Lackschäden am Rahmen des neuen E-Bikes sind ärgerlich! Und genauso, wie man sein neues Smartphone mit Hülle und Schutzfolie ausstattet, kann man sein Bike vor Steinschlag und Kratzern schützen. Schutzfolie heißt hier das Zauberwort. Wir haben uns schlau gemacht, welche Möglichkeiten es für Frame Protection am Markt gibt.
Viele Besitzer ärgern sich dann allerdings über Kratzer und Macken, die zunehmend den teuren Rahmen verunzieren. Und auch Fahrer mit großen Füßen müssen im Laufe des Bike-Lebens feststellen, dass die Fersen an den Sitzstreben reiben. Das sind nicht nur optische Mankos, sondern kann bei einem Weiterverkauf auch zu unnötigem Wertverlust führen. Wer das vermeiden möchte, der kann seinem neuen Rahmen vorab eine Rahmenschutzfolie gönnen. Hier bieten sich mehrere Möglichkeiten an.
Vorbereitung ist alles
Bevor du mit dem Anbringen der Aufkleberfolie beginnst, stelle sicher, dass die Oberfläche deines Fahrrads sauber und trocken ist. Entferne Schmutz, Staub und Fett von den Stellen, an der du die Folien anbringen möchtest. Benutze dafür einen geeigneten Fahrradreiniger und/oder Isopranol. Achte darauf, dass dein Arbeitsplatz und deine Hände dabei ebenfalls sauber und fettfrei sind.
Voraussetzung für eine einwandfreie Verklebung ist eine Verarbeitungstemperatur von mindestens +10° C in trockenen, geschlossenen Räumen. Damit sich der zu beklebende Untergrund diesen Arbeitsbedingungen anpassen kann bzw.
Die richtige Folie wählen
Wer für sein E-Bike keine teure, speziell zugeschnittene Rahmenschutzfolie findet oder einfach nicht bestellen möchte, kann mit einer guten Universalfolie, die laut Jens Müller idealerweise zwischen 0,3 und 0,36 mm dick sein sollte, empfindliche Teile seines Rahmens schützen. Am besten man fragt bei einem Fachbetrieb, also einem Werbetechniker oder einer Werkstatt für Beschriftung, nach. Oft haben diese Reste von Folien aus der Beklebung von Kraftfahrzeugen übrig und können diese auch schnell und fachmännisch anbringen.
Bei den Rahmenschutzfolien-Sets sind die einzelnen Folien schon speziell auf die schützenswerten Rahmenteile zugeschnitten. Doch zunächst muß man sich entscheiden, ob man eine durchsichtige Folie - klar oder matt - haben möchte, um die Originallackierung optisch nicht zu verändern, oder, ob ob man sich ganz bewusst für eine pimp-up-your-bike-Lösung entscheidet. Hier gibt es auf dem Markt unzählige Anbieter, die für jeden Geschmack und Geldbeutel Designs anbieten. Wir stellen euch hier exemplarisch einige vor.
Beispiele für Rahmenschutzfolien-Sets:
- Luxshield: Bietet ein großes 20-teiliges Rahmen-Set für E-Bikes an, inklusive Reinigungs- und Montageflüssigkeit, Mikrofasertuch und Filzrakel.
- DYED Bro: Spanische Firma mit unzähligen Designfolien, inzwischen auch für E-Mountainbikes universelle Kits.
- rie:sel design: Bietet Foliensets mit leicht strukturierter Oberfläche, um Bläschen zu kaschieren.
- Mucky Nutz: Bietet vorgestanzte Skinz, die auf das gesäuberte Bike aufgeklebt werden.
- Allmountainstyle (AMS): Bietet Foliensets für alle Bereiche der Bikes in einer Riesen-Auswahl an Designs und Farben.
- invisiFRAME: Bietet individualisierte Rahmenschutzsets speziell für bestimmte Bike-Modelle.
Anbringen der Klebefolie
Lege die Folie (oder ein grob zugeschnittenes Folienteil) an die gewünschte Stelle. Optional kannst du auch mit Papierschablonen /-mustern arbeiten. Markiere die überschüssigen Flächen und entferne sie vorsichtig mit einem (Folien-)Cutter [Schere, Skalpell].
Um die Klebefolie anzubringen, entferne vorsichtig die Schutzfolie auf der Rückseite der Klebefolie. Positioniere die Folie an der gewünschten Stelle auf dem Fahrrad. Drücke das Foliendesign ausreichend fest an, um sicherzustellen, dass dieses gut haftet. Verwende bei Bedarf einen Rakel oder einen weichen Lappen. Die Luftkanäle auf der Rückseite unserer Premium Fahrradaufkleber machen dabei das Verkleben noch einfacher. Ein behutsames Abziehen und Neuausrichten /-verkleben ist so ohne Weiteres möglich.
