Die Teilnahme an der Tour de France erfordert viel Vorbereitung. Der Radsport-Wettbewerb ist neben dem Giro d'Italia einer der berühmtesten der Welt und hat über die Jahre hinweg viele epische Etappen erlebt. Diejenigen, die den Radsport lieben und mit Leidenschaft verfolgen, wissen, dass es nur ein echter Spitzensportler an die Startlinie eines solchen Rennens schafft.
Das Equipment der Profis
Da das finale Rennergebnis nicht allein von den menschlichen Fähigkeiten der Fahrer, sondern auch von den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln abhängt, liegt es auf der Hand, dass ein Radprofi sich nur mit dem Besten begnügt. Bei diesen „Hilfsmitteln“ handelt es sich selbstverständlich um die Wettbewerbsräder, die Sie bei einem professionellen Radrennen vorbeirauschen sehen. Die Räder müssen besonders leicht, aerodynamisch und präzise gebaut sein, um das Talent ihres jeweiligen Rennfahrers bestmöglich zu ergänzen.
Der Radsport ermöglicht es Ihnen, ein Fahrrad zu kaufen, das in jeder Hinsicht mit dem der Rad-Champions der Tour de France identisch ist. Während es bei anderen Rennsportarten lediglich den Profis gestattet ist, das beste Equipment zu verwenden, ist es im Radsport möglich, Ihr eigenes wettbewerbstaugliches Rad zu erwerben. Grund hierfür sind die strengen Vorschriften des internationalen Radsportverbandes. Diese verpflichten Hersteller, die Räder der Stars auch für den Hobby-Radfahrer zu Verfügung zu stellen.
Was kostet ein Tour de France-Fahrrad?
Natürlich gibt es Unterschiede bei den Kosten eines Tour de France taugliche Rennrads. Achtzehn Fahrradhersteller und Sponsoren nehmen insgesamt an der Tour de France teil, doch die Preise der Räder variieren stark. Bei der Anschaffung eines Rennrads der Spitzenklasse muss man ungefähr mit Ausgaben zwischen 12.000 und 15.000 Euro rechnen. Für eine Gesamtkalkulation, werden die Kosten aller Teile berechnen, aus denen ein solches Fahrrad zusammengesetzt ist. Klassischerweise besteht ein Rennrad aus einem Rahmen, einer Gabel, den sogenannten Gruppen, Laufräder und Reifen, Lenker, Sattel und Pedalen.
Ein Beispiel: Das S-Works Tarmac SL7
Die Berechnung des Marktpreises für dieses Fahrrad des Hersteller S-Works ist relativ einfach, da dieser das Rad als Komplettpaket anbietet. Lediglich die spezielle, für die Tour de France verwendete Lackierung ist hier nicht standardisiert. Das Tarmac SL7 kann also ohne große Schwierigkeiten über die offiziellen Vertriebskanäle von S-Works erworben werden. Das 2021 von Rennradprofi Mark Cavendish gefahrene Modell war mit einer Elf-Gang-Schaltung ausgestattet. Für 2022 legt der Hersteller jedoch einen Gang zu: Die diesjährige Version des Rennrads kann mit einer 12-Gang-Schaltung glänzen. Diese Grundausstattung des S-Works Tarmac SL7 können Sie für 14.500 Euro erwerben.
Sollten Sie aber tatsächlich das gleiche Rennrad wie Tour de France Champion Mark Cavendish fahren wollen, müssen zwei Komponenten des Fahrrads umgestaltet werden. Als erstes wird der übliche Standardsattel durch einem S-Work Romin Evo mit 3D-gedruckten specialized S-Works Power Mirror ersetzt. Diese Modifizierung kostet Sie 130 Euro. Auch die Standard-Fahrradkette erhält ein Update und wird mit der UFO-Rennkette für weitere 149 Euro ausgetauscht. Insgesamt kostet Sie ein Replika des Profi-Fahrrads also 14.779 Euro.
