Die Motorradkette ist ein wichtiges Bauteil der Maschine, deren Pflege und Wartung man nicht vernachlässigen sollte. Andernfalls drohen nicht nur schneller Verschleiß und damit teurer Ersatz, sondern auch ein Leistungsverlust sowie stärkere Lastwechselreaktionen, die Unruhe ins Fahrwerk bringen können. Zudem birgt eine verschlissene oder falsch gespannte Kette auch ein Sicherheitsrisiko, weil sie ab-, überspringen oder sogar reißen kann.
Funktion der Motorradkette
Bei Motorrädern gehört die Kette zu den häufigsten Arten der Kraftübertragung zwischen Motor und Hinterrad. Im Gegensatz zu den ebenfalls im Motorradbau verwendeten Alternativen Kardan oder Zahnriemen ist sie leichter und günstiger in der Produktion. Vor allem aber hat sie den besten Wirkungsgrad, sodass der Leistungsverlust bei der Kraftübertragung geringer ausfällt. Allerdings gilt das nur für eine korrekt gespannte und geschmierte Kette. Außerdem lässt sich das Übersetzungsverhältnis durch Verwendung anderer Kettenräder relativ einfach verändern.
Aufbau der Motorradkette
Motorradketten sind Präzisionsprodukte. Die Toleranzen bei der Fertigung liegen auf sehr hohem Niveau, und die verwendeten Materialien sind von bester Qualität. Die mittlerweile fast ausschließlich verwendeten sogenannten O-Ring-Ketten, die es seit Mitte der 70er-Jahre gibt, sorgen dank Dichtringen hinter der Kettenlasche für eine ausreichende Lebensdauerschmierung von Hülse und Kettenbolzen - allerdings nur im Innern der Kette. Der ungeschützte äußere Teil (Rollen, Ritzel und Kettenrad) benötigt ausreichende Schmierung, für die der Fahrer zuständig ist.
Motorradkette richtig schmieren
Die Fliehkraft - verbunden mit Regen und Straßendreck - sorgt dafür, dass eine Kette im Laufe der Zeit "blank" wird und dann in kürzester Zeit verschleißt. Während eine gut geschmierte Kette bis zu 40.000 km halten kann, sind ungepflegte Exemplare oft schon nach weniger als 10.000 km am Ende ihrer Lebensdauer. Eine regelmäßige (Sicht-)Kontrolle ist daher unverzichtbar. Ist die Kette blank oder weist gar Rostspuren auf, greift man zum Kettenspray, das die Kette nicht nur vor Korrosion schützt, sondern auch die Reibung erheblich reduziert. Damit es gut haften kann, muss die Kette allerdings sauber und trocken sein. Zur besseren Verteilung des stark haftenden Schmiermittels haben die Hersteller ein Treibmittel beigemengt, das sich nach kurzer Zeit verflüchtigt. Versierte Tourenfahrer schmieren deshalb am Ende einer Tour sofort die dann noch warme Kette und können so am nächsten Morgen direkt starten. Wer dagegen unmittelbar nach dem Schmieren losfährt, verteilt den Schmierstoff wunderbar auf Felge, Bremsscheibe und Reifen.Hier eine kurze Anleitung zum Schmieren der Kette:
- Motorrad auf Haupt- oder Montageständer stellen.
- Reifen und Felge am besten mit Pappe etc. abdecken.
- Kettenspray auf die Innenseite der Kette am unteren Kettenstrang sprühen. Das Rad dabei von Hand durchdrehen.
- Pappe wegwerfen und fertig.
Wichtig: Nicht die Menge macht’s - lieber öfter nachschmieren! Praktisch für unterwegs ist ein Spritzschutz (z. B. S100 Saubersepp) sowie bei Motorrädern ohne Hauptständer ein sogenannter Liftstick, mit dem das Hinterrad angehoben werden kann, wenn das Bike auf dem Seitenständer steht.Eine Alternative zum Spray sind Permanent-Schmiersysteme z. B. der Scottoiler. Diese allerdings nicht gerade günstigen Kettenöler werden per Zündstrom oder Unterdruck aktiviert, und ein dünnflüssiges Öl tropft während der Fahrt direkt auf das Kettenrad. Je nach Bedingungen (Regen/Staub) und Strecke muss aber nachjustiert werden.
