Lastenräder mit Elektroantrieb können in vielen Fällen eine Alternative zum Auto sein. Dank ausreichendem Platzangebot und elektrischer Unterstützung beim Treten sind die Cargobikes sogar eine Alternative zum Zweitwagen. Doch wie alltagstauglich sind E-Cargobikes?
Alltagstauglichkeit von E-Lastenrädern
Ganz gleich, ob das Kind vor der Arbeit schnell zum Hort gebracht oder fürs Wochenende der Kühlschrank gefüllt werden muss - im Alltag lassen sich viele Aufgaben und Wege mit dem Lastenrad erledigen. Rund 80.000 E-Lastenfahrräder wurden im Jahr 2020 verkauft - ein Zeichen dafür, dass der Marktanteil im Segment der Lastenbikes wächst.
Doch in der Praxis werfen die Lastenräder einige neue Probleme auf. Wie stabil stehen sie zum Beispiel beim Beladen? Wie praktisch sind größere Einkäufe darin unterzubringen? Und vor allem: Wie sicher sind Kinder bei einer Fahrt im E-Lastenbike?
Bauweisen und Testberichte
Im Sommer 2022 waren sechs einspurige "Long Johns" mit verlängertem Radstand und der Ladefläche zwischen Lenker und Vorderrad im Test. Bereits 2021 hat der Club fünf Trikes mit einer vorn angebrachten Ladebox getestet. Da sich beide Lastfahrrad-Arten von der Bauweise grundsätzlich unterscheiden und jede ihre eigene "Fangruppe" hat, werden die Testergebnisse hier getrennt vorgestellt.
Das ADAC Urteil: Von den sechs Rädern im Test schnitten zwei "gut" ab, drei "befriedigend" und eines fiel mit "mangelhaft" durch.
Das Fahrverhalten der dreirädrigen Lastenfahrräder ist nicht einmal im Ansatz mit der Handhabung eines Fahrrads zu vergleichen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Achsschenkel-Lenkung, Drehschemel-Lenkung oder Neigetechnik verbaut sind: Die ersten Kurvenfahrten und Abbiegevorgänge waren mehr als abenteuerlich.
Mit den Dreirädern lässt es sich etwas gemütlicher fahren und sie verfügen über mehr Stabilität beim Abstellen und Beladen. Ob man sich für ein einspuriges oder ein dreirädriges E-Lastenrad entscheidet, hängt auch vom primären Einsatzzweck des Lastenbikes ab. Schließlich unterscheiden sich beide Typen im Fahrverhalten deutlich von üblichen Fahrrädern und die Anschaffungskosten sind mitunter hoch.
Testergebnisse im Überblick
| Hersteller/Modell | Preis in Euro | ADAC Urteil | Fahren | Sicherheit und Verarbeitung | Antriebssystem und Motor | Handhabung und Komfort | Schadstoffe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Muli e-muli "st" | 5180 (inkl. Zubehör für den Transport von Kindern) | 2,1 | 1,9 | 2,0 | 1,8 | 2,7 | 1,0 |
| Urban Arrow Family | 6690 | 2,4 | 2,5 | 2,3 | 2,3 | 2,5 | 2,5 |
| Prophete CARGO Plus E-Bike | 4100 | 2,6 | 2,8 | 2,2 | 1,8 | 3,4 | 3,5 |
| Triobike Cargo | 8139 (inkl. Zubehör für den Transport von Kindern) | 2,6 | 2,7 | 2,0 | 3,1 | 2,7 | 2,5 |
| Babboe City-E | 3249 | 3,1 | 2,8 | 3,5 | 3,5 | 2,9 | 2,5 |
| Bullitt STePS eBullitt 6100 | 6127 (inkl. |
Besonderheiten der Neigetechnik
Eine ausgeklügelte, aber nicht günstige Neigetechnik bei einigen Trike-Modellen erhöht die Wendigkeit deutlich. Grundsätzlich sollte das Steuern von Trikes im Straßenverkehr vorab geübt sein.
Zusätzlich treibt die Kosten nach oben, dass sogar bei Preisen von 5000 Euro immer noch Zubehör extra angeboten wird, das etwa für den sicheren Transport von Kindern benötigt wird. Daher sollte vor dem Kauf eines E-Lastenrades gut überlegt werden, wie es später im Alltag genutzt wird.
