Die Wahl des richtigen Ladegeräts für Ihr E-Bike ist entscheidend, besonders wenn Sie längere Touren planen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Optionen, testet die Ladezeiten und Effizienz und gibt Ihnen wertvolle Informationen für Ihre nächste E-Bike Reise.
Shimano Ladegeräte im Fokus
Kleiner, leichter, schneller - Shimanos neues Ladegerät strotzt vor Superlativen und ist ein perfekter Begleiter auf Mehrtagestouren. Mit 450 Gramm spart der Winzling ganze 498 Gramm gegenüber dem Standardladegerät EC-E6000 (948 Gramm). Die Ladegeschwindigkeit ist ebenfalls beeindruckend. Von Null auf 80 Prozent schafft es der Neuling in nur zweieinhalb Stunden. Nach viereinhalb Stunden zeigt das Display die volle Ladung an. Zum Vergleich: Das Steps EC-E6000 braucht fünf Stunden für eine Akku-Ladung. Das kompakte Gehäuse ist zudem stoß- und spritzwassergeschützt, was das Ladegerät zum perfekten Begleiter auf Mehrtages-Touren macht.
Lion Smart Charger: Eine intelligente Alternative
Intelligentes Laden verschiedener E-Bike Akkus verspricht der kleine und leichte Lion Smart Charger. Das Ladegerät unterstützt laut des Herstellers ONgineer viele unterschiedliche Akku-Typen. Dazu zählen bekannte Systeme wie Bosch, Brose oder Fazua, aber auch sehr viele andere Modelle. Zum Zeitpunkt des Tests sind neun unterschiedliche Ladekabel verfügbar. Durch das modulare Konzept lassen sich nicht nur E-Bikes laden. Auch auf Akku-Zellen in E-Scootern versteht sich das blaue Kästchen. Das jeweilige Ladekabel für deinen Akku ist im Lieferumfang dabei.
145 mm lang, 80 mm breit und 30 mm hoch - das misst der Smart Charger. Verglichen mit den meisten Standardnetzteilen ist es damit ziemlich klein und kommt zudem komplett ohne Lüfter aus. Das Gewicht beträgt nur 370 Gramm, was etwas weniger als vier Tafeln Schokolade entspricht.
Langfristig etwas Geld sparen soll mit dem Ladegerät von ONgineer ebenfalls möglich sein. Der aus der Steckdose entnommene Strom gelangt mit einer Effizienz von 94 % in den Akku. ONgineer hat wenig Material für die Herstellung und damit wenig Ressourcen verwendet. Der wohl wichtigste Punkt ist jedoch eine längere Lebensdauer des Akku. Durch eine schonende Ladeoption sollen die Zellen länger arbeitsfähig bleiben.
Der Lion Smart Charger ist prinzipiell für alle Akkus mit 36 Volt Spannung geeignet, sofern das richtige Adapterkabel verfügbar ist. Das Kabel besitzt an einem Ende den Anschluss für den Akku und am anderen Ende einen etwas altmodisch aussehenden Stecker, der an früheren PCs auf die sogenannte serielle Schnittstelle bildete. Diese Steckverbindung hat jedoch den Vorteil von vielen Pins, also mehreren Anschlüssen. Die sind wichtig, damit der Charger auch intelligent das Kabel erkennt und den Akku entsprechend lädt.
Einmal an das Ladegerät angeschlossen, kann es bereits losgehen. Die Lion-App ist für iOS und Android verfügbar. Wir wollen das Ladegerät richtig herausfordern und wählen dafür einen Akku aus, der in Deutschland noch unbekannt ist: Ein E-Bike Akku des Himiway City Pedelecs mit einer hohen Kapazität. Der Amerikanische Hersteller Himiway benennt auf Anfrage die Ladezeit mit 6-9 Stunden für eine Vollladung mit dem mitgelieferten Charger.
Wichtiges Detail: Während der Lion Charger maximal 4 Ampere Ladestrom liefert, dürfen es bei diesem Akku nur 3 Ampere sein. ONgineer hat uns alle bereits verfügbaren Ladekabel bereitgestellt, so dass wir nur das passende Kabel finden müssen.
