E-Lastenrad Testsieger Vergleich: Welches Lastenrad ist das Richtige für Sie?

E-Bikes, einschließlich E-Lastenräder, sind in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil des städtischen Verkehrs geworden. Laut Marktdaten des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) stieg allein von 2021 auf 2022 die Nachfrage nach elektrifizierten Lastenrädern um 37,5 Prozent. Derzeit sind bereits drei von vier Cargobikes mit einem Elektromotor ausgestattet - und das aus gutem Grund. Denn die Hauptaufgabe von Lastenrädern liegt im Transport von Personen, Tieren und sonstigen Lasten.

Rechtlich sind Lastenfahrräder, deren E-Motoren maximal eine Nennleistung von 250 Watt haben und die auf 25 km/h begrenzt sind, dem Fahrrad gleichgestellt, doch ist Lastenrad nicht gleich Lastenrad. Mit der gestiegenen Nachfrage und dem Boom von E-Bikes hat sich auch die Produktvielfalt stark vergrößert. Für Interessenten mag der Markt daher oft unübersichtlich erscheinen angesichts der Vielzahl von Marken, Modellen und verschiedenen Lastenradtypen. Doch die gute Nachricht lautet: Für jeden Einsatzzweck und jedes Anforderungsprofil ist das richtige Fahrrad erhältlich. Man muss nur wissen, wonach man suchen soll.

Stärken und Schwächen der wichtigsten E-Lastenradtypen

Grundsätzlich muss man zwischen einspurigen und mehrspurigen Lastenrädern unterscheiden. Einspurige Lastenräder haben zwei Reifen und müssen wie zum Beispiel ein herkömmliches Trekkingfahrrad oder E-Bike vom Fahrer ausbalanciert werden. Mehrspurige Lastenräder, die auch als Trike-Lastenrad (Dreirad) bezeichnet werden, haben den Vorteil, dass während der Fahrt mehr Stabilität gegeben ist.

Manche Modelle punkten sogar mit einer ausgefeilten Neigungstechnik, was das Umkippen in Kurven verhindert. Bauartbedingt sind Trikes sperriger und laufen mit erhöhter Spurbreite auf, was spürbare Nachteile im engen Stadtverkehr mit sich bringt.

Zweispurige Lastenräder müssen anders als Trikes jederzeit ausbalanciert werden. Das ist angesichts des oft recht hohen Eigengewichts der E-Lastenräder von 30 bis 50 Kilogramm kein einfaches Unterfangen und erfordert etwas Übung im Handling. Zu den beliebtesten Modelltypen gehört das sogenannte Long-John-Lastenfahrrad, das häufig mit einer Transportkiste oder -box, manchmal auch nur mit einer Stellfläche zwischen Cockpit und Vorderrad ausgestattet ist. Der Radstand ist dadurch verlängert.

Das Fahrverhalten ist sportlicher als beim Trike. Die Balance zu halten erfordert wiederum Übung, ebenso das Ab- und Aufsteigen. Long Johns bieten in der Regel eine sehr hohe Zuladung.

Das zulässige Gesamtgewicht ist definiert als Summe aus Leergewicht und maximaler Zuladung eines Fahrzeugs beziehungsweise Fahrrads. Die maximale Zuladung setzt sich zusammen aus dem Fahrergewicht (inklusive Kleidung) und dem weiteren Gepäck und Gewicht, mit dem das Fahrrad belastet wird.

Anders als beim Long John wird die Fracht beim Longtail-Lastenrad (manchmal firmiert diese Gattung auch unter der Bezeichnung Multifunktions-E-Bike) hauptsächlich auf dem langgezogenen Gepäckträger transportiert. Der Radstand ist oft kürzer als beim E-Cargobike Long John, und auch das Fahrgefühl ist dem eines herkömmlichen 28-Zoll-Fahrrads ähnlicher. Viele Longtails besitzen zusätzlich einen Frontgepäckträger. Nachteil: Mit Blick auf den Personentransport ist man etwas eingeschränkter als beim Long John mit Transportkiste. Zudem muss man nicht selten auf aufpreispflichtiges und teures Spezialzubehör zurückgreifen.

