Laufräder gibt es viele, und welche Ausstattung wichtig ist, wird immer wieder diskutiert. Im Gegensatz zum Kinderfahrrad, bei dem vollkommen klar ist, dass es zwei Bremsen benötigt, kommen Laufräder auch ohne eine Bremse aus. Der Grund: die Kinder bremsen genauso, wie sie „Gas geben“: mit den Füßen am Boden. Bei kleineren Kindern, die nicht so schnell fahren können, ist dies meist ausreichend.
Vorteile einer Bremse am Kinderlaufrad
Trotzdem hat eine Bremse am Kinderlaufrad eigentlich nur Vorteile für dein Kind:
- Sicherheitsgewinn: Eine gute Bremse wird besser und sicherer verzögern als die „Fuß-Bremse“. Dein Kind kann schneller zum Stehen kommen und brenzlige Situationen besser bewältigen. Gerade größere Kinder sind auf ihrem Laufrad ganz schön schnell unterwegs.
- Frühzeitiges Üben: Spätestens mit dem ersten Fahrrad ist es vorbei mit der „Fuß-Bremse“. Es schadet nicht, wenn dein Kind den Umgang schon beim Laufrad geübt hat. Dann klappt der Umstieg auf das erste Fahrrad noch schneller.
Diese Vorteile kommen aber nur zum Tragen, wenn dein Kind die Benutzung der Bremse beherrscht. Wenn die Bremse kaputt ist oder für dein Kind nicht gut zu erreichen ist, bringt sie gar nichts. Im Gegenteil: unter Umständen wird das Kind verwirrt oder abgelenkt.
Nachteile einer Bremse
Nachteile hat die Bremse durch ihr zusätzliches Gewicht und höhere Kosten:
- Ein Lauflernrad mit Bremse muss nicht unbedingt schwerer und teurer sein als eines ohne Bremse. Aber in jedem Fall trägt die Bremse bei beiden einen Teil bei. Ohne die Bremse wäre das selbe Laufrad also in jedem Fall etwas leichter und etwas günstiger. Es muss also das Gesamtpaket betrachtet werden.
- Während ein Laufrad beinahe wartungsfrei ist und nur sehr wenig daran kaputt gehen kann, ist eine Bremse etwas komplizierter. Wie beim Fahrrad auch muss sie von Zeit zu Zeit justiert werden, um zuverlässig zu bremsen. Aber das hängt auch von der Bauart ab.
Welche Laufrad Bremsen gibt es?
Die Technik der Laufräder ist eng verwandt mit der der Fahrräder. Deshalb findet man auch alle dort verwendeten Bremsen-Typen:
- TB: Trommelbremse
- VB: V-Bremse / Felgenbremse
- SB: Scheibenbremse
Trommelbremsen am Laufrad
Rücktrittbremsen sind ja nun beim Kinderlaufrad nicht zu realisieren. Stattdessen wirst du am Laufrad (wie z.B. bei Puky) oft eine sogenannte Trommelbremse finden. Diese sind von ähnlicher Bauart wie Rücktrittbremsen, werden am Laufrad allerdings als Handbremse ausgeführt und bremsen das Hinterrad. Der Vorteil ist, dass diese Bremsen komplett wartungsfrei sind. Die Bremsleistung ist eher gering, am Lauflernrad aber absolut ausreichend.
Ein Beispiel für ein Laufrad mit Trommelbremse ist das beliebte Puky LR 1L Br das es quasi schon ewig unverändert verkauft wird. Mit seinem Stahlrahmen und einem Gewicht von 5 kg ist es nicht sehr zeitgemäß. Deutlich leichter ist das Hudora Laufrad Advanced Alu das weniger als 4 kg wiegt.
So richtig leicht und modern geht es bei den Laufrädern mit Trommelbremse also nicht zu. Das sieht bei den Laufrädern mit V-Bremse ganz anders aus.
