Viele stolze Besitzer eines Oldtimer-Motorrads denken darüber nach, ihrem Schmuckstück mit einem H-Kennzeichen den letzten Schliff zu verpassen. Denn das H-Kennzeichen ist am Motorrad nicht nur ein Hingucker, sondern kann auch Vorteile mit sich bringen.
Was ist ein Oldtimer-Motorrad?
Grundsätzlich kann ein historisches Fahrzeug erst ab 30 Jahren nach der Erstzulassung offiziell als ein Oldtimer gelten. Ein guter Allgemeinzustand ist ebenfalls Pflicht. Zudem muss das Fahrzeug weitestgehend im Originalzustand sein. Hingeschaut wird auch bei Reparaturen, die über die Jahre vorgenommen wurden. Bei ausgetauschten Teilen sollte es sich um Originalteile handeln. War dies nicht möglich, sollten die betreffenden Teile wenigstens originalgetreue Nachbauten oder zeitgenössische Teile sein. Auch diese müssen mindestens 30 Jahre alt sein.
Der Unterschied zwischen einem Oldtimer und einem Youngtimer liegt hauptsächlich im Alter und dem historischen Wert des Fahrzeugs. Im Gegensatz dazu ist ein Youngtimer ein jüngeres Fahrzeug, meist zwischen 20 und 30 Jahre alt.
Voraussetzungen für ein H-Kennzeichen
Wenn Sie ein H-Kennzeichen für Ihr Motorrad haben wollen, müssen Sie zunächst nachweisen, dass es sich bei Ihrem Exemplar um ein schützenswertes kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut handelt.
Ob alle Grundvoraussetzungen für das H-Kennzeichen am Motorrad erfüllt werden, prüft der Gutachter. Der TÜV oder die DEKRA fertigt ein Gutachten nach Paragraf 23 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) an. Abgesehen von den obigen Bedingungen benötigen Sie noch einen Nachweis über die bestandene Hauptuntersuchung.
Bitte beachten Sie, dass Sie Ihr Motorrad, auch wenn es mit einem historischen Kennzeichen versehen ist, regelmäßig zur Hauptuntersuchung bringen müssen. Für Motorräder, deren Erstzulassung nach dem 1. Januar 1989 liegt, ist im Rahmen der Untersuchung zudem eine Abgasuntersuchung (AU) vorgeschrieben.
Das Gutachten gilt nicht für immer. Bei der nächsten regulären HU-Untersuchung wird der Zustand des Motorrads erneut geprüft.
Kosten für die H-Zulassung
Wenn Sie Ihr Motorrad mit einem Oldtimer-Kennzeichen versehen wollen, ist das mit Kosten verbunden. Am stärksten schlägt die Anfertigung des Gutachtens zu Buche - mit Kosten zwischen 150 und 500 Euro. Eine HU-Untersuchung kostet ca. 65 bis 75 Euro. Die Anmeldegebühr beträgt ca. 40 Euro, die Prägung neuer Kennzeichen ca.
Vorteile eines H-Kennzeichens für Motorräder
Ein H-Kennzeichen am Motorrad kann unter Umständen Vorteile haben. Hat das Motorrad ein H-Kennzeichen, fällt eine Steuer in Höhe von 46,02 € jährlich an. Die Steuer für Motorrad-Oldtimer gilt bundesweit einheitlich. Hubraum und CO2-Ausstoß spielen bei der Berechnung der Steuer für ein Motorrad mit H-Kennzeichen keine Rolle. Ohne H-Kennzeichen am Motorrad beträgt die Steuer regulär je angefangene 25 Kubikzentimeter (ccm) Hubraum 1,84 €. In Innenstädten darf ein Auto mit H-Zulassung ohne Umweltplakette fahren. Hat Ihr Oldtimer-Motorrad ein H-Kennzeichen, ist die Versicherung unter Umständen deutlich günstiger. Es gibt nicht besonders viele Vorteile von einem H-Kennzeichen am Motorrad - Nachteile allerdings auch nicht.
