Die KTM Fahrrad GmbH stellt klar: Der Motorrad-Hersteller KTM AG, Teil der Pierer Mobility AG ist insolvent.
Die Insolvenz der KTM AG (KTM, Husqvarna, GASGAS) unter dem Dach der österreichischen Pierer Mobility AG wirft auch Schatten auf die Fahrradsparte des Konzerns. Der Motorrad-Hersteller KTM AG, der zur Pierer Mobility AG gehört, ist insolvent.
Es ist wichtig zu betonen, dass dies jedoch nichts mit der KTM Fahrrad GmbH zu tun hat. Die Insolvenzentwicklung bei der Pierer Mobility AG steht in keinem Zusammenhang zur KTM Fahrrad GmbH. Diese ist seit 1992 ein eigenständiges Unternehmen und hat keinerlei Verbindung zu KTM Motorrad.
KTM Fahrrad GmbH: Ein eigenständiges Unternehmen seit 1992
1) Seit 1992 sind der Motorrad-Hersteller KTM AG und der Fahrrad-Hersteller KTM Fahrrad GmbH zwei voneinander komplett unabhängige und eigenständige Unternehmen.
2) Seit 1992 kommt jedes Fahrrad und E-Bike der Marke KTM ausschließlich aus dem Hause KTM Fahrrad GmbH.
3) Weder die KTM AG noch die Pierer Mobility AG stellen Räder oder E-Bikes mit der Marke KTM her.
Somit gibt es weder wirtschaftliche noch gesellschaftsrechtliche Verbindungen zur Pierer Mobility AG oder zur KTM AG.
Die KTM AG und die KTM Fahrrad GmbH sind weder gesellschaftsrechtlich miteinander verbunden noch kapitalmäßig oder anderweitig miteinander verflochten. Ein weiterer wichtiger Punkt zur Klärung: Weder die KTM AG noch die Pierer Mobility AG stellen Fahrräder oder E-Bikes mit der Marke KTM her. Diese Klarstellung ist essenziell, um Missverständnisse zu vermeiden. Die KTM Fahrrad GmbH steht weiterhin für erstklassige Fahrräder und E-Bikes, die höchsten Standards entsprechen.
Die KTM Fahrrad GmbH stellt weiterhin klar: KTM-Fahrräder können weiterhin gekauft werden. Auch die gewohnten Gewährleistungsansprüche bleiben bestehen.
Die Geschichte von KTM Fahrrad GmbH
Hans Trunkenpolz gründete 1938 eine Schlosserwerkstatt in Mattighofen, Austria. Erst 1964 produzierte KTM die ersten Fahrräder, wie beispielsweise das Fleetwing. Zu dieser Zeit besaß das Unternehmen bereits 220 Mitarbeiter.
Das erste Amateur-Rennrad „Formula S“ erblickte 1978 das Licht der Radwelt. 1988 folgte dann des ersten Mountainbikes, das Ultra Cross 1988. 1992 wird die KTM Motorfahrzeug KG in 4 unabhängingige und selbständige Unternehmen aufgeteilt (Motorrad, Fahrrad, Kühler, Werkzeugbau). Die Fahrradsparte wird von der Familie Urkauf übernommen. 1994 werden die ersten Aluminium-Rahmen produziert.
Nach der Übernahme am 7. 2007 wird das neue KTM Fahrrad Headquarter eröffnet. Ausgestattet mit modernster Technologie, 2340m² Gebäude, einem großen Showroom und 50 Mitarbeitern.
2018 übergibt Inhaberin Carol Urkauf-Chen das Ruder an ihre Tochter Johanna Urkauf. Franz Leingartner geht nach 45 Jahren Firmenzugehörigkeit in den wohlverdienten Ruhestand.
Pierer Mobility und die Fahrradsparte: Schwierigkeiten und Maßnahmen
Im November beantragte die KTM AG, eine 100-Prozent-Tochter der Pierer Mobility AG, die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung. Der Finanzierungsbedarf der KTM AG wurde damals mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag angegeben. Mit Unterstützung der Citigroup Global Markets Europe AG wird seitdem nach möglichen strategischen Investoren und Finanzinvestoren gesucht.
Die vorläufige Insolvenz der KTM AG mit den Marken KTM, Husqvarna und Gasgas hat ein tiefes Loch in die Bilanz der Pierer Mobility AG gerissen. Nach vorläufigen Zahlen ging der Konzernumsatz laut einer Mitteilung vom 23. Januar um 29 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro zurück. Am selben Tag teilte die Pierer Mobility AG mit, dass mehrere Angebote von Investoren eingegangen seien.
Wie andere Bikehersteller, dazu gehört unter anderem die Sprick Cycle GmbH, kämpft auch die Pierer New Mobility GmbH mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die die ganze Fahrradbranche treffen. Laut Halbjahresbericht der Pierer Mobility AG brach der Fahrradabsatz in den ersten sechs Monaten 2024 um insgesamt 23 Prozent auf 53.820 Stück ein. Davon waren 28.771 E-Bikes (minus 26,1 Prozent) und 25.049 normale Fahrräder (minus 19,2 Prozent).
Hohe Lagerbestände und sinkende Verkaufspreise führten in der Fahrradsparte zu einem Verlust vor Steuern von 117,1 Millionen Euro. Davon entfielen 75,5 Millionen Euro auf Wertberichtigungen und Rückstellungen für drohende Verluste. Der Umsatz ging um knapp 36 Prozent auf 69,0 Millionen Euro zurück. Für die Fahrradsparte gab die Pierer Mobility AG bereits die vorläufigen Absatzzahlen für das Gesamtjahr bekannt. Danach verkaufte der Konzern im Jahr 2024 106.311 E-Bikes und Fahrräder, was einem Rückgang von rund 32 Prozent entspricht. Der Absatzrückgang sei auf den Verkauf der Marke R Raymon Ende 2023 zurückzuführen.
