Motorrad Kettenübersetzung Berechnen: Eine Umfassende Erklärung

Die Moped Übersetzung aus der Serienproduktion ist immer ein Kompromiss. Die Hersteller wollen es jedem Kundengeschmack recht machen und möglichst viele Mopeds von einem Modell verkaufen. Deshalb trimmen die Ingenieure ein Serienmoped weder auf besonders viel Traktion noch auch eine maximal mögliche Höchstgeschwindigkeit. Das lässt Spielraum für ein wenig Bastelspaß beim Tuning.

Früher oder später versucht sicher jeder Motorradfahrer, vor allem aber A1 Fahrer, noch mehr Leistung aus seinem oder ihrem Bike zu kitzeln. Dass du jetzt hier gelandet bist, verrät uns, dass es dir ähnlich ergeht.

Grundlagen der Kettenübersetzung

Wer Ritzel, Kettenrad oder einen kompletten Kettenkit wechselt, verwendet normalerweise die serienmäßigen Zähnezahlen, die Sekundärübersetzung bleibt also gleich. Eine Änderung der Zähnezahl bewirkt eine längere oder kürzere Übersetzung zwischen Motor und Hinterrad. Die Übersetzung beschreibt die zur Kraftübertragung verwendeten Teile und deren Ausführung.

Allerdings ist es wichtig, die einzelnen Teile eines Kettensatzes zu kennen. Unter dem Begriff verstehen Zweiradmechaniker die gesamte Antriebseinheit rund um die Kette. Im Prinzip besteht ein Kettensatz aus drei Teilen; der Kette selbst, dem Kettenrad und dem Ritzel.

  • Ritzel: Das Ritzel ist das Zahnrad, welches direkt am Motor angebaut ist und die Kette antreibt. In einem Kettensatz wird das kleinere Zahnrad als Ritzel oder Kettenritzel bezeichnet. Für gewöhnlich ist dieses am Motor montiert und treibt den Kettensatz an.
  • Kettenrad: Der Zahnkranz ist das Zahnrad am Hinterrad deines Mopeds. Das größere Zahnrad in einem Kettensatz ist das Kettenrad. Die Mopedkonstrukteure montieren die Kettenräder am Hinterrad. Dort nimmt das Kettenrad die Kette auf und setzt die so übertragene Kraft um, um das Hinterrad anzutreiben.
  • Kette: Zumeist wird ein Rollkette verwendet. Soll Kraft mittels einer Kette übertragen werden, sind fast immer Rollketten im Einsatz. Die Verbindung der Kettenglieder durch eine Hülse auf einer Rolle ist verschleißarm, weitgehend reißfest, einfach herzustellen und gut zu warten.

Auswirkungen von Änderungen der Zähnezahl

Wird beispielsweise statt eines 16er Ritzels am Getriebeausgang ein 15er Pendant verwendet, ist bei gleicher Geschwindigkeit die Motordrehzahl höher - sinnvoll beispielsweise für Enduros, die vorwiegend im Gelände bewegt werden. Eine Umstellung auf ein 17er Ritzel dagegen würde bei gleicher Geschwindigkeit die Drehzahl verringern - gern eingesetzt bei leistungsgesteigerten Sportmaschinen zur Erhöhung der Endgeschwindigkeit oder bei Tourern, um ein niedriges Drehzahlniveau zu bekommen.

Umgekehrt verhält es sich beim Kettenrad am Hinterrad. Mehr Zähne erhöhen die Motordrehzahl, weniger verringern sie.

Hier eine Übersicht:

  • Kleineres Ritzel oder größeres Kettenrad: Kürzere Übersetzung, verbesserte Beschleunigung.
  • Größeres Ritzel oder kleineres Kettenrad: Längere Übersetzung, höhere Endgeschwindigkeit oder niedrigeres Drehzahlniveau.

Materialien und Bauarten von Ritzeln und Kettenrädern

Ritzel

Bei der Produktion eines Ritzels setzen die Hersteller einen stark kohlenstoffhaltigen Stahl ein, denn Härte ist Priorität. Zudem haben die Entwicklungsingenieure das Design der Ritzel in verschiedenste Richtungen geändert, um zweckgebunden optimalere Lösungen anzubieten.

  • Super-Sport-Ritzel: Sind mit Bohrungen versehen, die für ein leichteres Gewicht bei gleicher Belastbarkeit sorgen.
  • Schlammnutritzel: Sind für den Crosseinsatz bestimmt.
  • Silentritzel: Diese Ritzel weisen beidseitig eine Gummierung auf. Diese dient zur Minimierung des Kettenabrollgeräusches.