Ob sich ein Motorrad-H-Kennzeichen lohnt, kommt auf den Hubraum des Zweirads an. Erst bei Oldtimer-Motorrädern mit mehr als 625 Kubikzentimetern (ccm) Hubraum sparen Sie Kfz-Steuer.
Mit einem H-Kennzeichen gilt für Motorräder pauschal eine jährliche Kfz-Steuer von 46,02€. Damit unterscheidet sich der Steuersatz nicht stark zum Steuersatz der Motorräder ohne H-Zulassung. Allerdings kann die Versicherungsprämie günstiger ausfallen.
Nachteile eines H-Kennzeichens
Direkte Nachteile von einer H-Zulassung haben Sie nicht. Der bürokratische Aufwand und die Kosten, die damit verbunden sind, könnten als Nachteil angesehen werden.
Was ist bei der Instandhaltung zu beachten?
Für Motorrad-Fahrer mit H-Kennzeichen gelten keine besonderen Verbote. Allerdings müssen Sie gewisse Vorgaben bei der Instandhaltung einhalten, um den Status eines Oldtimers und damit die Berechtigung für eine H-Zulassung nicht wieder zu verlieren.
Oldtimer-Versicherung für Motorräder
Für Ihr historisches Kraftrad erhalten Sie bei der Allianz eine Motorrad-Oldtimer-Versicherung. Der Abschluss ist schnell und einfach online möglich.
Bitte berücksichtigen Sie, dass Sie für den Abschluss einer Versicherung für Oldtimer-Motorräder das Gutachten gemäß § 23 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) benötigen.
Motorrad-Haftpflicht schreibt der Gesetzgeber für jedes Oldtimer-Motorrad vor. Die Haftpflicht fürs Oldtimer-Motorrad leistet Schadensersatz, wenn Sie mit dem historischen Kraftrad andere Personen verletzen oder fremdes Eigentum beschädigen. Auch Vermögensschäden sind abgedeckt.
Teilkasko fürs Motorrad lohnt sich, wenn Sie die Maschine regelmäßig im Straßenverkehr bewegen. Die Versicherung übernimmt Schäden, die durch äußere Einflüsse am Motorrad mit H-Kennzeichen entstehen. Dazu gehören unter anderem Schäden durch Brand, Kurzschluss, Naturgewalten (z. B. Hagel, Blitz, Lawine) und Tiere (z. B. Wildunfall).
Vollkasko fürs Motorrad lohnt sich für wertvolle Oldtimer-Maschinen und seltene Sammlerstücke.
Zusatzleistungen der Allianz Oldtimer-Motorradversicherung:
- Erweiterter Teilkaskoschutz: Vandalismusschäden an Ihrem Motorrad mit H-Kennzeichen sind über die Teilkasko versichert.
- Keine Rückstufung im Schadensfall: Verursachen Sie mit Ihrem H-Kennzeichen-Motorrad einen Haftpflicht- oder Vollkaskoschaden, stuft die Allianz Sie nicht in der Motorrad-Schadenfreiheitsklasse zurück. Sprich: Der Beitrag Ihrer Oldtimer-Motorrad-Versicherung bleibt unverändert.
- Garagenversicherung als Zusatzleistung: Bei der Allianz ergänzen Sie die Versicherung für Ihr Oldtimer-Motorrad nach Wunsch mit dem Baustein Garagenversicherung. Damit ist Ihr abgemeldetes Oldtimer-Zweirad abgesichert, wenn es zur Restauration in einer Garage untergebracht ist.
Eine Oldtimer-Motorradversicherung ist auch abschließbar, wenn Umbauten am Zweirad erfolgt sind. Voraussetzung ist, dass die Veränderungen zeitgenössisch sind. Das heißt: Sie erfolgten in den ersten zehn Jahren der Zulassung oder sind typisch für diesen Zeitraum.
Oldtimer-Moped-Versicherung
In der Regel ist der Abschluss einer Oldtimer-Moped-Versicherung nicht empfehlenswert. Kleinkrafträder bis 50 ccm sind zulassungsfrei und nicht steuerpflichtig. Deswegen bringt ein Oldtimer-Moped-Kennzeichen keine Kostenersparnis. Die meisten Halter schließen statt einer Oldtimer-Moped-Versicherung eine reguläre Moped- oder Roller-Versicherung für ihr altes Moped ab.
