Wer heutzutage mit dem Fahrrad unterwegs ist, kommt an technischen Gadgets nicht vorbei. Egal, ob als Alltagsradler, der auf der Suche nach der besten Strecke von A nach B ist, oder Radsportler, der seine umfangreichen Zahlen gern festhalten und den Trainingsprozess dokumentieren will.
Die besten Apps für Radfahrer im Überblick
Mittlerweile gibt es für die beliebte Outdoor-Aktivität zahlreiche Anwendungen, die beispielsweise als Fahrrad-Navi oder Fahrrad-Tracker dienen. Wir stellen Dir die besten kostenlosen Fahrrad-Apps für Android und iOS vor.
1. Komoot: Routenplanung und soziales Netzwerk
Wer unterwegs mit dem Fahrrad navigieren möchte, findet mit Komoot einen zuverlässigen Partner. Die Community-App ist nicht nur Routenplaner, sondern auch ein soziales Netzwerk für Outdoor-Aktivitäten. Mit der App können Touren zuvor am Rechner geplant und vorgegebene Routen auch individuell angepasst werden. Es ist möglich, die per OpenStreetMap erstellten Strecken zu nutzen oder aber die von anderen Usern gefahrenen Touren nachzufahren.
Jede eigene Tour kann per Upload auch im eigenen Komoot-Profil privat oder öffentlich angezeigt werden. Die GPX-Daten lassen sich direkt auf die entsprechenden Fahrrad-Navis übertragen oder aber mittels Smartphone und einer passenden Halterung am Lenker direkt in der App anzeigen.
Dank GPS werden alle wichtigen Informationen zur Strecke ausgegeben. So gibt es neben dem Höhenprofil, der Distanz und Geschwindigkeit auch eine prozentuale Darstellung der Wegbeschaffenheit, unfahrbare Sektionen werden erwähnt und die erwartete Dauer der Tour wird berechnet. Neben den verschiedenen Aktivitäten wie Laufen, Wandern und Radfahren, kann letzteres in der Suche auch spezifiziert werden.
Die kostenlose Fahrrad-App Komoot ist für jeden Radfahrer hilfreich, wenn es darum geht, maßgenschneiderte Routen zu finden oder zu planen. Denn mit dem Fahrrad-Navi kannst Du Deine perfekte Tour mit Details wie Wegbeschaffenheit, Schwierigkeit, Distanz und Höhenmetern planen. Um diese dann abzufahren, brauchst Du noch nicht mal eine Karte zu öffnen, da die Anwendung Dich mit Sprachbefehlen selbst durch den tiefsten Wald navigiert. Zudem unterscheidet die App zwischen Radfahren, Mountainbiken und Rennradfahren.
Und da gerade in ländlichen Regionen der Empfang manchmal schwächer ist, lassen sich die erstellten Routen praktischerweise auch als Offline-Karten speichern. Gut gefallen hat uns zudem die Radfahr-Community. Dort tauschst Du Dich mit anderen Radlern aus, gibst oder erhältst Tipps und postest Bilder. Du kannst sogar zum Experten werden, wenn die anderen Dich und Deine Expertise weiterempfehlen. Bist Du einmal ratlos und weißt nicht, wo Dich Dein Fahrrad als nächstes hinbringen soll, kannst Du Dich unter dem Menüpunkt Entdecken inspirieren lassen. Dort findest Du Routen in Deiner Nähe inklusive der Kilometeranzahl und der geschätzten Zeit, die man dafür benötigt.
Die Nutzung von Kartenmaterial für eine Region ist kostenfrei. Wer mehr Regionen benötigt oder Mehrtagestouren durchplanen möchte, zahlt diese Extras (ab 3,99€/Region). Die App ist erhältlich für Android und iOS.
2. Strava: Soziales Netzwerk für Ausdauersportler
Strava ist ein soziales Netzwerk für Ausdauerathleten und gerade unter Radfahrern sehr weit verbreitet. „If it’s not on Strava, it didn’t happen.“ ist ein sehr bekannter Satz, den vermutlich jeder sportlich ambitionierte Radfahrer schonmal gehört hat.