Sicherheitshinweise
Alle getesteten E-Lastenbikes sind zum Transport von Kindern geeignet, doch grundsätzlich gilt: Kinder sollten bei Fahrten im Lastenrad einen Helm tragen. Bei einem Unfall oder Sturz sind Kinder beim Erstaufprall aufgrund der Transportbox gut geschützt, wie Crashversuche des ADAC gezeigt haben. Doch wenn das Rad umfällt, kann der Kopf des Kindes auf den harten Untergrund stoßen.
Gut gelöst ist dieses Problem übrigens beim Long John von Bullitt: Hier entspricht der Transportbereich der Kinder einer geschützten Fahrgastzelle, vergleichbar mit einem Kinderfahrradanhänger.
Grundsätzlich sollte ein Kind ab einem Alter von neun Monaten stabil allein aufrecht sitzen können, um mit dem Lastenfahrrad befördert zu werden. Mit einem Dreipunktgurt angeschnallt, bestenfalls noch zusätzlich mit einem Beckengurt gesichert, müssen Kinder fest mit dem Lastenfahrrad verbunden sein. Dies schützt im Falle einer Kollision, verhindert aber auch ein Aufstehen während der Fahrt.
Tipps für Verbraucher
- Beratung einholen und auch die Kinder mit in das Fachgeschäft nehmen, um die Transportmöglichkeit von Kindern auszutesten.
- Probefahren ist Grundvoraussetzung - das Fahrverhalten fordert ein vorsichtiges Herantasten. Wenn möglich auch mit Beladung (Gütertransport) ausprobieren. Besonders beim Kurvenfahren oder auch beim Abstellen.
- Ein vorsichtiges Kurvenfahren mit einer angepassten Geschwindigkeit, sowie das korrekte Verhalten im Straßenverkehr, z.B. der Einsatz des entsprechenden Handzeichens beim Abbiegen müssen geübt sein, bevor es an den Transport von Kindern geht.
- Bei dreirädrigen Lastenrädern: Geschwindigkeit anpassen, um die Kippneigung sowie das mögliche Aufschaukeln zu minimieren.
- Anforderungen der Transportbedürfnisse klären - nicht jeder Transport kann von jedem e-Lastenfahrrad uneingeschränkt geleistet werden.
- Fahrzeugbreite und der teils enorme Wendekreis müssen im Straßenverkehr kalkuliert werden. Ggf. reicht bei einigen Situationen die Fahrradwegbreite nicht mehr und es muss auf die Straße ausgewichen werden. geltenden Norm entsprechen.
- Stand der Technik beim elektrischen Antrieb bedeutet: Keinen Nachlauf und kein verzögertes Ansprechverhalten des Motors.
- Angaben zum zul. Gesamtgewicht, zum max. Fahrergewicht, zur max. Nutzlast und zum Eigengewicht sollten gut sichtbar am Lastenfahrrad angebracht sein.
- Die Anschnallsituation für Kinder muss verbessert werden.
- Ein eindeutiger Hinweis zum Tragen eines Fahrradhelmes für Kinder ist am Lastenfahrrad anzubringen.
- Im Falle eines Umfallens muss der Kopfbereich des Kindes geschützt sein.
- Gepolsterte Sitzauflagen für die Kinder erhöhen den Komfort und bieten auch bei Kurvenfahrten besseren Halt.
- Qualitativ bessere Bedienungsanleitungen inkl.
Marktentwicklung und Kaufentscheidung
Cargobike: Günstige Lastenräder ohne elektrische Unterstützung sind schon unter 2000 Euro zu erstehen. Ob Wocheneinkauf, Kindertransport, Umzugshelfer - Lastenräder erfüllen viele Aufgaben. In manchen Großstadtfamilien verdrängen die überwiegend elektrisch unterstützten Vehikel das Auto sogar dauerhaft.
Bislang konnte sich das Lastenrad überraschend gut dem Abwärtstrend auf dem deutschen Fahrradmarkt entziehen. Sackten die Fahrradverkäufe 2023 um 14 Prozent ab, zogen die Cargobike-Verkäufe an Privatpersonen um 10,5 Prozent auf rund 235.000 an.