Wir schließen sowohl das Adapterkabel, als auch das Netzkabel an den Lion Smart Charger an und verbinden ihn anschließend mit der Steckdose. Eine LED fängt an zu leuchten. Beim Anschließen des Akku entstehen wie erwartet keine Funken und wir hören kurz danach ein leises Klicken und der Akku beginnt mit dem Ladevorgang.
Wir laden die App auf ein iPhone XR und fangen an einen neuen Akku einzurichten. Die Benutzerführung ist spielerisch und funktioniert nach dem Frage- und Antwort-Spiel wie in einem Chatbot. Zunächst ist der Name des Akkuprofils zu wählen. Danach sollen wir uns entscheiden, ob wir das Profil für den Akku selbst konfigurieren oder aus einer Datenbank wählen. Wir versuchen den Weg über die Datenbank, wovon wir in diesem Fall allerdings keinen Erfolg erwarten.
Dort lässt sich nach dem Hersteller oder der Artikelnummer vom verwendeten Akku suchen. Das ist toll gelöst, zumal die Datenbank ständig wächst. Mittlerweile sind hier über 254 verschiedene Akkus gelistet, die sich im Hintergrund in der App auch ohne App-Update aktualisieren. Manuell ist die Konfiguration jedoch ebenfalls möglich. Hierzu muss der maximale Ladestrom für den Akku und die Kapazität angegeben werden.
Nun geben wir die Akkukapazität von 644 Wh an. Alternativ lassen sich auch die Amperestunden eintragen. Danach muss noch bestätigt werden, dass es sich um einen 36 Volt-Akku handelt. Im nächsten Dialog kannst du deinem Akkuprofil noch ein Bild zuordnen, was gerade bei vielen Akkus im Haushalt durchaus sinnvoll erscheint.
Abschließend können wir noch das Ladeprofil für den erstellten Akku auswählen. Wir wollen schnell laden, was ein Ladeziel von 100 % bei 3 Ampere für diesen Akku bedeutet, und übertragen das Profil an den Charger. Dazu bringen wir das Smartphones in die Nähe des NFC-Tag am Ladegerät. Wir sind bei 42 % Akkustand und uns werden etwas mehr als vier Stunden verbleibende Zeit angegeben.
Das Gute: Du kannst dich von der App erinnern lassen, wenn der Akku voraussichtlich fertig geladen ist. Nach etwa dreieinhalb Stunden sind wir neugierig und checken den Status: 82 % geladen und 1:17 Minuten verbleibende Ladezeit. Jetzt erinnert uns die App, dass es soweit ist. Wir checken erneut: 99 % und noch vier Minuten zu laden. Noch ein Kaffee. Aber auch danach bleibt es beim Ladestand. ONgineer erklärt, dass “es darum geht, die Batterie maximal zu schonen. Daher senkt der Charger den Ladestrom am Ende des Ladevorganges langsam ab. Wenn der LiON den Akku noch nicht kennt, kann es ebenfalls zu dem genannten Phänomen kommen. Der LiON lädt dann langsam nach. LiON ist allerdings lernfähig! Das probieren wir aus und laden den Akku nach ein paar Tagen erneut und es klappt wie angekündigt.
Verglichen mit dem Originalladegerät ist die Ladezeit bei diesem Akku ungefähr identisch. Das smarte Ladegerät von ONgineer ist eine sinnvolle und durchdachte Innovation. Prinzipiell kann es alle 36 Volt Akkusysteme von E-Bikes und E-Scootern laden.
Für wen ist der Lion Smart Charger sinnvoll?
- Im Haushalt gibt es mehrere E-Bikes oder E-Scooter mit unterschiedlichen Akkus.
- Das Ladegerät kann auf E-Bike-Tour eine sinnvolle Alternative zum Ersatz-Akku sein.
Doch die Modelle unterscheiden sich nach Ladegeschwindigkeit und Gewicht. Quizfrage: Wie viel Ampere hat das Ladegerät, das bei Ihnen im Schrank liegt? Nie drauf geachtet? Vier Ampere sind es meist bei Bosch, oft nur zwei bei Shimano. Das sind Unterschiede mit erheblichen Auswirkungen. Denn die Ampere-Zahl bestimmt, wie schnell das Ladegerät den Akku lädt. Ganz entscheidend ist das, wenn auf Tour nachgeladen werden soll, zum Beispiel in der Mittagspause.