Motorradkette richtig reinigen
Verbinden sich Schmutz und Staubpartikel mit dem Kettenfett, wird die Schmierwirkung reduziert. Verschmutzte Ketten sollten daher gereinigt werden. Leichte Verschmutzungen lassen sich ganz gut mit einer Kunststoffbürste entfernen. Bei grober Verschmutzung sollte man weder Dampfstrahler noch Bremsenreiniger (greift die O-Ringe an) verwenden, sondern einen speziellen Kettenreiniger benutzen.Um die logischerweise dabei entstehende Sauerei in Grenzen zu halten, hat sich der Kettenmax (Polo, ab ca. 20 Euro) bewährt. Er reinigt die Kette mithilfe von kleinen Bürsten und einer Reinigungsflüssigkeit von allen Seiten, vor allem aber wird der Dreck über einen Schlauch in einen Auffangbehälter geleitet.
Spannen der Motorradkette
Eine Kette dehnt sich im Laufe ihres mehr oder weniger langen Lebens kontinuierlich. Grund ist der Verschleiß an den Reibflächen der Bolzen. Deshalb muss die Spannung auch regelmäßig geprüft werden. Schon der Begriff "Kette spannen" ist irreführend, denn es geht dabei um die Einstellung des sogenannten Durchhangs, d. h. des Spiels, das die Kette haben muss. Dieses Spiel ist notwendig, damit die Schwinge sich beim Ein- und Ausfedern bewegen kann, während eine schräg gestellte Schwinge die Distanz zwischen Ritzel und Kettenrad verkürzt. Erst wenn Getriebeausgangswelle, Schwingendrehpunkt und Radachse auf einer Achse liegen, erreicht der Kettentrieb seine maximale Länge.Ist die Kette zu stramm gespannt, wird die Federung beeinträchtigt und die Kette übermäßig gedehnt. Die Folge sind ein extrem hoher Verschleiß und erhöhter Druck auf das Getriebeausgangslager, das dadurch vorzeitig seinen Geist aufgeben kann. Im schlimmsten Fall kann die Kette sogar reißen. Eine zu locker gespannte Kette peitscht und schlägt beim Gaswegnehmen, verschleißt dadurch schneller und kann im Extremfall ab- oder überspringen - also ist auch hier Vorsicht geboten.Zur Prüfung des korrekten Durchhangs wird die Maschine wieder aufgebockt, damit das Hinterrad gedreht werden kann. Da ältere Ketten oft ungleichmäßig gelängt sind, prüft man den Durchhang in der Mitte des unteren Kettenstrangs durch Anheben der Kette mit den Fingern. Dann wird das Rad immer ein Stück weitergedreht und die Prozedur so lange wiederholt, bis die strammste Stelle gefunden ist. Die ist maßgeblich für die Spannung.
Wenn die Kette komplett ungleichmäßig gelängt ist, dann kann sie nur noch getauscht werden, da eine vernünftige Spannung nicht mehr möglich ist. Der Durchhang der Kette ist theoretisch in Ordnung, wenn er bei aufgebockter Maschine ca. 3 bis 5 cm beträgt. Exakte Angaben stehen im Fahrerhandbuch oder sind bei manchen Typen auch auf der Schwinge aufgeklebt. Aber Vorsicht: Spiel muss die Kette auch im voll belasteten Zustand noch haben. Je nach Bauart der Maschine ändert sich das Spiel mit oder ohne Beladung mehr oder weniger stark. Da hilft nur ausprobieren. Aber wer auf der Maschine sitzt, kann ohne akrobatische Verrenkungen ganz schlecht den Durchhang prüfen - man braucht eine zweite Person. Wichtig: Für Urlaubsfahrten mit Gepäck muss der Durchhang unbedingt bei beladener Maschine geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.
