Kopfschmerzen nach dem Sport können verschiedene Ursachen haben - meist sind sie harmlos. Sie treten normalerweise während der Belastung oder kurz danach auf und zeigen sich meist zum ersten Mal bei jungen Erwachsenen. Wann sollten Sie dennoch ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen?
Anstrengungskopfschmerz vs. Belastungskopfschmerz
Oftmals werden die Begriffe synonym verwendet, obwohl das eigentlich nicht korrekt ist. Denn Anstrengungskopfschmerz und Belastungskopfschmerz liegen verschiedene Auslöser zugrunde: Am häufigsten ist der anstrengungsbedingte Kopfschmerz, der bei zahlreichen Sportarten vorkommt, die mit einer größeren Anstrengung für den Kreislauf verbunden sind.
Seltener ist der belastungsbedingte Kopfschmerz, der vor allem im Zusammenhang mit hohen Gewichtsbelastungen wie etwa beim Gewichtheben oder beim Ringkampf auftritt. Der Belastungskopfschmerz tritt aber nicht nur beim Sport auf, sondern auch in beruflichem Zusammenhang oder bei anderen Aktivitäten wie einem Umzug auf.
Symptome bei Anstrengungskopfschmerzen:
Es handelt sich um pochende (pulsierende) Kopfschmerzen, von der meist beide Seiten des Kopfes betroffen sind. Der Schmerz kann auch vom Hinterkopf ausgehen. Die Schmerzen sind in der Regel stark und ähneln in ihrer Heftigkeit einer Migräneattacke. Anstrengungskopfschmerzen quälen die Betroffenen oft mehrere Stunden lang, können sich aber auch nach wenigen Minuten zurückbilden.
Symptome bei Belastungskopfschmerzen:
Diese Kopfschmerzen machen sich eher im Hinterkopf bemerkbar und scheinen vom Nacken auszugehen. Die Schmerzen fühlen sich eher diffus an. Belastungskopfschmerzen bleiben normalerweise über mehrere Stunden bestehen.
Ursachen von Kopfschmerzen nach dem Sport
Bei Belastungskopfschmerz ist die genaue Ursache unbekannt. Beim Anstrengungskopfschmerz sind die Vorgänge hingegen klar: Bei körperlicher Anstrengung pumpt das Herz das Blut schneller durch den Körper, um die Muskeln mit zusätzlichem Sauerstoff zu versorgen. Daher dehnen sich die Venen und Arterien aus.
Da die Gefäßstrukturen im Bereich des Kopfes besonders schmerzempfindlich sind, ist dies vermutlich die Ursache für die Kopfschmerzen. Ob es nach dem Sport zu Kopfschmerzen kommt, hängt vor allem davon ab, wie gut Sie an die Anstrengung gewöhnt sind und wie intensiv Sie den Sport ausüben.
Aktivitäten, die Kopfschmerzen auslösen können
Zahlreiche körperliche Aktivitäten können Kopfschmerzen nach dem Sport auslösen - im Prinzip ist das bei jeder Aktivität möglich, die mit einer großen Anstrengung oder Belastung verbunden ist. Hierzu zählen unter anderem:
- Joggen
- Schwimmen
- Rudern
- Tennis
- Gewichtheben
- Tauchen
- Bergtouren
Übrigens: Kopfschmerzen können nicht nur nach dem Sport, sondern auch durch andere körperliche Belastungen auftreten, wie etwa Husten oder Niesen. Auch nach dem Geschlechtsverkehr sind Beschwerden möglich.
Risikofaktoren
Es gibt einige Risikofaktoren, die das Auftreten von Anstrengungskopfschmerzen fördern. So kann die Gefäßbelastung steigen, wenn Sie ohne ausreichende Vorbereitung intensiv trainieren oder sich bei hohen Temperaturen verausgaben. Auch Bergtouren in großer Höhe fordern dem Körper viel ab und können leicht Kopfschmerzen zur Folge haben. Zudem kann eine unregelmäßige Atmung dazu beitragen, dass sich die Gefäßspannung erhöht, und damit Kopfschmerzen begünstigen.
