Der Wechsel einer Motorradkette, auch Kettensatzwechsel genannt, ist eine wichtige Wartungsarbeit. Es ist aber auch kein Hexenwerk, auf jeden Fall sollte für die Montage ausreichend Fachwissen vorhanden sein.
Wann muss ich meine Motorradkette wechseln?
Überprüfen Sie regelmäßig, ob der Kettensatz noch in Ordnung ist, beispielsweise beim Nachspannen der Kette. Indizien dafür, dass der Kettensatz gewechselt werden muss, können folgende sein:
- Wenn der Kettenspanner am hinteren Limit ist und schon mehrfach nachgespannt wurde.
- Wenn sich die Kette am Kettenrad mehr als eine halbe Zahnhöhe abheben lässt.
- Wenn die X- bzw. O-Ringe heraustreten.
- Eindeutig verschlissen ist die „Hardware“, wenn die Ritzel- und Kettenradzähne spitz werden, in etwa so wie eine Haifischflosse.
Als Online-Fachhändler für Motorradersatzteile empfehlen wir von Kettenmax immer alle drei Komponenten (Ritzel / Silentritzel, Kettenrad und Kette) auszutauschen.
Welches Werkzeug benötige ich für den Kettenwechsel?
Zur korrekten Montage wird ein Kettennietwerkzeug benötigt, welches Hohlnietschlösser nieten kann.
Kettentrenn- und Nietwerkzeuge im Vergleich
Es gibt verschiedene Kettennietwerkzeuge auf dem Markt, darunter das Kellermann Werkzeug und das DID KM500R. Hier ist ein kurzer Vergleich:
- Kellermann Kettenwerkzeug: Einige Benutzer sind mit diesem Werkzeug zufrieden und finden das Vernieten sehr einfach. Es wird empfohlen, mit 25 Nm anzuziehen, um den vorgegebenen Durchmesser an der Niete zu erreichen. Andere bemängeln die Qualität und Eignung für Vollnieten.
- DID KM500R: Dieses Werkzeug gilt als Top-Gerät für den professionellen Einsatz und das Vernieten von Vollnietschlössern, ist aber teurer.
- Kettenwerkzeug KTW 2.5: Dies ist eine Weiterentwicklung des KTW 2.0 und ermöglicht die Demontage und Montage der Kette ohne Ausbau der Hinterradschwinge. Es kann Ketten verschiedener Marken trennen und mit Hohlnietschlössern vernieten.
Demontage des alten Kettensatzes
Zuerst kümmern wir uns um das Ritzel: Die Ritzelabdeckung entfernen, dahinterliegende Sensoren / Regler / Kupplungsstange usw. abbauen, am besten sichert man diese Komponenten mit einem Draht. Meist muss auch vorher der Schalthebel entfernt werden, hier ist es empfehlenswert z.B. Das Hinterrad mittels Bremse und / oder Hammerstiel sichern, keinen Gang einlegen, das kann die Getriebezahnräder/-wellen schädigen. Falls das alte Sicherungsblech noch vorhanden ist dieses gerade biegen, dann mit der Knarre das Ritzel lösen, zu 99 Prozent gegen den Uhrzeigersinn, zur Sicherheit im Werkstatthandbuch gucken.
Bei sehr fest sitzenden Ritzelmuttern einen Schlagschrauber zur Hand nehmen, auf keinen Fall die Mutter anflexen, da kann schnell mal was anderes kaputt gehen. Manchmal ist es auch sinnvoll ein paar Stunden vorher sogenanntes Kriechöl, z.B. Spätestens jetzt erweist sich ein Montageständer zum Anheben des Hinterrads als sehr praktisch. So werden alle notwendigen Teile wie z. B. Kettenradmuttern und das evtl. Montageständer für diverse Modelle auf Anfrage bei Kettenmax erhältlich. Hierzu einfach Kontakt mit uns aufnehmen.
Jetzt, ganz wichtig: Die Antriebsruckdämpfer sind zu sehen oder fallen einem schon entgegen, rausnehmen und anschauen, falls sie spröde/rissig und nicht mehr richtig elastisch sind unbedingt austauschen, generell überlebt ein Ruckdämpferset ca.
Montage einer offenen Kette mit Nietschloss
Wir wollen den Kettenwechsel einer offenen Kette mit Nietschloss beschreiben. Lockert das Hinterrad und die Kettenspanner vor dem Trennen der alten Antriebskette. Positioniert den Kettentrennbolzen des KM500R am rechten Kettenstift des zu trennenden Kettenglieds. Jetzt mit Gefühl an der großen Schraube oben am Werkzeug im Uhrzeigersinn drehen, bis der Kettentrennbolzen exakt gerade auf dem Kopf des Kettenstifts anliegt der heraus gedrückt werden soll.
Vernieten
Verbindet die alte Kette und die neue Kette z. B. mit einem Draht oder mit dem von Hand eingesteckten Nietschloss. Das Motorrad in den Leerlauf schalten. Zieht nun langsam an der alten Kette unterhalb der Schwinge, so dass die neue Kette in Fahrtrichtung hin zum Antriebsritzel oberhalb der Schwinge gezogen wird. Solange ziehen bis die neue Kette ihr eigenes Ende erreicht. Vor dem Vernieten, die beiden Buchsen an den Kettenenden der neuen Kette mit dem mitgelieferten Fett ordentlich einfetten. Ebenso die Stifte des Nietschlosses. Jetzt das Nietschloss in die Buchsen an den Kettenenden der neuen Kette von Hand eindrücken, so dass beide Kettenenden verbunden sind. Die beiden verbliebenen O/X-Ringe auf die Nietschlossstifte stecken und die Aussenlasche von Hand auf die Stifte drücken. Alle vier O-/X-Ringe sind nun verbaut. Das Nietwerkzeug auf die Position A einstellen.
