Die urbane Mobilität der Zukunft wird zunehmend elektrisch. In China prägen Elektroroller schon lange das Straßenbild, während sie in Deutschland noch eine Randerscheinung sind. Der Pedelec-Boom der letzten Jahre zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich die E-Mobilität vor allem in städtischen Verkehrsräumen sein kann. Eine Fahrzeugklasse höher, bei den Rollern, könnte schon bald ein ähnlicher Hype einsetzen, denn neben einigen schon verfügbaren Angeboten werden sich in den kommenden Monaten noch viele Neuheiten dazugesellen. Diese werden alltagstauglicher, cooler und außerdem vernetzter.
KSR Moto Vionis: Ein erschwinglicher E-Roller für unter 2000 Euro
Die österreichische KSR Group, unter anderem auch Importeur für Benelli und Royal Enfield in Deutschland, stellt unter ihrer Eigenmarke KSR Moto einen Elektro-Kleinkraftroller für unter 2000 Euro vor. Der KSR Moto Vionis kostet 1999 Euro und ist für zwei Personen zugelassen. Damit liege der Zweisitzer laut Hersteller auf dem Preisniveau typischer Viertaktroller der Klasse 50 cm³. Bisherige E-Roller in diesem Segment wären jedoch entweder zu schwach oder mit veralteter Akkutechnik ausgestattet. Mit dem KSR Moto Vionis ändere sich das jedoch.
Technische Daten und Ausstattung des KSR Moto Vionis
Der Vionis hat einen 2000-Watt-Motor von Bosch, 46 Newtonmeter Drehmoment und eine Normreichweite von 55 Kilometern. Der Elektroantrieb stammt von Bosch und liefert 2.000 Watt sowie 46 Nm Drehmoment. Damit schafft der Roller immerhin 45 km/h. Angetrieben wird der Vionis von einem Bosch-Motor, der mit 2000 Watt Dauerleistung und 46 Newtonmeter Drehmoment ein ordentliches Leistungspotenzial bereithält. Beim Antrieb setzt der VIONIS auf deutsche Ingenieurskunst: Der BOSCH-Motor ist mit 2.000 W Dauerleistung für Ampelsprints bestens geeignet, mit 46 Nm Drehmoment (das entspricht ungefähr dem Drehmoment eines 500 cm³-Motorrads) geht dem VIONIS auch bei Steigungen nicht so schnell die Puste aus.
Der Lithium-Akku hat eine Kapazität von 1,2 kWh, steckt unter der Sitzbank des 45-km/h-Rollers und ist zum einfacheren Laden herausnehmbar. Der Akku (Lithium-Ion) speichert 1,2 kWh und ist unter der Sitzbank verbaut. Der Clou: Der Akku ist zum einfacheren Laden herausnehmbar. Dabei soll das herausnehmbaren Akkupack mit LG Lithium-Zellen eine Kapazität von 1,2 kWh bieten, was laut KSR Moto für 55 Kilometer Reichweite nach der strengen Richtlinie UN-ECE R 101 reichen soll. Zumal die Reichweite des Vionis laut der „überaus strengen Richtlinie UN-ECE R 101“ gelte.
E-Roller als Alternative zum Auto in der Stadt
In der Coronakrise erlebt der Individualverkehr ein unerwartetes Comeback. Sechs Prozent der Haushalte ohne Pkw denken laut einer DLR-Umfrage über die Anschaffung eines Autos nach - besonders junge Städter können sich inzwischen wieder für diese Form der Fortbewegung erwärmen. Für die staugeplagten Städte ist das ein Problem. Verkehrsraum ist bereits heute knapp, gleichzeitig fallen vielerorts immer mehr Parkplätze weg. Elektrische Motorroller sind als idealer Autoersatz, da sie beim Fahren und Parken nur einen Bruchteil des Platzes und der Energie eines Autos brauchen.
"Gemessen an Transportleistung und Größe, ist der Motorroller das absolute Optimum", sagt Mobilitätsforscher Andreas Knie. Trotz steigender Nachfrage ein Nischenprodukt. So verwundert es nicht, dass die Nachfrage nach den Elektrofahrzeugen steigt.
Weitere interessante E-Roller-Modelle auf dem Markt
Neben dem KSR Moto Vionis gibt es noch weitere interessante E-Roller-Modelle auf dem Markt:
- BMW C Evolution: Ein Maxiscooter mit bis zu 48 PS und einer Reichweite von bis zu 160 Kilometern.