Weitere Ursachen für Kopfschmerzen nach dem Sport
Wenn Sie nach körperlicher Aktivität Kopfschmerzen bekommen, sind es nicht zwangsläufig Anstrengungs- oder Belastungskopfschmerzen. Weitere mögliche Ursachen für Kopfschmerzen können durch Sport verstärkt werden:
- Manche Menschen neigen relativ schnell zu Kopfschmerzen bei Flüssigkeitsmangel (Dehydration).
- Wenn Sie beim Sport viel schwitzen und zu wenig trinken, ist das Risiko für Beschwerden besonders hoch.
- Sport führt häufig dazu, dass sich die Muskulatur lockert und Verspannungen abnehmen.
- Wenn Sie jedoch beispielsweise Übungen an Fitnessgeräten mit einer ungünstigen Haltung ausführen, können sich Verspannungen im Gegenteil verstärken oder sogar neu entstehen.
- Bei Migränepatienten und -patientinnen kann Bewegung zudem eine Migräneattacke auslösen.
Allerdings gibt es auch sogenannte sekundäre Kopfschmerzen, die ein Symptom für eine andere Erkrankung sind. Unter anderem können Schilddrüsenprobleme oder ein gestörter Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus) schuld daran sein. Hinter den Kopfschmerzen kann sich auch eine Hirnblutung, ein Tumor oder eine Herzgefäßerkrankung verbergen. Wichtig ist daher, neu aufgetretene Kopfschmerzen ärztlich abklären zu lassen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Kopfschmerzen nur bei körperlicher Anstrengung oder Belastung auftreten oder der Schmerz ausstrahlt, etwa in den Kiefer.
Was tun bei Kopfschmerzen nach dem Sport?
Wichtig ist, dass Sie sich beim Training nicht überlasten. Wärmen Sie sich auf, und verzichten Sie auf Sport bei hohen Temperaturen. Außerdem sollten Sie darauf achten, genug zu trinken. Diese Tipps können schon ausreichen, um Kopfschmerzen zu vermeiden. Als Akutmaßnahme ist es zudem sinnvoll, das Training sofort zu beenden, sobald Schmerzen einsetzen. Das kann die Dauer der Kopfschmerzen verkürzen.
Wenn die Anstregungskopfschmerzen auf diese Weise nicht in den Griff zu bekommen sind, kann eine Sportpause über eine Wochen sinnvoll sein. Danach steigen Sie langsam wieder in das Training ein und steigern sich moderat. In vielen Fällen kehren die Kopfschmerzen nach dem Sport dann nicht wieder zurück.
Auf keinen Fall sollten Sie auf Sport verzichten - im Gegenteil: Fachleute empfehlen regelmäßige körperliche Aktivität als wichtige vorbeugende Maßnahme. Vor allem Ausdauersportarten sind hilfreich. Dabei steigt die Menge an Botenstoffen im Gehirn wie Serotonin, Endorphine und Enkephaline, die die Schmerzschwelle erhöhen.
Nackenschmerzen beim Radfahren
Ein Grund für Nackenschmerzen beim Radfahren ist oft die überbeanspruchte Muskulatur, was durch die Haltung von Kopf und Halswirbelsäule im Verhältnis zur Brustwirbelsäule kommt, denn normalerweise befindet sich der Kopf über der Wirbelsäule, wobei nicht wirklich viel Haltekraft gefordert ist. Auf dem Bike jedoch - vor allem bei sportlicher Position - muss der Kopf gegen die Schwerkraft gehalten werden.
Hals- und Brustwirbelsäule bilden einen ungünstigen Winkel und je kleiner dieser Winkel, desto höher ist die Belastung für die Muskulatur und Halswirbelsäule. Diese Muskeln müssen nun den Kopf statisch halten, was zu einer Überbelastung führen kann. Schmerzen im Nacken aufgrund solch muskulärer Überbeanspruchung sind meist einfach zu beheben. Zunächst ist es wichtig, das Fahrrad ergonomisch korrekt auf die Körpergröße und -form einzustellen.