Alternative Fahrräder
Sollten Sie etwas weniger Geld ausgeben möchten, können alternativ auch auf ein Trek Emonda SLR 9 Disc von Trek-Segafredo zurückgreifen. Dieses Rennrad ist bereits für 13.099 Euro erhältlich und ist somit ein wenig günstiger als das Modell von S-Works. Doch wer Details liebt, kommt an einem Paar Bontrager XXX Trinkflaschen für 149,98 Euro nicht vorbei. Möchten Sie ein Cannondale SupeSix EVO Hi-Mod von EF Education Easypost?
Ein solch hochkarätiges Modell fährt Filippo Ganna, zweifacher Weltmeister und das Aushängeschild des italienischen Radsports. Der Italiener bestreitet Rennen mit einm Pinarello Bolide TT. Der Grundpreis dieses Fahrrads liegt bei 11.000 Euro für einen Rahmen, Gabel, Sattelstütze, aerodynamischen Lenker, Tretlager und Bremsen.
Bereits bei den Rädern müssen Sie allerdings erneut tief in die Taschen greifen, denn Filippo Ganna verwendet Exemplare des Edelschmied Priceton Carbonworks. Seine großen Erfolge erzielt er mit einer Kombination aus einem Hinterrad des Modells Blur 633 und dem Modell Mach 7580 an der Front. Insgesamt kosten die Räder rund 5.250 Euro. Für die Elf-Gang-Schaltung werden weitere 4.000 Euro fällig, womit der Gesamtpreis des Rennrads weiter steigt. Das aerodynamische Cockpit des Talon TT ist aus 3D-Titan gefertigt. Solch eine Konstruktion muss in einem zugelassenen Scan-Zentrum anfertigen werden.
Finanzielle Aspekte der Teams
Natürlich geht es bei der großen Schleife nicht nur um eine lange Tradition, sondern auch um viel Geld: Bekannte wie auch kleine Unternehmen unterstützen die Teams finanziell. Dennoch ist die Tour de France für viele Teilnehmer nicht ganz so lukrativ, wie es auf den ersten Blick aussieht. Zwar bekommen die Teams Geld für die Teilnahme am Rennen und Preisgelder für Siege. Abgesehen davon sind die Mannschaften allerdings selbst dafür verantwortlich, genügend finanzielle Mittel für Gehälter, Ausrüstung, Verpflegung, Reisekosten und mehr aufzubringen - und diese Kosten haben es in sich.
Wir gehen hier den finanziellen Fragen der Teams bei der Tour de France auf den Grund: Wie viel kostet ein Team also die Teilnahme an der Tour de France? Was kostet ein Profi-Rennrad? Was benötigen die Rennprofis Deutschlands und der Welt an Ausrüstung und Verpflegung? Und was verdienen die Profi-Fahrer eigentlich? Eins sei vorweg erwähnt: Diese Fragen sind nicht klar zu beantworten. Nicht alle teilnehmenden Teams der Tour de France legen ihre Abrechnungen offen. Wir versuchen dennoch, uns in diesem Artikel den Einnahmen und Ausgaben der Mannschaften anzunähern.
Die Bedeutung der UCI World Tour
Bevor wir in den Zahlen und Schätzungen der Tour-Teams auf den Grund gehen, ist es jedoch wichtig zu verstehen, dass das Jahresbudget eines Rad-Teams nicht nur die Tour de France deckt. Die UCI World Tour könnte auch als höchste Radsport Liga bezeichnet werden. Ähnlich wie bei der Formel 1 werden dutzende Rennen an verschiedenen Orten der Welt ausgetragen. Die Tour de France wird vom 05. Juli bis zum 27. Juli ausgetragen.
Zwar gilt die Tour de France noch immer als das größte Ereignis der UCI World Tour, doch wenn wir vom Budget eines Radsportteams sprechen, wird das ganze Jahr mit eingerechnet. Neben der Tour nutzen die Fahrer ihr Equipment beispielsweise auch beim Giro d’Italia, der Vuelta a España oder bei der Tour of Guangxi in China. Hinzu kommt, dass neben den Radrennsport Teams der Männer auch weitere Teams gefördert werden und eine Trennung im Radsport Teams Budget meistens nicht öffentlich gemacht wird.
