Der Lack ist wesentlich dafür verantwortlich, wie wir den Zustand eines Motorrads einschätzen. Umso wichtiger ist es für Fahrzeugbesitzer, sich ganz besonders um seinen Erhalt zu kümmern. Gleichwohl herrscht oft Unklarheit bei der Frage, welche Schritte dazu wirklich wichtig sind.
Die Bedeutung der richtigen Reinigung
Ein erster wichtiger Schritt zum besseren Schutz des Lackes setzt noch gar keine speziellen Eingriffe voraus. Stattdessen handelt es sich um die ganz klassische Wäsche des Motorrads. Diese ist wichtig, um auch fest sitzenden Schmutz frühzeitig entfernen zu können. Dieser wird besonders in den kalten Wintermonaten zu einer ernsten Gefahr für den Lack. Dies liegt am hohen Salzanteil, der auf den Straßen zu finden ist.
Besonders nach dem Winter ist es aus dem Grund wichtig, sich für eine gründliche Wäsche des Motorrads zu entscheiden. Diese muss auch die Unterseite des Motorrads mit einschließen. Jene Stellen, die besonders verschmutzt sind, lassen sich mit einem Hochdruckreiniger einzeln nachbereiten.
Motorrad richtig waschen: Schritt für Schritt
- Motorrad abkühlen lassen, bevor du mit der Wäsche startest.
- Motorrad nie in praller Sonne waschen.
- Motorrad mit einem speziellen Motorradreiniger besprühen.
- Einwirkzeit beachten.
- Mittels Schwamm die Maschine vom schaumgelösten Schmutz befreien.
- Mit dem Wasserschlauch die Maschine abspritzen.
- Lackierte und verchromte Motorradteile schonend abledern.
Wer ein Motorrad ganz normal im Alltag nutzt, der kann nicht jeden kleinen Schaden vom Lack abwenden. Schon ein kleiner Steinschlag kann ausreichen, um die erste schützende Schicht zu durchbrechen. Ist an diesen Punkten das blanke Metall zu sehen, ist es auf jeden Fall an der Zeit, den Schaden reparieren zu lassen.
Nun mangelt es wahrlich nicht an Ratgebern, die selbst Laien eine solche Reparatur in eigener Regie empfehlen. Doch in den meisten Fällen werden die Spuren deutlich im Lack sichtbar sein. Für den Erhalt des Motorrads sollten aus dem Grund auf jeden Fall die Dienste eines Fachmanns in Anspruch genommen werden. Dieser kann dafür sorgen, dass keine Spuren am Motorrad zurückbleiben.
Politur für den perfekten Glanz
Besonders bei gebrauchten Fahrzeugen, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, ist die Politur meist das Mittel der Wahl. Mit der entsprechenden Technik kann die oberste Schicht des Lacks ganz fein abgetragen werden. Auf diese Weise wirkt die jeweilige Farbe deutlich frischer. Besonders die Spuren der Witterung, die im Laufe der Jahre kaum zu vermeiden sind, werden auf diese Art und Weise sehr zuverlässig entfernt.
Indem du ein Lackpflegemittel aufträgst, sorgst du nicht nur für perfekten Glanz, sondern schützt den Lack vor Umwelteinflüssen. Halte dich hierbei einfach an die Vorgaben des Herstellers. Selbst, wenn du noch so vorsichtig bist, können sich mit der Zeit feinste Kratzer im Lack bilden. Dann kann eine spezielle Lackpolitur gute Dienste leisten. Diese ist mit feinen Schleifpartikeln versehen, mit denen sich Kratzer auspolieren lassen.
Mithilfe einer hochintensiven Kratzer-Politur lässt sich der Gang zum Lackierer oftmals ersparen. Poliere immer nur kleine Flächen und möglichst in Längsrichtung. Beachte, dass sich milchige Polituren häufig nicht mit Plastikteilen und deren rauen Oberflächen vertragen. Sie hinterlassen dort unschöne, weißliche Ablagerungen, die nur sehr schwer wieder zu entfernen sind.
Langfristiger Schutz durch Versiegelung
Wer den Schutz längerfristig erhalten möchte, für den ist die Versiegelung des Lacks von großer Bedeutung. Eine schützende Schicht aus Wachs sorgt dafür, dass kleine Gefahren des Lacks nicht bis hinunter in die tieferen Schichten dringen. Damit die Wirkung erhalten bleibt, muss die Versiegelung aber hin und wieder wiederholt werden. Etwa fünf bis sieben Wäschen sind kein Problem, erst danach stößt die versiegelte Schicht an ihre Grenzen.
Wer sich für die Zusammenarbeit mit einem Fachmann entscheidet, der kann sich in diesem Zuge auch für sogenannte Nanoversiegelungen entscheiden. Sie sind dafür bekannt, besonders gute Glanzergebnisse zu liefern. Entsprechend gut ist das Verhältnis von Preis und Leistung, das mit diesen Angeboten verbunden wird. Die Kosten belaufen sich je nach Anbieter auf 200 bis 400 Euro.
Weitere Pflegetipps für dein Motorrad
Die lackierte Verkleidung des Motorrads zählt zur optischen Visitenkarte. Doch gilt es an dem Kraftrad auch zahlreiche unlackierte Kunststoffteile zu pflegen, die ständig der Witterung ausgesetzt sind. Dafür stehen im Handel spezielle Kunststoffpflegemittel zur Verfügung, die den Kunststoff vor Alterserscheinungen schützen. Neben anderen Umwelteinflüssen ist es vor allem die UV-Strahlung, die dem Kunststoff zusetzt. Du kannst diesen Effekt auch bei Kunststofffenstern oder Gartenmöbeln beobachten. Plastikteile „vergilben“ mit der Zeit.