Doch Vorsicht - nicht jedes Bike lässt sich optimal auf die Körpermaße abstimmen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Rahmengröße nicht passt. Dies kann zu einer unnatürlichen Haltung und dadurch zu Schmerzen im Nacken und unteren Rücken führen. Auch regelmäßiges Training der Nacken- und Schultermuskulatur kann helfen, die Belastung besser zu bewältigen. Übungen wie Schulterheben, Nackenstrecken und Dehnübungen sind hier besonders hilfreich.
Wenn die Rahmengröße jedoch passt, liegt es oft an einer ungünstigen Sitzposition, einem zu gestreckten Oberkörper durch einen zu weit nach vorn eingestellten Lenker, oder an einer falschen Griffeinstellung, dass eine übermäßige Anspannung der Nackenmuskulatur entsteht.
Auch der Fahrradsattel und dessen Einstellung kann erheblichen Einfluss auf Nackenbeschwerden haben. Die Sitzhöhe und die Neigung der Sattelnase sollten so eingestellt sein, dass du bequem fahren kannst, ohne zu viel Druck auf das Gesäß auszuüben. Die Höhe des Sattels sollte stimmen, wenn deine Beine bei der Pedalbewegung im unteren Totpunkt stark gestreckt sind, aber nicht ganz.
Passt jedoch der Sattel nicht zur Anatomie des Fahrers oder der Fahrerin, kann das trotz der richtigen Einstellung zu Sitzschmerzen und dadurch zu einer Fehlhaltung auf dem Bike führen, was wiederum Nackenschmerzen begünstigt. Hier kann ein ergonomischer Sattel mit einer geschlechtsspezifischen Entlastungsoberfläche helfen, den Druck besser zu verteilen und den Komfort deutlich zu erhöhen.
„Je nachdem, wie der Flügel am Flügelgriff positioniert ist, beeinflusst dies die Unterarm- und Ellenbogenstellung und damit den Nacken“, erklärt Simon Schumacher, Head of Ergonomics bei Ergon. „Wenn man beim Fahren die Schultern hochzieht und die Ellenbogen durchdrückt, ist der Flügel zu weit nach unten eingestellt“, so der Ergonomie-Experte. „Die Folge ist der klassische Nackenschmerz, den ich Schreibtischschmerz nenne, weil viele Menschen auch so am Computer sitzen.“
Ein Flügelgriff ist dann richtig eingestellt, wenn der Neigungswinkel des Flügels eine Beugung des Handgelenks unterstützt, die auf einer Linie mit Unterarm und Ellenbogen liegt. Es gibt aber auch Fahrradgriffe, die keine Möglichkeit bieten, während der Fahrt umzugreifen oder den Druck auf die Hände ergonomisch zu verteilen. Diese führen zu einer statischen Haltung und damit einseitige Druckbelastungen der Hände.
Die Folge ist oft eine schlechte Druckverteilung sowie Haltung auf dem Rad und bei ständigen Schmerzen eine dauerhafte Schonhaltung beim Greifen. Dabei werden die Schultern hochgezogen und die Haltemuskulatur des Kopfes wird in falscher Haltung belastet. Zusätzlich verharrt der gesamte Stützapparat in einer statischen Position, welche die Schulter- und Nackenmuskulatur zusätzlich belastet.
Aus diesem Grund bietet Ergon zahlreiche Griffe an, die entlastendes dynamisches Umgreifen ermöglichen und somit helfen den gesamten Bewegungsapparat zu entspannen. Der GT1 bietet beispielsweise vier verschiedene Griffpositionen, die eine ständige Variation des Drucks auf die Hände einfach und intuitiv ermöglichen.
Wenn du dir unsicher bist, wie du die Anpassungen vornehmen sollst, kann dir ein Besuch in einem Fachgeschäft oder ein professionelles Bikefitting helfen. Es geht aber auch einfacher - mit der Fitting Box von Ergon. Diese ermöglicht eine einfache und präzise ergonomische Einstellung des Fahrrads und dessen Kontaktpunkte ohne Vorkenntnisse.
