Klever E-Bike Test: Modelle, Fahrverhalten und Alltagstauglichkeit

Fahrräder mit Motorunterstützung sind aus dem Straßenverkehr nicht mehr wegzudenken. Neben den "normalen" E-Bikes bieten vor allem S-Pedelecs das Potential, alltägliche Pendlerstrecken von einfach bis zu 20 Kilometern ohne übermäßige körperliche Anstrengung mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zu absolvieren. Die Maximalgeschwindigkeiten mit Motorunterstützung liegen bei den S-Pedelecs, die am kleinen Zulassungskennzeichen erkennbar sind, zwischen 40 und 45 km/h.

Klever X Commuter im Test

Das mit dem Red Dot Design Award 2017 ausgezeichnete Klever X Commuter war für einige Wochen Gast in der Redaktion von VeloStrom. Das Klever X Commuter wurde auf der Eurobike im letzten Jahr vorgestellt.

Der Rahmen macht das Klever X Commuter zu einem Blickfang, auch wenn, wie das Testexemplar, das Pedelec selbst eher in gedeckten Farben daherkommt. Die breiten Rahmenprofile stellen so direkt wie möglich eine Verbindung zwischen dem Lenkkopf und der Hinterradaufnahme her.

Geschickt: Eine Folie schützt den Rahmen im oberen Bereich vor möglichen Kratzern. Der Akku ist, wie bereits gesagt, ein prägendes Designelement des Klever X Commuters und glänzt dem entsprechend natürlich auch mit einem fast edel zu nennenden Äußeren. Der Akku kann im Rahmen oder außerhalb des Rahmens geladen werden und lässt sich am stabilen Griff einfach aus der abschließbaren Halterung entnehmen.

Ein weiteres schönes Beispiel für eine gelungene, sehr alltagstaugliche Integration: Das Schloss des Abus-Bordo ist mit dem Schloss des Akkus gleichschließend.

Die Sitzposition auf dem Klever X Commuter ist, dem sportlichen Auftreten gemäß, recht gestreckt, die Hände greifen tief zu den anatomisch geformten Softgriffen. Die linke Hand indes hat wenig zu tun, außer sich vielleicht durch das Menü des großen und übersichtlichen Displays zu zappen, wenn denn die Bedienknöpfe etwas näher und besser erreichbar gestaltet wären. Die Größe der Anzeige sorgt zum einen natürlich für eine übersichtliche Darstellung der bereitgestellten Informationen.

Sehr positiv überrascht hat mich die Akkuratesse der Restreichweite: Bisher hatte ich noch kein Pedelec gefahren, dass in der höchsten Unterstützungstufe bei vollem Akku eine Reichweite von 50 km angibt, und nach 60 gefahrenen Kilometern, mit durchaus auch einigen Steigungen, immer noch eine Restreichweite von 10 km zeigt. Ohne Zweifel sehr praktisch ist auch die Möglichkeit, das Display schnell und einfach abzunehmen. Übrigens ist das Display mit „seinem“ X Commuter verheiratet, was einen weiteren Diebstahlschutz mit sich bringt: Wird ein Klever X Commuter ohne Display geklaut, muss sich der Dieb ein neues Display besorgen. Übrigens: Es ist durchaus möglich, mehrere Displays mit einem X Commuter zu verheiraten.

Zur Zeit noch eher rudimentär sind die Connectivity-Features des Displays ausgeprägt: Es kann, die passende App und ein iPhone vorausgesetzt, mit dem Smarphone gekoppelt werden und zeigt dann eingehenden Anrufe mit Namen und Nummer auf dem Display an. Zum Annehmen des Anrufs muss man jedoch anhalten.