Nachspannen der Motorradkette
Zum Nachspannen Motorrad aufbocken und Gang einlegen. Zuerst muss die Hinterachse an der Seite der Achsmutter gelöst werden. Sie ist oft sehr fest angezogen (meist 100 Nm und mehr!). Gegebenenfalls vorher Splint etc. entfernen. Zum Spannen der Kette muss das Hinterrad nach hinten gezogen werden (das passiert automatisch durch die Kettenspanner), zum Lockern nach vorne gedrückt werden (dazu muss man nach dem Lockern der Kettenspanner kräftig gegen das Rad drücken/schlagen). Bei den Kettenspannern gibt es verschiedene, qualitativ leider sehr unterschiedliche Bauarten, die aber meist nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren. Der Kettenspanner hat in der Regel eine durch eine Kontermutter gesicherte Einstellschraube. Durch gleichmäßiges Drehen der Schrauben auf beiden Seiten spannt/lockert man die Kette.Dabei abwechselnd in Vierteldrehungen vorgehen, bis die Kette den korrekten Durchhang erreicht. Auf der Schwinge und den Kettenspannern sind (mehr oder weniger exakte) Markierungen angebracht. Wichtig ist, dass die Markierungen auf beiden Seiten der Schwinge in der gleichen Position stehen, sonst läuft das Rad schief und beeinträchtigt das Fahrverhalten. Wer den oft etwas ungenauen Markierungen nicht traut, kann zwecks Kontrolle der Flucht auch zu einem Kettenlaser (bei Polo ca. 40 Euro) greifen. Ein Laserstrahl auf den Kettenlaschen macht eine fehlerhafte Einstellung sichtbar. Nach dem Festziehen der Achsmutter (Drehmoment beachten) unbedingt noch einmal die Kettenspannung kontrollieren. Nicht verzagen, falls es auf Anhieb nicht klappt, das Spannen hat viel mit Erfahrung und Geduld zu tun - Übung macht den Meister!Das Ganze sollte aber nicht nur in der heimischen Garage, sondern auch auf einer Tour funktionieren. Um das mit dem Bordwerkzeug zu bewerkstelligen, muss man auch den Trick kennen. Die Hinterradachsmutter lässt sich nämlich nur lösen, wenn man das unterdimensionierte (Bord-)Werkzeug, das man beizeiten durch vernünftiges Werkzeug (passende Nuss/Knebel) ersetzen sollte, mit dem Fuß kräftig runterdrückt.
Verschleißprüfung an der Motorradkette
Eine Kette ist verschlissen, wenn sie sich ungleichmäßig oder zu stark gelängt hat. Manche Motorräder verfügen über einen praktischen Verschleißanzeiger. Wenn die Markierung im roten Bereich angekommen ist, muss die Kette gewechselt werden. Alternativ kann man prüfen, ob man die korrekt gespannte Kette im Stand mit einem Schraubenzieher am Ende des Kettenrads mehr als drei Millimeter vom Kettenrad abheben kann.Auch die Zähne des Kettenrads werden durch Abrieb im Laufe der Zeit immer dünner, es entstehen sogenannte Haifischzähne. Die können dann den enormen Kräften nicht mehr standhalten und verbiegen sich, sodass die Kette im Extremfall über das Kettenrad rutscht. Aber nicht immer zeigt sich der Verschleiß so deutlich.
Seitliches Spiel, verdrehte Bolzen, defekte Rollen sowie auffällig schwer- oder leichtgängige Kettenglieder oder defekte Dichtringe erfordern ebenfalls eine sorgfältige Sichtprüfung. In allen Fällen muss der komplette Kettensatz (also Kette, Ritzel und Kettenrad) getauscht werden.
Das braucht man für die Kettenpflege
- Kettenspray
- Abdeckschutz
- Kettenreiniger
- Bürste/Kettenmax
- Werkzeug für das Lockern der Hinterachse/Kettenspanner
- Liftstick/Heber
- Handschuhe
- Reparaturanleitung
Ein gutes Marken-Kettenspray ist im Zubehörhandel ab rund zehn Euro zu bekommen und bietet reichlich Vorrat für etliche Pflegearbeiten an der Kette.
Die richtige Anwendung von Kettenspray
Zwischen Kette und Ritzel entsteht im Fahrbetrieb permanent Reibung, ebenso zwischen den Kettengliedern. Dabei löst sich feiner Metallabrieb und die Kette verschmutzt zwangsläufig. Zusammen mit den Rückständen von Kettenschmiermitteln, Sand, Straßenschmutz usw. entsteht ein hartnäckiger Belag auf der Kette und dem Ritzel. Dieser Belag verhindert die Wirkstoffe eines Kettensprays daran, tief zwischen die Kettenglieder zu kriechen - eine Schmierung wird unmöglich. Reinigt man die Kette also nie oder selten, wird die Schmierung der Kette zunehmend unwirksam. Das Abschleudern von Kettenfett verstärkt sich, weil das Schmiermittel nicht mehr zwischen die Kettenglieder kriechen kann, sondern auf der Oberfläche bleibt. Damit es optimal „läuft“ reicht es also nicht, die Kette ab und zu zu schmieren.
