Über neun Millionen Menschen in Deutschland besitzen einen Motorradführerschein. Die Kosten für eine solche Fahrausbildung sind allerdings hoch, sodass viele Menschen es sich nicht leisten können, einen Führerschein der Klasse B und einen für das Motorrad zu bezahlen. Fällt die Wahl doch auf den Motorradschein, sollten die Kosten vorab bedacht werden.
Ein Zweirad bietet gerade bei der Parkplatzsuche einige Vorteile gegenüber größeren Fahrzeugen. Des Weiteren schwärmen viele Motorradfahrer von der Freiheit, die das Gefühl des Fahrtwindes am Körper assoziiert. Daher machen viele als Direkteinstieg den Führerschein fürs Motorrad.
Welche Motorradführerscheinklassen gibt es?
Den Motorradführerschein gibt es in vier verschiedenen Klassen. Hier finden Sie alle Informationen, welche Bedingungen an die Motorradführerscheinklassen A, A1, A2 und AM geknüpft sind.
Der Motorradführerschein Klasse A
Wer ein Motorrad fahren und sich dabei keine Gedanken um Kubikzentimeter, Pferdestärken und Höchstgeschwindigkeit machen will, muss mindestens 24 Jahre alt sein und braucht den "großen" Führerschein der Klasse A. Mit dieser Königsklasse der Motorradführerscheine dürfen alle Krafträder und dreirädrigen Kraftfahrzeuge ohne Leistungsbegrenzung gefahren werden.
Zwei Wege führen zum Motorradführerschein der Klasse A: zum einen der stufenweise - also erst die leistungsreduzierte Klasse A2 und danach die volle Motorradklasse A - und zum zweiten der direkte Weg. In der Klasse A ist bei einem Direkteinstieg ein Mindestalter von 24 Jahren vorgeschrieben. Für dreirädrige Kraftfahrzeuge mit einer Leistung von mehr als 15 kW muss der Fahrschüler 21 Jahre alt sein.
Besitzer des Führerscheins der Klasse A dürfen auch Fahrräder mit Hilfsmotor, Mofas, Mopeds, Mokicks, dreirädrige und vierrädrige Kleinkrafträder mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h führen.
Wenn du dich in unserer Fahrschule für den Führerschein Klasse A anmeldest, wird es sicherlich einige Themen geben, die dich beschäftigen.
Motorradführerschein: Welche Kosten muss ich einplanen?
Die Frage „Wie teuer ist ein Motorradführerschein?“ kann nicht pauschal beantwortet werden. Die Gesamtsumme richtet sich in besonderem Maße nach der Anzahl der benötigten Fahrstunden.
Eine Übersicht der einzelnen Kostenpunkte, die anfallen, wenn Sie eine Ausbildung zum Motorradführerschein machen, finden Sie hier.
Kosten der Fahrschule
Die Kosten entstehen dabei vor allem in der Fahrschule. Beim Führerschein fürs Motorrad variieren die Kosten je nach Anbieter. Die Preise in den Fahrschulen für die Anmeldung oder die einzelnen Übungsstunden bzw. Sonderfahrten können je nach Standort abweichen.
Die Fahrschulen erheben zunächst einen Grundbetrag, eine Art Anmeldegebühr. Das sind bei den Führerscheinklassen A, A1 und A2 rund 399,00 Euro bis 699,00 Euro.
Den größten Kostenblock verursachen die Fahrstunden, die genau wie Schulstunden 45 Minuten dauern. Für normale Ausbildungsfahrstunden, auch Übungsfahrten genannt, sind circa 80 Euro anzusetzen. Ihre Zahl hängt vom Lernfortschritt des Fahrschülers ab, und dabei beurteilt der Fahrlehrer, ob seine Schülerin oder sein Schüler schon sicher fahren kann.
Bei einer Übungsstunde handelt es sich in der Regel um ein 45-minütiges Fahrtraining. Die meisten Fahrschulen bieten diese Übungseinheit als Doppelstunde an.
Dazu kommen zwölf Sonderfahrten zu je 960 Euro, zusammengesetzt aus fünf Überland-, vier Autobahn- und drei Fahrten in der Dämmerung beziehungsweise bei Nacht. Die Sonderfahrten sind deutlich länger und bestehen aus Nachtfahrt, Autobahnfahrt und Überlandfahrt. Auch preislich heben sie sich von den „normalen“ Fahrstunden ab und sind etwas teurer. Sie sind für den Führerschein fürs Motorrad verpflichtend.
Übungsmaterialien, Lernsysteme oder Apps sind bei manchen Fahrschulen im Grundbetrag enthalten, andere berechnen ungefähr 95,00 Euro.
Prüfungsgebühren
Zusätzlich zu den Motorradführerschein-Kosten in der Ausbildung, fallen noch Gebühren für die praktische Fahrprüfung und die Theorieprüfung bei TÜV oder DEKRA an.
Was kostet die Theorieprüfung?
Für die Führerscheinklasse A fallen bei der Teilnahme zur Theorieprüfung einheitliche Kosten in Höhe von 24,99 Euro an.