Im ersten Schritt wird der Rahmen vorgereinigt. Manche Hersteller, wie z. B. Luxshield, liefern dazu schon ein spezielles fettlösendes Reinigungsmittel mit, ebenso ein fusselfreies Tuch. Danach werden die Folie und auch die Finger mit einem speziellen Wassergemisch eingesprüht. Das kann man auch selbst herstellen: Meist wird empfohlen auf 500 ml Wasser 4 Tropfen Babyshampoo zu geben. Wichtig ist, dass es keine Zusatzmittel, wie handelsübliche Haushaltswaschmittel, enthält. Um ein sauberes Verklebe-Ergebnis zu erzielen, ist darauf zu achten, dass die Klebeseite der Folie so wenig wie möglich berührt wird. Dadurch entstehen sonst unschöne Fingerabdrücke, die später zu sehen sein könnten. Also auch die Finger gut mit dem Wassergemisch befeuchten.
Idealerweise beträgt die Raumtemperatur zwischen 20 und 23 Grad, wenn es kälter ist, lässt sich die Folie nicht gut am Rahmen befestigen. Ein geschlossener Raum wird ebenfalls empfohlen, denn beim Arbeiten im Freien kann durch aufkommenden Wind unerwünschter Staub und Schmutz zwischen Rahmen und Folie gelangen. Ein Föhn hilft, um die Haftung der Folie an den Rändern zu verbessern und die letzten Wasserreste zu verdrängen.
Danach sollte man mindestens 24 Stunden warten, bis auch die letzten Wasserreste verdunstet sind und die Folie optimal haftet.
Nassverklebung
Um unsere Produkte anzubringen, verwendest du am besten die von uns empfohlene Nassverklebung. Die Temperatur während der Verklebung sollte über 18°C liegen, da die Folie sonst weniger Flexibel ist und schlechter haftet. In unserem kurzen Anleitungsvideo erklären wir auf einfache und verständliche Weise, wie du dein Luxshield-Produkt am besten an deinem Fahrzeug anbringst.
Solltest du ein Luxshieldprodukt ohne Reinigungs- und Montageflüssigkeit gekauft haben kannst du den Reiniger durch handelsüblichen Glasreiniger und die Montageflüssigkeit durch folgende Rezeptur ersetzen. Die Nassverklebung hilft dir, die Folien ohne Luftblasen repositionierbar anzubringen.
Spülmittel-Wasser-Mischung herstellen:
1 Tropfen Spülmittel auf 1l Wasser. Fülle diese Mischung in eine saubere Sprühflasche.
Folie & Hände gut einsprühen:
Um Fingerabdrücke auf der Folie zu vermeiden, sprühe Folie und Hände gut ein und löse die Folie vorsichtig vom Trägerpapier.
Flüssigkeit ausstreichen:
Positioniere die Schutzfolie an der zu beklebenden Stelle und streiche mit einer Rakel oder einem Tuch die Flüssigkeit unter der Folie von innen nach außen aus. Wärme wie z.B.
Was tun bei Luftblasen?
Beim Aufbringen der Klebefolie entstehen immer wieder Blasen, auch wenn man sich noch so sehr anstrengt. Das Gute dabei ist, diese gehen teilweise im Laufe der Zeit von selbst weg.
Ablösen der Folie
Klebt die Schutzfolie schon über einen längeren Zeitraum auf der Lackoberfläche, hilft es, diese etwas anzuwärmen - dazu genügt ein normaler Haarföhn. Diese Methode empfiehlt sich, wenn die Folien auf empfindlichen oder auf bereits beschädigten Oberflächen verklebt wurden. So verhindert man, dass lose Lackteilchen an der Folie haften bleiben und mit abgezogen werden. Manche Hersteller, wie z. B. Luxshield, empfehlen einen Abziehwinkel von 180°. Sollten noch Kleberückstände am Lack sein, dann kann man diese einfach mit etwas Waschbenzin, Spiritus oder Silikonspray und einem Tuch entfernen.
Alternativen zur Vollfolierung
Es muss nicht immer eine aufwendige und teure Folierung des Fahrrads sein. Es gibt auch einfachere und kostengünstigere Alternativen:
- Fahrradfolierung der Rohre: Dabei werden die einzelnen Rohre des Fahrrads foliert, wobei die Kanten ausgespart werden.
- Fahrradfolierung mit Muster ("Stickerbomb"): Eine wahllose Aneinanderreihung verschiedener Aufkleber, um das Fahrrad individuell zu gestalten.
- Low Budget Fahrradgestaltung: Verzieren des Fahrrads mit bunten Motivaufklebern.
Alle drei Folien-Lösungen zur Frame Protection funktionieren gut. Es gibt kein besser oder schlechter, sondern hängt von der handwerklichen Begabung und davon ab, wie viel Zeit und Geld man investieren möchte. Wichtig ist, dass das Bike gut geschützt und der Lack so lange wie möglich unversehrt bleibt. Denn das ist nicht nur eine optische Entscheidung, sondern auch eine wirtschaftliche.
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