S100 Kettenreiniger
Der S100 Kettenreiniger kombiniert durch seine spezielle Formulierung eine optimale Kriechfähigkeit mit perfekter Haftung. Die Reinigungsleistung wird so komplett entfalten, der hartnäckige Schmutz wird gepackt - und zwar selbsttätig, ohne langes Schrubben.Auf eine Motorradkette wirken starke Kräfte ein. Die ständige Reibung, die zwischen Kette und Ritzel, aber auch zwischen den einzelnen Kettengliedern auftritt, wird durch die Schmierung mit Kettensprays minimiert. Das leistet ein Kettenspray aber nur, wenn es regelmäßig und ausreichend aufgetragen wird und eine starke Haftung auf der Oberfläche hat. Es lohnt sich, das zu vermeiden. Denn ein regelmäßig gepflegter Kettensatz hat eine viel höhere Laufleistung und muss nicht frühzeitig ausgetauscht werden.
S100 Weisses Kettenspray
S100 Weisses Kettenspray ist nahezu abschleuderfrei für eine saubere Hinterradfelge. Hervorragende Kriechfähigkeit für eine längere Laufleistung des Kettensatzes. Längere Schmierintervalle. Bester Korrosionsschutz, schützt wirkungsvoll gegen Rost. Hervorragende Abwaschbeständigkeit (Regenfahrten, Motorradwäschen). Enthält PTFE.
Empfehlungen für die Kettenpflege
* Schmieren Sie die Motorradkette alle 500 bis 1.000 km nach.* Reinigen Sie die Kette vor der Schmierung mind. alle 2.000 km, idealerweise vor jedem Schmieren.* Stellen Sie sicher, dass Sie für die Kettenreinigung nur Reiniger benutzen, der O-/X- oder Z-Ring-Verträglichkeit garantiert.* Sprühen Sie das Kettenspray immer dünn und gleichmäßig auf und lassen Sie es danach gut ablüften - ideal ist über Nacht.
Wie lange hält eine Motorradkette?
Die durchschnittliche Lebensdauer von Motorradketten liegt bei etwa 20.000 Kilometern. Vernachlässigte Motorradketten erreichen wiederum kaum die 10.000er-Marke. Wer sich regelmäßig um korrekte Spannung kümmert, penibel reinigt und ordentlich schmiert, den belohnt das Verschleißteil mit teilweise weit über 50.000 Kilometern Laufleistung - in Abhängigkeit von Fahrzeugtyp und Fahrstil.Bei allen Arbeiten rund um das Thema Motorradkette erweisen sich Motorräder mit Hauptständer als äußerst segensreich. So lässt sich das Hinterrad frei drehen, und alle Kettenglieder sind problemlos erreichbar. Bei Zweirädern, die lediglich einen Seitenständer aufweisen, helfen Montageständer (hier haben wir Motorrad-Montageständer für euch getestet).Doch auch bei bester Pflege ist irgendwann die Verschleißgrenze erreicht und Ersatz unumgänglich. Jetzt heißt es, aus dem riesigen Zubehörangebot eine geeignete Kette auszuwählen. Die Palette reicht von Standardketten über O-Ring-, X-Ring-, XW-Ring- bis hin zu Quadringketten.Nur noch ganz wenige Motorräder - fast ausnahmslos Oldtimer - sind mit Standardketten ausgerüstet. Alle anderen verwenden abgedichtete Ketten mit Dauerfettfüllung, sogenannte O-Ring-Ketten. Hierbei sind die Reibflächen zwischen Bolzen und Hülsen mit Schmierstoff versehen und mit O-Ringen (egal welcher Ausführung) nach außen abgedichtet. Ketten dieser Bauart weisen geringere Reibungsverluste auf und halten beträchtlich länger als die Standardversionen - geschmiert werden wollen sie dennoch. Vor allem die Berührflächen zwischen Kettenrad/Ritzel und den einzelnen Kettengliedern verlangen nach von außen aufgetragener, verschleißmindernder Schmierung.
