Kleeblatt Radtour Lüdinghausen: Streckenverlauf und Highlights

Die vier Lüdinghauser Kleeblatt-Radtouren bieten Radelvergnügen in die münsterländischen Naturschutzgebiete. Das Biologische Zentrum des Kreises Coesfeld in Lüdinghausen hat sie so konzipiert, dass sie alle von Lüdinghausen aus gedacht sind. Vom Ausgangspunkt in Lüdinghausen geht es in die benachbarten Städte und Gemeinden Ascheberg, Nordkirchen, Olfen, Senden und Haltern am See. Alle 4 Touren sind als Rundtouren angelegt, ein Einstieg ist daher überall auf der Route möglich.

Der GPS-Track startet jeweils an der Burg Lüdinghausen, und das Biologische Zentrum wird auf jeder Tour erreicht. Die Radtouren wurden in 2015 von Dr. Rolf Brocksieper entwickelt und erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Hinweis zur Route und Beschilderung: Folge dem Kleeblatt-Routenlogo mit der 3 in der rot/weißen Radwegebeschilderung.

Kleeblatt-Radtour Nr. 1: Venner Moor und Davert

Gerade diese Nord-Ost-Route in das Venner Moor und in die Davert ist ideal für Radfahrer, die in Senden starten möchten. Diese ca. 40 Kilometer lange Tour verbindet zwei Naturschutzgebiete und führt durch die Gemeinden Senden, Ascheberg und Lüdinghausen.

Über die Naturschutzgebiete:

Das Venner Moor gehört zu den besonderen naturnahen Resten des historischen Münsterlandes. Unverwechselbar und bezaubernd ist die Eigenart der Moorlandschaft mit ihren Gewässern, Heiden und Moorwäldern, Heimat vieler seltener Libellenarten und auch der selten gewordenen Kreuzotter.

Die Davert ist das größte alte Waldgebiet im Kernmünsterland. Vor allem ihre feuchten Eichenwälder sind unersetzbar für den Naturschutz - nicht nur für die Region, sondern europaweit.

Kleeblatt-Radtour Nr. 2: Arenbergische Wälder und Schloss Westerwinkel

57 Kilometer Radelvergnügen verspricht diese Route durch die Gemeinden Nordkirchen, Ascheberg und Lüdinghausen, vorbei an Burg Kakesbeck und Schloß Westerwinkel.

Über die Natur:

Die ehemaligen Arenbergschen Wälder gehören heute dem Land Nordrhein-Westfalen. Die im Frühjahr wunderschön mit Sternmieren und Schlüsselblumen blühenden Eichen-Hainbuchen-Wälder um den Hirschpark und die nicht weniger beeindruckenden großflächigen Bärlauchbestände um Haus Ichterloh gehören zu den schönsten Waldbildern überhaupt, die sich jeder Naturliebhaber vorstellen kann! Beide Wälder gehören zu den Fauna-Flora-Habitat-(FFH) Gebieten der EU. Weitere Flächen um Schloss Nordkirchen und in Ermen wurden vom Kreis Coesfeld als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Der hohe Anteil alter Buchen und Eichen ist die Grundlage für eine reiche Vogelfauna.

Kleeblatt-Radtour Nr. 3: Stever- und Lippe-Auen

Sie haben die Wahl, ob Sie 26 oder 38 Kilometer radeln möchten: Die kleinere Route - nur in die Steveraue - ist rund 26 km, die längere - mit der südlich liegenden Lippeaue - rund 38 km lang. Die Touren führen durch die Gemeinden Olfen und Lüdinghausen.

Über die Stever- und Lippe-Auen:

Die Stever zwischen der alten Kanalbrücke bis wenig unterhalb der Füchtelner Mühle wurde mit ihrem Vorkommen des Steinbeißers als europäisches Schutzgebiet bestimmt. Das FFH-Gebiet „Stever“ ist überwiegend eingebettet in das Naturschutzgebiet „Steveraue“, das sich im Osten von der malerischen alten Kanalbrücke bis zum Hullerner Stausee erstreckt. R. nördlich: 12 km durch den Linnert und südlich: 9 km um den Hullerner Stausee.

Die Lippe und ihre Aue sind die zentrale Ost-West-Verbindungsachse für Lebensräume und Arten im nordrhein-westfälischen Flachland. Sie ist auf einer Länge von rund 150 km zwischen Dorsten und Lippstadt fast vollständig als FFH- und Naturschutzgebiet ausgewiesen worden.