V-Brakes am Laufrad
Bei den größeren Modellen mit 12 Zoll Luftreifen gibt es auch die vom normalen Fahrrad bekannten V-Bremsen. Diese haben oft eine höhere Bremswirkung (die am Laufrad aber keine Rolle spielt) und sind leichter als die Trommelbremsen. Sie ermöglichen also ein geringeres Gewicht des Laufrades.
Eine V-Brake findest du zum Beispiel am Hinterrad des Puky LR XL oder am LR ride Br. Auch unser Lieblings-Puky-Laufrad LR Light Br hat eine V-Brake am Hinterrad und das tolle Woom 1 ebenso.
Eigentlich haben alle Laufräder die Bremse am Hinterrad. Das einzige Laufrad mit V-Bremse am Vorderrad ist das Ollo 12. Für das Kokua LIKEaBIKE Jumper gibt es eine V-Bremse zum Nachrüsten am Vorderrad.
Vor Überschlägen mit der Vorderradbremse brauchst du keine Angst zu haben. Die Kinder haben nicht genug Kraft in den Finger um das zu schaffen.
Wer zwei Bremsen für nötig hält der greift zum woom 1 Plus denn das hat gleich zwei V-Bremsen: ein am Hinter- und eine am Vorderrad. Mit den 14 Zoll Reifen ist das 1 Plus natürlich vor allem für größere Kinder gedacht die (aus welchen Gründen auch immer) noch nicht so bald Fahrrad fahren werden.
Tatsächlich gibt es mit dem woom 2 auch ein 14 Zoll Fahrrad in der gleichen Größe das für Kinder ab 3 Jahren geeignet ist. Der wohl einzige Unterschied zwischen den beiden: das woom 2 hat Pedale, das 1 Plus hat ein Trittbrett. 2 Handbremsen haben beide.
Scheibenbremsen am Laufrad
Und dann gibt es tatsächlich auch ein Kinderlaufrad mit Scheibenbremse. Hier sieht man wieder, dass tatsächlich alle Entwicklungen der Großen auch bei den Kleinkindern vorgenommen werden. Und sei es nur für den Papa… Das s’cool PEDEX DIRT war wohl das erste Laufrad mit Scheibenbremse am Hinterrad, wird jetzt aber nicht mehr hergestellt.
Für die Ramones Laufräder von Commencal gibt es eine Scheibenbremse als Zubehör zum Nachrüsten.
Wir sehen hier keine wirklichen Vorteile gegenüber den anderen Bremsen. Ja, Scheibenbremsen bremsen besser als andere. Vor allem sind die nötigen Handkräfte sehr gering. Wirklich relevant am Laufrad ist das aber nicht. Es geht den Herstellern vor allem darum ein Alleinstellungsmerkmal zu haben das man als Kunde mit einem saftigen Aufpreis bezahlen muss.
Tatsächlich sind Scheibenbremsen deutlich anfälliger: ist die Scheibe einmal verbogen (egal ob durch einen Sturz oder ein unachtsames Ablegen des Laufrads) dann hilft nur eine aufwändige Reparatur.
Welche Bremsen sind zu empfehlen?
Jeder der drei Bremsentypen ist prinzipiell für den Einsatz am Kinderlaufrad geeignet. Die Bremsleistung ist bei allen ausreichend. Das sieht man schon daran, dass alle drei auch Verwendung an normalen Fahrrädern finden. Was einen 80 kg schweren Erwachsenen abbremsen kann sollte mit einem 15 kg schweren Kind keine großen Probleme haben.
Ganz schlecht: Laufrad mit Felgenbremse und Felge aus Kunststoff.
Aber natürlich gibt Unterschiede in der Umsetzung und Ergonomie am jeweiligen Laufrad. Felgenbremsen wie die V-Brake vertragen sich gar nicht mit Felgen aus Kunststoff. Diese Kombination wird nie zufriedenstellend funktionieren. Felgenbremse gehören nur an Laufräder mit Felgen aus Metall!
