Kettenblatt Shimano 52 Zähne: Ein umfassender Test

Die Wahl des richtigen Kettenblatts ist entscheidend für die Performance Deines Fahrrads. Hier werden verschiedene Aspekte beleuchtet, von der Kettenblattgröße in Abhängigkeit von der Kassette bis hin zu den Vor- und Nachteilen von Einfach- und Mehrfach-Kettenschaltungen.

Kettenblatt-Größe in Abhängigkeit von der Kassette

Die Wahl des Kettenblatts ist direkt an die Bandbreite Deiner Kassette hinten gekoppelt. Die allermeisten unter euch werden mittlerweile einen 12fach Antrieb fahren, der bei SRAM entweder 50 oder 52 Zähne auf dem größten Ritzel bereitstellt, während Shimano bei den aktuellen Kassetten 51 Zähne ins Rennen schickt.

Du kannst die Größen der Kettenblätter und der Ritzel auf der Kassette einfach in Verhältnis bringen, indem Du die Zähnezahl betrachtest, denn ihr Durchmesser verhält sich linear zur Zähnezahl. Um das Thema greifbarer zu machen, bedienen wir uns einer einfachen Formel:

A. Leichtester Gang

Zähnezahl Kettenblatt / Zähnezahl größtes Ritzel der Kassette = Untersetzung im leichtesten Gang

Mit dieser einfachen Formel kannst Du die Übersetzung eines Antriebs vorher berechnen und so die Möglichkeiten durchspielen. Haben wir beispielsweise ein 32-Zähne-Kettenblatt und eine SRAM Kassette mit 10-52 Zähnen, was bei SRAM die Standard-Bestückung darstellt, hieße das:

32/52 = 0,615

Das bedeutet, dass die Kassette und damit das ganze Hinterrad bei einer vollen Kurbelumdrehung nur 0,615 mal diese Umdrehung ausführt, also nur knapp über eine halbe Umdrehung macht.

B. Schwerster Gang

Zähnezahl Kettenblatt / Zähnezahl kleinstes Ritzel der Kassette = Übersetzung im schwersten Gang

Bei unserem Setup mit dem 32-Zähne-Kettenblatt und der 10-52 Kassette heißt das:

32/10 = 3,2

Das bedeutet, dass die Kassette und damit das ganze Hinterrad bei einer vollen Kurbelumdrehung 3,2 Umdrehungen ausführt.

C. Einordnung

Nun kannst Du entweder viel ausprobieren oder Dich vorläufig auf unsere Erfahrungen und "Faustregeln" verlassen. Wir versuchen, die Unter- bzw. Übersetzungen grob zu kategorisieren.

  • Leichtester Gang:
    • Untersetzung kleiner als 0,6 - sehr leichter Gang, extrem bergtauglich, auch für weniger Trainierte
    • Untersetzung 0,6 bis 0,7 - moderat, gute Wahl für durchschnittlich trainierte
    • Untersetzung größer als 0,7 - eher schwer, für starke Fahrer:innen und / oder etwas flacheres Gelände
  • Schwerster Gang:
    • Übersetzung kleiner als 3,0 - relativ wenig Endgeschwindigkeit, bergab tritt man leicht "ins Leere"
    • Übersetzung 3,0 bis 3,4 - durchschnittliche Endgeschwindigkeit, meist voll ausreichend
    • Übersetzung größer als 3,4 - sehr schwere Gänge für hohe Geschwindigkeit bergab

Gleichzeitig extrem leichte und extrem schwere Gänge in einem Antrieb zu vereinen, ist nicht möglich, da die Bandbreite der Kassette begrenzt ist. Doch mit unserer groben Einordnung wirst Du auf jeden Fall Deine passende Übersetzung finden.

Ich persönlich fahre auf meinen beiden 29er Mountainbike Fullys jeweils ein 32T-Kettenblatt und eine 10-50T SRAM Kassette und komme überall gut zurecht. Den schwersten Gang brauche ich kaum.

Einfach-Kettenschaltungen: Ein neuer Standard?

Entsetzte Kommentare geisterten durch die Fahrrad-Foren im Netz, als 2012 Komponentenhersteller SRAM seine erste 1x11-Gruppe vorstellte: vorne nur mit einem einzelnen, einsamen Kettenblatt, kein Umwerfer, kein Schalthebel links! Bis dahin galten eigentlich immer noch mehr Gänge am Rad als ­erstrebenswert. Und jetzt sollte plötzlich weniger mehr sein?

Die damalige Aufregung hat sich mittlerweile gelegt: Einfach-Kettenschaltungen sind als ein weiterer Standard im Mahlstrom der technischen Evolution akzeptiert. Mountainbikes sind heute fast ausschließlich mit 1x12-Schaltungen bestückt.