Grundsätzlich ist es möglich, für historische Kleinkrafträder eine Moped- oder Mofa-Oldtimer-Versicherung abzuschließen. Vorausgesetzt, Sie haben das Moped mit Oldtimer-Kennzeichen zugelassen. Für wertvolle Kleinkrafträder ab 30 Jahren, die Sie nicht mehr nutzen, kann sich beispielsweise eine Oldtimer-Moped-Versicherung mit Garagenversicherung lohnen.
Meist sind Mofas, Mopeds und andere Kleinkrafträder bis 50 ccm Hubraum mit einer regulären Moped- oder Rollerversicherung ausreichend geschützt. Sie erhalten kein Moped-Oldtimer-Kennzeichen, sondern ein Versicherungskennzeichen.
Kfz-Steuer für Motorräder ohne H-Kennzeichen
Gemäß § 3 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes müssen jene Fahrzeuge nicht besteuert werden, welche vom Zulassungsverfahren ausgenommen werden. Es fallen also keine Steuern für ein Motorrad mit 125 ccm oder weniger Hubraum an.
Es wird deutlich: Alle Krafträder, welche nicht als Leichtkrafträder gelten, müssen Steuern bezahlen. Haben Sie beispielsweise eine 125er-Maschine mit einer Nennleistung von 15 kW, müssen Sie eine Steuer entrichten.
Eine Sonderregelung gilt bei Berechnung der Kfz-Steuer für ein Motorrad mit genau 125 ccm Hubraum.
Für die Festsetzung der Kraftfahrzeugsteuer ist der Zoll zuständig. Wenn Sie Ihr Motorrad anmelden, übermittelt die Zulassungsbehörde der Zollverwaltung alle Daten, die für die Besteuerung des Kfz relevant sind. Auf dieser Grundlage erstellt der Zoll einen Steuerbescheid, in dem Höhe und Fälligkeit der Motorradsteuer festgesetzt sind.
Wichtig: Die Steuerfestsetzung ist unbefristet. Die Steuer für Ihr Motorrad bucht die Zollverwaltung regelmäßig für ein Jahr im Voraus von Ihrem Bankkonto ab. Bei der Fahrzeugzulassung geben Sie deswegen ein SEPA-Lastschriftmandat zur Abbuchung der Kraftfahrzeugsteuer bei der Zulassungsbehörde oder über deren Online-Portal ab. So können Sie die termingerechte Zahlung der Motorradsteuer nicht versäumen.
Wenn Sie Ihr Motorrad abmelden, endet Ihre Kfz-Steuerpflicht. Die Zulassungsbehörde übermittelt alle erforderlichen Daten an die Zollverwaltung. Sie brauchen nichts weiter zu tun.
Saisonkennzeichen für Oldtimer-Motorräder
Das sogenannte Historien-Kennzeichen (H-Kennzeichen) für Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre als sind, kann seit 2017 auch mit einem Saison-Kennzeichen kombiniert werden. Für Oldtimer muss damit nicht mehr die volle Kfz-Steuer von pauschal 191,73 Euro pro Jahr bezahlt werden.
Die Neuregelung nutzt all jenen, die ihr Liebhaberstück nur eine bestimmte Zeit im Jahr nutzen wollen. Bei einem H-Kennzeichen mit Saisonzulassung wird die Kfz-Steuer nur noch für die angemeldeten Monate erhoben. Eine Zulassung von März bis Oktober kostet beispielsweise nur noch 127,82 Euro an Steuern.
Möchten Sie einen anderen Saisonzeitraum für Ihr Motorrad festlegen, stellen Sie bei der Zulassungsbehörde einen Antrag auf Zuteilung eines neuen Saisonkennzeichens mit anderem Zeitraum.
Steuerliche Aspekte für Selbstständige
Selbstständige können unter Umständen ihren Oldtimer als Dienstwagen nutzen und sparen bei der Ein-Prozent-Regelung Steuern für die private Nutzung.
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