Die App zeichnet Ausdaueraktivitäten wie zum Beispiel Radfahren, Schwimmen, Laufen und Wandern auf und lädt diese Touren anschließend in den eigenen Feed privat oder öffentlich hoch. Der Community Charakter steht auch hier im Fokus und die User können kommentieren und „Kudos“ geben, um die Tour zu bewerten.
Dabei zeichnet Strava detailliert Parameter auf, mit welchen sich das Training bzw. die Ausfahrt sehr präzise analysieren lassen. So kann man die Entwicklung der eigenen Leistung verfolgen, sich aber auch mit anderen Fahrern auf der gleichen Strecke messen.
Die App spielt hier auch bewusst mit dem Motivationsbooster „Gamification“ und lobt für ausgewiesene Segmente auf den Strecken Belohnungen in Form von Platzierungen und Icons im Profil aus. Strava lässt sich sowohl für die Tourenplanung, als auch für die Tour selbst (direkt in Strava auf dem Smartphone oder auf einem kompatiblen Device) und im Nachhinein für die Analyse bzw. die Darstellung der Route nutzen.
Wer sportlich unterwegs ist, der kann die Strava-Daten als GPX-Datei auch mit entsprechend anderen Apps abgleichen und Nutzen aus den erhobenen Daten ziehen. Die, übrigens auch bei Profis sehr beliebte, Ausdauersport-App ist in der Basisversion kostenfrei und bietet mit einem Abo-Modell weitere Funktionen (ab 10,99€/Monat).
3. AllTrails: Outdoor-Plattform für vielfältige Aktivitäten
Die Outdoor-Plattform lebt vom Community-Gedanken und ist für viele verschiedene Aktivitäten nutzbar. Mehr als 400.000 Trails können hier laut Hersteller unter verschiedenen Aspekten angezeigt werden. Detaillierte Informationen erleichtern die Planung, und Bewertungen durch User ergänzen nützliches Wissen für die nächste Tour.
Wer sich verirrt, wird in der Bezahl-Version mittels eines Alarms wieder auf den richtigen Track verwiesen. AllTrails arbeitet ebenso mit anderen Apps zusammen und überträgt die entsprechenden Daten, zum Beispiel an die Apple Health App.
Wer eine passende Route sucht, der kann sich direkt vom eigenen Standort aus eine passende Tour anzeigen lassen. Auch diese App gibt es kostenfrei für Android und iOS, aber auch in einer Bezahlversion (19,99€/Jahr).
4. Garmin Connect: Fitness-App für Garmin Devices
Die Fitness-App für Garmin Devices liefert alle Zahlen und Routen für Sportler. Sowohl Touren können mit der App und Garmin Express am Rechner geplant als auch Aktivitäten aufgezeichnet werden. In der Vorbereitung lassen sich Strecken übersichtlich am Rechner planen und GPX-Dateien verarbeiten. Die Navigation mit Abbiegehinweisen ist bei Garmin mit inbegriffen.
Auch mit anderen Apps, wie z. B. Komoot, ist die Garmin App kompatibel und kann auf die geplanten Strecken zugreifen. Die App liefert nicht nur das Profil der jeweiligen Strecken, sondern auch Statistiken, u. a. auch rund um die Gesundheit des Fahrers. So können verschiedene Parameter eingegeben und berücksichtigt werden.
Die App ist mit zahlreichen weiteren Apps kompatibel und tauscht Daten auf Wunsch automatisch in beide Richtungen aus. So zum Beispiel mit Komoot, Strava und Trainingpeaks. Auch die Health Daten der App in iOS können hier verwendet werden. Die Garmin Connect-App ist kostenfrei und sowohl für Android als auch iOS verfügbar. Sie lässt sich als App auf dem Smartphone oder auf den entsprechenden Devices nutzen.
5. Bikemap: Fahrradnavi mit Millionen von Routen
Die App „Bikemap“ bezeichnet sich selbst als das beste Fahrradnavi mit 13 Mio. Fahrradrouten in mehr als 190 Ländern. Mit der App können Routen geplant, aufgezeichnet und unterwegs navigiert werden. Die Routen sind von Nutzern generiert und somit immer auf dem aktuellsten Stand.
