Abrupt im Nichts endende Radwege, dicht fließender Verkehr, wenig umsichtige Automobilisten oder ein schlechter Straßenbelag: Faktoren, die das Radfahren in der Stadt immer wieder durchaus zu einer Herausforderung machen, das Sturzrisiko selbst für routinierte Fahrer erhöhen können. Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten.
Darauf weist die Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hin. Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden. Das haben bereits verschiedene Studien und Untersuchungen belegt. Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Fahrradhelm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde.
Sicherheit und Normen
Fahrradhelme, die in der EU verkauft werden, müssen den Anforderungen der DIN EN Norm 1078 entsprechen. Alle Helme in unserem Test erfüllen diese Norm. Wer noch mehr Wert auf Sicherheit legt, kann beim Kauf nach der Norm NTA 8776 Ausschau halten. Die niederländische Zertifizierung NTA 8776 kennzeichnet also Fahrradhelme, die für die bis zu 45 km/h unterstützenden S-Pedelecs zugelassen sind. Dazu müssen die Helme im entsprechenden Labortest höheren Aufprallgeschwindigkeiten problemlos standhalten respektive die dabei entstehende Aufprallenergie in höherem Maße dämpfen, als dies bei einem „normalen“ Radhelm (konform zur Norm EN 1078) der Fall ist.
Einige Helme wollen durch das sogenannte Multi-directional impact protection system (Mips) mehr Sicherheit bieten. Hier ist an der Innenseite des Helms eine Schale aus Kunststoff abgebracht, die sich unabhängig von der Schale bewegen kann. So sollen Rotationskräfte abgefangen werden, die während eines Aufpralls aufs Gehirn wirken.
Helmtypen und Einsatzbereiche
Helme, wie die Modelle von Fischer, Uvex, Cratoni, Urge, Bell und Alpina setzen den Fokus auf geringes Gewicht und beste Belüftung. Qualitäten, die sie für den Einsatz auf der flotten morgendlichen Pendlerstrecke - bei der womöglich sogar ein paar schweißtreibende Höhenmeter überwunden sein wollen - prädestinieren. Zusätzlich lassen sich die erwähnten, sportiv gestylten Stadthelme locker mal bei der Rennrad- oder Gravel-Ausfahrt nutzen. Auf der anderen Seite des Testspektrums finden sich optisch gern etwas muskulösere, nochmals stabilere Fahrradhelme wie Bontragers Charge WaveCel oder Lazers Urbanize NTA. Sie lassen sich natürlich auf dem rein muskelbetriebenen Rad tragen; ihre massivere Konstruktion ist zudem aber mit der Norm NTA 8776 zertifiziert - und damit für das Fahren auch mit schnellen S-Pedelecs freigegeben.
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Fahrradhelmen: Softshell-, Hardshell- und Microshell-Helme.
- Softshell-Helme: Softshell-Helme sind besonders leicht, da sie lediglich aus einer Schale aus Hartschaumstoff bestehen. Sie sind eine sehr preisgünstige Variante. Allerdings können diese Helme nur bedingt den Aufprall abfedern. Experten raten oft von Softshell-Helmen ab.
- Hardshell-Helme: Robuster als die Weichschalen-Variante aber auch deutlich schwerer. Hardshell-Helme kommen meist im Downhill-Bereich zum Einsatz. Sie bestehen aus hartem Kunststoff.
- Microshell-Helme: Ein harter Schaumstoffkern überzogen mit Kunststoff macht den Helm effektiv, da Stöße gut abgefedert werden. Deshalb erfreuten sich Microshell-Helme besonderer Beliebtheit und sind weit verbreitet. Sie sind meistens leichter als Hardshell-Helme.
Kinderhelme
Speziell für Kinder gibt es Fullface-Helme mit Kinnschutz, die beim Mountainbiken oder Skaten zusätzlichen Schutz bieten. Bei Kinder-Integralhelmen steht Sicherheit im Vordergrund.
Praktisch: Moderne Modelle lassen sich durch wenige Handgriffe vom Fullface-Helm mit Kinnschutz zu einem Open-Face-Helm ähnlich des „normalen“ Fahrradhelms umbauen.