Kettenräder

Stahlkettenräder müssen nach dem Ausfräsen nochmals gehärtet werden. Nur so lässt sich ein ausreichender Verschleißschutz erreichen. Das geringe Gewicht und die absolute Präzision beim kalten Aushärten favorisieren das Aluminiumkettenrad.

Obendrein ist im Aluminium Silizium enthalten, was für eine minimale Eigenschmierung sorgt. Duralminium Kettenräder (manchmal auch Stealth-Kettenräder genannt) sind derzeit das Optimum im Kettensatz. Diese Hightech-Kettenräder werden aus Stahl und Duraluminium hergestellt, einem ultraleichten Material, welches in der Raumfahrt verwendet wird. Duralminium besitzt eine Festigkeit, nahe der von Stahl.

Test haben ergeben, dass die Lebenserwartung bei Stealth-Kettenrädern etwa dreifach höher als bei Alukettenrädern ist.

Kettenlänge und Kettenteilung

Zu beachten ist, daß bei Verwendung von größeren oder kleineren Ritzen oder Kettenblättern oft auch die Kettenlänge geändert werden muß, der Einstellbereich der Kettenspanner kann eine Differenz von höchstens ein oder zwei Zähnen überbrücken. Kettenlängen werden in Rollen angegeben. "118" auf der Verkaufsverpackung bedeuten 118 Rollen in geschlossener oder offener Form.

Wichtig bei allen Ketten ist die sogenannte Teilung. An einer Maschine eine andere Kettenteilung zu verwenden, ist in der Regel möglich. Oftmals ist es von Vorteil, eine kleinere Kettenteilung zu nutzen.

Historisch bedingt werden Maße häufig noch in englischem Zoll angegeben, wie beispielsweise 5/8 x ¼ = 520. Die Teilung P beschreibt den Abstand von Bolzenmitte zu Bolzenmitte, während die Breite b1 die Rolle definiert. Basierend auf ihren Maßen erhalten die DID-Motorradketten spezifische Kurzbezeichnungen wie 520, wie in der Tabelle ersichtlich.

Normierung und Hersteller

Die DID Motorradketten und Ketten anderer Hersteller sind einheitlich genormt und bieten dazu normierte Ritzel und Kettenräder, damit diese perfekt zusammenpassen. Diese Normierung (Teilung) ermöglicht eine reibungslose Passform, unabhängig vom Hersteller wie beispielsweise AFAM, JT Sprockets, ESJOT, PBR, Maxum, Renthal, Supersprox, Sunstar und andere, sowie letztendlich OEM Parts (Originalteile).

Die Werbeaussage, dass Komponenten eines Herstellers besser zueinander passen, ist eher eine strategische Werbemaßnahme.

Eintragungspflicht

Wichtiger Hinweis: Eine Änderung der Sekundärübersetzung - die Primärübersetzung spielt sich zwischen Kurbel- und Getriebeeingangswelle ab - ist ohne weiteres nicht erlaubt und auf jeden Fall eintragungspflichtig, da die Übersetzung Bestandteil der Betriebserlaubnis ist. Schließlich hat sie Einfluß auf das Geräuschverhalten und die Endgeschwindigkeit.

HINWEIS: Veränderungen der Übersetzung am Moped müssen in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Die Übersetzung ist Teil der Betriebserlaubnis.

Optimierung der Übersetzung

Jede Maßnahme am Kettensatz ist abhängig davon, welches Ziel du mit der Änderung der Übersetzung an deinem Moped erreichen willst. Um die Endgeschwindigkeit zu optimieren, muss die Übersetzung so konzipiert sein, daß die maximale Leistung des Motors und das erreichen der Höchstgeschwindigkeit zeitlich zusammentreffen. Um die Beschleunigung zu verbessern, wählst du eine kürzere Übersetzung.

Eine maximal lange Übersetzung ist eine gute Idee, wenn du den Kraftstoffverbrauch senken willst. Fährst du viel mit Sozia, lohnt es sich durchaus die Übersetzung am Moped für das Fahren zu zweit anzupassen. Insgesamt muss eh festgestellt werden, dass die meisten Mopeds von den Herstellern eher zu lang übersetzt werden. Die gesetzlichen Bestimmungen und Auflagen in Bezug auf die Fahrzeuggeräusche sind der Grund dafür.

Um eine kürzere Übersetzung zu realisieren, musst du entweder das Ritzel verkleinern oder das Kettenrad vergrößern.

Software zur Berechnung der Übersetzung

Für jeden Fahrer der sich unsicher ist, was er tatsächlich nehmen soll an Zähnezahl vorn und hinten empfehlen wir den GaeringCommander zu benutzen. Nach dem Einstellen des Fahrzeugs, kann mit der Übersetzung gespielt werden und sofort die Auswirkungen ablesen.

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