Noch mal eine Nummer kleiner und handlicher ist das sogenannte E-Kompakt-Lastenrad. Anders als beim klassischen E-Kompakt- beziehungsweise E-Faltrad liegt der Fokus der kleinen Raumwunder auf Transport, gepaart mit hoher Alltagstauglichkeit. Daher überrascht es kaum, dass das Baumaß dieser Lastenräder reduziert ist. Die Traglast liegt trotzdem meistens auf einem ansprechenden Niveau, womit sich diese Räder vor allem für den Transport von Einkäufen qualifizieren. Mit dem entsprechenden Zubehör lassen sich auch Kinder von A nach B bringen, allerdings ist das weder für die Kids noch für ihre Eltern immer so richtig komfortabel.

1. Long John: Der Klassiker unter den E-Lastenrädern

1. Ca Go FS200 Vario

Hinter diesem E-Lastenrad steht die namhafte Firma RTI Sports aus Koblenz, die viele qualitativ hochwertige Zubehörprodukte unter den Marken Ergon oder Topeak vertreibt. Die ausgewiesene Branchenerfahrung hat man dem E-Lastenrad, Ca Go genannt, von Beginn an positiv angemerkt. Im Jahr 2024 ist das Ca Go seinen Kinderschuhen entwachsen und die Modellfamilie größer geworden. Das FS200 ist mittlerweile in sieben Ausführungen erhältlich, vier Modelle sind für Familienbedürfnisse (genannt: Life) konzipiert, drei weitere für den Lastentransport (genannt: Vario). Die Zuladung lässt in jedem Fall keine Wünsche offen: Mit 225 Kilogramm maximal zulässigem Gewicht sind auch angesichts des extrem hohen Eigengewichts von rund 50 Kilogramm in jedem Fall mehr als 150 Kilogramm für Gepäck, Fahrer und weitere Personen drin. Das Ausstattungspaket unterstreicht den Premiumanspruch bei Ca Go: Nicht nur, dass Boschs bester Lastenradantrieb Cargo Line mit 85 Newtonmeter Spitzendrehmoment verbaut wurde. Auch die Automatikschaltung von Enviolo sowie die kräftig zupackenden Scheibenbremsen von Magura werden den Fahrspaß in die Höhe treiben. Wer mehr Reichweite wünscht, kann per Aufpreis die Akkuleistung auf 1.250 Wattstunden verdoppeln. So viel Güte hat ihren Preis: Die Life-Serie beginnt ab 7.290 Euro, die Vario-Modelle starten bei 7.490 Euro.

Pro

  • Automatikschaltung
  • Fahrverhalten und Stabilität
  • Ansprechende Zuladung
  • Durchdachte Modellpalette

Kontra

  • Gewicht
  • Preis

2. Carqon Classic

Das für 6.399 Euro erhältliche Carqon Classic weist nicht nur optisch viel Ähnlichkeit zum Ca Go auf. Mit Blick aufs Fahrverhalten befinden sich beide E-Lastenräder nahezu auf Augenhöhe und punkten mit beispielhafter Stabilität. Weitere Gemeinsamkeit: Verbaut wurde auch beim Carqon der Bosch-Antrieb Cargo Line, ein Garant für Leistung, Verlässlichkeit sowie ein hohes Drehmoment von 85 Newtonmetern bei niedrigen Kadenzen. Besonders interessant ist die Transportkiste mit integrierter Kindertür, die für bis zu zwei Kinder Platz bietet. Das Classic-Modell ist explizit auf den Transport von Personen ausgelegt, während das Modell Cruise auf die Kindertür verzichtet. Leider ist das Carqon von Haus aus nur mit einem 400 Wattstunden großen Akku ausgestattet, was für ein E-Lastenrad dieses Kalibers und der Größe und Schwere allein nicht ausreichend ist. Zum Glück gibt es die Option, einen zweiten Akku zu kaufen. Das ist bei E-Cargobikes ohnehin angebracht. Das maximal zulässige Gesamtgewicht liegt bei 225 Kilogramm, was ordentlich Spielraum für den Transport von Lasten lässt. Allerdings ist auch das üppige Eigengewicht mit über 50 Kilogramm ähnlich hoch wie beim Ca Go.