Zu Ineos Grenadiers gehören neben dem Männer-Radsport-Team beispielsweise auch ein U23-Team und ein Radsport-Team der Frauen. Wie viel von den Einnahmen am Ende dem Radsport-Team zugutekommen, hängt auch von der Nationalität des Teams und den jeweiligen Steuern ab.
Ausrüstung und ihre Kosten
Um uns einen Überblick über die Ausgaben der Tour de France Mannschaften zu verschaffen, fangen wir bei der grundlegenden Ausrüstung an, die ein Radrennen-Profi benötigt. Sicher und vor allem leicht muss das Equipment sein, damit ein Fahrer der Tour de France eine Strecke möglichst schnell zurücklegen kann. Neue funktionale Kleidung oder Ausrüstung können deswegen auch für Freunde der Tour de France Wetten von hohem Interesse bei ihren Tipps sein. Zu den Must-haves der Rad Profis gehören nicht nur aerodynamische Fahrräder und Helme, sondern auch die passenden Trikots, Radlerhosen, Sonnenbrillen, Handschuhe und Schuhe. Und zwar jeweils für Etappen unterschiedlicher Steigung und Temperaturen.
Am Beispiel des von deutschen Unternehmen gesponserten Teams BORA-hansgrohe berechnen wir, womit ein Rennprofi beim Fahren ausgestattet sein sollte. Spezielle Arten von Zubehör bergen auch verschiedene Vorteile. Bei den Kosten kann hierbei es zu großen Spannen kommen, die wir hier anhand von Beispielen der top Tour-de-France-Teams aufzeigen:
- Rennrad: Eines der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände bei der Tour de France ist natürlich das Fahrrad. Es muss möglichst leicht und aerodynamisch sein, um seinem Fahrer einen Vorteil zu verschaffen. Das Team Bora-Hansgrohe wird momentan von Hersteller Specialized unterstützt. Neu kosten diese Tour de France Räder zwischen 7.000 und 16.000 Euro.
- Trikot: Das niederländische Team Jumbo-Visma ist schon seit Jahren unter Vertrag bei dem Sponsor AGU, der dem Team das angeblich schnellste Trikot für ein Zeitersparnis von 1,3% bietet. Eine Nachbildung des Team-Jerseys kostet neu aktuell 70,00 Euro.
- Helme: Auch bei Helmen gibt es verschiedene Versionen für Radprofis. Aerodynamische Helme haben eine Tropfenform. Radprofi Simon Clarke vom Team EF Education-EasyPost nutzt in diesem Jahr den Helm des Sponsors poc mit einem Lüftungssystem zum Kühlen. Der Helm kostet 280,00 Euro.
- Radbrillen: Ein großes Sichtfeld und Schutz vor der Sonne sind bei der Tour de France wichtig. Die Marke 100% sponsort seit zwei Jahren das spanische Team Movistar sowie auch BORA-hansgrohe. Die Preise für das Modell „Racetrap“ reichen normalerweise von 212,00 bis 220,50 Euro.
- Schuhe: Auch Radschuhe müssen leicht sein und einen guten Griff haben. Die Sohle besteht aus Kohlenstoff und ist so gestaltet, dass sie ins Pedal einrastet. Das Ineos Grenadiers Team verwendet Schuhe der Marke GO. Die Modelle The Cloud, Cloud X und Cloudswift sind für zwischen 139,00 und 159,00 Euro erhältlich.
Pro Fahrer können sich die Kosten für die individuelle Ausrüstung auf bis zu 22.500 Euro belaufen - allein für das technische Equipment und die Kleidung.
Teamwork und seine Kosten
Was wäre ein Tour de France Fahrer ohne sein Team? Bei der Tour de France hängt alles von den Kolleginnen und Kollegen ab. Wer 23 Tage lang ein Rennen über insgesamt mehr als 3.300 km fährt, braucht nicht nur eine vorgegebene Radsport Taktik, sondern auch mechanische Reparaturen, Ersatzteile, Verpflegung und medizinische Versorgung. Tour de France Mannschaft und Mitarbeitende als Kostenfaktor.