Die Auspuffanlagen münden je nach Moto-Bike in mehr oder weniger imposante Endschalldämpfer. Wenn diese mit ihrer verchromten Oberfläche in der Sonne glänzen und sich beim Blick auf die Endrohre die Landschaft spiegelt, gerät so mancher Biker in Verzückung. Verwitterte Endschalldämpfer versetzt du mit einer speziellen Chrom-Politurwatte wieder in einen schönen Zustand. Wirf in diesem Zusammenhang auch einen Blick auf die Gabelstandrohre.
Rohes, poliertes Aluminium, das Alterserscheinungen aufweist, kannst du mit spezieller Alu-Politur frisches Leben einhauchen. Ähnlich wie bei einer Lackpolitur muss das „Alu-Magic“ kurz einwirken und wird danach rückstandslos aus poliert.
Falls die Motorradkette extrem verschmutzt sein sollte, hilft ein spezieller Kettenreiniger. Zuerst sprühst du den Kettenreiniger auf, lässt ihn je nach Gebrauchsanweisung einwirken und setzt dann die Kettenbürste zur Intensivreinigung ein. Vermeide es aber, den Reiniger auf Felgen und Reifen zu sprühen.
Ist die Antriebskette später abgetrocknet, kannst du die Kette fetten. Dazu benutzt du ein spezielles Kettenspray und trägst es dünn auf die Innenseite auf. So haftet das Kettenfett länger und wird nicht gleich bei der nächsten Fahrt weggeschleudert. Auch hier wieder beachten, dass Felge und Reifen nichts abgekommen. Falls doch mal etwas von dem Fett an Felge oder Reifen kommt, dann mit Bremsenreiniger und Lappen entfernen. Wichtig! Erst losfahren, wenn sich der Bremsenreiniger komplett verflüchtigt hat.
Die richtige Reinigungsmethode: Handwäsche vs. Dampfstrahler
Diese Frage taucht beim Motorrad waschen immer wieder auf. Soll ich komplett auf Handwäsche setzen, oder kann ich das Motorrad mit Dampfstrahler reinigen? Wir raten dir zur Handwäsche. Ein Dampfstrahler ist zwar super praktisch, wenn es um größere Flächen geht, wie z. B. eine Isolier-Hausfassade aufzuhübschen oder die Hofplatten zu säubern - aber ein Motorrad zu „kärchern“, davon raten wir ab. Es gilt demnach: Wer sein Bike liebt, der wäscht von Hand. Außerdem hält körperliche Ertüchtigung fit und sorgt dafür, dass die Motorradbekleidung nie zu eng sitzt.
Die Bedeutung der richtigen Produkte
Wenn Sie auf einen perfekten optischen Eindruck Wert legen und den Wert Ihres Motorrades erhalten möchten, dann sind die regelmäßige Reinigung und Pflege des Bikes und besonders einzelner, stark beanspruchter Teile, wie bspw. die Kette, unerlässlich. Doch es geht nicht nur um die Optik. Schlecht gepflegte Motorräder können sogar zum Sicherheitsrisiko werden. Wird zum Beispiel eine Beschädigung durch Korrosion übersehen, kann das dazu führen, dass Motorradteile brechen.
Achten Sie bei der Pflege immer darauf, auf welcher Oberfläche Sie arbeiten. Die Vielzahl an Materialien und auch an Schmutzvarianten am Motorrad stellen besonders hohe Anforderungen an Reinigungs- und Pflegeprodukte.
Billige Motorradreiniger sind meist sehr einfach in der Zusammensetzung. Hier kommen oft hochwirksame, aber für Material und Umwelt absolut schädliche Stoffe wie z.B. Säuren zum Einsatz. Hier entsteht zunächst der Eindruck einer schnellen Reinigungswirkung. Aber in Wirklichkeit wird das Material angegriffen. Es entstehen Lackschäden oder Fleckenbildung auf Metallteilen und in manchen Fällen kann es sogar zu Auswirkungen auf die Gesundheit des Anwenders kommen.
Auch Schwächen in der Anwendung, wie ein ungleichmäßiges Sprühbild oder eine geringe Ergiebigkeit deuten auf ein minderwertiges Produkt hin.
Tipps für die Anwendung von Reinigungsprodukten
- Verwenden Sie keine säurehaltigen oder stark alkalischen Reiniger.
- Wenden Sie Reinigungsmittel nie in der prallen Sonne oder auf erhitzten Oberflächen an.
- Beachten Sie immer die Anwendungshinweise auf dem Reinigungsprodukt.
- Halten Sie die vorgegebenen Einwirkzeiten ein.
- Prüfen Sie vor einer Motorradwäsche alles Zubehör auf Sauberkeit und uneingeschränkte Funktionstüchtigkeit.
- Entfernen Sie aggressiven Schmutz wie Insektenreste, Vogelkot oder Baumharz und ähnliches möglichst sofort.
- Spülen Sie Reinigungsprodukte immer sehr gründlich ab, bis keine Schaumbildung mehr erkennbar ist.
- Bei empfindlichen Oberflächen, testen Sie das Pflegeprodukt immer vorab auf Verträglichkeit.
- Achten Sie vor dem Polieren oder Wachsen auf eine gründliche Vorreinigung.
- Lassen Sie beschädigte Felgen oder andere Metallteile immer fachgerecht reparieren.
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