Die Sicherheit der Kinder auf dem Fahrrad ist das wichtigste. Deshalb darf man in puncto Materialqualität und Stabilität bei Kinderhelmen auch keine Kompromisse eingehen. Einige online angebotene Helme sehen zwar so schick wie richtige MTB-Helme aus, verfügen aber nicht über die Sicherheitskomponenten und Technologien, um einen Sturz wirklich abzufedern. Vor allem minderwertige Hartschaum-Materialien, schwache Halterungen der Innenpolster oder des Kinnschutzes stellen hier Risiken dar, die es zu vermeiden gilt.
Checkliste für Kinder-Fullface-Helme
- Größe: Ein Fullface-Helm muss genau passen, um optimalen Schutz zu bieten. Er sollte fest sitzen, also weder drücken noch rutschen. Am besten den Kopfumfang des Kindes an der breitesten Stelle über den Ohren messen und mit den Größentabellen der Hersteller vergleichen. Auch die richtige Positionierung ist wichtig, um Stirn und Hinterkopf gleichermaßen zu schützen.
- Gewicht: Ein leichter Integralhelm verringert die Belastung für Nacken und Schultern der Kinder, besonders bei längeren Fahrten. Idealerweise wiegt der Helm nicht mehr als 1.000 bis 1.200 Gramm. Das erreichen Hersteller, indem sie auf Materialien wie Polycarbonat oder Verbundwerkstoffe bestehen.
- Belüftung: Unter dem Fullface-Helm sollten Kinder nicht viel schwitzen und keinesfalls im Sommer überhitzen. Daher sind Belüftungsöffnungen an der Oberseite oder am Hinterkopf so wichtig. Diese Öffnungen müssen so gestaltet sein, dass sie auch bei langsamer Fahrt oder im Stillstand eine effiziente Luftzirkulation ermöglichen. Hochwertige Helme verfügen zudem über ein System, bei dem die Lüftung an das Wetter angepasst werden kann.
- Sicherheit: Gute Fahrradhelme, ob Fullface oder Open-Face, erfüllen alle geltenden Sicherheitsstandards wie z.B. die Norm EN 1078 in Europa. Ein derartiges Zertifikat weist darauf hin, dass der Kinderhelm strenge Sicherheitstests bestanden hat. Zusätzliche Sicherheitsmerkmale wie MIPS (Multi-Directional Impact Protection System) können zusätzlichen Schutz bei Stürzen bieten, indem sie die Rotationskräfte bei einem Aufprall reduzieren.
- Design: Auch wenn es im Vergleich mit den anderen Punkten zweitrangig erscheint, darf man nicht unterschätzen, wie wichtig die richtige Farbe oder der Look des Kinderhelms ist. Am besten gleich mit den Kindern gemeinsam aussuchen. Denn nur Helme, die gefallen, werden gerne getragen.
Tragekomfort und Anpassung
Essentiell für den Tragekomfort eines Helms ist dessen optimale Anpassbarkeit an den eigenen Kopf. Hilfreich ist es daher, wenn der Wunschhelm in möglichst vielen Größen verfügbar ist, die ein breites Größenspektrum abdecken. Auf den eigenen Kopfumfang justiert man (fast) alle Helme per Verstellrad am Nackenhalter. Die Ausnahme stellt der HJC dar, dessen Nackenhalter sich automatisch an den Träger anpasst. Eine praktikable, weil gut funktionierende Alternative. Vorteilhaft ist eine Höhenverstellung im Nacken: Über sie passt man das Justagesystem der eigenen Kopfform an. Ein den Tragekomfort tendenziell erhöhender Pluspunkt, mit dem die Fahrradhelme von Electra, Bontrager, Lazer, Uvex, Alpina, Ked und Rudy Project aufwarten.
Sichere Ausrichtung und finale Fixierung des Helms mittels Y-Riemen unterm Ohr und Gurtband gelangen bei allen Modellen sehr gut und fix. Ein Pluspunkt sind fixierbare Y-Riemen, die sich in ihrer Position nicht verstellen können. Vorfixierte und nicht variable Y-Riemen finden sich am HJC. Stichwort Gurtband und Verschluss: Auch, wenn die immer noch häufig eingesetzten Klickverschlüsse tadellos funktionieren, bleibt festzuhalten, dass Fidlock-Magnetverschlüsse verblüffend leichtgängig schließen.