Klever verwendet bei allen Pedelecs einen eigenen Heckmotor, „Biactron“ genannt. Es handelt sich dabei um einen Direktläufer, der durch den Verzicht auf ein Getriebe nahezu lautlos seine Arbeit verrichtet. Der Motor verfügt, wie beim Pedelec üblich, über 250 Watt Nenndauerleistung und bringt ein Drehmoment von 43 Nm auf. In der Praxis arbeitete der Biactron-Motor im Klever X-Commuter dermaßen unauffällig und gleichzeitig kräftig, das ich gerade zu Beginn öfter per GPS die Geschwindigkeit kontrollierte: Ich konnte einfach nicht glauben, wirklich schon im Abriegelbereich des Antriebs unterwegs zu sein. Auch bergauf unterstützt der Motor kräftig und ausdauernd. Vom prinzipbedingten Nachteil des Überhitzens von Direktläufern an langen Steigungen konnte ich nichts feststellen. In echter Gebirgsumgebung mag das anders sein, aber dafür ist das Klever X Commuter nicht konzipiert. Wobei dort die Fähigkeit des Motors zur Rekuperation, also des Wiederaufladens des Akkus bei Bergabfahrt, sicher zum Tragen käme. Die Abstimmung der Motorleistung durch die Elektronik erfolgt beeindruckend harmonisch, das Ansprech- bzw. Fahrverhalten ist sehr nahe am „normalen“ Radgefühl dran. Gut, dass die Scheibenbremsen von Tektro (Gemini, vorne 180mm, hinten 160mm) dem Vorwärtsdrang des X-Commuters jederzeit gewachsen sind.

Er erlaubt für ein Commuter-Bike bis zu 20 kg Zuladung und wird an nahezu unsichtbar angebrachten Befestigungen ans Rad geschraubt. Zufall oder Absicht: Die Rohre des Trägers sind so dimensioniert, dass Ortlieb-Taschen ohne Distanzstücke ausgeprägt satt sitzen. Durch dieses „satte Sitzen“ klappert auch bei oben genannten Kopfsteinpflasterstrecken nichts. Wie auch das gesamte Klever X Commuter durch die völlige Abwesenheit von Klappergeräuschen jeglicher Art glänzt.

Der steife Rahmen und die starre Gabel sorgen neben einer beeindruckenden Fahrstabilität natürlich auch für eine gewisse sportliche Härte. Noch mehr Fahrkomfort ist drin, wenn man aus den Schwalbe Super-Moto etwas Luft herauslässt. Mit dem X Commuter ist Klever ein beeindruckendes Pedelec für sportliche Fahrerinnen und Fahrer gelungen. Das Design polarisiert, und das ist als ausdrückliches als Lob an die Designer gedacht. Doch auch die Funktionswerte des Klever X Commuters überzeugen: Kräftiger, alltagstauglicher Gepäckträger, ausreichend lange Schutzbleche, griffige Pedale, passende Übersetzung, zuverlässige Bremsen.

Klever N Rogue 45 im Test

Mit dem N Rogue 45 bringt Klever sein drittes S-Pedelec-Modell nach dem B-Speed und dem X-Speed auf den Markt. Damit bedienen die Kölner den Kundenwunsch nach einem eher klassischen Fahrraddesign. So hat das N Rogue einen typischen Diamantrahmen, den es in zwei Größen gibt.

Beim neuen Modell hat Klever intensiv mit Konzernmutter Kymco zusammengearbeitet und speziell für S-Pedelecs passende Komponenten entwickelt. Kymco hat dabei seine jahrzehntelange Erfahrung in Entwicklung und Bau von Motorrollern eingebracht. Auch neu, wenngleich im bekannten Design, ist die etwas klobige Bedieneinheit, die nun ein Farbdisplay hat. Darüber lassen sich die drei Fahrstufen des Biactron 2.0-Motors individualisieren - von Reichweite bis Maximalpower. Schon fast altbewährt ist der kofferartige Akku, den es in verschiedenen Größen bis 1200 Wh (450 Euro Aufpreis) gibt.

Das über 30 Kilogramm schwere Bike liegt satt auf der Straße. Die breiten Schwalbe-Reifen passen sehr gut, sie vermitteln auch jenseits der 40 km/h ein sicheres Gefühl. Der Geradeauslauf des N Rogue ist vorbildlich, gleichzeitig steckt eine vergleichsweise hohe Agilität im schnellen Bike. Dank der 600 W des Heckmotors sind in der Ebene echte 45 km/h ohne große Kraftanstrengung locker möglich. In steilen Bergaufpassagen reduziert sich die Geschwindigkeit erwartungsgemäß. Das N Rogue 45 ist ein echtes Speed-Pedelec mit überzeugenden Fahrleistungen.

Klever X-Speed im Test

Test: Das Klever X-Speed mit seinem futuristischen Rahmendesign fällt ordentlich auf. Ausgestattet mit Shimano XT 11-fach, Magura MT4 Bremsen und weiteren Futures, wie dem Bluetooth-fähigem LCD-Display mit Smartphone-Konnektivität wurde das Klever X-Speed ca. Ein weiteres Mal kam ich in den Genuss ein S-Pedelec als Ersatz für meinen PKW zu nutzen. Dieses Mal wurde mir das Klever X-Speed zur Verfügung gestellt um mich von seinen Qualitäten zu überzeugen.