Die Ergon „Schritt für Schritt“-Methode wurde von Dr. Kim Tofaute, einem der führenden Experten für Fahrrad-Ergonomie in Europa, entwickelt und hilft, den Sattel, Lenker und die Pedale ergonomisch perfekt auf den Körper abzustimmen. Sie ist auch für Einsteiger geeignet, die ihren Fahrkomfort steigern und körperliche Beschwerden vermeiden möchten.
Anpassungen am Fahrrad
Hier sind einige Tipps und Anpassungen, die du vornehmen kannst:
- Sattelhöhe: Stelle die Sattelhöhe so ein, dass dein Bein im unteren Totpunkt des Pedalwegs leicht gebeugt ist, wobei der Fuß mit dem Ballen gerade noch auf dem Pedal steht.
- Sattelneigung: Der Sattel sollte waagerecht oder leicht nach vorne geneigt sein.
- Lenkerhöhe: Der Lenker sollte so eingestellt sein, dass du in einer leicht nach vorne geneigten, aber dennoch entspannten Position sitzt.
- Lenkerbreite: Der Lenker sollte beim Rennradfahren ungefähr so breit sein wie deine Schultern.
- Lenkerneigung: Der Lenker sollte so geneigt sein, dass du deine Handgelenke in einer natürlichen Position halten kannst.
- Vorbau Länge: Ein zu langer Vorbau zwingt dich, dich zu weit nach vorne zu strecken, was zu Nackenschmerzen führen kann.
- Vorbau Höhe: Ein verstellbarer Vorbau kann helfen, die Höhe des Lenkers optimal anzupassen.
- Rahmengröße: Achte darauf, dass der Rahmen des Fahrrads zur Größe deines Körpers passt.
- Geometrie des Rahmens: Unterschiedliche Fahrradtypen haben unterschiedliche Rahmengeometrien.
Migräne nach dem Sport
Den Stress im Alltag beim Sport abbauen? Für viele Menschen mit Migräne geht das nicht. Denn oft kündigt sich während des Trainings oder nach dem Sport eine Migräne an. Betroffene leiden dann beispielsweise an Kopfschmerzen nach dem Joggen. Auf Bewegung verzichten musst du deshalb aber nicht.
Sportarten, die Migräne auslösen können
Sport hat viele positive Aspekte für die Gesundheit - von körperlicher Fitness bis hin zum Stressabbau. Migräne-Patienten müssen jedoch aufpassen, denn er kann auch ein Migräne-Auslöser (Triggerfaktor) sein: Typische Aura-Symptome wie Augenflimmern oder Kopfschmerzen sind nach dem Sport möglich. Folgende Sportarten können Migräne auslösen und sind demnach Betroffenen nicht zu empfehlen:
- Krafttraining
- Tennis oder Squash
- Kampfsportarten
- Ballsportarten wie Fußball oder Handball
- Reiten
All das sind Sportarten mit schnellen, wechselnden und ruckartigen Bewegungsabläufen, die sich negativ auf die Migräne auswirken können. Wie bei vielen Triggern gilt auch hier: Nicht für jeden Betroffenen enden diese Beispiele mit einer Attacke. Während einer Migräne-Attacke solltest du komplett auf Sport verzichten. Bewegung kann den Kopfschmerz verschlimmern.
Um herauszufinden, wann du nach dem Sport Migräne bekommen und welche Sportart dir dagegen gut tut, kannst das Training in deinem Migränetagebuch festhalten. Wichtig sind dabei Angaben wie: Wie lange hast du dich aufgewärmt? Welche Übung(en) hast du gemacht? Wie lange dauerte das Workout? Wie stark war das Kopfweh nach dem Sport?
Außerdem ist es hilfreich, den Trainingsplan mit einem Sportmediziner zu besprechen.
Vorbeugung von Migräne nach dem Sport
Du bist Migräne-Patient und möchtest trotzdem Krafttraining ausüben, Reiten, Fußball oder Tennis spielen? Dann solltest du etwa drei Stunden vor dem Training kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Nudeln oder Kartoffeln essen. So kannst du eine Unterzuckerung sowie Beschwerden einer Migräne und Aura-Symptomen wie Augenflimmern oder Lichtblitze nach dem Sport vermeiden.