Was kostet die praktische Fahrprüfung für den Motorradführerschein?
Die praktische Fahrprüfung zum Motorradführerschein der Klasse A kostet in Deutschland 162,67 Euro.
Die Vorstellung zur theoretischen Prüfung kostet rund 80 Euro, die zur praktischen etwa 250 Euro. Sie werden in der Regel über die Fahrschule abgerechnet. Grundsätzlich gilt: Eine oder zwei Fahrstunden mehr sind billiger als sich zum zweiten Mal zu einer Prüfung anzumelden.
Fallen Sie durch die Prüfungen, muss die Prüfungsgebühr erneut entrichtet werden. Für die theoretische Prüfung beträgt die Gebühr 24,99 Euro. Die Kosten für die theoretische und die praktische Prüfung bezahlen Sie an die DEKRA oder den TÜV.
Im schlimmsten Fall kann es sein, dass Sie die Führerschein-Theorie oder Praxis nicht bestehen. Aber keine Sorge, beide Prüfungen können beliebig oft wiederholt werden. Nach einer Frist von zwei Wochen können Sie erneut antreten. Beachten Sie, dass zwischen der theoretischen und praktischen Prüfung nicht mehr als zwölf Monate vergangen sein dürfen. Ansonsten erlischt die bestandene Theorieprüfung. Wenn Sie einen der beiden Tests nicht bestehen, beachten Sie allerdings, dass bei jeder Wiederholung erneut die Prüfungsgebühren an die DEKRA oder den TÜV anfallen. Die Gesamtkosten steigen demzufolge nochmals an.
Weitere Kostenfaktoren
Dazu können Kosten kommen, die oft vergessen werden. Motorradschüler müssen bei der Ausbildung und Prüfung nicht nur einen Helm, sondern auch Schutzkleidung tragen. Oft kann man sich Ausrüstung bei der Fahrschule leihen - das kostet und spätestens nach bestandener Prüfung braucht es eigene Schutzkleidung.In der Ausbildung und bei Prüfungen der Klasse A, A1, A2 und AM muss der Bewerber geeignete Motorradschutzkleidung, einen Motorradhelm, Motorradhandschuhe, eine eng anliegende Motorradjacke, einen Rückenprotektor (falls nicht in der Motorradjacke integriert), eine Motorradhose und Motorradschuhe mit ausreichendem Knöchelschutz tragen.
Auch ein Sehtest beim Augenarzt oder -optiker ist erforderlich. Der Test darf maximal zwei Jahre alt sein, viele Optiker bieten ihn kostenlos an.
Bei den Führerscheinstellen der Kommunen sind rund 45 Euro für die Ausstellung oder Erweiterung eines Führerscheins zu zahlen. Dazu kommen die Kosten für ein biometrisches Passfoto ab 10 Euro.
Beispielrechnung für den Direkteinstieg (Klasse A)
Für die folgende Beispielrechnung wurden 15 Übungsstunden als Grundlage gewählt, das entspricht dem Mittelwert der Angabe des VIFD. Die Preise stammen von einer Fahrschule in Hessen.
| Kosten | Betrag (Euro) |
|---|---|
| Grundbetrag | 540 |
| Vorstellung zur theoretischen Prüfung | 129 |
| Vorstellung zur praktischen Prüfung | 159 |
| Ausbildungsfahrstunden (15 á 75) | 1125 |
| Sonderfahrten (12 á 85) | 1020 |
| Übungsmaterialien | 59 |
| Gebühren theoretische Prüfung | 25 |
| Gebühren praktische Prüfung | 163 |
| Erste-Hilfe-Kurs | 0 (vorhanden) |
| Sehtest | 0 (beim Optiker) |
| Gebühren für die Ausstellung des Führerscheins | 45 |
| Biometrisches Passfoto | 10 |
| Gesamtkosten | 3275 |
Wie kann man Kosten sparen?
Wer sparen möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden, um den Führerschein innerhalb einer Saison machen zu können. Kommt es zu einer Unterbrechung durch die Winterpause, kostet das Übung und damit auch Geld.
Viele der Fahrschulen stellen ihre Preise nur vor Ort oder auf Anfrage zur Verfügung, eine Online-Recherche ist nicht immer möglich. Demnach kostet der Direkteinstieg im Schnitt rund 3000 Euro. In den meisten Fällen aber bewegen sich die Preise zwischen dem Wert der Verbände und dem des ADAC - sprich zwischen 2500 und 3000 Euro. Einige wenige Fahrschulen verlangen teilweise mehr als 4000 Euro und heben den Mittelwert dementsprechend an. Zu diesen Kosten kommen noch ca. 250 Euro, für Prüfungsgebühren, Sehtest und Führerscheinstelle.
Vorhandene Fahrerlaubnis senkt die Motorradführerschein-Kosten: Ein beliebtes Modell ist es, den Führerschein fürs Auto (Klasse B) zusammen mit dem Führerschein fürs Motorrad zu machen.
Wenn Sie die Klasse A2 mindestens zwei Jahre besitzen, entfällt die Theorieprüfung für den A-Führerschein. Sie können direkt die praktische Fahrprüfung ablegen.
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