Ladegeräte für Elektroroller im Test: Ein umfassender Überblick

Anfang 2019 tauchten E-Scooter hierzulande quasi aus dem Nichts auf, inzwischen sind sie - zumindest in den Städten - allgegenwärtig. Dort punkten die batteriebetriebenen Tretroller als flexible Alternative zum mühsamen Fußmarsch oder zum Warten auf den nächsten Bus. Zudem ist ihre Umweltbilanz umstritten: Expertinnen und Experten sind sich nämlich nicht einig, ob Elektro-Scooter andere, umweltschädlichere Formen der Mobilität (wie das Autofahren mit Verbrennungsmotor) ersetzen. Oder ob die Flitzer in Wirklichkeit nur zusätzlichen Verkehr erzeugen, den es ohne sie gar nicht erst gegeben hätte. Wäre Letzteres der Fall, wären die E-Scooter selbst Umweltsünder.

Denn: Die Tretroller sind mit einem E-Motor samt Batterie ausgerüstet, um auf bis zu 45 km/h beschleunigen zu können. Bei den Batterien handelt es sich fast immer um Lithium-Ionen-Akkus, deren Herstellung Rohstoffe und sehr viel Energie verschlingt. Auch für die tägliche Nutzung benötigen die Flitzer natürlich Strom. Was zur Frage führt: Wie teuer ist es eigentlich, einen E-Scooter einmal aufzuladen? Sind die batteriebetriebenen Roller eher sparsam oder verschwenderisch unterwegs?

Wer die heimische Steckdose nutzt, zahlt zurzeit etwa 36 Cent für die Kilowattstunde (kWh) Elektrizität. Sieht man sich die Flitzer an, die die beiden hiesigen Marktführer - Xiaomi und Segway - zurzeit im Angebot haben, erkennt man: Die Akku-Kapazitäten reichen dort von mickrigen 54 Wh (rund 0,05 kWh) für die schlichtesten Modelle bis zu stolzen 1.000 Wh (1 kWh) in der Luxusklasse. Wer's genau nimmt, weiß natürlich, dass sich Akku und Ladegerät beim Aufladen erwärmen.

Das bedeutet wiederum, dass dabei Energie verloren geht. Dieser Ladeverlust, der sich nicht ganz verhindern lässt, schwankt mit der verwendeten Technik. Man kann aber plausibel davon ausgehen, dass nur 80 Prozent der aufgewendeten Energie auch wirklich in der Batterie gespeichert werden.

USB-Ladegeräte mit mehreren Anschlüssen im Test

Egal, ob Smartphone, Kopfhörhörer, Macbook, Amazon Echo oder E-Zigarette - die allermeisten Geräte bekommen ihren Strom aus Netzteilen mit USB-Anschluss. Statt also überall in der Wohnung die Steckdosen zu besetzen, kann man gleich ein Netzteil mit mehreren USB-C- oder USB-A-Anschlüssen verwenden. Im Verhältnis sind solche USB-Ladegeräte nicht nur deutlich kleiner als viele der mitgelieferten Netzteile (falls diese überhaupt noch beiliegen), sondern sie erreichen inzwischen sogar über 100 Watt und können mehrere stromhungrige Geräte gleichzeitig versorgen.

Gerade aber in der Bahn können Mehrfachladegeräte ein sprichwörtlich bahnbrechender Vorteil sein, wenn es nur wenige Steckdosen für zu viele Geräte gibt. Mit Platz für teils sogar mehr als sechs Geräte macht man sich hier schnell Freunde, wenn alle Fahrgäste an der einen Steckdose ihr Smartphone aufladen können.

Wir haben über zehn USB-Ladegeräte mit mehr als vier Ports getestet und zeigen in dieser Bestenliste, welches das Beste ist. Alle der ausgewählten Ladegeräte in diesem Vergleich setzen auf die GaN-Technologie, wobei das vormals verwendete Silizium gegen Galliumnitrid ausgetauscht wurde. Das sorgt für handlichere Geräte, die auch noch effizienter arbeiten. Damit sind auch USB-Ladegeräte mit Leistungen jenseits von 100 Watt möglich, ohne dass die Geräte aktiv gekühlt werden müssten.

Auch ist es bei allen Ladegeräten so, dass mit jedem Gerät, das man zusätzlich anschließt, die Leistung pro Gerät deutlich abnimmt.

Die Top USB-Ladegeräte im Überblick

Für diese Bestenliste haben wir zehn Netzteile ausgewählt, die mindestens vier USB-Ports besitzen. Dabei setzen sie auf USB-A sowie USB-C. Bis auf das Baseus 35W GaN5 und unseren Preis-Leistungs-Tipp Qoovi GaN 65W haben alle mindestens eine Gesamt-Ausgangsleistung von 100 Watt oder mehr. Inzwischen gibt es aber auch USB-Ladegeräte mit 300 Watt, hier kann man also gleich mehrere Verbraucher mit bis zu 100 Watt pro Gerät versorgen.

In die Wertung, welches Netzteil besser als das andere ist, spielt neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis auch die Verarbeitungsqualität sowie das Ergebnis unseres Praxistests hinein. Bei diesem ermitteln wir, wie effizient das Netzteil arbeitet.

Am besten abgeschnitten hat in der Gesamtschau der Baseus GaN2 Pro Quick Charger 100W. Nicht nur erreicht er eine Effizienz von knapp 93 Prozent, sondern kostet mit 35 Euro (30-Prozent-Coupon anwählen) aktuell auch vergleichsweise wenig. Damit erringt das 100-Watt-Ladegerät den Testsieg.