Wichtige Aspekte bei der Auswahl
- Bremshebel: Sehr wichtig ist, dass die Bremshebel für Kinderhände geeignet sind. Der Bremshebel muss sehr nah am Lenker positioniert sein, damit er von kleinen Kinderhänden leicht zu erreichen ist. Bei vielen billigen Laufrädern sieht man Bremshebel die kaum für Kinderhände erreichbar sind. Dann macht ein Bremse am Laufrad natürlich keinen Sinn.
- Einstellbarkeit: Bei den besseren Bremsen gibt es eine kleine Schraube die genutzt werden kann um den Abstand vom Bremshebel zum Lenker und somit an die Handgröße anzupassen.
- Material: Am besten sind Bremshebel aus Metall. Diese findet man aber nur bei den teuren Modellen. Die Kunststoffhebel an den günstigen Laufrädern können die Bremskraft nur schlecht weitergeben da sie zum Verbiegen neigen. Sie geben immer ein wenig nach.
Zuverlässigkeit einer Laufrad Bremse
Die beste Bremse am Laufrad bringt aber leider gar nichts wenn sie nicht richtig eingestellt ist. Hier solltest du bedenken, dass eine Bremse eines der wenigen Teile an einem Laufrad ist das etwas Wartung bedarf um zuverlässig und damit sicher zu funktionieren. Ein Laufrad ohne Bremse ist quasi wartungsfrei. (Bei Laufrädern mit Lufträdern musst du natürlich manchmal die Luftpumpe benutzen.)
Bei einer Bremse ist allerdings für die korrekte Funktion immer eine regelmäßige Kontrolle und Einstellung wichtig. Du solltest wissen wie man die Spannung der Züge einstellt.
Denn, damit die Bremshebel für die kleinen Hände gut zu erreichen sind müssen sie nah am Lenker positioniert sein. Daraus ergibt sich aber auch, dass sie nur einen sehr beschränkten Weg zurücklegen können bevor sie an den Lenker stoßen.
Die Bremse muss so eingestellt werden, dass dieser Weg ausreicht um eine ordentliche Bremsleistung zu erzielen. Gleichzeitig soll aber natürlich auch nichts schleifen wenn der Bremshebel in Ruhestellung ist.
Da ist bei der Einstellung manchmal ein wenig Fingerspitzengefühl nötig. Gerade bei den Felgenbremsen ist im Laufe der Zeit eine Nachjustierung nötig da sich die Bremsgummis bei der Benutzung abnutzen.
Wenn dir das jetzt zu kompliziert klingt, dann würden wir zu einem Laufrad mit Trommelbremse raten. Denn die brauchen im Vergleich zu Felgenbremsen tatsächlich weniger Wartung. Aber auch in der Fahrradwerkstatt kann dir geholfen werden.
Die Bremsen solltest du beim Kauf eines gebrauchten Laufrades unbedingt testen. Oft sind diese nicht gewartet worden und funktionieren dann - je nach Alter des Laufrades - nicht mehr zuverlässig.
Traust du dir die Wartung selbst nicht zu, dann lass lieber die Finger von solch einem gebrauchten Laufrad und nimm entweder eines mit funktionierender Bremse oder eines ganz ohne Bremse.
Denn keine Bremse am Laufrad ist immer noch besser als eine nicht funktionierende. Das Angebot am Gebrauchtmark z.B. auf ebay oder anderen Kleinanzeigen ist ja groß genug.
Empfehlungen zu Laufrad Bremsen
Also, welches Laufrad solltest du für dein Kind kaufen? Unsere Empfehlungen und Erfahrungen würden wir so zusammenfassen:
- Eine Bremse am Laufrad macht nur Sinn, wenn sie gut funktioniert
- Alle Bremstypen funktionieren prinzipiell am Laufrad
- Felgenbremsen niemals auf Kunstofffelgen verwenden!