Das U-Teil des Nieters von hinten an das Nietschlosses halten, so dass beide Pins vollkommen in die dafür vorgesehenen Aussparungen am U versenkt sind. Benutzt nun einen 27 mm Ringschlüssel und einen 19 mm Steckschlüssel mit Knarre. Nach dem Aufdrücken der Kettenschlossplatte den Kettenschlossplattenhalter des Werkzeugs abbauen. Als nächstes werden die Nietköpfe der Kettenschlossstifte einzeln aufgeweitet, sodass die Kettenschlossplatte fixiert ist und sich nicht mehr von elbst lösen kann. Hierzu die U-Halterung weiterhin so am Nietschloss halten wie bisher. Den Nieter ohne den Kettenschlossplattenhalter erneut aufschieben, so dass der Nietkopf des Werkzeugs genau auf einen der Nietkopfstifte des Nietschlosses ruht. Dann den Nietkopfstift durch drehen des 19 mm Steckschlüssel und gegenhalten des 27 mm Ringschlüssel aufpreitzen.
Setzt den Vernietbolzen des Nieters in den Nieter KM500R ein. Das Werkzeug wird entlang der Kette geschoben, sodass es sich mit dem U-Halter verbindet. Auf Markierungsposition „B“ ausrichten. Benutzt nun den 27 mm Ringschlüssel und den 19 mm Steckschlüssel mit Knarre. Nun das 19 mm Ende im Uhrzeigersinn drehen und mit dem Ringschlüssel gegenhalten bis die Nietköpfe des Nietschlosses an dem Vernieterbolzen anliegen.
Tipps und Hinweise
- Vor dem Vernieten messen und nach dem Vernieten. Wenn der Bolzen 2-3 Zehntel aufspreizt reicht das vollkommen.
- Der für das Gerät angegebene Drehmomentwert passt eigentlich auch immer.
- Es ist ratsam, die Dicke der Lasche zu messen, um sicherzustellen, dass sie mit den anderen übereinstimmt.
- Bei der Verwendung des Kellermann Nieters sollte man etwas Öl an die Schrauben machen und die Schrauben nach Anleitung anziehen.
Werkzeug KTW 2.5
Das Kettenwerkzeug KTW 2.5 ist die verstärkte Weiterentwicklung des KTW 2.0. Es ermöglicht die einfache Demontage der alten und die präzise Montage der neuen Kette (mit Nietschloss) ohne aufwändig die Hinterradschwinge ausbauen zu müssen. Mit dem Werkzeug können Ketten aller gängigen Marken (z. B. D.I.D, Regina, RK u. a.) getrennt und mit Hohlnietschlössern vernietet werden. Das Werkzeug beinhaltet zwei Dorne mit unterschiedlichem Durchmesser. Der vormontierte Dorn ist nun noch stärker dimensioniert und auf 5xx und 6xx Ketten abgestimmt. Der beiliegende Dorn ist speziell für das Trennen von 4xx Ketten ausgelegt. Für den Einsatz ist lediglich noch ein 19er Ring- oder Steckschlüssel erforderlich. Das Werkzeug ist bei Verwendung des Ergänzungssets Art.-Nr. 130.250 auch für Vollnietschlösser geeignet.
Das Kettenwerkzeug besteht aus dem kraftübertragenden Hauptwerkzeug und einer patentierten Positioniereinheit für die Montage des Nietschlosses, die sich durch eine völlig neue und einfache Aufschiebemöglichkeit für die Seitenlasche des Kettenschlosses auszeichnet. Diese neu entwickelte, magnetische Positioniereinheit gewährleistet eine einfache und dabei absolut präzise Montage der Seitenlasche des Kettenschlosses. Die sowohl in der Druck- wie auch in der Gegenplatte vorhandenen Magnete halten die beiden Teile des Kettenschlosses und ermöglichen durch die Führung eine genaue, einfache und bequeme Ausrichtung der Kettenschlossteile zueinander. Dies ist für eine beschädigungsfreie Montage des Kettenschlosses entscheidend und kann durch die Aussparungen in der Druckplatte hindurch jederzeit kontrolliert werden. Die Magneten sorgen zudem dafür, dass die Positioniereinheit an der Kette haften bleibt und nicht ständig festgehalten werden muss.
Mit dem Hauptwerkzeug kann die Positioniereinheit dazu verwendet werden, die Seitenlasche auf das Kettenschloss aufzuschieben; ein Schritt, der ohne die neue Positioniereinheit sehr zeitintensiv und sehr nervenaufreibend sein kann. Die Druck - und Gegenplatte sind so konstruiert, dass sie sich über die benachbarten Kettenglieder erstrecken, so dass man beim Montieren des Kettenschlosses schon mit bloßem Auge erkennen kann, wann die Lasche passend weit auf die beiden Bolzen aufgeschoben ist. Damit sind die sonst häufig auftretenden Beschädigungen der Kette oder des Kettenschlosses durch Montagefehler weitgehend ausgeschlossen.
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