komplett überarbeitete Shadow-Schaltwerk erlaubt die bereist erwähnten extrem geschmeidigen Gangwechsel, und auch der Umwerfer hebt die Kette selbst unter Last klag- und problemlos auf das jeweils andere Kettenblatt. Ein weiteres Highlight sind die neuen Kassetten: Die 105 gibt es neben dem bekannten 11-34er-Paket nun auch mit 11-36er-Kassette. Gerade diese erlaubt es zusammen mit einer 50/34-Kompaktkurbel auch, steile Rampen mit kniefreundlich hoher Trittfrequenz in Angriff zu nehmen.

Auf langen Pässetouren werden wohl die meisten Hobbyfahrer die leichtere Übersetzung durchaus zu schätzen wissen. Und das Beste dabei: Dank dem zusätzlichen Ritzel geht nichts von der bekannten, ausreichend feinen Gangabstufung verloren. Das 36er-Rettungsringritzel kommt quasi als Bonus.

Shimano 105 mit verbesserter Ergonomie

Am Cockpit gefällt die verbesserte Ergonomie der STIs, die sehr angenehm in der Hand liegen und viele Griffvarianten erlauben. Weiterhin profitiert die neue 105 von verbesserten Bremsen. Dank des größeren Abstands zwischen Bremsbelägen und -scheiben (wie schon bei der Ultegra Di2 und Dura-Ace Di2) neigt sie weniger zum Schleifen, lässt sich aber dennoch sehr gut dosieren und gefällt mit ihrem präzisen Druckpunkt.

Viele gute Gründe zur Vorfreude auf neue Kompletträder mit Shimanos aktueller 105. Schade nur, dass die bislang noch selten im Handel oder auch nur auf den Hersteller-Webseiten zu finden sind.

Kompatibilität und Austauschbarkeit

Shimano 105 ist mit allen 11-fach-Kassetten von Shimano sowie mit den 12-fach-Kassetten der Di2-Serie kompatibel. Shimano 105-Komponenten können problemlos durch Ultegra-Komponenten ersetzt werden. Beide Gruppen nutzen dieselbe Technologie und sind voll kompatibel.

Mechanisch oder elektronisch?

  • Die mechanische Shimano 105 bietet klassische Zuverlässigkeit und einfache Wartung.
  • Die Shimano 105 Di2 bringt modernste Technologie zu einem erschwinglichen Preis.

Die 105 Di2 ist die erste elektronische Version der Shimano 105. Der Akku der Di2 wird über einen USB-Anschluss geladen. Die mechanischen Schalthebel arbeiten mit einem Dual-Control-System, bei dem Bremsen und Schalten kombiniert sind.

Rennrad 1-fach oder 2-fach Schaltung?

Vor wenigen Jahren löste der 2-fach Antrieb weitestgehend die bis dahin übliche 3-fach Kurbel erfolgreich ab, die Vorteile konnten schlichtweg überzeugen: Geringeres Gewicht, weniger Teile, weniger Gangüberschneidungen und ein geringerer Wartungsaufwand. Doch lassen sich diese Vorteile beim Wechsel von 2-fach auf 1-fach Antrieb so einfach wiederholen? Eindeutig ja, muss die klare Antwort heißen. Die Effekte sind sogar noch deutlich stärker, da auf komplette Bauteile verzichtet werden kann und nicht einfach nur die vorhandene Technik abgespeckt wird.

Auch heute geht Sram voran und hebt die Vorteile des 1-fach Antriebes hervor: Es gibt einfach keine Gangüberschneidungen mehr. Du fährst mit 11 „echten“ Gängen, alle leicht, direkt und intuitiv mit einer Hand zu bedienen. Einfacher kann eine Kettenschaltung kaum aufgebaut sein…doch ist das die ganze Wahrheit? Fehlt es mit dem zweiten Kettenblatt vorne nicht insgesamt an Übersetzungsbreite und ist das Einsatzgebiet deines Rennrades damit nicht stark eingeschränkt?