- Trommelbremsen sind wartungsarm und funktionieren über längere Zeit zuverlässig
- Bei einem Gebrauchtrad unbedingt die Bremsen prüfen
- Im Zweifelsfall lieber keine Bremse als eine die nur schlecht funktioniert
Die Kinder werden sich so oder so auf die „Fußbremse“ verlassen. Und das ist auch gut so, denn diese Reflexbremse gibt ihnen eine großes Maß an Sicherheit.
- An Laufrädern für kleine Kinder stört eine Bremse mehr als dass sie hilft
- An einem Laufrad für Kinder ab 3 Jahren kann eine Bremse Sinn machen, wirklich nötig ist sie aber nicht
Unsere Kinder haben sowohl Laufräder mit Bremse als auch Laufräder ohne Bremse genutzt und so beides getestet.
Erst ab dem dritten Geburtstag waren sie in der Lage die Bremse wirklich bewusst und dosiert einzusetzen. Dann hatten sie aber auch schnell viel Spaß daran.
Beim Umstieg auf das erste Fahrrad (ohne Rücktrittbremse) fiel ihnen das Bremsen dann recht leicht. Wobei das reflexartige Bremsen mit den Füßen nur recht langsam verschwand.
Die besten Laufräder mit Bremse
Die passende Größe ist am wichtigsten bei der Auswahl des besten Laufrads für dein Kind. Wir unterteilen hier zwar nach Alter, relevant ist aber die Beinlänge des Kindes. Denn die muss zur Sattelhöhe des Laufrads passen.
Für Kinder ab 1,5 Jahren
In unserer Kategorie 2 passender Laufräder für Eineinhalbjährige ist die Auswahl an Rädern mit Bremse dünn. Das kommt daher, dass in dieser Größe ein Laufrad möglichst klein und leicht sein sollte. Außerdem können Kinder in diesem Alter noch nicht mit einer Bremse umgehen. Sie Bremsen mit den Füßen und das klappt auch ganz wunderbar.
Das kleinste Laufrad mit Bremse ist wohl das frog bikes Tadpole mini. Mit 10 Zoll Luftreifen passt es für Kinder mit einer Innenbeinlänge ab 24 cm. Das haben manchen Kinder schon mit einem Alter von 12-18 Monaten. Damit hat das britische mini Laufrad gleich mehrere Rekorde: das kleinste Laufrad mit Bremse und das einzige 10 Laufrad mit Luftreifen vereint. Großen Kinder wird es aber bald zu klein.
Auch das woom 1 passt bereits für kleine Kinder. Das beliebte Laufrad von dem Wiener Hersteller bietet alles was ein Laufrad braucht: mit 12 Zoll Lufträdern und einer V-Brake am Hinterrad ist es bestens für größere Kinder geeignet. Der innovative Alu-Rahmen erlaubt aber auch eine sehr niedrige Sattelhöhe und ist so leicht, dass auch kleine Kinder gut mit dem Laufrad zurechtkommen. Tatsächlich ist es sogar leichter als das 10 Zoll frog bikes Laufrad.
Wenn du nur ein Laufrad für dein Kind kaufen möchtest das bis zum ersten Fahrrad reicht, dann ist das woom 1 die beste Wahl!
Für Kinder ab 2 Jahren
Für größere Kinder (Kategorie 3: für Zweijährige) ist die Auswahl an Laufrädern mit Bremse größer.
Hier finden sich auch bekannte Puky Laufräder wie das klassische LR 1L Br mit Trommelbremse. Aber auch das viel leichtere und modernere LR Light Br mit V-Bremse ist hier zu finden.
Das LR 1L BR ist seit Jahren bewährt, mit seinem robusten Stahlrahmen aber sehr schwer. Das LR Light ist viel moderner und mit dem schicken Alurahmen um einiges leichter. Das macht sich aber auch im Preis bemerkbar.