Die Pierer New Mobility GmbH schließt laut einer Unternehmensmitteilung ihre Standorte in Deutschland, Südafrika und Großbritannien. In Deutschland sollen nach einem Bericht des Manager Magazins bereits alle Mitarbeiter entlassen worden sein. Das internationale Geschäft mit Kundenservice, Marketing und Vertrieb soll an den Standorten Munderfing (Österreich) und Murrieta (Kalifornien) konzentriert werden.
Bereits Ende 2023 verkaufte die Gruppe die Marke R Raymon. Das Unternehmer-Ehepaar Susanne und Felix Puello hatte die Marke 2017 gegründet und führt sie seitdem selbstständig weiter.
Unter der Last hoher Lagerbestände und sinkender Verkaufspreise lieferte die Fahrradsparte einen Vorsteuerverlust (Ebit) von 117,1 Millionen Euro ab, wobei rund 75 Millionen Euro davon auf Wertberichtigungen und Rückstellungen für drohende Verluste anfielen.
Um die Bestände stärker abzubauen, griff der Konzern in der Vergangenheit zu einer bemerkenswerten Maßnahme. 2023 verschenkte die Gruppe 5600 E-Bikes in einer „Summerbike-Aktion“ an ihre Mitarbeiter(innen), wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht hervorgeht. 2024 soll etwa die gleiche Anzahl unentgeltlich überlassen worden sein, heißt es in Berichten.
Tabelle: Vorläufige Absatzzahlen der Pierer Mobility AG (Fahrradsparte)
| Zeitraum | Absatz | Veränderung |
|---|---|---|
| Erste sechs Monate 2024 | 53.820 Stück | -23% |
| E-Bikes (erste sechs Monate 2024) | 28.771 Stück | -26,1% |
| Normale Fahrräder (erste sechs Monate 2024) | 25.049 Stück | -19,2% |
| Gesamtjahr 2024 | 106.311 Stück | -32% |
Die Pierer New Mobility GmbH vertreibt E-Bikes der Marken Husqvarna und Gasgas sowie Fahrräder der Marke Felt. Beiden E-Bike-Marken sollen eingestellt, die profitable Marke Felt verkauft werden. Zur Gruppe gehören auch die Lastenradmarke Johansson, die hochwertige Fahrradmarke Liteville und die Fahrradkomponentenmarke Syntace. Drei bekannte Fahrradmarken könnten kurz vor dem Aus stehen - diese Entwicklung folgt unmittelbar auf die Insolvenz des Motorradherstellers KTM.
Aktuelle Herausforderungen und Maßnahmen bei KTM
Europas bislang größter Motorradhersteller muss seine Leute schon wieder heimschicken. In Mattighofen stehen die Bänder erneut für 3 Monate still. Das zeigt: Das Überleben der Firma ist noch keineswegs gesichert.
Kaum war am 17. März 2025 die Produktion neuer Motorräder in Österreich neu angelaufen, stehen die Bänder in Mattighofen jetzt schon wieder still. Und zwar bis Ende Juli. Das hat laut Berichten des ORF der neue KTM-Chef Gottfried Neumeister der überraschten Belegschaft am Donnerstagmorgen per Videobotschaft mitgeteilt. Als Grund nannte Neumeister fehlende Komponenten.
Nach Bekanntwerden der Insolvenz bei KTM Ende November 2024 haben etliche Zulieferer aufgehört, den zahlungsunfähigen Hersteller mit Bauteilen zu versorgen. Wo kein Geld, da keine Teile. Die Zusage einer Rückzahlung von 30 Prozent der aufgelaufenen Milliarden-Schulden, die für KTM den Ausweg aus der Krise bedeuten könnte, dürfte da auch nicht viel geholfen haben.
Als grundsätzlich notwendig für den Weg aus der Misere war bei den Verhandlungen stets der lang geplante Neustart der Produktion in Mattighofen am 17. März genannt worden. Damit dieser gelingen konnte, dafür hatte der indische KTM-Kooperationspartner und -Teilhaber Bajaj bereits 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dass nun plötzlich, kaum 4 Wochen später, entscheidende Komponenten für den Motorradbau fehlen, überrascht. Immerhin hatte KTM während des 3 Monate andauernden ersten Stillstands ausreichend Zeit gehabt, die Wiederaufnahme der Produktion gründlich zu planen.
Der erneute Produktionsstopp bei KTM in Mattighofen bedeutet für die rund 3.000 verbliebenen Mitarbeiter, dass sie per Betriebsvereinbarung von 1. Mai bis 31. Juli 2025 in einer Art Kurzarbeit mit 30-Stunden-Woche bei 20 Prozent weniger Gehalt sind. Für die Büro-Angestellten gilt bis dahin 4-Tage-Woche, die Arbeiter des Werks können zu Hause bleiben.
Die Suche nach neuen Investoren für KTM läuft seit Monaten.
Verwandte Beiträge:
- Triumph Mountainbike Test & Kaufberatung: Modelle, Preise & Erfahrungen
- Decathlon Mountainbike 26 Zoll: Test & Kaufberatung
- Ist Fahrradfahren Sport? Kalorienverbrauch & gesundheitliche Aspekte
- E-Dreirad mit Akku: Test & Vergleich der besten Modelle für Senioren & Erwachsene
- Ducati Monster Vergaser Probleme: Die Top-Ursachen & So Beheben Sie Sie Schnell!
- Fahrradhelm mit Logo bedrucken: Perfekte Kombination aus Sicherheit und Werbung!
Kommentar schreiben