Denn auch Mitbewerber Shimano hat seine Mountain­bike-Gruppen zwischenzeitlich vereinfacht. Doch haben die Japaner den Umwerfer nicht ge-opfert: Sie lassen dem Käufer die Wahl. Die jüngste Version der MTB-XT kann mit einem oder zwei Kettenblättern betrieben werden. Die Ritzelkassetten variieren je nach Zahl der Kettenblätter erheblich.

Auch an Gravelbikes und artverwandten Adventure-, Offroad- oder Pendler-Rädern werden immer öfter Ein- statt Zweifach-Kurbeln gesichtet. Bei Mittelmotor-Pedelecs für Touren und All­tag, erst recht bei E-Mountainbikes, ist die einblättrige Kurbel sowieso zwingend: Nur wenige Motorsysteme lassen Platz für ein zweites Kettenblatt.

Zunächst muss man festhalten, dass alle Hersteller alle Kettenschaltungen laufend weiterentwickeln. Die Mountainbike-Linie hat Shimano getrennt weiterentwickelt: Die Gruppen XT, SLX und Deore tragen Zwölffach-Kassetten und Ein- oder Zweifach-Kurbeln. Konkurrent SRAM dagegen setzt ausschließlich auf Einfach-Schaltungen am Mountainbike mit zwölf Ritzeln hinten.

Auch deren Dimen­sionen haben sich gewaltig entwickelt: Das kleinste Ritzel hat zehn, das größte 52 Zähne - auf einer Kassette, wohlgemerkt! Dafür waren einige technische Kunstgriffe nötig. Denn die Kassette darf mit einem weiteren Ritzel nicht breiter werden, der Platz am Hinterrad und dessen Achsbreite geben das Maß vor.

Shimano und SRAM mussten deshalb für ihre Zehner-Ritzel neue Freiläufe entwickeln. Am Einfach-Kettenblatt sind die Zahnprofile dreidimensional ausgeformt, damit die Kette gleichermaßen leise wie sicher darüberläuft.

Die schmalen Ketten sind mit verstärk­tem Material, speziell geformten ­Laschen und Pins sowie teils vergrößerten Rollendurchmessern und Hightech-Be­­schich­tungen fit gemacht, damit sie trotz starkem Schräglauf reibungsarm und haltbar um Kettenblatt und Ritzel kreisen. Jede Kettenschaltung funktioniert mit einem Einfach-Blatt - es kommt nur darauf an, was man daraus macht!

Vor- und Nachteile von Einfach-Schaltungen

Gegenüber einer Dreifach-Schaltung spart die Einfache je nach Ausführung wenige Hundert Gramm Gewicht. Der gewichtigere Vorteil ist ihre einfachere Bedienung: Eine Hand triggert an einem Schalthebel alle Gänge nacheinander durch.

Doch trotz technischer Weiterentwicklung bleibt das Manko, dass selbst eine High-End-Einfach-Schaltung noch lange nicht an die Übersetzungsbandbreite gut abgestimmter Mehrfach-Schaltungen herankommt. Wo sie das im Vergleich zu manchem Zweifach-System annähernd schafft, fehlen für den universellen Einsatz dennoch entweder große Gänge zum Schnellfahren oder kleinere für die Berge. Zudem sind die Drehzahlsprünge beim Treten von Gang zu Gang bei den kleinsten Gängen größer als bei Mehrblatt-Systemen mit weniger breit abgestuften Kassetten.

Wer braucht was?

Wer vorzugsweise auf Straßen und Wegen unterwegs ist und sportlich nicht das Letzte aus sich herausholen will, kann mit einer Einfach-Schaltung schon zurechtkommen. Man muss halt akzeptieren, dass fehlende Übersetzungen die Performance einschränken.

Im Gelände und bei relativ geringen, aber dynamisch wechselnden Geschwindigkeiten und vielen Richtungswechseln kann die Einfache ebenfalls punkten. Hier wirkt sich das intuitive Schalten mit einem Hebel deutlich positiv aus.

Auf Strecken in hügeliger oder gar alpiner Landschaft ist der Verzicht auf ein zweites Kettenblatt für ein breit gestuftes Getriebe mit Nachteilen verbunden; für Touren mit Gepäck in bergigem Terrain ist die Dreifach-Kurbel unverzichtbar.

Zweifach-Kurbeln und Rennradschaltungen

Zweifach-Kurbeln sind traditionell am Rennrad zu Hause. Die beiden Kettenblätter (konservativ 53/39 Zähne, moderner: 50/34 Zähne) erweitern eine in der Regel eng abgestufte Ritzelkassette. So überwindet man effizient auch weite Strecken.