Die Mannschaftskapitäne sind während des Fahrens auf die sogenannten Domestiques (oder auch „Wasserträger“) angewiesen. Diese Rennprofis fahren beispielsweise vor dem Kollegen, um ihn vor Wind zu schützen und ihm Getränke aus den begleitenden Autos zu reichen. Je nach Strecke können diese zugewiesenen Rollen sich zwischen den Fahrern je nach Etappe ändern. Das entscheiden die Teamleiter. Denn hinter den 23 teilnehmenden Teams mit insgesamt 184 Fahrern standen im Jahr 2021 große Teams von insgesamt 450 Personen. Pro Mannschaft sind das mindestens 17 MitarbeiterInnen, darunter zwei Sportliche LeiterInnen, mehrere SoigneurInnen (MassagetherapeutInnen, die auch andere Aufgaben übernehmen), KöchInnen und MechanikerInnen.
Während das Team Ineos Grenadiers beispielsweise laut ihrer Gehaltsabrechnung 39 Mitarbeiter neben den Rennfahrern beschäftigte, sind für das aktuelle niederländische Team DSM 74 MitarbeiterInnen gelistet. Zur Gehaltsabrechnung kommen wir später.
Rennfahrer Ausrüstung & Verpflegung
Ein Team-LKW kostet nach Schätzungen des Manager Magazins ca. 170.000 Euro. Ein solcher wird allerdings nicht jedes Jahr benötigt, denn er kann längerfristig genutzt werden. Das Team Groupama-FDJ verkaufte 2018 einen Tourbus für 523.000 Euro - ein Neuwagen würde natürlich weitaus mehr kosten. Dieser Preis ist vor allem abhängig vom Budget jedes Radsportteams. 6 Energieriegel oder Energiegel von SANAS (die Marke, die die Tour de France Ernährung des Teams DSM 2022 sponsort) kosten 26,50 Euro.
Ernährungswissenschaftler empfehlen bis zu 90g Kohlenhydrate pro Stunde, sollte der Wettkampf länger als drei Stunden andauern. Das entspricht etwa zwei Energieriegeln. Gehen wir also der Einfachheit halber davon aus, dass ein Fahrer über eine Etappe von 3,5 Stunden 7 Energieriegel zu sich nimmt, so ergeben sich theoretisch pro Fahrer während der Tour de France Etappen Kosten von 649,25 Euro! Und das nur für die Verpflegung auf dem Rad. Profiradsportler nehmen allerdings bis zu 8.000 Kalorien am Tag zu sich, von denen Energieriegel nur etwa 1.500 decken.
Bei 8 Fahrern pro Team ergibt dies also Kosten von rund 5.200 Euro allein für Nahrungsergänzungen pro Team und Etappe bei der Tour de France.
Einnahmen der Teams
Anders als beim Fußball haben die Tour de France Teams und im Radsport allgemein kein Stadion oder Velodrom, für das sie bei Rennen Eintritt verlangen könnten. Die Preisgelder, welche die Teams nicht nur für den Gesamtsieg.
Wie auch die Budgets der meisten Radsportteams haben sich die Preisgelder bei der Tour de France im Laufe der Zeit stark verändert. Besonders seit die Tour in den 1980ern bedeutend mehr Einnahmen durch die Rechte an der Fernsehübertragung machte, konnten die Preisgelder für die Rennfahrer stark ansteigen*.
Obwohl die genauen Einnahmequellen des Rennveranstalters Amaury Sport Organisation (ASO) nicht bekannt sind, schätzen Experten, dass sich das Budget der Tour aus drei Säulen zusammensetzt:
- TV-Rechte
- Werbung und Sponsoren
- Gebühren der gastgebenden Städte
Im Jahr 2009 betrug das Preisgeld insgesamt noch 3.270.000 Euro, von 2012 zu 2013 schrumpfte das Budget der Radsportteams um ca. 1,2 Mio. Euro und stieg in den folgenden Jahren langsam wieder an. 2021 betrug das Preisgeld insgesamt 2,3 Mio. Euro. Für den ersten Platz wurden bis 2015 noch 450.000 Euro gezahlt. Seit 2016 erhalten die Gewinner der Tour 500.000 Euro.