Landschaftspfleger, wilde Tiere und Zugereiste - in den Flussauen von Stever und Lippe ist für jeden Tiergeschmack etwas dabei. Wildgänse ziehen ihre Runden, Heckrinder halten die Landschaft schön und wenn die Störche aus dem Süden wieder zurückkehren, dann mögen sie es so gerne da, weil es der perfekte Ort für die Jungenaufzucht ist.

Kleeblatt-Radtour Nr. 4: Borkenberge

Diese Tour ist 51 Kilometer lang und führt durch Lüdinghausen, Haltern am See und Dülmen.

Über die Borkenberge:

Die Borkenberge wurden mit der Heubachniederung und dem Lavesumer Bruch als europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Grund dafür sind die Vogelarten wie Heidelerche, Blaukehlchen, Ziegenmelker oder Neuntöter. Zusätzlich sind die Borkenberge mit ihren Heide-, Sand-, Moor- und Waldlebensräumen als FFH-Gebiet von europäischer Bedeutung festgesetzt worden.

Im Kreis Coesfeld wurden der Kern des Gebietes der "Gagelbruch Borkenberge" und das "Süskenbrocks Moor" auch als deutsches Naturschutzgebiet ausgewiesen. Nach 140 Jahren militärischer Nutzung wird das Gebiet ab 2016 voraussichtlich in das Eigentum der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) übergehen, bleibt aber wegen gefährlicher Altlasten weitgehend für die Öffentlichkeit gesperrt.

Die Borkenberge sind daher auch für die Bevölkerung der näheren Umgebung ein nahezu unbekanntes Juwel. Die Vielzahl der hier lebenden gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, der unersetzbaren, seltenen und gefährdeten Lebensräume, ist ein einzigartiges Zeugnis aus einer Zeit, die eine Überdüngung der Landschaft noch nicht kannte. In den Borkenbergen ist die Zeit stehengeblieben. Hier können wir sehen und erleben, wie unsere Landschaft damals ausgesehen hat.

Weitere Highlights entlang der Strecken

  • Die Burg Vischering: Sie gilt als eine der schönsten Wasserburgen Deutschlands.
  • Die Burg Lüdinghausen: Sie ist eine echte Renaissance-Wasserburg. Nicht von ungefähr gilt Lüdinghausen als Stadt der Wasserburgen. In und um die historischen Gemäuer finden eine ganze Reihe Veranstaltungen statt. Es gibt interessante Führungen und die Burgen können für Veranstaltungen oder Tagungen gemietet werden.
  • Die Dreibogenbrücke Alte Fahrt: Wunderbare Architektur erwartet dich hier und eine technische Meisterleistung. Die ganz im Stile des Historismus entworfene Brücke wurde im Jahre 1894 erbaut. Das Besondere daran: in vergangenen Zeiten wurde der Kanal, einschließlich der Schiffe, auf der »Dreibogenbrücke Alte Fahrt« über die Stever geführt.
  • Rosenfreunde: Rosen soweit das Auge sieht. Auf dem Gelände einer ehemaligen Müllkippe hat es einmal begonnen mit einem kleinen Rosengarten. Mittlerweile ist er dreimal erweitert worden auf 18.753m²! Ungefähr 600 Rosensorten gibt es hier zu sehen. Zur Blütezeit ist das garantiert etwas für die Nase.
  • Das Biologische Zentrum: Abenteuer und/oder Bildung. Hier dreht sich alles um die Natur. Das Biologische Zentrum ist ein Ort zum Staunen und Schauen, Hinhören, Fragenstellen und Naturparkhaus. Das Seminargebäude dient dem Bildungsangebot für Jung und Alt. Im Strohlehmhaus gibt es viele Informationen und wechselnde Ausstellungen. Der Naturgarten ist Augenweide und Inspirationsort.

ADFC: Ihr Partner für sicheres Radfahren

Was macht der ADFC? Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

Wo kann ich Mängel im Radverkehr melden? Der ADFC Lüdinghausen unterhält eine Mängeldatenbank, in der Mängel auf Radwegen, gefährliche Stellen, für den Radverker hinderliche Poller und Umlaufsperren und fehlende Fahrrad-Abstellanlagen erfasst werden.

Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft? Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür - auch Dank Ihrer Mitgliedschaft - nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben.

Sicherheitstipps für Radfahrer

Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen? Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben.

Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten? Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone - deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen. Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

Pedelec oder E-Bike?

Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes? Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle.

Weitere Radtouren-Inspiration

Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung? Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich.

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