Kettenreinigung: Warum und wie oft?
Kettenreinigung gehört zu den wenig beliebten Pflegemaßnahmen am Motorrad. Viele Zweiradbesitzer sind überzeugt, es genügt, die Kette regelmäßig zu schmieren und die Reinigung dem Regen zu überlassen. Während die auf den Außenlaschen befindlichen Schmutzpolster kaum Auswirkungen auf Lebensdauer und Funktion haben, schmirgeln die zwischen den Laschen sitzenden Schmutz- und Sandpartikel die O-Ringe flach, und die Dauerfettfüllungen gehen flöten. Außerdem erhöht auf den Rollen und zwischen den Außen- und Innenlaschen sitzender Schmutz die Reibung.Etwa alle 2.000 Kilometer, bei im Gelände bewegten Fahrzeugen deutlich häufiger, sollten spezielle Reinigungsmittel (siehe »Ausprobiert« rechts) zum Einsatz kommen - scharfe Reinigungsmittel oder gar Benzin können die O-Ringe zerstören.Die Anwendung von Kettenreinigern ist sehr einfach: auftragen, eventuell mit Pinsel oder Bürste nacharbeiten, einwirken lassen und anschließend abwischen oder gegebenenfalls abspritzen. Erst nachdem die Kette wieder völlig trocken ist, kommt Kettenfett zum Einsatz.Mindestens eine halbe Stunde sollten sich putzwillige Zweiradfahrer für die Reinigung Zeit nehmen und reichlich Zeitungspapier oder Kartons zum Unterlegen bereithalten. Nach kurzer Einwirkzeit wischt man die Kette mit einem Lappen ab, um überschüssiges Reinigungsmittel und nicht abgetropften Schmutz zu entfernen oder spritzt die Motorradkette mit einem Wasserstrahl ab (unbedingt Waschanlage mit Schmutzabscheider aufsuchen). Vorsicht: Dampfstrahler gefährden die O-Ringe. Wer versucht, eine uralte, verklebte und verbackene Kette zu reinigen, der hat Pech. Wunder vollbringen kann keines der Mittelchen.
Wie lange ist die Einwirkzeit von Kettenspray?
Alle Motorradketten benötigen regelmäßig eine Portion Schmiermittel, um nicht frühzeitig zu verschleißen. Sicherlich gehört das Aufsprühen von Kettenspray zu den am häufigsten angewendeten Pflegemaßnahmen, was nicht zuletzt am einfachen Prozedere und dem geringen Zeitaufwand liegt. Wer sich geschickt anstellt, macht sich dabei nicht einmal die Finger schmutzig.Das Einsprühen selbst benötigt weniger als eine Minute, die Einwirkzeit beträgt je nach Produkt bis zu 15 Minuten. Wir empfehlen: Das Motorrad-Kettenspray sollte minimal 30 Minuten ablüften. Grundsätzlich gilt: lieber häufig und sparsam auftragen als selten und dick. Zu viel Kettenfett fliegt ohnehin in kürzester Zeit davon und verklebt Ketten- und Ritzelkasten, Felgen und Reifen. Unnötige Schmierereien durch falsche Anwendung lassen sich bereits beim Auftragen vermeiden: nicht zu seitlich gegen die Kettenglieder sprühen und niemals gegen den Reifen.Die Kettenglieder bei langsam drehender Kette innen so einsprühen, dass der Strahl nicht auf den Hinterreifen treffen kann. Wem das zu viel Aufwand ist, der kann sich auch ein vollautomatisches Kettenschmiersystem zulegen. Dieses wird fest am Motorrad installiert und sorgt für eine ständige Schmierung.
Was ist besser: Kettenöl oder Spray?
Ein Kettenöl schützt auch vor Korrosion und Verschleiß, bleibt aber selten lange an den Kettengliedern haften. Denn die Flüssigkeit kann durch die Rotation schneller abgeschleudert werden. Vorteil beim Spray: Es haftet je nach Fahrverhalten und Gelände besser an den Kettengliedern und kann dadurch bei hoher Belastung von Vorteil sein.Der Nachteil des schnelleren Abschleuderns lässt sich allerdings mithilfe eines permanenten Schmiersystems ausgleichen. Dieses nutzt einen Vorratsbehälter, der mithilfe von Unterdruck oder elektrischer Ansteuerung durch eine Versorgungsleitung das Schmiermittel direkt richtig dosiert auf die Motorradkette tropfen lässt.