Die Millionenausgaben, welche die Teilnahme an der Tour de France fordern, werden von den Preisgeldern also nicht abgedeckt.
Sponsorengelder decken durchschnittlich etwa 70% der Ausgaben einer Mannschaft bei der Tour de France ab. Weitere finanzielle Unterstützung erhalten die Teams normalerweise durch:
- Spenden: Privatleute und Organisationen können die Schirmherrschaft über ein Team übernehmen und so auch von dem Ansehen profitieren, das sie in Verbindung mit den Rennen bekommen.
- Institutionelle Unterstützung: Staatliche, regionale oder lokale Behörden können Teams finanziell unterstützen. Die Summen fallen meistens geringer aus als diejenigen von Unternehmen. Das Astana Qazaqstan Team wird beispielsweise vom Staat Kasachstan finanziert.
- Private Investoren: Die nachhaltigste Art der Finanzierung für die Teams der Tour de France sind Unternehmen mit Marketing-Strategien, durch die langfristige Einnahmen generiert werden. Manchmal stehen hinter den Firmen auch leidenschaftliche Fans. Der Schweizer Eigentümer von BMC, Andy Rihs, finanzierte bis zu seinem Tod 2018 beispielsweise das polnische CCC Development Team.
Dafür, dass sie die Teams finanziell oder mit Produkten wie Fahrrädern und Schutzkleidung unterstützen, bekommen die Sponsoren natürlich auch etwas im Gegenzug: Und zwar Werbung in Form des Teamnamens oder durch ihr Logo auf der Kleidung der Rennprofis oder durch die Bereitstellung ihrer Produkte für ein Team.
Die Teilnahme an der Tour de France bietet den Unternehmen eine exzellente Werbefläche, denn sie haben ein riesiges Publikum und ihren Auftritt - anders als beispielsweise im Fußball - nicht in der Werbepause, sondern während des kompletten Rennens. Dadurch, dass beispielsweise der Radhersteller Trek 1997 den Radrennfahrer Lance Armstrong unter Vertrag nahm, steigerten sich seine Verkaufszahlen enorm.
Werbung hat eine lange Tradition bei der Tour de France, denn schon bei den ersten Radrennen im 19. Jahrhundert bezahlten Sponsoren in Frankreich die Fahrer, um ihre Produkte vorzuführen. Überhaupt wurde der Wettbewerb nur deshalb gestartet, damit das Sportmagazin L’Auto seine Auflagen wegen des hohen öffentlichen Interesses am Radsport steigern und mehr Geld durch Werbeanzeigen einnehmen konnten.
Es gibt allerdings ein Problem mit den Sponsoren: Top-Teams mit großzügigen Geldgebern können die besten Fahrer einkaufen und sich die beste Ausrüstung leisten. Dies hat zur Folge, dass die Teams im finanziellen Mittelfeld auch einen Ruf als „mittelklassig“ bekommen und es schwerer für sie wird, Sponsoren zu finden, weil in den Medien nämlich nicht so viel über sie berichtet wird wie über die Teams mit großen Budgets.
Um den Wettbewerb fairer zu gestalten, war nach den mehrmaligen Siegen des Teams Ineos (vormalig Sky) auch eine Budgetgrenze für die Mannschaften bei der Tour de France im Gespräch. Hierzu könnte in Zukunft vor allem eine Obergrenze für das Gehalt der Fahrer gehören, sodass Teams mit einem großen Budget gute Radler nicht mit einem höheren Gehalt abwerben können. Ähnlich wie das neue Reglement der Formel 1 könnte diese Regelung die Abstände zwischen den Teams verkleinern.