Pro

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Sicheres Fahrverhalten
  • Ergonomisches Cockpit

Kontra

  • Standardmäßig nur 400 Wattstunden Akku
  • Gewicht

3. Riese & Müller Load

Das Riese & Müller Load ist unzweifelhaft eines der besten Elektro-Lastenräder auf dem Markt und keinesfalls nur in noblen Stadtteilen anzutreffen. Grund hierfür ist der nicht hohe Startpreis von 5.689 Euro für das Einstiegsmodell Load 60. Am Ende der Fahnenstange liegt das für drei Kinder ausgelegte neue Load4 75 für 7.499 Euro (mit weiterem Zubehör kann der Kaufpreis auf fast 10.000 Euro anschwellen). Allen Modellen ist eine Vollfederung gemeinsam, also eine Federgabel in der Front, gepaart mit einem weiteren Dämpfungselement im Rahmen. Das ist extrem ungewöhnlich bei Lastenrädern, zahlt sich aber am Ende aus, denn in puncto Komfort ist das Riese & Müller Load nicht zu schlagen. Viele Fahrradhersteller verzichten trotzdem auf die Vollfederung, weil dadurch die Stabilität leiden könnte. Beim Load spürt man davon nichts, und auch das reduzierte Höchstgewicht von 200 Kilogramm spielt keine Rolle, da das Load unter 40 Kilogramm bleibt und damit in etwa genauso viel Zuladung ermöglicht wie Ca Go und Carqon. Das Zubehörangebot für das Load ist vielfältig und bietet von der Transportbox mit niedrigen Seitenwänden und Hardcover bis zur Box mit Kinderverdeck und Kindersitzen alles, was das Cargo-Herz begehrt. Der Konfigurator eröffnet dem Kunden weitere Möglichkeiten, das Load zu optimieren: Je nach Ausstattungslinie wird auf Boschs Performance- oder Cargo-Line-Motor gesetzt, auf Ketten- oder Riemenantrieb, auf eine stufenlose Enviolo-Nabenschaltung oder eine begehrte Rohloff-Nabenschaltung mit 14 Gängen.

Pro

  • Komfortabelstes E-Lastenrad auf dem Markt
  • Qualitätskomponenten
  • Tiefer Schwerpunkt, gute Straßenlage

Kontra

  • Kaufpreis
  • Aufpreispolitik

4. Urban Arrow Family

Das Urban Arrow Family gehört zu den beliebtesten E-Lastenrädern auf dem Markt. Der niederländische Hersteller hat es von Beginn an verstanden, ein stabiles und gleichzeitig optisch ansprechendes E-Lastenrad anzubieten, das den Nerv junger Familien trifft. Der Trendsetter von damals ist in die Jahre gekommen, aber im besten Sinne gereift wie ein guter Rotwein, von dem man in der Ladebox gerne 70 Flaschen transportieren könnte. Heute stehen neben der Einstiegskonfiguration für 4.999 Euro mit dem zahnlosen Bosch Active Line Plus drei weitere Ausführungen zur Wahl. Wer Antrieb, Motor und Steuerung upgraden will, kann den Basispreis auf 6.690 Euro hochjazzen. In der teuersten Variante winken dann Magura-Scheibenbremsen, Gates-Riemenantrieb und Boschs stärkster Antrieb mit 85 Newtonmeter Drehmoment. Die Qual der Wahl hat man anschließend beim Zubehör: Zum Beispiel kann man sich ein Regenverdeck für 379 Euro oder eine zweite Sitzbank für 209 Euro gönnen. Wozu wir allerdings wirklich raten, ist der zweite Akkupack, um die Wattstunden auf 1.000 zu verdoppeln. Angesichts der 50 Kilogramm, die das Urban Arrow Family in etwa auf die Waage bringt, sind beim maximal zulässigen Gesamtgewicht von 250 Kilogramm rund 200 Kilogramm Zuladung möglich.