Vereinfacht gesagt: Ein Ladegerät mit zwei Ampere müsste eigentlich halb so schnell laden wie eines mit vier Ampere. Doch wie groß ist der Unterschied tatsächlich? Da Bosch drei Ladegeräte von zwei bis sechs Ampere im Sortiment hat, bot sich ein exemplarischer Test an (auch von Shimano gibt es unterschiedlich schnelle Lader). 90 Minuten lang ließen wir die Ladegeräte die Akkus aufladen - und die Unterschiede sind mehr als markant. Genau hinzuschauen, lohnt sich also, denn Ladegeräte landen immer öfter als Alternative zum Zweit-Akku im Rucksack - mit 625 Wattstunden und mehr sind die Batterien mittlerweile einfach zu schwer.
Aber schnelle Ladegeräte sollen den Akku auch stärker verschleißen. Ob das zutrifft, klären wir mit Prof. Dr. Bohlen von der Hochschule München. Bohlen ist überzeugt, dass in Ladegeräten noch viel Potenzial steckt. Besonders, was das Packmaß angeht. „Bis in die Größenordnung einer Zigarettenschachtel kann man kommen“, sagt der Experte.
Mitgetestet haben wir auch das Gerät eines Drittanbieters: den Lion Smart Charger von Ongineer. Der Smart Charger lädt automatisch das passende Ladeprotokoll für den angeschlossenen Akku und kann so zuverlässig Akkus mehrerer Hersteller laden.
Vergleich verschiedener Ladegeräte
Um einen besseren Überblick zu geben, hier eine Tabelle mit den wichtigsten Daten der getesteten Ladegeräte:
| Ladegerät | Gewicht | Ampere | Ladezeit (0-80%) |
|---|---|---|---|
| Shimano EC-E6000 | 948 g | k.A. | 5 Stunden (0-100%) |
| Neues Shimano Ladegerät | 450 g | k.A. | 2,5 Stunden |
| Lion Smart Charger | 370 g | 4 A | ca. 3,5 Stunden (getestet mit Himiway Akku) |
Weitere Aspekte für lange Touren
Plant man eine ausufernde Tour und muss jede Nacht Akkus vollladen, stellt sich die Frage nach Alternativen zum Shimano Ladegerät. Das Originale ist langsam und ein echter Brocken. Schön wäre es beide Akkus über Nacht voll zu laden. Also beide leer => 1320 VAh laden , bei 8h also knapp 5 A .
Wenn es nur ein dummes 42V Ladegerät mit Strombegrenzung ist, kann man es schlicht durch ein 42V 5A Netzteil ersetzen und die Akkus parallel dran laden.
Einige Nutzer berichten von Problemen mit dem Shimano Steps System, insbesondere am Berg, wo der Motor die Leistung drosselt. Es gibt auch Bedenken hinsichtlich der Sicherheit beim Laden von Akkus von Drittanbietern. Wenn der Chinese von "Intelligent" redet, dann ist vorsicht angebracht ! Ich habe hier so einen.. der Lädt nicht mit 42V sondern 42-43V.. so in dem dreh rum, und wartet darauf, das die BATTERIE abschaltet.
Für lange Touren, wie beispielsweise von Zuhause (80 km vorm Bodensee) zu einer Ferienhütte in Norwegen, ist es wichtig, das Reisegewicht so gering wie möglich zu halten. Da zählt jedes KG !
Es gibt auch die Möglichkeit, E-Bike-Akkus am 12-Volt-Netz des Wohnmobils oder Autos zu laden. So kann man den Akku des E-Bikes während der Fahrt bequem wieder aufladen. Mit den Modellen für Shimano-Akkus können auch alle anderen Akkus mit 36V Nennspannung geladen werden. Dafür muss man nur den passenden Adapter aus dem Sortiment von Powerbutler wählen. Mit den herkömmlichen Powerbutlern können jedoch keine Shimano Akkus geladen werden. Dazu bedarf es einer Modifikation am Ladegerät, die nur die Powerbutler für Shimano bieten.
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