Wer die Anschaffung eines Lastenrades erwägt, sieht sich Dutzenden Marken und einer vielfachen Zahl an Modellen gegenüber. Tests und Ratgeber im Internet können bei der Orientierung helfen. Das „beste“ Lastenrad für alle gibt es nicht. Denn bereits einzelne Cargobike-Typen bedienen unterschiedliche Bedürfnisse - ungeachtet von Ausstattung, Preis, Fahrgefühl, Design und anderen Aspekten. Interessierte kommen nicht umhin, eigene Anforderungen zu formulieren.
Welchem Zweck dient das Lastenrad?
Für den privaten Gebrauch gibt es keine klare Trennung zwischen Rädern, die ausschließlich zum Personen- oder zum Lastentransport vorgesehen sind. Deshalb sollte man überlegen, wofür man das Rad hauptsächlich einsetzen wird. Kindertransport? Einkäufe, Besorgungen, Lastentransport? Oder beides?
Lastenrad-Typen
Es gibt unterschiedliche Lastenrad-Typen, die nach Ansicht von Experten für den privaten Gebrauch infrage kommen. Durch ihre Bauart bringen sie bestimmte Eigenschaften mit sich.
- „Bäcker- oder Postfahrrad“: Diese Modelle zeichnen sich durch einen tiefen Einstieg sowie eine vor dem Lenker platzierte Ladefläche aus. Oftmals ist das Vorderrad kleiner als das Hinterrad. Sie haben zumeist noch einen hinteren Gepäckträger. Das „Bäckerfahrrad“ ist eher zum Transport kleinerer Lasten geeignet. Vorteil: Das Bike benötigt nur wenig mehr Platz als ein herkömmliches Fahrrad, passt zumeist in normale Fahrradständer. Nachteil: Der Schwerpunkt liegt recht hoch.
- „Backpacker“: Profis nennen diese Modelle auch „Longtail“. Charakteristisch für diese Bauart sind der verlängerte Radstand nach hinten und der lange Gepäckträger. Vorteil: Die Konstruktion bietet Platz für höhere Aufbauten und zusätzliche Packtaschen hinten. Die Rahmengeometrie ähnelt der eines normalen Fahrrads, das Fahrgefühl soll daher gleichwertig sein.
- „Long John“: Auffällig bei diesem Typ sind der verlängerte Radstand vorn und die tiefe Ladefläche zischen Lenker und Vorderrad mit zumeist großer Box. Vorteil: Der Fahrer hat die „Ladung“ - etwa die sicher angeschnallten Kinder in der Box - gut im Blick; die Ladekapazität ist groß, der Schwerpunkt liegt tief. Nachteil: Die lange Front und der große Wendekreis erfordern zunächst Übung, bevor es in den Straßenverkehr geht.
- „Trike“: Hierbei handelt es sich um ein Lastendreirad mit großer Transportbox, die zumeist zwischen beiden Vorderrädern liegt. Ein Vorteil ist die hohe Ladekapazität, der Fahrer hat die Ladung zudem im Blick. Zudem sorgen drei Räder für mehr Stabilität, sagen Experten. Nachteil: Ein Dreirad ist grundsätzlich weniger wendig als ein einspuriges Lastenrad. Eine ausgeklügelte, aber nicht günstige Neigetechnik bei einigen Trike-Modellen erhöht die Wendigkeit deutlich. Grundsätzlich sollte das Steuern von Trikes im Straßenverkehr vorab geübt sein.
Wo nutze ich das Lastenrad?
Der überwiegend befahrene Untergrund und die bei üblichen Einsätzen durchschnittlich zurückgelegten Kilometer spielen ebenfalls eine Rolle bei der Kaufentscheidung. Hieran orientiere sich die Wahl der Akkugröße und der Reifen, sagen Experten. Führen die Strecken zum Beispiel oft über Kopfsteinpflaster, durch eher unwegsames Gelände oder auch Waldpassagen, kann eine Vollfederung sinnvoll sein.
Wie hoch ist das Budget?
Günstige Lastenräder ohne elektrische Unterstützung sind schon unter 2000 Euro zu erstehen. E-Lastenräder starten etwa ab 3500 Euro, können in Spitze aber auch 9000 Euro und mehr kosten.