Was mir beim Anblick des Klever X-Speed als erstes dachte war: -Was ist denn das für ein Rahmen?! Die Optik des Rahmens ist außergewöhnlich und hebt sich von anderen Herstellern stark ab. Ob diese gefällt oder nicht ist Geschmackssache. Mir auf alle Fälle gefällt der extravagante Rahmen sehr gut. Nur der Akku hätte für meinen Geschmack etwas schöner verpackt werden können. Dieser beeinträchtigt die eigentlich futuristische Optik des Klever X-Speed. Dafür wurden aber sämtliche Kabel und Züge intern verlegt. Und auch die Schutzbleche und Taschenhalterungen fügen sich sehr gut in das Allgemeinbild. Dass anstatt einer Klingel eine Hupe montiert ist hat mich erst überrascht.

Dank der Magura MT4 Bremsen kombiniert mit dem Schwalbe Super Moto Reifen ist auch bei diesen hohen Geschwindigkeiten jederzeit mehr als genügend Bremskraft und Gripp vorhanden. Der Klever Biactron Nabenantrieb verrichtet seinen Dienst sehr leise und ist während der Fahrt nicht zu hören. Die Power dieses Motors hat mich überrascht, da dieser im Vergleich zum Bosch Performance Line Speed Antrieb nochmal eine gewaltige Schippe drauflegt. 49 Nm und 600 W Nennleistung erreicht der Klever Biactron Nabenantrieb. Dies geht allerdings auch auf Kosten der Reichweite. Trotz 570Wh im Tank waren nur knapp 30 Kilometer auf höchster Stufe möglich. Bei geringerer Stufe sind es je nach Fahrweise bis zu 60 km die möglich sind. 26,9 Kg bringt das Klever X-Speed auf die Waage, dank einer Schiebehilfe lässt es sich auch ohne weiteres steile Anstiege hochschieben.

Nun zu den negativen Seiten des Klever X-Speed, die Frontfedergabel ist mit der Geschwindigkeit und dem hohen Gesamtgewicht leider etwas überfordert. An unserem Testrad ließ sich auch der Rebound nicht einstellen. Auch war bei Fahrten auf Kopfsteinpflaster oder ähnlichem ein ständiges klappern von Schutzblech und Kette zu hören. Das Display lässt sich sehr leicht aus seiner Halterung nehmen, was eigentlich nicht schlecht ist, allerdings löst es sich schon bei kleinen Berührungen, wie z. B. beim Umparken in engen Kellerräumen, aus der Halterung.

Außerdem kam es bei meinen Testfahrten zu einer ungewollten Begegnung mit einer Katze. Dank der Magura MT4 hat die Katze zwar überlebt aber die regennasse Fahrbahn tat Ihr übriges um mich aus dem Sattel zu katapultieren. Bei dem Sturz hat sich auch das Display aus der Halterung gelöst. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich das Display in der drei Meter weiter in der Wiese neben der Straße finden. Leider wäre eine Weiterfahrt mit Unterstützung ohne Display nicht möglich gewesen.

Ein weiteres Manko ist das der Akku nicht unmittelbar nach einer intensiven Fahrt geladen werden kann. Denn wenn der Akku „warm“ gefahren ist benötigt dieser nicht wenig Zeit, um sich abzukühlen. Erst nach ca. 30 Minuten Abkühlzeit kann mit dem Laden des Akkus begonnen werden. In meinem Fall war das egal da ich bis zur nächsten Weiterfahrt mehrere Stunden Zeit hatte. Sollte man auf seiner Tour aber nur einen kurzen Zwischenstopp eingeplant haben, so ist es ärgerlich, dass die erste halbe Stunde nicht zum Laden des Akkus genutzt werden kann. Die Ladezeit beträgt ca.

Blickt man allerdings über diese Schönheitsfehler hinweg bekommt man für 4899€ ein S-Pedelec, das wirklich Spaß macht. Angefangen von der tollen Optik über den bärenstarken Antrieb und die gewohnt sehr gut funktionierende XT-Schaltgruppe. Wer dazu noch auf ein wenig Extravaganz steht, macht mit dem Klever X-Speed alles richtig. Allerdings wurde bei der Performance das Augenmerk auf Geschwindigkeit gelegt und nicht auf die Tourentauglichkeit.