Pro

  • Über die Jahre bewährt
  • Ansprechendes Design
  • Geräumige Transportkiste

Kontra

  • Komfort ist ausbaufähig
  • Zubehör teils überteuert

2. Longtail: Das Multifunktionswerkzeug unter den Cargobikes

1. Bergamont E-Cargoville LT

Mit dem E-Cargoville LT, das auf 26-Zöllern anrollt, haben die Hamburger nun auch ein Longtail-Fahrrad im Sortiment. Das 4.399 Euro teure E-Lastenrad zeichnet sich nicht nur durch seinen attraktiven Preis aus. Mit einem maximalen Systemgewicht von 190 Kilogramm lässt es auch Spielraum für allerhand Gepäck - bis hin zum Personentransport. Die beiden Trägersysteme (maximale Traglast hinten 54 Kilogramm und vorne 15 Kilogramm) sind modular erweiterbar, sodass bis zu zwei Kinder Platz finden können. Voll beladen wird der Motor allerdings gut zu tun haben, denn der verbaute Bosch Performance Line Cruise liefert nur ein maximales Drehmoment von 65 Newtonmetern. Auch wenn 500 Wattstunden für die meisten Radfahrer im Alltag ausreichend erscheinen, hätte es dem E-Cargoville sehr gut zu Gesicht gestanden, mit 600 oder sogar 700 Wattstunden aufzuwarten. Zum Glück kann ein zweiter Akku - gegen Aufpreis natürlich - nachgerüstet werden. Die Stärken des Bergamont E-Cargoville LT liegen im flotten Fahrverhalten, der Rahmenstabilität und in den vielfältigen Möglichkeiten, das Front- und Heckträgersystem nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten.

Pro

  • Attraktiver Preis
  • Bremsperformance
  • Modularer Hinterbau

Kontra

  • Motorleistung
  • Akkugröße

2. Car.los C.1

Das Car.los C.1 ist so etwas wie der Shootingstar unter den Longtail-Lastenrädern. Nachdem es vor zwei Jahren auf der Fahrradfachmesse Eurobike erfolgreich seine Premiere feierte, wurde es schnell zum Publikumsliebling und fuhr viele positive Testergebnisse von Fachmedien ein. Das C.1 rollt anders als das Bergamont E-Cargoville auf 20-Zoll-Laufrädern zum Kunden, bietet aber ein ebenso vertrauenswürdiges Systemgewicht von 205 Kilogramm und ist daneben mit einer komfortablen Federgabel, perfekt zupackenden Scheibenbremsen von Magura und einer stufenlosen Enviolo-Nabenschaltung ausgestattet. Während viele Hersteller mit Blick auf die Motorauswahl Bosch vertrauen, hat man bei Car.los einen Brose-Antrieb verbaut, was in der Praxis weder Vor- noch Nachteil ist. Der Drive T, made in Deutschland, arbeitet zwar merklich leiser, ist aber auch weniger präsent, wenn man mit niedriger Kadenz anfährt, weil man zum Beispiel nicht rechtzeitig den richtigen Gang gefunden hat. Von Haus aus sind beim C.1 direkt zwei Akkus mit insgesamt 1.044 Wattstunden verbaut - perfekt für Vielfahrer! Zudem ist das Zubehör wie Heckreling und Frontgepäckträger im Kaufpreis ab 5.999 Euro inklusive, Taschen müssen aber extra erworben werden; Seitentaschen zum Beispiel kosten zusätzlich 269 Euro.