Auch hier können Touren kommentiert und bewertet werden. Wichtige Details werden für die Streckenplanung angegeben. So zum Beispiel das Höhenprofil und die voraussichtliche Dauer, sowie der passende Typ des Fahrrads. Auch ohne Netzabdeckung ist man mit „Bikemap“ sicher offline unterwegs und die POIs (Points of Interests) sind für Radfahrer besonders interessant. Hierbei handelt es sich um ein Feature, das wichtige Punkte wie Fahrradwerkstätten, Fahrradstellplätze oder technische Fahrradstationen anzeigt.
Die App kann direkt am Smartphone oder mit der Apple Watch verwendet werden.
Weitere nützliche Fahrrad-Apps
Neben den bereits genannten Apps gibt es noch viele weitere nützliche Anwendungen für Radfahrer. Hier eine kleine Auswahl:
- Radbonus: Sammle Bonuspunkte für jeden gefahrenen Kilometer und tausche sie gegen Rabatte ein.
- Zeopoxa Radfahren: Fahrrad Tracker: Verfolge Dein Tempo, miss die Distanz, zähle die verbrannten Kalorien und setze Dir individuelle Trainingsziele.
- Bike Citizens: Navigations-App speziell für urbane Radfahrer.
- Falk Maps & Routenplaner: Navigations-App für Fahrradtouristen mit vielen Zusatzinfos zu Karten, Routen, POIs und Unterkünften.
- Saddle Adjust: Hilft bei der korrekten Einstellung des Sattels.
Das müssen Sie bei der Nutzung von Routenplaner-Apps beachten
Damit die Apps unterwegs stets tadellos ihren Dienst tun, gilt es einige Dinge zu beachten. Zunächst einmal sollte der Download einer Navi-App im heimischen WLAN erfolgen und nicht erst unterwegs, wenn man sich bereits verfahren hat. Denn oft fallen beim Download einer Navigations-App große Datenmengen an. Bei schlechter Netzabdeckung kann der Download dann etwa quälend lange dauern oder das monatliche Daten-Budget durch solche Downloads aufgebraucht werden.
Zudem sollten vor einer Bike-Tour alle dafür erforderlichen Karten bereits aufs Smartphone geladen werden. So lässt sich auch in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung weiterhin problemlos der geplanten Route folgen, beispielsweise auf Waldpisten. Zu beachten ist auch, dass das Smartphone vor dem Start vollgeladen ist ist. Ein Display, dass bei einer Navigation dauerhaft aktiviert ist, verbraucht schnell viel Akku-Kapazität. Daher sollte für längere Touren auch eine Powerbank, beispielsweise das Modell von Anker mit 20.000mAh, zum Aufladen des Smartphones mit zum Tour-Equipment gehören.
Um stets die exakte Position zu bestimmen, beziehen die Bike-Apps Standortdaten via GPS. Steckt das Smartphone in einer dicken Schutzhülle, kann das den GPS-Empfang mitunter verschlechtern. Wer viel mit dem E-Bike oder Gravelbike unterwegs ist, für den lohnt sich auch ein Navi. In der App geplant, kann der Radfahrer hier seine Route unkompliziert hochladen. Das Navi ist mitunter zwar gar nicht so günstig in der Anschaffung, hat aber den Vorteil, dass die Darstellung oft besser ist und es meist eine lange Akkulaufzeit bietet. Empfehlenswert ist hier der IMTEST-Testsieger von Garmin, das Edge 1050.
Wie zuverlässig ist die Bike-Navigation?