Merchandise und weitere Einnahmequellen
Einen vergleichsweise kleinen Anteil der Einnahmen können die Mannschaften mit dem Verkauf von Merchandise einholen: Für Socken, Shirts oder Mützen mit dem Teamlogo fließt Geld in Form einer Lizenzgebühr in die Kassen der Rennprofis. Zudem werden nach der Tour oftmals die Fahrräder der Spitzensportler und manchmal auch die Fahrzeuge des Teams verkauft. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn ein Vertrag mit einem Sponsor ausgelaufen ist und die gesponserten Profi-Rennräder nicht mehr vom Team genutzt werden können. Weitere Einnahmen machen die Teams durch Zahlungen der Rennveranstalter.
Gehälter der Profis
Im Mittelpunkt jedes Tour-Teams stehen natürlich die Fahrer. Sie müssen bei der Tour de France über 21 Etappen Höchstleistungen erbringen und sollen Preisgelder fürs Team erwirtschaften. Was verdienen also die Spitzensportler selbst mit der Tour de France? Dem französischen Magazin Sportune zufolge war im Jahr 2021 Christopher Froome von Team Israel Start-Up Nation mit einem Gehalt von 5,5 Millionen Euro der bestbezahlte Tour-Fahrer der Saison. An zweiter Stelle folgen Tadej Pogacar (UAE) und Peter Sagan (damals BORA-hansgrohe) mit jeweils 5 Mio. Euro Einkommen...
Die Budgets der Teams im Überblick
Die Team-Budgets im Profi-Radsport sind weit entfernt von den Summen, die im internationalen Fußball bewegt werden. Aber wenig Geld ist es auch nicht. Wofür eigentlich? Wir haben die Budgets der Teams, die bei der Tour de France mitgefahren sind, aufgelistet.
Die Budgets aller Tour-de-France-Teams:
- Ineos Grenadiers (GBR): 50 Mio.
- UAE Team Emirates (UAE): 35 Mio.
- Jumbo-Visma (NED): 27 Mio.
- AG2R-Citroën Team (FRA): 23 Mio.
- Groupama-FDJ (FRA): 20 Mio.
- Soudal - Quick Step (BEL): 20 Mio.
- Movistar (ESP): 20 Mio.
- Team dsm-firmenich (NED): 19 Mio.
- Bahrain-Victorious (BRN): 18 Mio.
- Bora-Hansgrohe (GER): 18 Mio.
- Israel-Premier Tech (ISR): 18 Mio.
- Lotto-Dstny (BEL): 16 Mio.
- Arkea-Samsic (FRA): 16 Mio.
- Alpecin-Deceuninck (BEL): 13 Mio.
- Cofidis (FRA): 13 Mio.
- TotalEnergies (FRA): 13 Mio.
- Team Jayco-AlUla (AUS): 13 Mio.
- Lidl-Trek (USA): 13 Mio.
- Astana Qazaqstan Team (KAZ): 12 Mio.
- EF Education EasyPost (USA): 12 Mio.
- Intermarche-Circus-Wanty (BEL): 10 Mio.
- Uno-X Pro Cycling Team (NOR): 8 Mio.
Quelle der Budgets: Sportune
Wir zeigen zudem anhand des Teams Groupama-FDJ, welche Kosten im Profi-Radsport entstehen. Die Zahlen beruhen auf der offiziellen Bilanz für das Geschäftsjahr 2021 der Betreibergesellschaft “Société de Gestion de l’Echappée”. Sie wurden Ende Juli 2023 erstellt. Die Betreibergesellschaft umfasst die Männerteams in der World Tour und das Nachwuchsteam Equipe Continentale Groupama-FDJ. Das Frauenteam FDJ-Suez hat keine Verbindungen zur Betreibergesellschaft. Insgesamt umfasst das Team 97 Mitarbeiter, von denen 38 Radprofis sind.
Die Zahlen der offiziellen Bilanz von Groupama-FDJ
Wichtige Ausgaben:
- Gehälter: 11,5 Mio. Euro
- Sozialabgaben: 3,7 Mio. Euro
- Materialwagen und zwei Teambusse: 1,58 Mio. Euro
- UCI-Kautionen: 42.000 Euro
- Material Teamräder: 22.000 Euro
- Trikots: 147.000 Euro
- LNC (Ligue Nationale de Cyclisme): 26.000 Euro
Bilanzwert:
- Wert Räder und Rahmen: 733.000 Euro
Sponsorenunterstützung:
- Groupama: 9,55 Mio. Euro
- FDJ: 7,6 Mio. Euro
- Lapierre: 1,5 Mio.