Das LR Light gibt es in verschiedenen Varianten von Puky. Das LR Ride BR ist ein LR Light mit Hinterradfederung. Das LR Trail ein LR Light als Mountainbike mit Fußstütze und dicken Reifen. Das LR Trail Pro hat zusätzlich die Federung des LR Ride.
Das woom ist wie gesagt auch für dieses Alter super. Ist aber auch das teuerste. Wir finden, dass das LR Light Br nicht nur das beste Puky Laufrad ist sondern auch eine Alternative zum woom ist. Natürlich ist das Gewicht höher als beim woom. Der Preis ist aber auch niedriger.
Für dreijährige und ältere Kinder
Wenn die Kleinen 3 Jahre alt sind können sie so richtig von einer Bremse profitieren. In diesem Alter ist die Bedienung gut zu erlernen und wenn sie beim Laufrad verstanden haben wie die Bremse funktioniert ist der Umstieg auf das erste richtige Fahrrad kein großes Problem.
Denn mit 3 Jahren gibt es schon viele passende Kinderfahrräder. Beim Fahrrad funktioniert das Bremsen mit den Füßen nicht so gut weil der Sattel höher sein muss um die Pedale gut zu erreichen. Da schadet es nicht, wenn die Kleinen das Bremsen bereits am Laufrad geübt haben.
Für dreijährige Kinder (Kategorie 4: für Kinder ab 3 Jahren) gibt es deshalb viele Laufräder mit Bremse. Sehr bekannt ist das Puky LR XL. Mit Luftreifen und Bremse ist es gut für dieses Alter ausgestattet. Da es aber 5 kg wiegt würden wir es selbst Dreijährigen nicht unbedingt empfehlen. Es sei denn du stehts auf die retro Variante LR XL Classic.
Besser weil leichter ist das LR Ride BR, es wiegt ein Kilo weniger und hat außerdem eine Federung am Hinterrad. Oder das Woom 1 Plus. Aber das ist nicht ganz günstig und lohnt sich wohl nur wenn du dir sicher bist, dass dein Kind nicht in wenigen Wochen vom ersten Fahrrad träu...
Laufrad mit Bremse, ja oder nein?
Eine oft diskutierte Frage, sollte ein Laufrad eine Bremse haben, oder nicht? Es gibt einige Laufräder mit Bremse auf dem Markt. Vor allem bei den größeren Laufrädern gibt es eine große Auswahl an Modellen mit Bremse. Doch macht eine Bremse am Laufrad überhaupt Sinn? Was sind die Vorteile? Gibt es Nachteile? Wir helfen bei der Auswahl des besten Laufrads für dein Kind!
Vorteile einer Bremse am Laufrad
Natürlich kann eine gute Bremse am Kinderlaufrad ein Plus für die Verkehrssicherheit sein. Wenn das Kind in einer Gefahrensituation besser bremsen kann ist dies sehr wünschenswert.
Dafür spricht auch, dass eine Handbremse am Laufrad bereits das Bremsen am Fahrrad vorbereiten kann und somit ein schnellerer und sicherer Umstieg erfolgen wird. Dies kann also eher als eine Investition in die Zukunft betrachtet werden.
Eher psychologischer Natur ist sicherlich auch der Aspekt der Beruhigung der Eltern. Nur durch das bloße Vorhandensein einer Bremse haben viele Eltern ein größeres Vertrauen in die Verkehrssicherheit wenn der Nachwuchs auf dem Laufrad unterwegs ist.
Nachteile einer Bremse am Laufrad
Allerdings gibt es auch einige Gegenargumente.
- Die Kleinsten können mit der Bremse überfordert sein und zum Bremsen immer die Füße benutzen. Nicht nur weil sie diese eh schon auf dem Boden haben sondern auch weil diese Bremsmethode ein höhere Stabilität und Sicherheitsgefühl vermittelt.