Das Klever X-Speed fällt mit dem futuristischen Rahmendesign ordentlich auf den Straßen auf. Für 4899,- Euro bekommt man ein S-Pedelec, dass richtig Spaß macht. Angefangen von einem bärenstarken Antrieb, die gewohnt sehr gut funktionierende XT-Schaltgruppe und der guten Bereifung.

S-Pedelecs im Vergleich: Stromer ST5 vs. Klever X-Speed

Akkukapazität ist wichtig. Zwei Räder wurden getestet: Das ST5 der Firma Stromer, das für erstaunliche 9500 Euro angeboten wird, sowie ein X-Speed von Klever, das 4900 Euro kostet - also knapp halb so viel Geld. Stromer sitzt in der Schweiz, Klever ist die Tochter von Kymco, eines taiwanesischen Herstellers von Motorrädern und -rollern.

Was macht Räder dieser Art so teuer? Vor allem sind es Motor und Akku, die den Preis in Höhen treiben, in denen man auch schon eine gut ausgerüstete Vespa bekommt. Beide Hersteller verwenden Antriebe, die in der Hinterrad-Nabe sitzen. Das ist erwähnenswert, weil die Branche mittlerweile eher den Motor in der Mitte favorisiert. Begründet wird das etwa mit der günstigeren Gewichtsverteilung und besserer Kraftübertragung, vor allem, wenn es mal bergauf geht. Auf grader Strecke aber soll der Heckmotor mehr Kraft haben und zudem die Kette weniger verschleißen. Das mag man nach den ersten Fahrten auch gerne glauben: Die Motoren sind sehr agil, beschleunigen nach einem Stop zügig und arbeiten - anders als die Mittelmotoren - lautlos. Beide Hersteller betonen, dass die Motoren Eigenentwicklungen sind, produziert werden sie von TDCM in Taiwan.

Formell ist die Leistung des ST5-Motors mit 850 Watt höher als beim Klever-Bike (600 Watt), doch zumindest beim Fahren über flaches Land ist der Unterschied kaum zu bemerken. Beide Räder erreichen die Höchstgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometer zügig, der Klever-Motor ruckelt beim Anfahren nur manchmal etwas.

Spürbarer werden die Unterschiede zwischen beiden Rädern zuallererst bei der Kapazität des Akkus. Beim Klever-Testbike liegt diese bei eher durchschnittlichen 570 Wattstunden, beim ST5 sind es hingegen fast 1000 Wattstunden. Auf der fast ebenen Teststrecke von etwa 38 Kilometern hielt das Klever in der höchsten Unterstützungsstufe nicht ganz durch, während das ST5 noch reichlich Kapazität hatte. Der Hersteller gibt die Reichweite beim X-Speed mit 30 bis 60 Kilometern an. Optional gibt es einen größeren Akku, der 45 bis 90 Kilometer schafft. Der Stromer-Akku soll den Angaben zufolge 60 bis 180 Kilometer schaffen. Die Testfahrten zeigen: Wer zügig unterwegs ist, sollte sich bei solchen Zahlen am unteren Ende orientieren, zumal die Akkus mit zunehmender Lebensdauer an Kapazität verlieren. Wer die Akkus mal ersetzen will, zahlt übrigens nach dem Kauf des Fahrrades ein weiteres Mal viel Geld: Der größere Klever-Akku kostet 1250 Euro, der Stromer-Akku knapp 2000 Euro.

Optisch sind S-Pedelecs gewöhnungsbedürftig, weil der mächtige Akku irgendwo untergebracht werden muss und Details wie der vorgeschriebene Rückspiegel die Räder nicht eleganter machen. Stromer versucht, dem mit einem sehr aufgeräumten Design entgegenzuwirken, Klever hingegen mit einem eher originellen Entwurf.

Das ST5 hat eine eindrucksvolle Physiognomie bekommen. Alles wirkt wie aus einem Guss, Kabel sind weitgehend im Rahmen versteckt worden, genauso die putzige Hupe, die S-Pedelecs statt einer Klingel haben. Die Schaltung funktioniert elektronisch und auch die Lampen leuchten teuer aussehend vor sich hin. Der Scheinwerfer, natürlich auch in den Lenker integriert, passt sich sogar automatisch den Helligkeitsverhältnissen an. Das ist vor allem bei stark wechselnden Lichtverhältnissen - etwa bei Fahrten durch teils bewaldete Gebiete an Abenden - unerwartet praktisch. Ein herkömmmliches Schloss gibt es am ST5 nicht - Rad und Akkufach können am Display oder via Handy entsperrt werden.