Unser Preis-Leistungs-Tipp ist das Qoovi GaN 65W. Zwar bietet dieses Ladegerät für vier Geräte insgesamt mit 65 Watt am wenigsten Ausgangsleistung, ist mit einem Preis von 18 Euro aber auch am günstigsten.

Am meisten Leistung zum fairen, aber vergleichsweise hohen Preis von 135 Euro bietet das Ugreen Nexode 300W. Etwas weniger Leistung zum dafür niedrigeren Preis bieten die beiden Netzteile Ugreen Nexode 200W sowie Anker Prime Charger 200W.

Detaillierte Testberichte der Top-Modelle

Baseus GaN2 Pro Quick Charger 100W

Der Baseus GaN2 Pro Quick Charger 100W bringt ein hochwertiges Äußeres und viel Power. Im Test zeigt es sich weitgehend zuverlässig. Mit seiner hohen Leistung kann man auch energiehungrige Laptops betreiben, möchte man also ein Ladegerät für alles, wird man hier glücklich und kann zuschlagen. 100 Watt für unter 40 Euro ist ein richtig guter Preis, anderswo bekommt man kaum mehr fürs Geld.

  • Vorteile: viel Leistung (100 Watt), viele Ports, verhältnismäßig günstig (42 Euro)
  • Nachteile: dauerhaft leuchtende LED, schon recht groß

Ugreen Nexode 300W

Ein sehr besonderes Ladegerät ist das Ugreen Nexode 300W. Betrachten wir die reinen Leistungsdaten, handelt es sich hier um eines der besten Ladegeräte, das wir bisher im Test hatten. Die Gesamtleistung und das riesige Anschlussangebot sind wahrlich beeindruckend. Die Einsatzszenarien sind allerdings natürlich sehr nischig, wer nur ein Ladegerät für sein Smartphone sucht, dem genügen auch günstigere Alternativen. Auch für unterwegs ist ein solcher Klopper natürlich nichts. Zudem hat das Muskelspiel auch seinen Preis, denn das riesige Ladegerät kostet über 130 Euro.

  • Vorteile: sehr viel Leistung, viele Ports, langes Stromkabel für flexible Aufstellung
  • Nachteile: schwer, sehr teuer

Qoovi GaN 65W

Das Qoovi GaN 65W ist ein echtes Kraftpaket unter den USB-C-Ladegeräten. Mit einer maximalen Gesamtleistung von 65 Watt und gleich vier Anschlüssen, davon zwei USB-C und zwei USB-A, bietet es enorm viel fürs Geld. Denn aktuell ist das kompakte Netzteil mit den Maßen 60 × 60 × 35 mm bei Aliexpress für gerade mal 18 Euro zu haben.

  • Vorteile: sehr günstig (aktuell nur 18 Euro), 65 Watt Leistung, vier Anschlüsse (2x USB-C, 2x USB-A), kompaktes Format
  • Nachteile: kein PPS, Effizienz nicht ganz auf Top-Niveau

Intelligentes Laden von E-Bike-Akkus mit dem Lion Smart Charger

Intelligentes Laden verschiedener E-Bike Akkus verspricht der kleine und leichte Lion Smart Charger. Das Ladegerät unterstützt laut des Herstellers ONgineer viele unterschiedliche Akku-Typen. Dazu zählen bekannte Systeme wie Bosch, Brose oder Fazua, aber auch sehr viele andere Modelle. Auch auf Akku-Zellen in E-Scootern versteht sich das blaue Kästchen. Das jeweilige Ladekabel für deinen Akku ist im Lieferumfang dabei.

Verglichen mit den meisten Standardnetzteilen ist es damit ziemlich klein und kommt zudem komplett ohne Lüfter aus. Das Gewicht beträgt nur 370 Gramm, was etwas weniger als vier Tafeln Schokolade entspricht. Langfristig etwas Geld sparen soll mit dem Ladegerät von ONgineer ebenfalls möglich sein. Der aus der Steckdose entnommene Strom gelangt mit einer Effizienz von 94 % in den Akku.

Der wohl wichtigste Punkt ist jedoch eine längere Lebensdauer des Akku. Durch eine schonende Ladeoption sollen die Zellen länger arbeitsfähig bleiben. Der Lion Smart Charger ist prinzipiell für alle Akkus mit 36 Volt Spannung geeignet, sofern das richtige Adapterkabel verfügbar ist.

Praxistest des Lion Smart Chargers

Wir wollen das Ladegerät richtig herausfordern und wählen dafür einen Akku aus, der in Deutschland noch unbekannt ist: Ein E-Bike Akku des Himiway City Pedelecs mit einer hohen Kapazität. Der Amerikanische Hersteller Himiway benennt auf Anfrage die Ladezeit mit 6-9 Stunden für eine Vollladung mit dem mitgelieferten Charger.

Wichtiges Detail: Während der Lion Charger maximal 4 Ampere Ladestrom liefert, dürfen es bei diesem Akku nur 3 Ampere sein. Nach der Installation der App und der Konfiguration des Akkuprofils, konnten wir den Ladevorgang starten. Die Benutzerführung ist spielerisch und funktioniert nach dem Frage- und Antwort-Spiel wie in einem Chatbot.

Verglichen mit dem Originalladegerät ist die Ladezeit bei diesem Akku ungefähr identisch. Das smarte Ladegerät von ONgineer ist eine sinnvolle und durchdachte Innovation. Prinzipiell kann es alle 36 Volt Akkusysteme von E-Bikes und E-Scootern laden.

Für wen ist der Lion Smart Charger sinnvoll?

  1. Im Haushalt gibt es mehrere E-Bikes oder E-Scooter mit unterschiedlichen Akkus.

Der Lion Smartcharger ist beim Onlinehändler Akkushop zwischen 164 und 179 Euro erhältlich. Je nachdem, welches Adapterkabel du benötigst.

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