Kettenspannung: Was passiert bei falscher Einstellung?
Ein Kettenriss gehört zu den unangenehmsten Defekten beim Motorradfahren. Prinzipiell gibt es ganz unterschiedliche Gründe für das Versagen einer Kette, von denen sich manche nicht verhindern lassen. Gegen eine fehlerhafte Kettennietung ist der Motorradfahrer ebenso wenig gefeit wie gegen einen zwischen Kette und Ritzel geschleuderten Kieselstein. Die Fehlerquellen Kettenspannung, -verschleiß und Schmierung kann er hingegen vermeiden. Ungefettete Ketten überhitzen leicht und verschleißen schneller, die Gefahr eines Risses steigt fast ebenso wie durch falsche Kettenspannung. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob die Kette zu locker oder zu straff eingestellt ist.Zu lockere Ketten (meist alte, übermäßig verschlissene Exemplare) können von den Kettenblättern/Ritzeln rutschen, sich verklemmen und dadurch abreißen. Zu straff gespannte Ketten halten die extrem hohen Belastungen vor allem bei Einfederbewegungen des Fahrzeugs nicht dauerhaft aus und bersten. Außerdem leiden die Getriebeausgangslager sehr stark unter zu straffen Ketten, was im Extremfall zu Undichtigkeiten und Getriebeschäden führt. Deshalb: Kettenspannung regelmäßig kontrollieren, gegebenenfalls einstellen und alte, verschlissene Ketten rechtzeitig austauschen.
Wann muss eine Motorradkette getauscht werden?
Eine Motorradkette ist spätestens dann reif für den Müll, wenn sie sich bis zu den Zahnspitzen des Kettenblatts abheben lässt oder sich sogenannte Haifischzähne gebildet haben. Kette, Ritzel und Kettenrad übrigens immer gemeinsam tauschen, sonst verschleißen die neuen Teile viel schneller, das kurzfristige Sparen entpuppt sich als Reinfall.Wie die Kettenspannung richtig eingestellt wird und wie viel Spiel vorhanden sein muss, steht in jedem Fahrzeughandbuch. Enduros mit viel Federweg benötigen meist viel mehr Spiel im Antriebsstrang als Sportbikes. Als Faustregel gilt jedoch immer: In voll eingefedertem Zustand muss noch minimales Spiel vorhanden sein, dann kann nichts schiefgehen.Es spielt keine Rolle, ob die Verstellung per Exzenter oder Schieber erfolgt, die Einstellwerte müssen auf beiden Seiten der Schwinge identisch sein, damit das Rad nicht schief steht. Skalierungen zu beiden Seiten an der Schwinge und den Exzentern beziehungsweise Schiebern erleichtern diese Aufgabe.Nach der Justage gehören alle Schrauben festgezogen und die Kettenspannung geprüft - und zwar an mehreren Stellen (Rad drehen), da der Kettendurchhang gelegentlich variieren kann. Das liegt entweder an unterschiedlich verschlissenen Kettenabschnitten oder an nicht völlig zentrisch gebohrten Kettenblättern.Die ordnungsgemäße Wartung deiner Motorradkette ist entscheidend für optimale Fahrleistung und maximale Sicherheit auf der Straße. Regelmäßige Pflege verlängert nicht nur die Lebensdauer deiner Kette, sondern sorgt auch für ein geschmeidiges Fahrgefühl und verhindert teure Reparaturen.
Produktempfehlungen
Hier eine Tabelle mit einigen empfohlenen Kettensprays und -ölen für Motorräder:
| Produkt | Eigenschaften |
| Dr. Wack S100 Dry Lube Kettenspray | Klassiker, gute Pflege |
| Dr. Wack S100 weißes Kettenspray | Hohe Abwaschbeständigkeit, sehr hohe Haftung |
| Motul 103008 C2+ Chain Lube Road Plus | Einfache Verarbeitung, lange Pflege |
| Caramba Kettenspray | Guter Schutz gegen Verschleiß und Korrosion, abschleuderfest |
| Scottoiler micro-vSystem | Permanente Schmierung, 1200 km Reichweite |
| Cobra Nemo 2 | Permanente Schmierung, 5000 km Reichweite |
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