Das Design des X-Speed hingegen erinnert an eine Kreuzung von Damen- und Herrenrad: Ober- und Unterrohr laufen parallel abwärts, dazwischen ist der Akku platziert. Die Ausstattung ist beim Klever einfacher gehalten, angefangen beim Licht bis hin zum Display. Doch man vermisst eigentlich nichts. Im Gegenteil: Das Display sitzt direkt am Lenker und ist daher auch während der Fahrt gut lesbar - beim Stromer ist das schwieriger, da das Display im Oberrohr untergebracht ist. Erfreulich ist zudem, dass das Klever eine Federgabel hat, zur der man sich spätestens nach der ersten Schlaglochdurchquerung beglückwünscht. Beim Stromer gibt es die nur optional - sie kostet dann noch einmal 990 Euro.

Klever N Pinion 45 im Test

Das dritte S-Pedelec-Modell von Klever gibt es nun auch mit Pinion-Getriebe. Im vergangenen Jahr testeten wir bereits das N Rouge 45 mit Kettenschaltung. Denn ein S-Pedelec ist in erster Linie ein Pendlerrad, da ist die hohe Bandbreite, einfache Bedienung und Wartungsarmut des Getriebes Gold wert.

Einige weitere Details des Bikes erfreuen Alltagsnutzer ebenfalls: Da sind die mit der Konzernmutter Kymco - einem Motorroller-Spezialisten - entwickelten, zuverlässig zupackenden hydraulischen Scheibenbremsen, das ebenfalls hauseigene sehr helle Frontlicht mit Fernlichtfunktion und die Blinker. Als erster Hersteller überhaupt setzt Klever in einem einspurigen, klassisch geschnittenen Fahrrad das vom Auto bekannte Abbiegelicht ein.

Das N Pinion ist ein echtes Schwergewicht. Fast 38 Kilogramm bringt es auf die Waage. Das liegt unter anderem am 1200-Wh-Akku, der in höchster Unterstützung dann aber auch für 71 Kilometer Reichweite gut ist - ein ordentlicher Wert für ein so schweres und schnelles E-Bike. Der Biactron 2.0-Motor ist schon bei geringen Geschwindigkeiten präsent. Ab etwa zehn Stun­den­kilometern schiebt er sehr kraftvoll und problemlos bis zur Unterstützungsgrenze von 45 km/h auf flacher bis leicht welliger Strecke. Das durchaus schwere Bike lässt sich sehr schnell bewegen. Fahrwerk und Gewicht sorgen für eine satte Straßenlage.

Klever X Pinion 45 im Test: Das Flaggschiff

Das Klever X Pinion 45 ist das Flaggschiff unseres Sortiments - und das ist nicht unbemerkt geblieben. In einem kürzlich veröffentlichten Test erhielt dieses Speed-Pedelec eine beeindruckende 9/10.

Starke Leistung mit dem Biactron 2.0

Was in der Rezension sofort auffällt, ist das Lob für die 800W Biactron 2.0 Hinterradmotor. Dieser Motor liefert 54 Nm Drehmoment und bietet gleichmäßige und stabile Beschleunigung auf bis zu 45 km/h.

Pinion-Antrieb: wartungsarm und vielseitig

Die Pinion C1.12-Getriebe in Kombination mit dem Gates CDX Riemenantrieb wurde für seine Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit gelobt. Eine Reichweite von bis zu 250 km?

Komfort und Sicherheit bei hoher Geschwindigkeit

Von der RockShox Recon Federung zu den mächtigen Magura MT5e 4-Kolben-BremsenDieses Fahrrad ist auf Kontrolle und Komfort ausgelegt. Dem Test zufolge ist es Klever gelungen, ein wirklich hochwertiges E-Bike auf den Markt zu bringen, ohne die damit verbundenen Preisschilder einiger Konkurrenten.

Gesetzliche Regelungen für S-Pedelecs in Deutschland

Maximale Unterstützung: 4 kW bis maximal 45 km/h.

Betriebserlaubnis: Sie ist erforderlich. ohne weiteres z.B. hinsichtlich Reifen, Vorbau oder Lenker verändert werden darf.

Kfz-Haftpflichtversicherung: Sie ist erforderlich und wird mit dem Zulassungskennzeichen dokumentiert.