Eine wichtige Einflussgröße für den Tragekomfort eines City/Urban-Helmes bilden großflächige, qualitativ hochwertige Polster, wie sie etwa Ked, Bontrager oder Cratoni verbauen. Sie allein sind indes noch keine Garanten für besten Tragekomfort: Über diesen entscheidet letztlich ganz stark eine, von möglichst vielen Fahrern als gelungen empfundene, Passform. Ein Umstand, dem auch beim Met die Stirn-Druckstellen geschuldet sind. Beim Go! Mips von Electra reibt der Hinterkopf teils unangenehm an der unbequemen Mips-Kunststoff-Folie. Da letztlich nur der Helm getragen wird, der dauerhaft komfortabel ist, ist die Anprobe mehrerer (Wunsch-)Modelle im Radladen unerlässlich. Gefördert wird dies im Falle des Uvex-, Alpina- und Cratoni-Helms in Form einer formidablen Belüftung im Stirn-/Nackenbereich.
Größen und Passform
Grundsätzlich ermöglicht es so gut wie jeder Fahrradhelm, die Größe über ein Drehrädchen anzupassen. Dennoch ist es wichtig, einen Fahrradhelm zu kaufen, der von seiner Dimension her zu Ihrem Kopf passt. Der Kopf lässt sich in folgende vier Altersgruppen unterteilen:
- Kleinkinder bis zu drei Jahren haben meist einen Kopfumfang von 44 bis 52 Zentimetern
- Zwei- bis Siebenjährige einen von 46 bis 57 Zentimetern
- Fünf- bis Zwölfjährige messen für gewöhnlich 52 bis 60 Zentimeter
- Allen Radfahrern über zwölf Jahren wird ein Helm für einen Kopfumfang von 52 bis 65 Zentimetern empfohlen
Die Angaben dienen jedoch nur der groben Orientierung. Einige Fahrradhelme lassen sich zusätzlich durch versetzbare Kletteinsätze an die Kopfform anpassen.
Ausstattung und Details
Pluspunkte vergab die Redaktion in der Wertung Details etwa für ein am Helm verbautes Rücklicht und reflektierende Y-Riemen - beide steigern Sichtbarkeit und Sicherheit im Straßenverkehr bei Dunkelheit deutlich. Erfreulicherweise statten zehn Hersteller ihren Helm mit einem Rücklicht aus. Zwar verzichtet der HJC Calido Plus leider auf ein solches, gefällt aber mit der größten Detailtiefe im Test.
Zusätzlich zum hellen Rücklicht integriert Alpina für top Sichtbarkeit am Haga LED stylische Front-/Rücklicht-LEDs in Helm-Oberseite wie -rückseite.
Ein Fahrradhelm kann ebenfalls dazu beitragen, dass ein Radler im Straßenverkehr besser gesehen wird. Zudem bieten viele Fahrradhelme zusätzlichen Komfort. Mit einem Sonnenschutz versehen, reduzieren sie einfallendes Licht. Ein wasserdichter Überzug bietet Schutz bei Regen.
Ein leichter Helm ist grundsätzlich von Vorteil, nicht zuletzt auf längeren Cityfahrten: Er vermag den Tragekomfort nochmals zu steigern. Mit nur 274 g baut Cratoni das leichteste Modell, Bontrager mit 463 g das schwerste. Während leichte Testmodelle à la Cratoni mit luftigem Tragegefühl punkten, erfordern der Bontrager, Lazer (462 g) und Nutcase (448 g) eine kurze Gewöhnung ans höhere Gewicht.
Modellübersicht und Empfehlungen
In der Gesamtschau fällt auf, dass sich alle 15 Fahrradhelme auf gutem bis sehr gutem Niveau bewegen, Ausreißer nach unten gibt es nicht. In Summe haben in besonderem Maß der prima tragbare Testsieger Uvex City I-Vo Mips, der Fischer Urban Plus als Preis-Leistungs-Tipp und der Cratoni Velo-X überzeugt, der sich eine Empfehlung verdient.
Empfohlene Modelle
- Uvex Urban Planet LED: Bietet zusätzlichen Schutz im Heck- und Schläfenbereich, angenehmer Tragekomfort, robust, LED-Licht, reflektierende Gurtbänder, weiches Kinnpolster.