- Niu N1 und M1S: Schicke Scooter im Preisfenster von 2000 bis 2700 Euro, die bis 45 km/h beschleunigen und bis zu 120 Kilometer Reichweite bieten.
- Torrot Muvi: Ein Stadtscooter, der modellabhängig sogar bis 60 km/h schnell und bis 85 Kilometer weit fährt.
- Ujet: Ein futuristischer Stadtscooter, der gefaltet werden kann und über reichlich Konnektivitätstechnik verfügt.
- Vespa Elettrica: Ein Italo-Klassiker im klassischen Vespa-Look mit zukunftsweisendem Antrieb.
- Govecs Elly: Ein E-Scooter in Vespa-ähnlicher Aufmachung mit Koppelung des Smartphones mit dem Bordsystem.
- Schwalbe E-Schwalbe: Ein Scooter im Look der DDR-Zweiradikone Schwalbe mit einem leisen E-Motor.
- Peugeot GenZe 2.0: Ein indischer E-Roller mit einer 90-Liter-Gepäckschale im Heck.
Vor- und Nachteile von E-Rollern
Trotz der vielen Vorteile steht der echte Durchbruch allerdings noch aus. Ein Problem ist das Wetter in Deutschland. Zwar lassen sich auch Motorroller mit Windschildern, speziellen Beindecken und wetterfester Kleidung theoretisch zum Ganzjahresmobil machen. In der Praxis sind Roller aber vor allem in Ländern mit milderen Wintern verbreitet, wie beispielsweise in Italien.
Abgesehen vom Wetter gibt es politische Hürden auf dem Weg zum Massenmobil. "Das größte Problem ist die Beschränkung der kleinsten Rollerklasse auf eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h", sagt Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbands Elektromobilität (BEM). Dadurch werden die kleinen, besonders günstigen Roller, die man auch mit dem Autoführerschein fahren darf, sogar in der Stadt zum Verkehrshindernis.
Kostenvergleich: E-Roller vs. Benzin-Roller
Die E-Roller sind in der Anschaffung vergleichsweise teuer, solide Modelle mit Motoren von Bosch kosten ab 2500 Euro aufwärts, Premiummodelle wie die Vespa Elettrica oder die E-Schwalbe knapp dreimal so viel. Dabei ist ein elektrischer Roller im Betrieb unschlagbar günstig, da die mechanische Komplexität im Vergleich zu einem Roller mit Verbrennungsmotor viel niedriger ist. Laut ADAC liegen die Wartungskosten entsprechend um bis zu zwei Drittel unter denen eines Benzin-Rollers.
Auch die laufenden Kosten sind gering. In einem ADAC-Test verschiedener Roller lag der Stromverbrauch zwischen 3,4 und 5,8 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Ein gleichwertiger Verbrenner wie die Vespa Primavera 50 verbraucht auf 100 Kilometer dagegen 2,9 Liter Benzin, bei einem Spritpreis von 1,20 Euro pro Liter kosten 100 Kilometer somit 3,48 Euro - und damit mehr als das Doppelte.
Förderung von E-Rollern
Das größte Problem ist also der Anschaffungspreis. "Eine Förderung wäre deshalb absolut richtig", sagt BEM-Präsident Sigl und verweist auf einen Vorreiter: "In München unterstützt die Stadt den Kauf eines E-Motorrollers mit bis zu 1000 Euro. So eine Kaufprämie muss in allen deutschen Großstädten verpflichtend eingeführt werden."
Ein Beispiel: Wer einen E-Roller für 2500 Euro kauft, hat nach diesem Modell Anspruch auf bis zu 1000 Euro Prämie. Die Förderung darf jedoch 25 Prozent des Nettopreises - das wären hier 2100,84 Euro - nicht überschreiten. Man bekommt also 525,21 Euro Zuschuss. Wer den neuen Roller nun nachweislich mit Ökostrom lädt, bekommt einen weiteren Bonus von 200 Euro. Wird zusätzlich ein Verbrenner-Pkw abgewrackt, erhält man weitere 1000 Euro Bonus, bei einem Verbrenner-Roller 500 Euro.
| Kostenfaktor | E-Roller | Benzin-Roller (Vespa Primavera 50) |
|---|---|---|
| Stromverbrauch/Benzinverbrauch pro 100 km | 3,4 - 5,8 kWh | 2,9 Liter |
| Kosten pro 100 km | Ca. 1,50 - 2,50 Euro (je nach Strompreis) | 3,48 Euro (bei 1,20 Euro pro Liter) |
| Wartungskosten | Bis zu 2/3 geringer als Benzin-Roller | - |
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