Führerschein: AM. Mindestalter: Seit Juli 2021 ab 15 Jahre. Bis zum 16. Deutschland.

Helmpflicht: ja (geeigneter Schutzhelm). Anhänger für Kinder dürfen nicht benutzt werden.

Ausstattung gemäß StVZO aktueller S-Pedelecs: Unter anderem Rückspiegel, Dauerlicht, Seitenreflektoren (meist an der Gabel montiert) und ein automatisches Einklappen des Seitenständers. Seit 2016 muss auch eine Hupe verbaut sein. Bestandspflicht, d.h.

Die maximale Zuladung sollte sich an der Praxisnutzung der schnellen E-Bikes orientieren (Fahrer 100 kg + Gepäck 25 kg + Eigengewicht des S-Pedelecs). Demnach sollte das zulässige Gesamtgewicht mindestens 150 Kilogramm betragen.

Wichtige Tipps für Verbraucher

S-Pedelecs gelten als Kleinkraftrad. Alle Regelungen dazu sollten vor dem Kauf eines schnellen E-Bikes beachtet werden (z.B. Mittelmotor und erreichen auch in der Ebene locker Geschwindigkeiten von 45 km/h.

Oftmals können die Akkus nicht am S-Pedelec geladen werden. Entnahme so einfach wie möglich gestalten.

Der Antrieb sollte nicht verzögert einsetzen und keinen langen Nachlauf haben.

Während der Fahrt ist das relativ hohe Gewicht der S-Pedelecs kein Problem.

Der Hupton ist laut.

TCS-Testergebnis: Fast alle S-Pedelecs schneiden gut ab

Ein schnelles Pedelec hat seinen Preis: Die Einstiegspreise im Test beginnen ab 4200 Euro. Die Vorteile eines S-Pedelecs liegen aber auch nicht primär in finanziellen Abwägungen, sondern je nach zu fahrender Strecke im Zeitgewinn (man steckt nicht im Stau), der täglichen Bewegung und nicht zu vergessen im Fahrspaß. Anforderungen, welche an ein schnelles Pedelec gestellt werden. Und fast alle bewegen sich auf qualitativ hohem Niveau.

Den ersten Platz im Test belegt das Charger3 Mix. Touring HS 2022 von Riese & Müller. Das S-Pedelec ist top ausgestattet, verfügt über hohen Fahrkomfort und gute Bremsen. Ebenfalls überzeugt waren die Tester von der Beleuchtung des Charger3 inklusive Fern- und Bremslicht. Guter Verlierer des Vergleichstests ist das Modell X-Speed von Klever. Beim Design fällt das S-Pedelec positiv auf, zeigt jedoch Schwächen bei der Motorunterstützung. Der elektrische Antrieb setzt verzögert ein und hat einen langen Nachlauf.

Neben dem Fahrer (Gewicht und Trittfrequenz) spielen auch Umwelteinflüsse, wie die zu fahrenden Höhenmeter, der Untergrund und die Lufttemperatur eine wichtige Rolle. Beim S-Pedelec kommt dazu, dass durch die hohen Geschwindigkeiten der Energieverbrauch grundsätzlich höher ist als bei normalen E-Bikes. Durch häufiges Abbremsen und erneute Beschleunigung nimmt die Reichweite zusätzlich ab. Unterstützungsstufe erreichten alle Testbikes Reichweiten von 38 bis 54 Kilometer. Der Energieverbrauch pro Kilometer ist somit rund doppelt so hoch wie bei einem langsamen E-Bike.

Der Grund: Die rechtlichen Gegebenheiten der deutschen Straßenverkehrsordnung bremsen die Nutzung des S-Pedelecs aus. Größtes Konfliktpotential stellt dabei die unzulässige Nutzung des Fahrradwegs und damit die Gefährdung von Radfahrern dar. Denn in Deutschland dürfen Fahrradwege von S-Pedelecs nicht genutzt werden. Und dies gilt auch für Außerortsradwege, obwohl die hohe Differenzgeschwindigkeiten zum Pkw-Verkehr auf der Fahrbahn die Nutzung von Radwegen nahelegen kann.

Tabelle: Reichweite der getesteten S-Pedelecs

Modell Reichweite (km)
Klever X-Speed (570 Wh Akku) 30 - 60
Klever X-Speed (Optional größerer Akku) 45 - 90
Stromer ST5 (1000 Wh Akku) 60 - 180
Klever N Pinion 45 (1200 Wh Akku) 71

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