- Erst größere Kinder, dann am besten auf einem 12 Zoll Laufrad mit Lufträdern, bekommen ein Gefühl für das Rollen und genießen es für längere Zeit die Füße hoch zunehmen und ohne Bodenkontakt zu gleiten.
- Ab diesem Zeitpunkt könnten sie Spaß an einer Bremse haben - zu beobachten ist ihre Benutzung aber sehr selten. Zu naheliegend ist es für die Kinder weiterhing mit der Fußbremse zum Stehen zu kommen. So wie sie sich in Gang gebracht haben wird die Fahrt auch wieder abgebremst. Da gibt es keine naheliegender Form der Bremse.
Eine Bremse am Laufrad bedeutet auch immer ein höheres Gewicht und höhere Kosten. Eine einfaches Laufrad ohne Bremse kann daher für kleine Kinder die gerade erst das Laufradfahren lernen die bessere Wahl sein.
Unsere Erfahrungen
Unsere Kinder haben verschieden Laufräder mit Bremse und ohne Bremse gehabt und somit beides ausführlich getestet.
Unserer Erfahrung nach macht eine Bremse am Kinderlaufrad tatsächlich erst bei größeren Kindern Sinn. Ab einem Alter von 3 Jahren konnten unsere Kinder eine Bremse bedienen und haben auch viel Spaß daran gehabt Bremsspuren auf Sandwegen zu hinterlassen und bergab zu rollen und mit der Bremse die Geschwindigkeit zu kontrollieren.
Allerdings hat keines unserer Kinder die Handbremse als Hauptbremse benutzt. Das heißt, dass sie in Situationen in denen sie Bremsen mussten instinktiv immer mit der Fußbremse gebremst haben.
Die Handbremse war zum Spaß, die Fußbremse für den Ernstfall zur Sicherung der Verkehrssicherheit und zur Notbremsung.
Im täglichen Gebrauch haben wir die Bremse nie vermisst.
Spezielle Situationen
Es gibt nur einer Situation wo es einen echten Vorteil für ein Laufrad mit Bremse gibt: wenn es längere Strecken bergab geht. Die Fußbremse funktioniert sehr gut um möglichst schnell zum Stehen zu kommen. Aber leider lässt sie sich recht schlecht dosieren.
Wenn es recht steil bergab geht haben Kinder oft Schwierigkeiten das Tempo wie gewünscht zu regulieren. Entweder das Tempo wird zu groß oder sie Bremsen bis zu Stillstand ab. Dazwischen gibt es kaum Möglichkeiten. Hier hat eine Bremse am Laufrad den Vorteil, dass sie sich viel besser dosieren lässt. Das verlangt aber natürlich einiges an Übung und ist nichts was ein Anfänger sofort beherrschen kann.
Und (wenn sie denn benutzt wird) hat die Bremse natürlich auch positive Auswirkungen auf die Abnutzung der Schuhe der Kleinen, die leiden durch die Fußbremse extrem, besonders wenn mit den Fußspitzen anstatt der Sohlen gebremst wird. Da musst du konsequent anleiten sonst kannst du innerhalb weniger Wochen neue Schuhe kaufen da die Spitzen durch gebremst sind.
Vorbereitung auf das Fahrrad
Tatsächlich ist etwas dran am Argument der Vorbereitung auf das erste Fahrrad. Egal wie leicht der Umstieg auf das Fahrrad unseren Kinder auch gefallen ist, das Bremsen war in der ersten Zeit immer ein Problem.
Insgesamt verhalten sich die Kinder zu Beginn des Fahrradfahrens wie sie es von ihrem Laufrad gewohnt sind. Da wird beim Anfahren die ersten paar Meter gelaufen wie mit dem Laufrad und erst dann werden die Füße auf die Pedale gestellt. Ähnlich beim Bremsen: da werden reflexartig die Füße auf den Boden gestellt - zu sehr verinnerlicht haben sie das Bremsen mit den Füßen.