Achte außerdem darauf, genügend Flüssigkeit zu dir zu nehmen und halt ausreichende Pausen ein. Dann musst du zum Beispiel auf gemäßigtes Krafttraining meist nicht verzichten. Als aeroben Sport werden Trainingsmethoden bezeichnet, bei denen der Körper stets genügend Sauerstoff zu Verfügung hat.
Sport ist allerdings nicht nur ein möglicher Auslöser von Migräne: Sportliche Betätigung kann auch eine wichtige Maßnahme zur Migräne-Vorbeugung sein. Welche Effekte des Ausdauersports genau für die positive Wirkung bei Migräne verantwortlich sind, ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt.
Durch die regelmäßige Bewegung produziert der Köper mehr Endorphine, ebenso als Glückshormone bekannt, die sich positiv auf die Stimmung auswirken und Migräne durch Stress reduzieren. Ein weiterer positiver Effekt bei Migräne könnte auch dadurch erklärt werden, dass Sport zur Gewichtsreduktion beiträgt. Denn ausgeprägtes Übergewicht stellt einen Risikofaktor für chronische Migräne dar.
Geeignete Sportarten bei Migräne
Bei Migräne empfehlen sich vor allem Sportarten, welche die Ausdauer sanft trainieren. Für Betroffene sind besonders moderate Bewegungsarten geeignet, unter anderem zählen dazu:
- Joggen
- Nordic-Walking
- Radfahren
- Ski-Langlauf
- Schwimmen
Vorher solltest du dich gut aufwärmen. Doch am wichtigsten ist, dass der gewählte Sport Spaß macht: Denn optimalerweise treibst du mindestens dreimal wöchentlich für jeweils eine halbe Stunde Ausdauersport, um einer Migräne vorzubeugen. Nur wenn du eine Sportart aussuchst, die dir gefällt und zu der du dich nicht innerlich überwinden müssen, ist diese die richtige für dich.
Warnsignale des Körpers beim Radfahren
Je länger man im Sattel sitzt, desto eher zwickt und zwackt es hier und da. Das gehört zum Teil einfach zum Sport dazu, manchmal sagt einem damit der Körper aber auch, dass die Tour zu lang, das Material falsch oder die Ernährung nicht passend war. Gerade wer nicht schon viele Wochen und Jahre im Sattel verbracht hat, tut sich schwer, Ursprung, Heftigkeit und Bedeutung solcher Warnsignale richtig einzuschätzen.
Einige davon sind unangenehmer, aber bringen weder aktuell noch langfristig ernsthafte Probleme mit sich. Andere wiederum kommen eher schleichend und unauffällig, können aber Anzeichen dafür sein, dass die Belastung auf dem Rad falsch oder zu viel war und vielleicht sogar Symptome einer bisher noch nicht auffällig gewordenen Krankheit sind.
Ähnlich dem Hungerast fühlen sich aber auch ernste Vorfälle auf dem Rad an. Wenn nämlich nicht der Kohlenhydratmangel, sondern ein Defizit an Sauerstoff für den spontanen Leistungsverlust verantwortlich ist, könnte das schwerwiegendere Ursachen haben als ein zu kleines Frühstück. Verengte oder blockierte Blutgefäße, die in Ruhe unauffällig waren, können bei großer Anstrengung ähnliche Symptome auslösen.
Wir möchten auf keinen Fall Ängste schüren, Radfahren gilt als eine der schonendsten Möglichkeiten, sich zu bewegen - besonders in Zeiten von Pedelecs. Unsere Checkliste bildet einige klassische Symptome auf dem Rad ab, manche kommen etwas öfter vor, manche sehr selten.