- Uvex Finale Visor: Verfügt über ein klappbares Visier, Beleuchtung und Insektenschutz.
- Abus Pedelec 2.0: Hat einen Regenschutz integriert, LED-Licht.
- Fischer Urban Plus Brooklyn: Bietet Beleuchtung, Sonnen- und Insektenschutz, gepolsterten Kinnriemen und Reflexstreifen.
Fahrradhelm Polster
Wer sich für ein Fahrradhelm Polster der führenden Hersteller entscheidet, profitiert im Wesentlichen von einer Steigerung des Nutzerkomforts und der Gewissheit, dass Feuchtigkeit, wie zum Beispiel Schweiß, optimal absorbiert werden kann. Die meisten Fahrrad Helm Polster können Sie bedenkenlos waschen und immer wieder verwenden.
Der aktuelle Trend in Bezug auf das Helm Polster unterstreicht, dass sich vor allem immer mehr sportliche Fahrer nach einer Steigerung des Fahrkomforts sehnen. Wenn Sie Ihren Nutzerkomfort in Bezug auf das Tragen Ihres Helmes erhöhen möchten, sollten Sie sich immer für ein Fahrradhelm Polster der führenden Marken entscheiden. die im Test durch einen festen Sitz, hochwertige Materialien und einen hohen Komfort überzeugen können.
Vor allem Menschen, die oft mit dem Fahrrad fahren und in diesem Zusammenhang auch gern sportlich fahren, schätzen den Einsatz der immer beliebter werdenden Fahrradhelm Polster. Der besondere Vorteil in Bezug auf das Bestellen der Polster für den Fahrradhelm ist in diesem Zusammenhang, dass viele Fahrrad Helm Polster in der heutigen Zeit in der Universal Variante angeboten werden.
Tipp! Dies ermöglicht eine flexible Nutzung im sportlichen bzw. städtischen Bereich, ohne dass sicherheitstechnische Aspekte zu kurz kommen. Das Tragen eines Fahrradhelms muss dank der modernen Fahrradhelm Polster nie wieder unbequem oder gar störend sein.
Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen
Achten Sie beim Kauf auf zusätzliche Reflektoren oder eine für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbare Farbe.
Fahrradhelme sind entscheidend für die Sicherheit im Straßenverkehr - sie können bei Unfällen schwere Kopfverletzungen verhindern. Neben der Einhaltung aktueller Sicherheitsnormen spielt auch der passgenaue Sitz eine zentrale Rolle.
Testverfahren und Ergebnisse
Die Stiftung Warentest und der ADAC haben im März 2024 gemeinsam einige Fahrradhelme getestet. Der Uvex Urban Planet LED schneidet unter den neu getesteten Helmen mit der Gesamtnote 2,0 (gut) am besten ab. In den Bereichen »Unfallschutz« und »Handhabung und Komfort« vergeben Stiftung Warentest und ADAC jeweils ein »gut« (2,3 bzw. 1,8).
Die Auswahl der zu testenden Produkte fand im Vorfeld durch die Stiftung Warentest statt, welche sich auf eine umfangreiche Marktanalyse stützt und im Fachbeirat mit anwesenden Experten und Herstellern besprochen wurde. Wichtigstes Kriterium im Test mit einem Anteil von 50 Prozent an der Gesamtnote ist natürlich der Unfallschutz.
Tabellarische Zusammenfassung der Testergebnisse (Beispiel)
| Helmmodell | Gesamtnote | Unfallschutz | Handhabung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Uvex Urban Planet LED | 2,0 (Gut) | Gut (2,3) | Gut (1,8) | LED-Licht, Reflektoren |
| Alpina Pico Flash | 2,4 (Gut) | Befriedigend | Gut | Insektenschutz |
| Casco Mini 2 | 2,4 (Gut) | Gut | Befriedigend | - |
| Lidl Crivit Kinder Fahrradhelm | 2,4 (Gut) | Befriedigend | Gut | Günstig, LED-Beleuchtung |
Hinweis: Die Angaben in der Tabelle dienen nur der Illustration und basieren auf den im Text genannten Informationen.
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