Mit Blick auf das persönliche Budget sollte der Kunde zudem zwei Optionen prüfen, empfiehlt Arne Behrensen, Logistik- und Lastenrad-Experte beim Interessenverband Zukunft Fahrrad. Zum einen fördern einzelne Städte und im Ausnahmefall auch Bundesländer den Kauf privat genutzter Lastenräder. Oft sind die Programme zeitlich und in der Höhe limitiert. Die detaillierte Recherche und Nachfrage kann aber lohnen. Zum anderen sollten Verbraucherinnen und Verbraucher prüfen, ob der Arbeitgeber ein Dienstrad-Leasing-Angebot hat. Die Branche setzt große Hoffnung darauf, der Leasingmarkt wächst schnell. Beim Dienstrad-Leasing least der Arbeitgeber ein Fahrrad und überlässt es dem Arbeitnehmer zur Nutzung.
Was ist bei der Sicherheit wichtig?
Verbraucher sollten sich allerdings vergewissern, ob der Hersteller neben der CE-Kennzeichnung auch die relevanten Sicherheitsstandards nach den Normen DIN 79010 und DIN EN 17860 dokumentiert hat. Diese Informationen sollten in der Konformitätserklärung, die der Bedienungsanleitung beigefügt ist, zu finden sein. Eine gute Bedienungsanleitung sollte zudem klare Angaben zur maximalen Beladung und zur Lastenverteilung des Bikes beinhalten.
CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung stellen jedoch nur eine Selbstverpflichtung des Herstellers dar und keine unabhängige Zertifizierung. Daher sei die „Einhaltung dieser Normen von entscheidender Bedeutung, um die Belastbarkeit, Stabilität und Sicherheit dieser Fahrräder zu gewährleisten". Am Ende gilt vor allem eines: „Testen, testen, testen!“, appelliert Lastenrad-Experte Behrensen.
Die Lastenradbranche ist in diesem Jahr durch den Hersteller Babboe in die Schlagzeilen geraten. Der Tochter des niederländischen Radkonzerns Accell tauscht 22.000 Lastenräder wegen der Gefahr eines Rahmenbruchs gegen neue Räder aus und ruft zugleich den Rest der gesamten Produktion zur Inspektion zurück - etwa 44.000 weitere Cargobikes. Damit sind Lastenräder mitnichten per se unsicher.
Vor- und Nachteile von Lastenrad-Dreirädern
Lastenrad-Dreiräder sind eine tolle Alternative zum Auto, zu Fahrrädern und anderen Lastenrad-Arten. Ein Lastenrad-Dreirad oder Cargo Trike ist ein Fahrrad mit drei Rädern, konzipiert für den Transport von Lasten oder Personen. Es ist mit einer großen oder kleinen Ladefläche ausgestattet, die sich vorne oder hinten am Fahrrad befindet.
Vorteile
- Praktisch: Lastenrad-Dreiräder sind stabil und bieten viel Platz für Lasten, Gepäck und/oder Personen.
- Gesund: Lastenrad-Dreiräder sind eine gute Möglichkeit, sich fit zu halten - das gilt auch bei regelmäßiger Fahrt mit Motorunterstützung.
- Sicher: Durch die drei Räder rutschen Lastenrad-Dreiräder bei nassem oder glatten Untergrund nicht weg und fallen, gerade mit Neigetechnik, nicht so leicht um. Dank zweier Vorderräder lässt sich eine doppelte Bremsleistung erzielen.
- Komfortabel: Lastenrad-Dreiräder bieten oft mehr Platz als andere Lastenräder, was den Transport von größeren Lasten oder mehr Personen ermöglicht - oder alles gleichzeitig.
- Flexibel: Lastenrad-Dreiräder bieten viel Platz und Stauraum, sind daher vielseitig einsetzbar und können für verschiedene Zwecke verwendet werden, z. B. für den Transport von Einkäufen, Kindern, Hunden oder sperrigen Gegenständen - je nach Situation auch alles gleichzeitig.
- Dynamisch: Lastenrad-Dreiräder mit Motor und Neigetechnik bieten trotz Zuladung eine ähnliche Dynamik wie E-Bikes mit zwei Rädern, weil sie sich ähnlich einfach steuern lassen.
- Umweltfreundlich: Lastenrad-Dreiräder verursachen beim Fahren keine CO2-Emissionen. Kritisch zu betrachten ist die Ökobilanz des Ladestroms, der (internationalen) Lieferwege und der Herstellungsweise z.B. des Akkus.