Pro

  • Serienmäßig viel Zubehör
  • Fahrverhalten
  • Zwei Akkus ab Werk

Kontra

  • Junge Marke

3. Riese & Müller Multitinker

Wem das Riese-&-Müller-E-Lastenrad Load zu groß und sperrig erscheint, der bekommt mit dem Multitinker eine gute Alternative von dem deutschen E-Bike-Hersteller angeboten. Wobei zur Wahrheit auch gehört, dass das Multifunktions-E-Bike mit Zubehör und Taschen auch rund 40 Kilogramm auf die Waage bringt. Die vielfältigen Transport- und Einstellmöglichkeiten des Multitinker sind Programm: Bis zu zwei Kinder oder ein Großeinkauf können mit dem Fahrrad problemlos und komfortabel durch die Gegend bewegt werden. Das Heck kann dazu mit bis zu 65 Kilogramm belastet und beladen werden - insgesamt ist das Fahrrad für ein Gesamtgewicht von 200 Kilogramm freigegeben. Wie immer lässt sich der deutsche Premiumhersteller sein weiteres Zubehör, zum Beispiel Taschen (für 199,90 Euro) oder Kindertransportmöglichkeiten (Sitzfläche mit Schaumstoff und Außenstreben für 169,90 Euro), sehr gut bezahlen. Der Listenpreis des Multitinker Vario startet zwar bei 6.199 Euro, doch für denjenigen, der für sich Upgrades und Zubehör kauft, wird er um einiges höher ausfallen. Qualität hat in diesem Fall leider ihren Preis, doch darin inbegriffen sind immerhin kräftig zupackende Scheibenbremsen von Magura, Boschs starker Antrieb Performance Line CX, eine stufenlose Enviolo-Nabenschaltung mit Riemen, eine komfortable Federgabel sowie die verlässliche Service-Infrastruktur des Herstellers.

Pro

  • Attraktives Ausstattungspaket
  • Tadellose Verarbeitung
  • Service-Infrastruktur

Kontra

  • Aufpreispolitik

4. Tern GSD

Das Modell GSD des Kompaktrad-Spezialisten Tern hat die Sparte der Multifunktionsbikes beziehung... Gerade in Städten erleben die sogenannten »Lastis« seit einiger Zeit einen regelrechten Hype. Dabei gibt es neben dem klassischen Lastenrad, mit dem man Gegegnstände wie Kisten, Möbel oder einfach den Einkauf im Supermarkt transportiert, auch immer mehr Lastenräder für Familien. Übrigens: Viele Gemeinden, Kommunen und Städte fördern die umweltschonende E-Mobilität und gewähren Lastenrädern mit Elektroantrieb Zuschüsse. Wir haben 36 Lastenräder, die für den Kindertransport geeignet sind, getestet und Probe gefahren, 29 davon sind aktuell noch erhältlich. Das Tern GSD S00 schaut wie ein zu groß geratenes Klapprad aus. Eine große Transportbox hat es nicht und braucht es nicht. Denn hier geht es vor allem um den Transport der wertvollsten Fracht - und zwar Kinder. Die nehmen hinten auf dem langen Gepäckträger einfach Platz und rauschen durch die Stadt und durchs Gelände. Das Tern ist sehr wendig, dynamisch und vielseitig unterwegs.

Lastenrad-Vergleich: Zweirad vs. Dreirad

Bei der Suche nach einem passenden Lastenrad stößt du unausweichlich auf die Frage: Zweirad oder Dreirad? Eine richtige Antwort gibt es darauf nicht, denn beide Transporträder haben ihre Vorteile. Welches Lastenrad für dich am besten geeignet ist, hängt zum einen stark von dem Einsatzzweck und deiner Fahrweise ab. Zum anderen solltest du bedenken was und wie viel du damit transportieren möchtest. Nur deine Einkäufe oder auch ein, zwei, drei oder vier Kinder? Zum Schluss entscheiden häufig auch die Abmessungen des Lastenrades über die Wahl des Modells. Am besten ist es du testest persönlich vorab das Fahrverhalten von ein- und zweispurigen Lastenrädern auf einer Probefahrt.

Ein Zweirad ist schmaler gebaut und kann durch enge Straßen oder im dichten Verkehr besser manövriert werden. Ein Dreirad bietet dir mehr Stabilität. Durch die drei Reifen steht es von alleine, sodass du an roten Ampeln oder beim Losfahren das Gewicht des Lastenrades und deiner Passagiere nicht selber ausbalancieren musst.

Lastenrad-Testsieger

Im Sommer 2022 waren sechs einspurige "Long Johns" mit verlängertem Radstand und der Ladefläche zwischen Lenker und Vorderrad im Test. Bereits 2021 hat der Club fünf Trikes mit einer vorn angebrachten Ladebox getestet. Da sich beide Lastfahrrad-Arten von der Bauweise grundsätzlich unterscheiden und jede ihre eigene "Fangruppe" hat, werden die Testergebnisse hier getrennt vorgestellt. Das ADAC Urteil: Von den sechs Rädern im Test schnitten zwei "gut" ab, drei "befriedigend" und eines fiel mit "mangelhaft" durch.