Ohne zu sehr in die Theorie einzutauchen kann man sagen, dass die Gesamtübersetzung beim 1-fach Antrieb nicht leidet, es sind weiterhin genau so leichte und schwere Gänge wie beim 2-fach Antrieb möglich. Mit der Auswahl der jeweiligen Kassette und dem Kettenblatt kannst du also dein Rennrad entsprechend dem Einsatzzweck und deiner Region leicht optimieren, ein Einsatz im deutschlandweiten Raum ist bedenkenlos möglich.

Bleibt als Nachteil des 1-fach Antriebs - wenn man das so überhaupt bezeichnen kann- neben der unkonventionellen Optik die größere Abstufung von Gang zu Gang. Auf dem Papier betrachtet sind die Gangsprünge natürlich größer, in der Praxis hat sich das jedoch als weniger problematisch erwiesen - hier hilft einzig und allein eine Probefahrt, um sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Optisch wie technisch hat der 1-fach Antrieb seine Reize, die du unbedingt einmal ausprobieren solltest.

Kettenverschleiß

Wie lange das Getriebe problemlos arbeitet, hängt vor allem an der Kette, deren Pflege und Schmierung. Denn Rennradketten verschleißen unweigerlich - und dann nehmen auch die teuren Kettenblätter und Ritzel Schaden.

Je kleiner das Blatt, desto mehr Zug kommt auf die Kette. Verschleißmindernd sind Übersetzungen mit möglichst vielen Zähnen. Eine neue Rennradkette ist auf stark eingelaufenen Ritzeln aber nicht mehr fahrbar, sie springt beim Antritt über die Zahnspitzen. Deshalb sollte man den Kettenverschleiß im Auge behalten und rechtzeitig wechseln, bevor die Zahnräder leiden.

Unter den großen drei Herstellern baut Shimano die haltbarsten Ketten. Dura-Ace und Ultegra zeigen im Testzeitraum nur minimale Ansätze von Verschleiß. Die Bolzen sind demnach extrem verschleißfest. Die günstigere 105er-Kette zeigt etwas mehr Abrieb, ist nach dem Test aber auch nicht verschlissen.

Ketten im Detail

Kette Marktpreis Verschluss Gewicht Gliederzahl Gewicht pro Glied Breite Längung pro Gelenk Bewertung Haltbarkeit
Campagnolo Chorus 45 Euro Nietstift 243 Gramm 114 2,13 Gramm 5,17 Millimeter 0,026 Millimeter 4 von 5 Sternen
Campagnolo Super Record 60 Euro Nietstift 224 Gramm 114 1,96 Gramm 5,17 Millimeter 0,024 Millimeter 4 von 5 Sternen
Shimano 105 30 Euro Einmal-Kettenschloss 258 Gramm 116 2,22 Gramm 5,27 Millimeter 0,028 Millimeter 4 von 5 Sternen
Shimano Ultegra 40 Euro Einmal-Kettenschloss 258 Gramm 116 2,22 Gramm 5,27 Millimeter 0,013 Millimeter 5 von 5 Sternen
Shimano Dura-Ace 60 Euro Einmal-Kettenschloss 248 Gramm 116 2,14 Gramm 5,26 Millimeter 0,015 Millimeter 5 von 5 Sternen
SRAM Rival 20 Euro Einmal-Kettenschloss 271 Gramm 120 2,25 Gramm 5,00 Millimeter 0,014 Millimeter 1 von 5 Sternen
SRAM Force 31 Euro Einmal-Kettenschloss 271 Gramm 120 2,25 Gramm 5,00 Millimeter 0,039 Millimeter (bis zum Bruch) 3 von 5 Sternen
SRAM Red 40 Euro Einmal-Kettenschloss 261 Gramm 120 2,18 Gramm 5,00 Millimeter 0,066 Millimeter 3 von 5 Sternen

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