Stehen Berge im Weg, greift man zu größeren Ritzeln hinten und kleineren Kettenblättern vorne. Gerade auf langer Strecke, wenn die Kräfte nachlassen, ist man froh um das kleinste Kettenblatt als „Rettungsring“.

Auch hier ermöglichen zwei Kettenblätter eine Vielfalt und Bandbreite von Übersetzungen, die anspruchsvolle Strecken erst fahrbar machen. Das Gleiche gilt für Shimanos Gravel-­Komponenten der GRX-Gruppe sowie die Zwölffach-Gruppen XT, SLX und Deore fürs Mountainbike.

TRP Evo 12: Eine Alternative zu Shimano und SRAM?

Die Marktführer Shimano und Sram vom Thron zu stoßen, haben schon viele probiert. Und nie geschafft. Auch nicht Tektros Performance-Marke TRP. 2023 wagten sie mit der Evo 12 einen weiteren Anlauf. Wir haben die mechanische Gruppe anderthalb Jahre lang getestet.

Mit der Evo 12 gibt es inzwischen eine Komplettgruppe. Dabei handelt es sich um eine mechanische 12-fach-Schaltung, die aus Schaltwerk, Hebel, Kurbel, Kassette und Tretlager besteht. Die Kette kommt von KMC. In zwei Finishs - Schwarz oder Gold - wird die Gruppe angeboten.

Kurz & knapp: TRP Evo12

  • 1x12-Schaltgruppe für MTBs
  • erhältlich in Schwarz oder Gold
  • Kurbelarmlänge: 165 & 170 mm
  • Kassette: 10-52 Zähne, Microspline
  • Gewicht: 1642 g
  • Preis: ab 1334 Euro (UVP)

Auf dem Trail sorgt die Schaltung von Tag eins an für saubere, zügige Schaltperformance bei leisem Lauf über Kettenblatt und Kassette. Der Spannungsmechanismus Hall Lock auf der Oberseite des Schaltwerks sorgt dafür, dass die Schaltung zudem kaum klappert.

Kettenblatt Vergleich

Hier ist ein kurzer Überblick über einige der besten Kettenblätter auf dem Markt:

Modell Material Kompatibilität Vorteile
Ybeki Kettenblätter 104 BCD Aluminium CNC-gefräst 8-Gang bis 11-Gang Varianten bis 52 Zähne, vielseitig einsetzbar
Kmc ‎03378593 Aluminium CNC-gefräst Für Bosch Gen.4 Reduziert Reibung, speziell für Bosch
Sram ‎2286482356 Aluminium CNC-gefräst Bosch E-Bike Motoren Generation 3 Robust, speziell für Sram Eagle Ketten
CYSKY 104BCD Schmale Breite Kettenblatt Aluminium CNC-gefräst 10-Gang bis 12-Gang Robust, reduziert Reibung, schmale Breite
Ybeki ‎Y92 Aluminium CNC-gefräst 9-Gang bis 11-Gang Ausgefallenes Design, vielseitig einsetzbar
Race Face Cinch DM Stahl Mountainbike Robust, asymmetrisches Zahnsystem
Shimano MTB Kettenblatt Metall 9-Gang bis 10-Gang Reduziert Reibung, 7- bis 9-fach kompatibel

Shimano 105 12fach-Schaltgruppe

Ein kurzes Fingertippen mit wenig Kraft, ein Klick - und schon liegt die Kette auf dem nächsten Ritzel. Und das so leise, dass man bei kleinen Gangsprüngen schon mal einen Blick nach hinten riskiert, um zu sehen, ob die neue Shimano 105 wirklich geschaltet hat. Was Shimano mit der neuen Gruppe vorgestellt hat, ist Feinmechanik auf höchstem Niveau.

Das neue, komplett überarbeitete Shadow-Schaltwerk erlaubt die bereist erwähnten extrem geschmeidigen Gangwechsel, und auch der Umwerfer hebt die Kette selbst unter Last klag- und problemlos auf das jeweils andere Kettenblatt.

Am Cockpit gefällt die verbesserte Ergonomie der STIs, die sehr angenehm in der Hand liegen und viele Griffvarianten erlauben. Ein weiteres Highlight sind die neuen Kassetten: Die 105 gibt es neben dem bekannten 11-34er-Paket nun auch mit 11-36er-Kassette. Gerade diese erlaubt es zusammen mit einer 50/34-Kompaktkurbel auch, steile Rampen mit kniefreundlich hoher Trittfrequenz in Angriff zu nehmen.

Weiterhin profitiert die neue 105 von verbesserten Bremsen. Dank des größeren Abstands zwischen Bremsbelägen und -scheiben (wie schon bei der Ultegra Di2 und Dura-Ace Di2) neigt sie weniger zum Schleifen, lässt sich aber dennoch sehr gut dosieren und gefällt mit ihrem präzisen Druckpunkt.

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