Das Muli e-muli "st" überzeugte vor allem durch sein Fahrverhalten, das aufgrund der kurzen Gesamtlänge am ehesten mit dem eines normalen Fahrrads zu vergleichen ist. Zudem hat das e-Muli den geringsten Wendekreis.

Sein Fahrverhalten und die Gegebenheiten rund um den Kindertransport in Kombination mit qualitativ gut verbauten Komponenten überzeugten die Tester am meisten. Auch das Anschnallen von mitfahrenden Kindern funktionierte beim Chike gut.

Testverlierer war aufgrund der Bremsentests das Vogue Carry 3. Dieses E-Lastenrad ist zwar mit Scheibenbremsen ausgestattet, doch diese werden mittels Seilzugsystem betätigt. Das Resultat: Die geforderten Mindestverzögerungen nach der geltenden DIN 79010 werden nicht erreicht.

ADAC Testergebnisse im Überblick:

Hersteller/ModellPreis in EuroADAC UrteilFahrenSicherheit und VerarbeitungAntriebssystem und MotorHandhabung und KomfortSchadstoffe
Muli e-muli "st"5180 (inkl. Zubehör für den Transport von Kindern)2,11,92,01,82,71,0
Urban Arrow Family66902,42,52,32,32,52,5
Prophete CARGO Plus E-Bike41002,62,82,21,83,43,5
Triobike Cargo8139 (inkl. Zubehör für den Transport von Kindern)2,62,72,03,12,72,5
Babboe City-E32493,12,83,53,52,92,5
Bullitt STePS eBullitt 61006127 (inkl. Schadstoffbelasteten Gurte kostenfrei auszutauschen)------

Tipps für Verbraucher

  • Beratung einholen und auch die Kinder mit in das Fachgeschäft nehmen, um die Transportmöglichkeit von Kindern auszutesten.
  • Probefahren ist Grundvoraussetzung - das Fahrverhalten fordert ein vorsichtiges Herantasten. Wenn möglich auch mit Beladung (Gütertransport) ausprobieren. Besonders beim Kurvenfahren oder auch beim Abstellen.
  • Ein vorsichtiges Kurvenfahren mit einer angepassten Geschwindigkeit, sowie das korrekte Verhalten im Straßenverkehr, z.B. der Einsatz des entsprechenden Handzeichens beim Abbiegen müssen geübt sein, bevor es an den Transport von Kindern geht.
  • Bei dreirädrigen Lastenrädern: Geschwindigkeit anpassen, um die Kippneigung sowie das mögliche Aufschaukeln zu minimieren.
  • Anforderungen der Transportbedürfnisse klären - nicht jeder Transport kann von jedem e-Lastenfahrrad uneingeschränkt geleistet werden.
  • Fahrzeugbreite und der teils enorme Wendekreis müssen im Straßenverkehr kalkuliert werden. Ggf. reicht bei einigen Situationen die Fahrradwegbreite nicht mehr aus und es muss auf die Straße ausgewichen werden.
  • geltenden Norm entsprechen.
  • Stand der Technik beim elektrischen Antrieb bedeutet: Keinen Nachlauf und kein verzögertes Ansprechverhalten des Motors.
  • Angaben zum zul. Gesamtgewicht, zum max. Fahrergewicht, zur max. Nutzlast und zum Eigengewicht sollten gut sichtbar am Lastenfahrrad angebracht sein.
  • Die Anschnallsituation für Kinder muss verbessert werden.
  • Ein eindeutiger Hinweis zum Tragen eines Fahrradhelmes für Kinder ist am Lastenfahrrad anzubringen.
  • Im Falle eines Umfallens muss der Kopfbereich des Kindes geschützt sein.
  • Gepolsterte Sitzauflagen für die Kinder erhöhen den Komfort und bieten auch bei Kurvenfahrten besseren Halt.
  • Qualitativ bessere Bedienungsanleitungen inkl.

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