Einsatzbereiche
- Kindertransport: Lastenrad-Dreiräder sind eine sichere und bequeme Möglichkeit, Kinder zu transportieren.
- Personentransport: Spezielle Lastenrad-Dreiräder können nicht nur Kinder, sondern auch Jugendliche und Erwachsene transportieren.
- Schwere Lasten transportieren: Cargo Trikes können auch für den Transport von sperrigen Gegenständen, wie z. B. Möbeln oder Baumaterial, sowie von schweren Lasten verwendet werden.
Lastenrad 2 oder 3 Räder?
Die erste Frage, die sich beim Kauf eines Lastenfahrrads stellt, ist die Wahl zwischen einem Lastenrad 2 oder 3 Räder. Die einspurigen Lastenräder (mit 2 Rädern) sind leicht und wendig und sehr gut geeignet für den Stadtverkehr aber auch für längere Strecken. Sie sind ungefähr so breit wie der Lenker und somit nicht breiter als ein normales Fahrrad.
Die etwas breiteren zweispurigen Lastenrad Dreiräder (mit 3 Rädern) bieten hingegen mehr Stabilität und Platz und sind damit sehr gut für den Transport von mehr als 2 Kindern geeignet. Dynamisches und wendiges Fahren, auch mit Zuladung bzw. Anderes Fahrverhalten, nicht mit dem Körper in die Kurve legen. Das Umfahren von Unebenheiten ist schieriger und die Fahrt mit einem zweispurigen Lastenrad kann holpriger sein.
Nicht zu schnell in die Kurven fahren und die Gewichtsverteilung beachten.
Damit du selbst erfahren kannst ob dir ein Lastenrad mit zwei oder drei Rädern besser liegt, kannst du am besten eine Probefahrt machen.
Die Qual der Wahl
Denkt man nun über den Kauf eines solchen Lasten E-Bikes nach, kann einen das wachsende Angebot aber auch verunsichern. Welche E-Lastenräder gibt es überhaupt und welches erfüllt Ihre Anforderungen am besten?
Um herauszufinden, welches E-Lastenfahrrad zu Ihnen passt, kann es hilfreich sein, bereits in Sachen Bauart eine Vorauswahl zu treffen. Viele Hersteller haben sich auf eine bestimmte Art spezialisiert und bieten diese vornehmlich an. Außerdem macht es mehr Sinn Modelle zu vergleichen, die in der Grundkonstruktion gleich sind - dazu aber im Folgenden mehr.
Zweirädriges oder dreirädriges Lastenfahrrad?
Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, denn hier kommt es auf das individuelle Nutzungsverhalten und die Fahrweise an.
- Das zweirädrige Lastenfahrrad: Auf zwei Rädern unterwegs hat man fast das Gefühl auf einem herkömmlichen Fahrrad zu fahren. Das Zweirad, auch Einspurrad genannt, ist schmaler gebaut und ist somit wendiger, dynamischer und kommt somit besser durch enge Straßen oder durch den dichten Verkehr. Die Last wird hier in einer Kiste vorne aufgenommen, ganz vorne das Vorderrad, auf das die Lenkerbewegung mittels Gestänge übertragen wird.
- Das dreirädrige Lastenfahrrad: Mit ihren drei Rädern sind mehrspurige E-Cargobikes etwas breiter und daher weniger sportlich, dafür bieten sie mehr Sicherheit, Stabilität und Ladevolumen. Bis zu sechs Kinder finden hier Platz, es wird aber auch häufig für den Transport von Hunden oder schweren Lasten eingesetzt.
Tipp: Wer sportlich ist und das Fahrgefühl eines herkömmlichen Fahrrads bevorzugt, ist mit der zweirädrigen Variante gut beraten. Bei dem Zweirad wird die Last vorne zwischen Lenker und Vorderrad aufgenommen. Long Tail Räder zeichnen sich durch den verlängerten Hinterrahmen beziehungsweise einen langen Gepäckträger aus, die Last sitzt über dem Hinterrad. Bei Long Tails muss das Gewicht hinten durch den hohen Schwerpunkt gut ausbalanciert werden, ansonsten sind sie dynamisch und wendig zu fahren - weshalb sie sich auch für ausgiebige Fahrradtouren ohne kleine Mitfahrer auf dem Gepäckträger eignen.