1 - Warnsignal: Kopfschmerzen (Ampel: Gelb)
Wer üblicherweise nicht unter Kopfschmerzen leidet, die dann aber nach einer gewissen Zeit beim Radfahren auftreten, hat mit großer Wahrscheinlichkeit zu wenig getrunken. Das Blut wird durchs Schwitzen dickflüssiger, und sehr feine Gefäße im Gehirn sind dafür zu eng. Manchmal tritt so was auch oder besonders dann auf, wenn man mit extrem viel Kraft treten muss und dabei in eine Pressatmung verfällt.
Handlungsempfehlung: Belastung in jedem Fall sofort verringern, aber Kreislauf in Gang halten, heißt nicht abrupt stehenbleiben oder gar hinlegen. Möglichst sofort trinken, kleine Schlucke nehmen und die Fahrradflasche über eine Stunde verteilt austrinken (500-750 ml). Nacken dehnen, laut Dr. Schmidt können Verspannungen hier auch der Grund sein.
3 - Warnsignal: Plötzlicher Leistungsverlust (Ampel: Rot)
Dass man über die Dauer einer Tour oder Etappe etwas an Power einbüßt, ist normal. Wenn aber das Energielevel schlagartig abfällt, ist das kein gutes Zeichen. Dann ist entweder die Versorgung mit Kohlenhydraten oder die mit Sauerstoff stark beeinträchtigt. Die erste Variante ist eher ärgerlich und unangenehm, die zweite recht kritisch.
Handlungsempfehlung: Wenn man parallel zum Leistungsabfall kurzatmig wird, Herzrasen verspürt, stark schwitzt und sich das Bewusstsein trübt, könnte im schlimmsten Fall eine Embolie vorliegen, bei der ein Blutklümpchen meist aus den Beinen Blutgefäße von Lunge oder Herz verstopft. Sollte hier ein begründeter Verdacht bestehen, sollte man sich möglichst wenig bewegen, nur hinsetzen und den Notarzt rufen!
5 - Warnsignal: Kalter Schweiß (Ampel: Rot)
Schwitzen auf sich kalt anfühlender Haut ist grundsätzlich ein Signal, das man nicht ignorieren darf. Meist geht das mit fahler Hautfarbe einher, was bedeutet, dass sich das Blut aus der Haut in die lebenswichtigen Organe zurückgezogen hat, ein sogenannter Schockzustand. Das kann psychische Auslöser haben, deutet aber oft auf einen körperlichen Extremzustand hin. Das könnte eine Sauerstoffunterversorgung sein, eine Stoffwechselstörung wie bei einem angehenden Diabetes, eine Durchblutungsstörung oder paradoxerweise eine Dehydration.
Handlungsempfehlung: Hier gibt es keine zwei Möglichkeiten! Sofort anhalten, absteigen und am besten jemanden um Hilfe bitten, zur Not auch übers Handy, für den Fall, das man in Ohnmacht fällt. Am besten hilft kurzfristig eine Schocklage, also flache Rückenlage mit leicht erhöhten Beinen und langsames Zuführen von Wasser und Zucker. Keine Panik, es muss nichts Dramatisches sein, aber Rad fahren sollte man nicht mehr.
9 - Warnsignal: Salzig trockene Haut (Ampel: Gelb bis rot)
Die Erklärung ist einfach: Wenn Salz auf der Haut ist, möchte der Körper zur Kühlung schwitzen. Wenn die Haut aber trocken bleibt, ist nicht mehr genug Wasser übrig für diese Funktion. Üblicherweise wird die Konstellation von Trockenheit im Mund und Hitzewallung begleitet, wenn man aber stattdessen friert, ist man über die Dehydration hinaus bereits in Richtung Hitzschlag unterwegs.
Handlungsempfehlung: Langsames, dauerhaftes Trinken ist hier das Gebot, keine Belastung mehr, lieber bis zur Besserung in den Schatten setzen. Je nach Wasservorrat helfen ein paar Spritzer im Nacken und an den Pulsadern zur Kühlung; bitte nicht dem Drang verfallen, alles Wasser zur äußerlichen Kühlung zu verwenden. Wenn das Unwohlsein langsam nachlässt, kann man locker weiter radeln. Bei starker Übelkeit Tour abbrechen.
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