Dummerweise ist diese Bremse beim Fahrrad durch die größere Sattelhöhe nicht sehr effektiv: die Füße reichen gerade nur so bis zu Boden und die Pedale sind im Weg.
Es hat einige Zeit gedauert bis das richtige Bremse auf dem Fahrrad erlernt wurde. Sicherlich kann hier eine Bremse am Laufrad helfen das richtige Verhalten bereits vorher zu üben und somit den Übergang zum Fahrrad unkomplizierter zu gestalten.
Empfehlung
Natürlich könnte man jetzt schlussfolgern: Bremse ja oder nein am Laufrad ist egal. Bedenken solltest du allerdings, dass jedes zusätzliche Extra am Laufrad auch zusätzliches Gewicht bedeutet. Schwerere Laufräder aber sind auch immer schwieriger zu handhaben und zu beherrschen. Dies kann nicht nur Auswirkung auf den Spaß haben, sondern auch auf die sichere Beherrschung von Gefahrensituationen.
Schau dir dazu auch unseren Artikel über leichte Laufräder an. Ein geringes Gewicht ist immer zu bevorzugen!
Außerdem kostet eine Bremse natürlich Geld welches eventuell an anderer Stelle am Laufrad eingespart werden muss oder den Gesamtpreis in die Höhe treibt.
Es muss unbedingt auf eine hochwertige Bremsanlage geachtet werden. Lieber keine Bremse als eine die nur schlecht oder gar nicht funktioniert. Zu empfehlen sind hier Trommelbremsen am Hinterrad die völlig Wartungsfrei und kräftig genug sind. Auch Felgenbremsen sind im Zusammenspiel mit Alufelgen an Speichenrädern sehr gut geeignet. Die Verwendung an Kunstofffelgen erlaubt aber keine zuverlässige Bremswirkung.
In der Luxusklasse sind auch Scheibenbremsen zu finden. Brauchen tut dies sicher kein Kind, aber den Papa mag es freuen.
Zusammenfassung
Zusammenfassend kann man also sagen:
- Pro
- Sicherheitsgewinn
- Vorbereitung auf das Fahrradfahren
- Spaßgewinn für die Größeren
- Contra
- Höheres Gewicht
- Höhere Kosten
- Oft mindere Qualität ohne ausreichende Bremswirkung durch Kinderhände
- Von den kleineren nicht zu beherrschen
Eine Bremse am Laufrad macht also vor allem bei Laufrädern für größere Kinder Sinn. Dann können sie die Bremse benutzen und der Zugewinn an Spaß und Sicherheit sowie der Lerneffekt fürs Fahrrad treten in den Vordergrund.
Für kleinere Kinder ist ein Laufrad ohne Bremse einfacher zu benutzen, sie sind weniger abgelenkt und sie werden nicht durch das höhere Gewicht belastet.
Tatsächlich gibt bei den Laufrädern mit Bremse viele Modelle mit 12 Zoll Luftreifen. Aber kein Laufrad mit 8 Zoll ist mit Bremse verfügbar. Das kleinste Modell mit Bremse ist das frogbikes Tadpole mini das als einziges 10 Zoll Laufrad eine Bremse hat.
Wir empfehlen dir vor allem auf die richtige Größe des Laufrads zu achten. Es muss deinem Kind einfach perfekt passen. Hilfe bei der Auswahl findest du in unserem Alters-Ratgeber. Ob das Laufrad dann eine Bremse hat oder nicht, kann bei deiner Entscheidung zweitrangig sein.
Bremse zum Nachrüsten
Interessant wäre in diesem Zusammenhang ein Laufrad bei dem sich die Bremse nachrüsten lässt. Und tatsächlich gibt es für das Kokua LIKEaBIKE jumper eine Bremse zum Nachrüsten. Damit lässt sich dann das Laufrad an die sich ändernden Anforderung der Kinder anpassen.
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