Die Mehrspurer sind mit Ladefläche hinten oder vorne erhältlich. Auch wenn der Schwerpunkt tief liegt, weicht das Fahrgefühl stark von Zweirädern ab, was sich vor allem in den Kurven bemerkbar macht. Neuere Modelle haben Räder mit Neigetechnik, man lenkt durch die Verlagerung des Körpergewichts nach links oder rechts, wodurch sich auch die Transportbox mitneigt und es sich so ähnlich wie ein Zweirad fahren lässt.
Kosten und Fördermöglichkeiten
Viele E-Lastenräder sind preislich beinahe mit einem gebrauchten Kleinwagen zu vergleichen - können diesen bei guter Qualität und Ausstattung im urbanen Bereich aber beinahe ersetzen. Die günstigsten Modelle ohne E-Antrieb sind bereits ab 1.500 Euro zu haben, wer auf elektrische Antriebsunterstützung setzt, sollte auf jeden Fall mit knapp 2.000 bis 3.000 Euro rechnen. Aber auch Preise von 6.000 Euro und mehr sind für E-Lastenfahrräder keine Seltenheit.
E-Lastenräder sind im Vergleich zum Auto deutlich preiswerter. Durch geringere Versicherungs-, Reparatur- und Instandhaltungskosten, sowie weniger Steuern und Kraftstoff, spart man im Vergleich circa 3.500 Euro pro Jahr.
Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) können ab sofort wieder Anträge für die Förderung eines E-Lastenfahrräds gestellt werden.
Modelle für den Kindertransport
Long John Modelle sind für Familien ideal, weil die Kinder in einer Box mit Kindersitzen vor dem Fahrer untergebracht sind und man sie so während der Fahrt immer im Blick hat. Nicht ganz günstig ist das CaGo FS200 Life Familiy (ab 8.980 Euro). Dafür bietet es einen hohen Sicherheitsstandards für den Nachwuchs und tolle Komfort-Features.
Im Bereich der Longtails bietet sich für Familien beispielsweise das Tern - GDS S00 an. Auf dem kompakten E-Lastenfahrrad besteht die Möglichkeit, zwei Kindersitze auf dem Gepäckträger zu befestigen. Wer noch mehr Gepäck transportieren möchte, der kann sich zusätzlich einen großen Gepäckträger für vorne dazu bestellen. Mit knapp 35 Kilogramm gehört das GSD S00 zu den Leichtgewichten unter den E-Lastenrädern. Optional lässt sich auch die Reichweite mit einem zweiten Akku verdoppeln.
Rechtliche Aspekte
Wenn in den Transportboxen der Lastenräder geeignete Sitze, möglichst mit Sicherheitsgurten, vorhanden sind, dürfen Kinder dort befördert werden. Wie der ADAC berichtet, gilt dies neuerdings auch für Jugendliche und Erwachsene. Für diese Gruppe muss ein Lastenrad aber eigens für diesen Zweck gebaut und ausgestattet sein.
Checkliste für den Kauf
Der Kauf eines E-Lastenrads will gut überlegt sein.
- Kinder, Hund, und/oder Einkäufe: Was möchte ich im Alltag hauptsächlich transportieren?
- Je schwerer man das E-Cargobike beladen möchte, desto robuster sollte es sein. Je nach Anzahl der Kinder oder Schwere der Lasten kann an dieser Stelle meist schon geklärt werden, ob ein Zwei- oder Dreirad in Frage kommt.
- Welche Distanzen möchte ich mit dem E-Lastenrad zurücklegen?
- Wie ist die Beschaffenheit der Strecken? Gibt es viele Steigungen und wie gut ist die Infrastruktur allgemein?
- Wie steht es um meine Fitness? Möchte ich mein Lastenrad mit purer Muskelkraft fahren oder mit Elektroantrieb?
- Welches Budget habe ich?
- Werde ich weiteres Zubehör benötigen? Beispielsweise eine Sitzbank mit weiteren Gurten für den Kindertransport. Auch gefederte Babyschalen-Halterungen sind für die Kleinsten erhältlich.
- Soll das E-Lastenrad einen Front-, Mittel- oder Heckmotor haben?
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