Für die meisten Touren gilt: Auf viele Fahrrad-Apps ist im Großen und Ganzen Verlass. Jedoch ist das GPS-Signal im dichten Wald oder Gebirge nicht immer perfekt. In der Praxis bedeutet das, dass die App nicht immer hundertprozentig genau weiß, wo sich die Radfahrerin oder der Radfahrer aufhält. Auch sind nicht immer alle Strecken befahrbar, etwa nach einem Sturm oder weil im Sommer die sprießende Vegetation einen Strich durch die Rechnung macht. Da hilft es oft nur unterwegs Alternativrouten über eine Neuberechnung von Routen zu finden. Diese Eventualität sollte bei Fahrten im Gelände durchaus mit eingeplant werden - damit die App schließlich zuverlässig zum Ziel führt.
Das sollte eine Bike-App bieten
Klar, als Grundfunktionen muss eine E-Bike-App Karten anzeigen können, anhand derer sich navigieren lässt. Für Rad-Touren und Reisen in Gebiete mit schlechter Netzabdeckung oder gar in Länder, in denen Daten-Roaming nicht möglich ist, sollten aber noch weitere Funktionen inklusive sein. Dazu zählen neben Karten, die sich auch ohne Verbindung in ein Mobilfunknetz nutzen lassen. Solche Offline-Karten helfen zudem, sich auch über lange Strecken gut zurecht zu finden.
Bei einigen Navi-Apps allen auch für die Nutzung von Kartenmaterial keine Gebühren an. Wer Kosten vermeiden möchte, sollte sich daher für so eine App entscheiden und darauf achten, dass es bei einigen Apps unter anderem für bestimmte Bereiche Bezahlfunktionen gibt. Etwa für Sprachbefehle oder Sprachausgabe der Navigation. Die Fahrerin oder der Fahrer brauchen so nicht ständig auf die Smartphone-Anzeige schauen, um auf der geplanten Strecke zu bleiben. Auch muss das Display (siehe Akku-Laufzeit) dann nicht dauerhaft eingeschaltet bleiben.
Vergleichstabelle der besten Apps zur Routenplanung
| App | Preis | Offline-Navigation | Routenplanung | 3D-Karten | Sensor-Kompatibilität |
|---|---|---|---|---|---|
| Komoot | Gratis / Premium ab 4,99 €/Monat | ✔️ | ✔️ | ❌ | ✔️ |
| Strava | Gratis / Premium ab 7,99 €/Monat | ❌ | ✔️ | ❌ | ✔️ |
| Bikemap | Gratis / Premium ab 3,99 €/Monat | ✔️ | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Naviki | Gratis / Premium ab 3,79 €/Monat | ✔️ | ✔️ | ❌ | ✔️ |
| Bike Citizens | Gratis / Premium ab 4,99 €/Monat | ✔️ | ✔️ | ❌ | ✔️ |
Die analysierten Apps bieten Lösungen für verschiedene Arten von Radfahrern, von Anfängern bis hin zu Experten. Wenn du Offroad-Abenteuer suchst, ist Komoot eine ausgezeichnete Wahl dank detaillierter Karten und Routen für anspruchsvolle Wege und Gelände. Für kompetitive Radfahrer hebt sich Strava als die beste Option hervor, dank seiner erweiterten Analysefunktionen, Herausforderungen und einer aktiven Community. Wenn du ein Tool benötigst, um individuelle Routen zu erstellen, ermöglicht dir Bikemap, Strecken an deinen Fahrstil anzupassen, mit Funktionen wie 3D-Karten und Verkehrsbenachrichtigungen. Naviki hingegen ist ideal für Radfahrer, die das Fahrrad als tägliches Transportmittel nutzen und sichere und optimale Routen für Fahrten in oder zwischen Städten suchen. Schließlich ist Bike Citizens perfekt für urbane Radfahrer, die sich effizient in ihrem Alltag bewegen möchten.
Bei den Radfahr-Apps ist sicher für jeden etwas dabei. Letztlich kommt es sehr darauf an, welchen Nutzen diese bringen soll. Viele Apps haben deutlich mehr Funktionen als für den einzelnen Radfahrer möglicherweise notwendig sind.
Gut zu wissen: Das Zusammenspiel verschiedener Apps macht es dem Radfahrer immer einfacher, das Beste aus den Anwendungen rauszuholen und nahezu „plug & play“ Daten aufzuzeichnen, um diese effizient zu nutzen.
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