Die Preisgelder der Tour de France: Insgesamt werden 2.577.731 Euro an Prämien an die Teams und Fahrer der Tour de France verteilt - minimal weniger als im Vorjahr.
Etappen: Jeder Etappensieger erhält 11.000 Euro, dahinter gibt es 5500 und 2800 Euro, der 20. Fahrer der Etappe kassiert noch 300 Euro.
Gesamtsieger: Der Tour-Sieger bekommt 500.000 Euro Preisgeld, der Zweite 200.000 und der Dritte 100.000. Von Platz 20 an gibt es für jeden Fahrer, der in Paris ankommt, bis Platz 160 noch 1000 Euro.
Gelbes Trikot: Jeder Tag im Gelben Trikot bringt dem Träger 500 Euro ein.
Grünes Trikot: Jeder Tag im Grünen Trikot bringt dem Träger 300 Euro ein. Bei jedem Zwischensprint gibt es 1500, 1000 und 500 Euro. Der Gesamtsieger der Punktewertung erhält 25.000 Euro, der Achte noch 2000 Euro.
Bergtrikot: Jeder Tag im Bergtrikot bringt dem Träger 300 Euro ein. Der Gesamtsieger erhält 25.000 Euro, der Achte noch 2000 Euro. An den Anstiegen der HC-Klasse bzw. bei Bergankünften gibt es 800, 450 und 300 Euro; die Pässe der 1. Kategorie bringen 650, 400, 150 Euro ein; die Bergwertungen der 2. Kategorie 500 und 250 Euro; die Anstiege 3. Kategorie 300 Euro; die Rampen oder Hügel der 4. Kategorie 200 Euro. Am Col du Tourmalet wird auf der 14. Etappe das "Souvenir Jacques Goddet" vergeben, es ist mit 5000 Euro dotiert. Am Col de la Loze auf der 18. Etappe, dem höchsten Punkt der Tour (2304m), wird das "Souvenir Henri Desgrange" ausgefahren - der erste Fahrer dort oben erhält zusätzlich 5000 Euro in Erinnerung an der Tour-Gründer. Einen weiteren Sonderpreis gibt es zum 50. Jubiläum des Bergtrikots: Der erste Fahrer, der 50 Bergpunkte sammelt, erhält dazu 5000 Euro.
Teamwertung: Für einen Tagessieg gibt es 2800 Euro. Der Gesamtsieger des Mannschaftsklassements erhält 50.000 Euro, der Fünfte noch 8000 Euro.
Nachwuchswertung: Der Tagessieger erhält jeweils 500 Euro. Der Träger des Weißen Trikots bekommt täglich 300 Euro. Der Gesamtsieger erhält 20.000 Euro, der Vierte 5000 Euro.
Kämpferischster Fahrer: Der Tagessieger (außer bei Zeitfahren) erhält 2000 Euro. Der von einer Jury gewählte Gesamtsieger bekommt 20.000 Euro. Außerdem wird in jeder der drei Tour-Wochen der beste Helfer von einer Jury gekürt, dafür gibt es jeweils 2000 Euro. Der beste Teamkollege der Tour wird zusätzlich mit 3000 Euro ausgezeichnet.
ZEITNAHME: Alle Zeiten werden auf die volle Sekunde abgerundet. Zehntel- oder Hundertstelsekunden beim Zeitfahren dienen nur der Platzierung. Bei Gleichstand in der Gesamtwertung entscheiden sie allerdings über den Träger des Gelben oder Weißen Trikots.
TEAMSTÄRKE: Seit im Jahr 1962 Werksteams bei der Tour die Nationalmannschaften ablösten, bildeten stets mindestens neun Fahrer eine Mannschaft. 2018 reduzierten die drei großen Rundfahrten - Giro, Tour und Vuelta - die Teamgröße auf acht Sportler. Damit stehen 184 Fahrer aus 23 Mannschaften am Start.
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